Nordex-Windkraftanlagen im Einsatz. / Quelle: Unternehmen

23.03.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Großauftrag für Nordex aus Uruguay – Solarzulieferer Wacker Chemie AG meldet Gewinnsprung – Insolvenzanträge gegen Asian Bamboo AG

Der DAX verbesserte sich in der vergangenen Woche um 1,2 Prozent auf 12.039 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones Index legte 1,6 Prozent auf 18.128 Punkte zu. Um 1,6 Prozent kletterte auch der japanische Nikkei und erreichte 19.560 Punkte. Um 2,3 Prozent auf 24.375 Punkte sprang der chinesische Hang Seng Index. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 55,16 Dollar. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ stieg um 3,2 Prozent auf 6.042 Euro. Der Wert des Euro erhöhte sich um 2,2 Prozent auf 1,084 Dollar.

Windaktien

Der Hamburger Windradhersteller Nordex SE hat einen großen Nachfolgeauftrag aus Uruguay erhalten. Er soll Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 142 Megawatt (MW) für eine Windfarm des staatlichen Energieversorgers UTE (Usinas y Trasmisiones Electricas) liefern. Deren Netzanschluss ist laut Nordex für Mitte 2016 geplant. Der Standort des Windparks „Pampa“ liege im größten und dünn besiedelten Department Tacuarembo im Zentrum von Uruguay.
Zum Bau eines Windparks in Finnland hat zudem ein einheimischer Vermögensverwalter bei Nordex neun Windräder mit 27 MW Leistungskapazität bestellt.

Auch der dänische Windradhersteller Vestas Wind Systems hat einen Auftrag aus Skandinavien erhalten. Das Unternehmen aus Århus soll 37 Windräder mit 122 MW Gesamtkapazität für den Windpark Sörby der Provinz Gävleborgs im Osten des Landes liefern. Zusätzlich zur Lieferung und Errichtung der Windräder wurde ein Service- und Wartungsabkommen mit 15 Jahren Laufzeit abgeschlossen.
Eine weitere Oder erhielt Vestas aus China. Die CGN (Anxi) Wind Power Co. Ltd. bestellte 24 Windräder mit 48 Megawatt Gesamtkapazität für ein Projekt in der Provinz Fujan. Zusätzlich zur Lieferung im dritten Quartal 2015 schloss Vestas mit CNG einen Service- und Wartungsvertrag mit zwei Jahren Laufzeit.

Solaraktien

Der Solarzulieferer Wacker Chemie AG seine offizielle Bilanz für 2014 veröffentlicht. Demnach kletterte der Jahresumsatz im Vergleich zu 2013 um acht Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Das EBITDA sprang gegenüber dem Vorjahr um knapp 54 Prozent auf 1,042 Milliarden Euro, die EBITDA-Marge von 15,2 Prozent auf 21,6 Prozent. Zugleich erzielte die Siliziumproduzentin 2014 mit 443 Millionen Euro beinahe vier Mal mehr Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) als 2013.  
Die Konzernführung erwartet für das erste Quartal 2015 einen Umsatz von etwa 1,3 Milliarden Euro nach 1,16 Milliarden Euro im ersten Vierteljahr von 2014. Für das Gesamtjahr 2015 stellte sie Zuwächse beim Konzernumsatz „im hohen einstelligen Prozentbereich“ in Aussicht. Alle Geschäftsbereiche sollen die Absatzmengen und die Umsätze des Jahres 2014 übertreffen. Auch das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll auf vergleichbarer Basis – ohne Sondererträge aus Schadenersatzzahlungen sowie aus der Neuregelung von Vertrags- und Lieferbeziehungen zu Solarkunden – gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigen.

Der Solarausrüster Meyer Burger aus der Schweiz meldete eine Verlängerung seiner Kredite. Das Unternehmen aus Thun hat nach eigenen Angaben nicht nur mit einem Bankenkonsortium den 2013 abgeschlossenen hypothekarisch gesicherten Kreditvertrag über 30 Millionen Schweizer Franken (CHF) um weitere zwei Jahre auf Ende April 2017 verlängert. Gleichzeitig wurde auch der im 2011 mit demselben Bankenkonsortium abgeschlossene Rahmenkreditvertrag zur Akquisitions- und Betriebsmittelfinanzierung in Höhe von 150 Millionen  CHF, der im April 2015 ausgelaufen wäre, angepasst und verlängert. Der neu verhandelte Kreditrahmen wurde zudem auf eine Garantielinie in Höhe von 90 Millionen CHF angepasst. Er läuft Ende April 2017 aus.

PV Crystalox Solar aus dem britischen Abingdon ist 2014 wieder zurück in die Verlustzone gerutscht. Der Hersteller von Solarwafern hat nach vorläufigen Berechnungen beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in 2014 ein Minus von 2,306 Millionen Euro erwirtschaftet. 2013 hatte PV Crystalox einen Gewinn von 10,5 Millionen Euro erreicht nach einem EBIT-Verlust von 30 Millionen Euro in 2012. Der Jahresumsatz brach ein von 71,4 Millionen Euro Umsatz im Vorjahr auf 53,132 Millionen Euro.
Iain Dorrity, Chief Executive Officer (CEO) verwies zur Erklärung der schwachen Bilanz auf negative Währungseffekte und die starke Konkurrenz im Geschäft mit Solarwafern. Das Unternehmen verfüge derzeit über keine langfristigen Verträge mit Kunden und beliefere in erster Line Abnehmer aus Taiwan, die von den Strafzöllen auf Solartechnik betroffen sein, die von den USA erhoben werden.

Im Westen  des US-Bundesstaats Texas plant der US-Konzern SunEdison den Bau zahlreicher Solaranlagen, die anschließend von der Betreibertochter TerraForm Power Inc. geführt werden sollen. Auftraggeber sei der Versorger  Georgetown Utility Systems, der den Strom für 25 Jahre per Festvertrag abnehmen werde, das Unternehmen hierzu. Die Bauvorhaben sei auf 150 Megawatt (MW) Leistungskapazität angelegt.
Ein herber Rückschlag in Großbritannien droht der Kraftwerksbetreiber-Tochter von SunEdison: Ein großer Freiflächensolarpark der börsennotierten Kraftwerksbetreiber-Tochter TerraForm Power muss wohl auf Druck eines Anwohners wieder demontiert werden. Kostenpunkt: geschätzte zwei Millionen Euro. In einem Rechtsstreit hat ein lokales Gericht die Genehmigung für die Anlage mit 11,5 Megawatt (MW) Gesamtkapazität als unrechtmäßig eingestuft. Damit droht nun der komplette Rückbau des Sonnenstromkraftwerks. Dabei ist der Solarpark auf 22 Hektar Land im ländlichen Broughton Gifford in Wiltshire erst im Sommer 2014 in Betrieb gegangen.

Der Dünnschicht-Solarhersteller Ascent Solar hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2014 vervielfacht. Laut dem Unternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat Colorado stieg er gegenüber 2014 von 1,3 auf 5,3 Millionen Dollar. Dennoch ist der Jahresverlust weiter gestiegen, von 28,2 auf 33,9 Millionen Dollar. Dass der Jahresfehlbetrag weiter gewachsen ist, erklärte Victor Lee, Präsident und Chief Executive Officer (CEO) von Ascent Solar, unter anderem mit hohen Kosten für Vertrieb und Marketing. Für das Gesamtjahr rechnet er mit einer Stabilisierung der Kosten und einem weiteren starken Umsatzanstieg auf zehn bis zwölf Millionen Dollar. Das werde auch zu einer Ergebnisverbesserung führen, so Lee.

Für sein Projektgeschäft erhält das Solarunternehmen Hanwha Q Cells eine neue Kreditlinie über 20 Millionen US-Dollar von Wells Fargo Capital Finance aus den USA. Hanwha Q Cells will das Darlehen von Wells Fargo nutzen, um in den USA Solarparks mit mindestens 600 Megawatt (MW)  Solarstromkapazität auszurüsten.

Bildhinweis: Photovoltaikprojekt von Hanwha. / Quelle: Unternehmen

Einen Großauftrag aus Mittelamerika hat JA Solar erhalten. Der Solarkonzern aus Shanghai soll nach eigenen Angaben weitere Solarmodule mit zusammen 35,1 Megawatt (MW) Nennleistung an ein Projekt in Guatemala liefern. Die Chinesen hatten die Solarfarm, die zweitgrößte in Lateinamerika, bereits 2014 mit Solartechnik bestückt. Damals waren Module mit 59,7 MW Nennleistung geliefert worden.

Der Solarkonzern JinkoSolar will in seiner Heimat im großen Stil in das Leasinggeschäft einsteigen. Als Partner zur Finanzierung hat das chinesische Unternehmen die staatliche Development Bank gewonnen. Mit der finanziellen Unterstützung dieses Geldhauses will Jinko in den kommenden Jahren Solaranlagen mit 1.000 Megawatt (MW) Kapazität errichten, die zum Teil über Mietkauf- und Leasingangebote vermarktet werden sollen. Geschäftsmodelle wie dieses sind in den USA bereits weit verbreitet. Bis 2020 will JinkoSolar nach eigenen Angaben jährlich Photovoltaikvorhaben  mit jeweils 200 MW Kapazität realisieren.
Zudem kündigte der Solarhersteller an, seine Produktionskapazitäten in Malaysia in Kürze deutlich auszubauen. JinkoSolar nehme 100 Millionen Dollar in die Hand, um schon im Mai 2015 eine neue Fabrik in Malaysia in Betrieb nehmen zu können. Dieses neue Werk werde in Penang errichtet und die Produktionskapazität für Solarmodule um 450 MW jährlich steigern. Die Kapazität bei der Herstellung von Solarzellen werde mit der Anlage sogar um 500 MW pro Jahr erweitert, hieß es. Die Fabrik erhöhe die Wettbewerbsfähigkeit der Chinesen auf den Märkten in Übersee, erklärte Kangping Chen, CEO von JinkoSolar.

Bioenergieaktien

Der Umsatz des Biodieselherstellers Petrotec AG ist 2014 gegenüber dem Vorjahr um 13,5 Prozent auf 167,2 Millionen Euro gesunken. Das Unternehmen aus Borken erwirtschaftete nur ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 0,6 Millionen Euro nach 7,5 Millionen Euro in 2013. Zudem fiel ein Verlust beim operativen Ergebnis (EBIT) in Höhe von 2,2 Millionen Euro an nach einem EBIT-Gewinn von  4,9 Millionen Euro in 2013.

Andere Aktien

Die Krise bei der Asian Bamboo AG hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Zwei gewichtige Gläubiger,  die Deutsche Investitions- und - und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) und die französische Porparco, haben Insolvenzanträge für die Bambusspezialistin aus Hamburg eingereicht. Sie fordern die vorzeitige Rückzahlung zweier Darlehen, die ursprünglich bis 2017 beziehungsweise 2018 laufen sollten.  
Die Asian Bamboo AG erklärte der Antrag auf Insolvenz durch die beiden Gläubiger sei „fragwürdig“. Zudem kündigte die Unternehmensführung an, das Vorgehen rechtlich prüfen zu lassen. Großaktionär Lin sei willens, die Darlehen zu übernehmen. Asian Bamboo und Lin selbst hätten den beiden Gläubigern mehrere Alternativen zur „beschleunigten Rückzahlung vorgeschlagen.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.




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