Windkraftanlage aus der Produktion von Nordex: Die Hamburger konnten eine große Order aus dem vielversprechenden Windmarkt Argentinien einheimsen. / Foto: Nordex Gruppe

06.10.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Großauftrag für Nordex – SMA Solar Technology bei Monitoring vorne – EnviTec Biogas steigert Umsatz – Stabile Prognose von Daldrup & Söhne

Alle großen Indizes haben sich im Lauf der Woche positiv entwickelt. Bis zum Freitagmittag legte der deutsche Aktienindex DAX um 1,8 Prozent zu und notierte bei 12.975 Punkten. Ein Plus von 1,7 Prozent verzeichnete der US-amerikanische S&P 500-Index, er erreichte 2.552 Punkte. Gegenüber der Vorwoche kletterte auch der japanische Nikkei-Index um 1,6 Prozent auf 20.677 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index stieg sogar um 3,2 Prozent auf 28.433 Punkte. Abwärts ging es beim Öl: Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent sank um 1,3 Prozent auf rund 56,9 Dollar. Auch der Goldpreis fiel, eine Feinunze Gold kostete 1.268,9 Dollar, ein Rückgang von 1,5 Prozent. Der Euro-Kurs verbilligte sich abermals im Vergleich zur Vorwoche, um 0,8 Prozent auf 1,17 US-Dollar.


Wind-Aktien

Die Nordex-Gruppe hat in Argentinien gepunktet: Der Hamburger Windkraftanlagen-Hersteller erhielt einen Auftrag für den Windpark "Pomona" in Rio Negro. Insgesamt werde Nordex 26 Windräder mit einer Gesamtleistung von 104,1 Megawatt (MW) liefern, hieß es. Die Installation der Anlagen soll Anfang 2019 erfolgen. Zudem ist Nordex über eine Laufzeit von zehn Jahren für den Service zuständig. Kunde ist der unabhängige Kraftwerksbetreiber Genneia. Dieser verfüge über "umfangreiche Erfahrungen" und "zahlreiche Projekte in Argentinien", hieß es in der Mitteilung von Nordex. Bereits Anfang des Jahres 2017 hatte Nordex zwei Aufträge für zusammen 148 MW aus der ersten argentinischen Ausschreibung erhalten. Der neue Auftrag stammt aus einer Ausschreibung von November 2016, für den Ökostrom gibt es deshalb eine staatliche Einspeisevergütung.

Auch der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion hat einen Auftrag aus Argentinien erhalten, und das zum ersten Mal. Die Hamburger sollen 27 Windräder mit einer Gesamtleistung von über 97 MW ausliefern. Kunde ist EREN Renewable Energy, das Unternehmen entwickelt und betreibt Erneuerbare-Energie-Projekte. Der Windpark Los Hercules wird in der Provinz Santa Cruz im Süden Argentiniens errichtet. Er soll im Dezember 2018 in Betrieb gehen. Das Projekt hatte den Zuschlag in einer argentinischen Wind-Auktion erhalten. Südamerika gilt als vielversprechender Windmarkt. Senvion ist jetzt nach eigenen Angaben mit lokalen Standorten in Santiago de Chile und Buenos Aires dauerhaft in der Region vertreten.

Siemens Gamesa Renewable Energy kann Erfolge in China, Großbritannien und Norwegen vermelden. Das deutsch-spanische Unternehmen wird zum einen das Onshore-Windprojekt "Sørfjord Vindpark" des Versorgers Fortum im Norden Norwegens ausrüsten. Siemens Gamesa soll 23 Windräder liefern - diese haben eine Gesamtleistung von 96,6 MW. Der Auftrag umfasst außerdem die Wartung und Instandhaltung über fünf Jahre. Der Windpark nahe der Kommune Tysfjord beim gleichnamigen Meeresarm soll im Herbst 2020 ans Netz gehen.
Außerdem soll Siemens Gamesa 34 MW für ein Projekt in der zentralchinesischen Provinz Hubei liefern. Die 13 Windräder wurden vom Guangdong Electric Power Design Institute bestellt. Die Lieferung für das Projekt Hubei Energy Lichuan Zhonghao hat bereits begonnen, der Windpark soll im Dezember 2017 ans Netz gehen. Siemens Gamesa übernimmt auch vorerst fünf Jahre lang den Service für die Anlagen.
Siemens Gamesa konnte darüber hinaus einen wichtigen Serviceauftrag für Windkraftanlagen auf See (Offshore) verlängern. Dabei geht es um den Windpark Greater Gabbard vor der Ostküste Großbritanniens mit 350 Windrädern. Das Projekt hat eine Gesamtleistung von 504 MW. Laut dem neuen 5-Jahres-Vertrag wird Siemens Gamesa sich unter anderem um den technischen Support kümmern und die Anlagen überwachen. Der Windpark des Betreibers Greater Gabbard Offshore Wind Farm Ltd (GGOWL) ist seit August 2013 in Betrieb.

Der dänische Energiekonzern Dong Energy hat sich endgültig von seinem schmutzigen Öl- und Gasgeschäft getrennt und setzt künftig nur noch auf Erneuerbare Energien. Außerdem hat sich das Unternehmen umbenannt in Ørsted - als Zeichen für den Neuanfang, wie es hieß. "Dong" stand bisher für "Danish Oil and Natural Gas". Der neue Namensgeber für den am 6. November geplanten Namenswechsel sei der dänische Wissenschaftler Hans Christian Ørsted (1777-1851), teilte das Unternehmen mit. Dieser hat bereits im Jahr 1820 die magnetische Wirkung des elektrischen Stromes entdeckt. Er gilt deshalb als Mitbegründer der Elektrizitätslehre und Elektrotechnik.
Außerdem meldete Dong Energy, dass die komplette Öl- und Gassparte an Ineos verkauft wurde. Damit wechselten auch 430 Mitarbeiter zu dem Schweizer Chemieunternehmen. Das Unternehmen ist einer der größten Betreiber von Offshore-Windparks weltweit.

Bei Vestas Wind Systems brummt es: Der dänische Windkraftanlagen-Hersteller hat in den vergangenen Tagen zahlreiche Aufträge eingeheimst. Sie kamen aus Italien, Indien, den USA und Argentinien. Insgesamt beläuft sich das Volumen der Order auf 370 MW, wie Vestas mitteilte. Der größte Auftrag kam mit 174 MW aus den USA: Vestas soll das Projekt "Wind XI" im US-Bundesstaat Iowa bestücken. Kunde ist die MidAmerican Energy Company. Vestas unterzeichnete auch einen Servicevertrag mit fünfjähriger Dauer. Nach Argentinien (Kunde: Parques Eólicos Vientos del Sur S.A.) und Indien (Kunde: Atria Brindavan Power Private Limited) liefert Vestas jeweils 40 MW. Für das indische Projekt Basavane Bagewadi werden die Dänen 15 Jahre lang den Service und die Überwachung leisten. Aus Italien kamen vier Order, für die Projekte San Mauro (15 MW), Taverna Caduta (23 MW), Monteverde (38 MW, Kunde: Tozzi Sud S.P.A) und Lavello in Süditalien (40 MW, Auftraggeber ist das Joint Venture Bel Lavello Vigi).


Solar-Aktien

Die SMA Solar Technology AG ist vielen bekannt als Spezialistin für Wechselrichter. Aber auch beim Monitoring, also der Überwachung von Solaranlagen, ist das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel erfolgreich.   2017 belegt SMA den Spitzenplatz unter den weltweiten Monitoring-Portalen. Das zeigt eine Analyse zu Trends und Anbietern am Markt von GTM Research aus den USA. SMA erreichte der Studie zufolge erstmals auch im Bereich der größeren Photovoltaik-Anlagen mit einer Größe von 1 bis 5 Megawatt den ersten Platz. Weltweit überwacht das Unternehmen mehr als 17 Gigawatt PV-Leistung. Laut der GTM-Vergleichsstudie führt SMA damit die Liste der 62 untersuchten Anbieter deutlich an. Außerdem liegt der Hersteller global vorne bei Monitoring- und Energiemanagement-Lösungen für Hausdachanlagen. Das zeigte Ende September eine Studie des US-Analysehauses Navigant Research.

Bildhinweis: Die Monitoring-Software von SMA Solar Technology ist international gefragt. / Foto: Unternehmen


Seit Monaten sorgt eine Petition zu Mindestimportpreisen in den USA für Aufruhr in der Solarbranche. Die internationale Handelskommission war zuletzt zum Ergebnis gekommen, dass ausländische Billig-Solarmodule den US-Herstellern schaden. Nun bessern die Einreicher der Petition bei ihrem Antrag nach. Suniva und SolarWorld Americas, beide US-Photovoltaik-Hersteller, fordern jetzt niedrigere Zölle als in Sunivas ursprünglichem Antrag. Sie verlangen demnach einen Schutzzoll auf kristalline Solarzellen in Höhe von 0,25 US-Dollar pro Watt und 0,32 US-Dollar pro Watt auf kristalline Module. Diese Zölle sollen in den folgenden drei Jahren abgesenkt werden. Suniva verlangt jedoch auch einen Mindestpreis für importierte Solarmodule. Hingegen will SolarWorld Americas, dass die Einfuhren begrenzt werden. SolarWorld Americas operiert unabhängig von der neuen SolarWorld Industries, die aus Teilen der Insolvenzmasse der Bonner SolarWorld AG gegründet wurde. Die Handelskommission erstellt derzeit einen offiziellen Bericht mit Handlungsempfehlungen für den US-Präsidenten Donald Trump. Trump hat anschließend bis zum 12. Januar 2018 Zeit, über eventuelle Maßnahmen zu entscheiden.

Real Goods Solar (RGS) Energy hat eine Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Dow Chemical angekündigt. Die Spezialistin für Aufdach-Solaranlagen will von Dow Chemical neu entwickelte Solar-Dachschindeln vertreiben. RGS werde die Dachschindeln auch für Kunden in den USA installieren und warten, hieß es. Das für Asphalt-Dächer geeignete Produkt soll im ersten Quartal 2018 zertifiziert werden. Dann werde auch der Verkauf gestartet, so das Unternehmen.

Der Solarkonzern SunPower aus den USA hat eine Kooperation mit True Green Capital Management (TGC) vereinbart. TGC, ein Asset Manager, wird demnach neue Solarprojekte finanzieren und dafür insgesamt 140 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von drei Jahren. Die Summe von 140 Millionen entspricht in etwa einem Solarportfolio mit einer Gesamtleistung von 50 MW. SunPower will dieses Portfolio nach und nach aufbauen und dafür Projekte in verschiedenen Bundesstaaten entwickeln. Aktuell werden bereits Solaranlagen mit 5 MW in Massachusetts errichtet. TGC will die Projekte nach der Fertigstellung übernehmen.



Bioenergie-Aktien

Die EnviTec Biogas AG hat im ersten Halbjahr 2017 ihren Umsatz gesteigert - um 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 78,6 Millionen Euro. Wie die Bioenergie-Spezialistin aus Lohne in Niedersachsen mitteilte, entwickelten sich vor allem die Segmente Service und Eigenbetrieb sehr gut. Deutlich negativ wirkten sich jedoch Kosten- und Terminüberschreitungen bei mehreren Projekten im Anlagenbau aus. In der Folge stiegen unter anderem die Materialkosten um 20,5 Prozent. Vor Zinsen und Steuern erwirtschaftete EnviTec in den ersten sechs Monaten 2017 ein positives operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 0,6 Millionen Euro (Vorjahr: 0,9 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie betrug 0,06 Euro, 2016 waren es 0,01 Euro je Anteilsschein. Der Vorstand geht im Gesamtjahr 2017 weiterhin von einer leichten Umsatzsteigerung sowie einer leichten Verbesserung des operativen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr aus. Die Umsatz- und Ergebnisziele im Anlagenbau würden in 2017 jedoch nicht erreicht.

Bildhinweis: Eine Gasaufbereitungsanlage von EnviTec Biogas - das Unternehmen will die Gesamtprognose für 2017 erreichen. / Foto: EnviTec Biogas AG

Andere Aktien

Siemens hat vier Jahre nach der Abspaltung von Osram Licht fast die komplette Beteiligung an dem Lichtunternehmen verkauft. Aus dem Verkauf von Osram-Licht-Aktien erwartet Siemens einen Erlös in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro. Insgesamt stoßen die Münchner fast 18,2 Millionen Anteilscheine ab. Das entspricht einem Anteil am Grundkapital von 17,3 Prozent. Die Aktien wolle Siemens ausschließlich an institutionelle Investoren abgeben, erklärte der Technologiekonzern. Dies soll im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens geschehen. Der chinesische Halbleiterkonzern San'an Optoelectronics hatte laut Insidern Interesse an dem Aktienpaket angemeldet. Er war aber auf Widerstand bei den Arbeitnehmervertretern von Osram Licht gestoßen. Siemens unterstrich, dass Osram Licht auf eigenen Füßen stehe und die Beteiligung nicht strategisch gewesen sei. Der Konzern werde eine geringe Anzahl von Aktien behalten. Diese würden zur Bedienung der 2019 auslaufenden Siemens-Optionsanleihe benötigt.

Bildhinweis: Osram Licht ging 2013 an die Börse. Nun hat sich Siemens von einem Großteil der Aktien getrennt. / Foto: Osram Licht AG


Die Daldrup & Söhne AG, Spezialistin für Bohrtechnik und Geothermie, hat das erste Halbjahr 2017 mit einem leichten Ergebnisplus abgeschlossen. Außerdem bestätigte die Führung die Prognose für das Gesamtjahr. Wie das Unternehmen aus Ascheberg in NRW mitteilte, lag das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) zum Stichtag bei 2,3 Millionen Euro (Vorjahr: 2,2 Millionen). Das EBIT betrug 0,5 Millionen Euro, gegenüber 0,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Je Aktie erzielte Daldrup ein Ergebnis von 0,03 Euro, im ersten Halbjahr 2016 waren es 0,00 Euro. Das Unternehmen verbuchte eine Gesamtleistung in Höhe von 22,8 Millionen Euro (Vorjahr: 21,0 Millionen Euro). Darin enthalten waren neben dem Umsatz auch unfertige Leistungen aus noch nicht abgeschlossenen Bohraufträgen in Höhe von 17,3 Millionen Euro.
Daldrup hob die "sehr gute Auftragslage" für das zweite Halbjahr 2017 und für 2018 hervor. Die Nachfrage in Mitteleuropa steige insgesamt signifikant an. Die wirtschaftliche Lage stimmte den Vorstand optimistisch: Er rechnet mit einer EBIT-Marge für das Geschäftsjahr zwischen 2 und 5 Prozent (je höher die Prozentzahl, desto profitabler ist das Unternehmen) sowie einer Gesamtleistung von rund 40 Millionen Euro.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat die Produktionsziele für seinen Mittelklassewagen, das Model 3, im dritten Quartal 2017 verfehlt. Von dem Auto fertigte Tesla lediglich 260 Stück, wie das Unternehmen aus den USA mitteilte. Ausgeliefert wurden 220 Wagen vom Typ Model 3. Eigentlich hatte Tesla Anfang August noch über 1.500 Fahrzeuge des Models 3 als Quartalsziel ausgegeben. Die Produktion des Wagens sollte bis Ende des Jahres auf 20.000 Stück steigen. Dass das Quartalsergebnis nun viel geringer ausfiel, erklärte Tesla mit "Produktionsengpässen". Die Firma von Elon Musk betonte, es gebe keine grundsätzlichen Probleme mit der Fertigungs- und Lieferkette. Alles in allem hat Tesla im dritten Quartal 26.150 Fahrzeuge ausgeliefert und damit die Markt-Erwartungen leicht übertroffen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg der Absatz um 4,5 Prozent. Verglichen mit dem zweiten Quartal 2017 erzielte der Autobauer ein Plus von 17,7 Prozent.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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