Transport einer Windkraftgondel von Nordex. Der Windkraftanlagenhersteller hat über einen so genannten Green Bond Kapital für neues Wachstum eingesammelt. / Foto: Nordex SE

04.04.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Große Vertriebserfolge für Windradhersteller Vestas – Manz AG hält am Solargeschäft fest – BDI BioEnergy International AG zurück in der Gewinnzone

Um 0,6 Prozent auf 9.851 Punkte fiel in der vergangenen Woche der deutsche Leitindex DAX. Dagegen verbesserte sich der US-amerikanische Dow Jones Index um 1,6 Prozent auf 17.793 Punkte. Der japanische Nikkei stürzte um 4,9 Prozent auf 16.164 Punkte ab. Der chinesische Hang Seng Index kletterte um 0,8 Prozent auf 20.498 Punkte. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verbilligte sich um acht Prozent auf 39,11 Euro. Der Preis für die Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ sank um 3,6 Prozent auf 5.062 4880 Euro. Der Kurs des Euro erhöhte sich um zwei Prozent auf 1,1392 Dollar.

Windaktien

Der Windradhersteller Nordex hat seine erste „grüne Anleihe“ ausgegeben und ist damit auf große Nachfrage gestoßen. Wie das Hamburger Unternehmen mitteilte, fiel das Emissionsvolumen doppelt so hoch aus wie ursprünglich angestrebt. Nordex hat nach eigenen Angaben den so genannten „Green Bond“ mit einem Volumen von 550 Millionen Euro platziert und will die Mittel vorrangig für die angekündigte Übernahme der spanischen Acciona Windpower einsetzen, aber auch für die Tilgung einer im April fälligen Unternehmensanleihe. Der Schuldschein ist mit Laufzeiten von drei, fünf, sieben und zehn Jahren ausgestattet, jeweils mit fester oder variabler Verzinsung. Je nach Tranche liegt der Zinssatz zwischen 1,5  und 3,0 Prozent.

Der dänische Windkrafthersteller Vestas hat mehrere Großaufträge erhalten. So soll er für vier Jahre den Service für einen chinesischen Windpark mit einer Nennleistung von zusammen rund 600 Megawatt (MW) übernehmen. Dieser Auftrag stammt von der einheimischen Hanas Gruppe. Für diese hat Vestas nach eigenen Angaben als exklusiver Ausrüster seit 2011 Windräder mit 600 MW Kapazität errichtet, weitere 100 MW seien im Bau.
Ein weiterer Bestandskunde von Vestas aus China, Datang Renewables, orderte Windkraftanlagen für den Windpark Gaoqiao in der Provinz Liaoning. Datang bestellte dafür 24 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 48 MW. Die Dänen wollen sie ab Mitte 2016 ausliefern und haben nach eigener Darstellung nunmehr an diesen Kunden Windräder mit zusammen 900 MW verkauft.
Zudem soll Vestas eine große Windfarm in Spanien mit Anlagen ausrüsten. Ein von Vestas ungenannter Kunde erteilte den Auftrag für die Lieferung von Windkraftanlagen mit einer Gesamtkapazität von 27 MW. Sie sind für einen Windpark in Burgos im Norden des Landes vorgesehen. Vestas soll die Anlagen im dritten Quartal 2016 ausliefern.
In den USA orderte ein ebenfalls ungenannter Kunde Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 200 MW. Die soll der Windradbauer im vierten Quartal 2016 ausliefern und im ersten Quartal 2017 anschließen. Im ersten Quartal 2016 hat Vestas damit insgesamt Bestellungen für Windkraftanlagen mit 1.806 MW erhalten.

Solaraktien

Die SMA Solar Technology AG aus Niestetal bei Kassel hat in 2015 Umsatz und Gewinn gegenüber dem Vorjahr stark verbessert. Der Umsatz sprang um rund 24 Prozent auf 999,6 Millionen Euro. Aufgrund der guten Umsatzentwicklung, der Reduktion der Fixkosten sowie positiver Währungseffekte verbesserte SMA das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 34,3 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag beim EBIT von 164,9 Millionen Euro in 2014. Damit fiel das Ergebnis noch besser aus als nach vorläufigen Berechnungen angekündigt. Hiernach hatte SMA beim EBIT einen Gewinn von 30 Millionen bis 33 Millionen Euro erwartet. Für 2016 strebt die Führung des Wechselrichterherstellers 950 Millionen Euro bis 1,050 Milliarden Euro Umsatz an und ein EBIT von 80 Millionen bis 120 Millionen Euro.

Die Phoenix Solar AG hat die vor einigen Wochen gemeldeten vorläufigen Zahlen für 2015 bestätigt. Demnach vervielfachte das Photovoltaik-Systemhaus aus Sulzemoos den Konzernumsatz von 33,8 Millionen Euro in 2014 auf 119,4 Millionen Euro.
 
Die Manz AG aus Reutlingen meldete hingegen für 2015 einen Einbruch beim Umsatz und beim Ergebnis. Der Umsatz schrumpfte nach 305,9 Millionen Euro im Vorjahr in 2015 auf 222,0 Millionen Euro. Der Verlust beim EBIT stieg von 32,8 Millionen Euro in 2014 auf ein Minus in Höhe von 58,2 Millionen Euro.
Ferner kündigte der Solarausrüster eine Kapitalerhöhung um rund 43 Prozent des aktuellen Grundkapitals an. Damit will der Vorstand der Shanghai Electric den Einstieg bei Manz ermöglichen. Die Beteiligung von Shanghai Electric soll sowohl die Liquidität und Finanzierung der Manz AG stärken, als auch einen verbesserten Marktzugang in China ermöglichen. Aufgrund dieser Perspektiven hat der Vorstand der Manz AG entgegen der bisherigen Pläne entschieden, den Geschäftsbereich Solar fortzuführen. Für das Gesamtjahr 2016 stellt er eine signifikante Steigerung des Umsatzes und beim EBIT in Aussicht.

Carmanah Technologies hat im Geschäftsjahr 2015 rund 68,2 Millionen Dollar Umsatz erzielt. Damit erreichte der Hersteller von Leuchtsystemen auf Photovoltaikbasis 56 Prozent mehr Umsatz als in 2014. Zugleich gelang es dem Unternehmen aus der kanadischen Provinz British Columbia, den Nettogewinn 2015 von rund 1,0 Millionen US-Dollar (2014) auf rund 10,7 Millionen US-Dollar zu vervielfachen.

Der chinesische Solarkonzern Renesola hat vier Solarparks in Großbritannien fertiggestellt und an das Stromnetz angeschlossen. In den Solarparks sind kristalline Solarmodule von ReneSola im Einsatz. Zudem übernimmt das Unternehmen mit Hauptsitz in Shanghai bis zum Verkauf der Solaranlagen ihren Betrieb. Die vier Solarparks haben eine Nennleistung von zusammen rund 20 MW. Standorte der Solarparks sind die südenglische Küstenstadt Barnstable und die drei mittelenglischen Grafschaften Derbyshire, Northamptonshire und Notthinghamshire.

Trina Solar aus China hat in Thailand eine Solarfabrik in Betrieb genommen. Die Anlage in Rayong kann nach Angaben des Solarkonzerns mit Hauptsitz im chinesischen Changzhou pro Jahr Solarmodule mit einer Gesamtkapazität von 500 Megawatt (MW) sowie Solarzellen mit einer Gesamtkapazität von 700 Megawatt produzieren. Für die Finanzierung der neuen Solarfabrik hat ein Konsortium thailändischer Banken unter Führung der Siam Commercial Bank Public Company Limited (SCB) dem chinesischen Solarkonzern ein Darlehen über 100 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt. Einen weiteren Kredit über 43 Millionen US-Dollar erhielt Trina Solar von SCB als Betriebskapital.

Bioaktien

Die österreichische BDI – BioEnergy International AG hat in 2015 den Umsatz auf 33,3 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Das auf Biodiesel-Anlagen spezialisierte Unternehmen aus Grambach erklärte dies mit der erfolgreichen Umsetzung von zwei BioGas-Projekten und einem BioDiesel-Projekt. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel im Berichtszeitraum mit 0,1 Millionen Euro leicht positiv aus, nach einem EBIT-Verlust von 5,0 Millionen Euro im Vorjahr.

Andere Aktien


Die Helma Eigenheimbau AG hat die offizielle Bilanz für das Geschäftsjahr 2015 veröffentlicht. Die Spezialistin für individuelle Massivhäuser und nachhaltige Energiekonzepte steigerte den Jahresumsatz um 23,5 Prozent auf 210,6 Millionen Euro Umsatz und das EBIT um 25,5 Prozent auf 17,8 Millionen Euro. Der Vorstand will die Aktionäre über eine starke Anhebung der Dividende an der Gewinnsteigerung beteiligen. Er kündigte an, der Hauptversammlung eine Dividendenerhöhung um rund 25 Prozent auf 0,79 Euro je Aktie vorzuschlagen.

Auch die Solar- und Windparkbetreiberin Capital Stage AG hat die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 bestätigt. Das Hamburger Unternehmen konnte demnach den Umsatz um 55 Prozent auf 112,8 Millionen Euro steigern und das EBIT um mehr als 60 Prozent auf 55,4 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte auf 86,8 Millionen Euro. Der Vorstand will der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 0,18 Euro je stimmberechtigter Aktie vorschlagen. Das wäre eine Erhöhung um 20 Prozent. Für 2016 strebt die Unternehmensführung einen erneuten Umsatzsprung auf über 130 Millionen Euro an. Das EBIT soll im laufenden Geschäftsjahr auf über 60 Millionen Euro anwachsen, das EBITDA auf über 100 Millionen Euro. Damit würde das Wachstum geringer ausfallen als in 2015.

Die Ökokraftwerke-Betreiberin Chorus Clean Energy AG aus Neubiberg bei München hat im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 58,6 Millionen Euro erzielt. Davon entfielen 94,2 Prozent auf die Erlöse aus der Stromerzeugung der im Eigenbestand befindlichen 63 Solar- und Windparks. Das Nettoergebnis 2015 betrug nach Angaben des Unternehmens 11,0 Millionen Euro. Diese Zahl ist bereinigt um die einmaligen Aufwendungen für den Börsengang im Oktober 2015.
Das Unternehmen gab zudem bekannt, dass es zwei Windparks in Deutschland mit einer Nennleistung von zusammen 18 Megawatt (MW) erworben hat. Damit betreibt Chorus nun Solar- und Windparks mit einer Leistung von mehr als 325 MW.

Die Sto SE hat 2015 nach vorläufigen Berechnungen den Umsatz um 0,7 Prozent auf 1,217 Milliarden Euro gesteigert. Das EBIT der Öko-Baustoffspezialistin aus Stühlingen im Schwarzwald soll voraussichtlich im oberen Bereich der zuletzt prognostizierten Bandbreite von 73 Millionen bis 83 Millionen Euro liegen. Damit hat das Unternehmen aus Stühlingen im Schwarzwald den Umsatz geringfügig verbessert und beim EBIT den Vorjahreswert von 102 Millionen Euro deutlich unterschritten. Den geprüften Konzernabschluss 2015 will Sto am 29. April 2016 veröffentlichen.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.






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