Offshore-Windpark mit Anlagen von Vestas: Das Joint-Venture von Vestas und Mitsubishi erhielt eine große Offshore-Order. / Foto: Unternehmen

20.01.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: MHI Vestas erhält großen Offshore-Auftrag – Canadian Solar punktet im Geschäft mit Solarparks – Chorus Clean Energy AG baut Windparkbestand aus

Im Wochenverlauf hielt sich der Dax konstant. Er notiert mit 11.628 Punkten nur einen Punkt unter dem Wert vom vergangenen Freitag (Stand: 20.1., 12 Uhr). Der amerikanische Dow Jones Index büßte 0,65 Prozent ein und liegt bei 19.754 Punkten. Der japanische Nikkei-Index verschlechterte sich um knapp 11 Punkte auf 19.269 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index legte ganze 2 Punkte zu auf 22.929 Punkte. Ein Barrel Öl der Sorte Brent kostete zum Ende der Woche 54,752 Dollar und damit 1,29 Prozent weniger als in der Vorwoche. Der Goldpreis stieg um 0,19 Prozent auf 1199,53 Dollar je Unze. Der Euro kostete 1,631 Dollar und lag damit nicht mal einen Cent unter dem Wert der Vorwoche.

Windaktien

Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion hat im Jahr 2016 einen Auftragseingang in Höhe von 1,304 Milliarden Euro verzeichnet. Zusätzlich hätten bedingte Aufträge im Wert von 241 Millionen Euro in Deutschland erforderliche Genehmigungen erhalten und würden im ersten Halbjahr 2017 in Festaufträge umgewandelt, hieß es. Das Unternehmen schließt das Jahr mit einem Bestand an bedingten Aufträgen in Höhe von 1,765 Milliarden Euro ab, was einem Anstieg von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Die PNE Wind AG kann ein weiteres Offshore-Windparkprojekt realisieren: Für das Projekt "Gode Wind 3" in der deutschen Nordsee wurde Ende Dezember 2016 vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie der sogenannte Planfeststellungsbeschluss erteilt. Damit dürfen die Offshore-Windkraftanlagen errichtet werden. Der Windpark-Projektierer aus Cuxhaven konnte auch den bereits vereinbarten Verkauf des Projekts an den dänischen Energiekonzern Dong Energy im Dezember abschließen. Das Projekt sei ein "weiterer wichtiger Meilenstein" im Rahmen der Offshore-Aktivitäten. Insgesamt hat das Unternehmen damit fünf Windparks auf See entwickelt, der erste ging 2015 ans Netz.

Der dänische Energiekonzern Dong Energy will sich schrittweise aus allen Aktivitäten zurückziehen, die mit der Produktion von Öl und Gas zusammenhängen. Sämtliche dieser Geschäftsbereiche sollen vor Ende 2017 verkauft werden, teilte das Unternehmen mit. Auch der Jahresbericht für 2016 werde entsprechend angepasst und der Gewinn aus dem Öl- und Gassegment getrennt aufgeführt.

MHI Vestas Offshore Wind, ein Gemeinschaftsunternehmen des dänischen Windkraftanlagen-Herstellers Vestas und von Mitsubishi Heavy Industries, liefert Windkraftanlagen für das "Borkum Riffgrund 2 Projekt" in der deutschen Nordsee. Die Order kommt von Dong Energy und umfasst Windräder mit einer Leistung von insgesamt 450 MW. MHI Vestas schloss außerdem einen 5-jährigen Servicevertrag mit Dong Energy ab. Das Offshore-Projekt werde nicht im Auftragsheft von Vestas Wind Systems verbucht, hieß es. Der Windpark vor der Nordseeinsel Borkum soll in der ersten Hälfte des Jahres 2019 in Betrieb genommen werden und ist gemessen an der Gesamtkapazität eines der größten Offshore-Projekte in Deutschland.

Windkraftanlagen von Vestas: Das Vestas-Mitsubishi-Joint-Venture MHI Vestas verbucht einen Großauftrag. / Foto: Unternehmen

Der spanische Windkraftanlagen-Hersteller Gamesa meldete zwei Neuaufträge aus Mexiko. Im Auftrag des ebenfalls spanischen Energiekonzerns Iberdrola soll Gamesa zwei mexikanische Windparks mit Anlagen ausstatten. Iberdrola orderte 134 Windräder mit insgesamt 325 MW Leistungskapazität. Davon seien 50 Anlagen mit 105 MW für den Windpark Santiago Eólico im Bundesstaat Guanajuato vorgesehen. Gamesa soll diese Windräder in der zweiten Jahreshälfte von 2018 ausliefern und bis April 2019 ans Netz bringen. Die anderen 84 Windräder mit 220 MW hat Iberdrola für die Windfarm Pier IV im Bundesstaat Puebla bestellt. Gamesa werde diese Anfang 2018 ausliefern und bis März 2019 in Betrieb nehmen, hieß es dazu.

Der indische Windkraftanlagen-Hersteller Suzlon hat nach eigenen Angaben einen Meilenstein erreicht und in Indien Windräder mit einer Gesamtleistung von 10.000 MW installiert. Insgesamt habe das Unternehmen 7.500 Windkraftanlagen errichtet, teilte Suzlon mit. Damit habe man einen Produktionsanteil an Indiens Erneuerbare-Energien-Sektor von etwa 22 Prozent.

Pattern Energy will über die Ausgabe von Wertpapieren rund 350 Millionen Dollar einsammeln. Das Windkraftunternehmen aus Kalifornien will die sogenannten Senior Notes (Schuldverschreibungen) an institutionelle Anleger und "bestimmte Nicht-US-Staatsbürger" ausgeben, hieß es. Mit dem Geld sollen Kredite zurückgezahlt sowie Erneuerbare-Energie-Projekte realisiert und erworben werden. Unter anderem möchte Pattern Energy den 324-MW-Windpark Broadview im Bundestaat New Mexico kaufen. Die Senior Notes haben eine Laufzeit bis 2024.

Solaraktien

Die 7C Solarparken AG hat über eine Kapitalerhöhung 1,76 Millionen Euro eingesammelt. Der Solaranlagenbetreiber aus Bayreuth erhöhte das Grundkapital der Gesellschaft mit neuen Inhaberaktien. Das Bezugsrecht der Aktionäre der Gesellschaft war ausgschlossen. Die neuen Aktien wurden bei internationalen Investoren platziert, zu einem Preis je Aktie von 2,30 Euro. Das Geld wird laut 7C Solarparken für den Portfolio-Ausbau sowie zum Erhalt der Eigenkapitalquote verwendet.

Der chinesische Solarkonzern Solargiga hat seine inoffiziellen Zahlen für das vierte Quartal 2016 und das Gesamtgeschäftsjahr bekannt gegeben. Demnach hat der Photovoltaik-Hersteller seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr nur gering gesteigert. Solargiga meldete einen Jahresumsatz von umgerechnet 438 Millionen Dollar und lag damit um 4,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Den vergleichsweise geringen Umsatz erklärte das Unternehmen mit dem Preisverfall bei Solarmodulen.

Der kanadische Solarkonzern Canadian Solar hat zwei Solarparks in Japan in Betrieb genommen. Damit baute der Solarkonzern mit Hauptsitz in Kanada sein Solarpark-Portfolio in Asien weiter aus. Die Solarparks Aomori und Saitama Minano erreichen zusammen eine Kapazität von rund 13 MW. Die Projekte befinden sich in Rokunohe in der Präfektur Aomori und in Minano in der Präfektur Saitama. Der Versorger Tohoku Electric Power nehme den Solarstrom zu festen Einspeisetarifen in Höhe von 0,27 bzw 0,31 US-Dollar je Kilowattstunde ab, und das für 20 Jahre, hieß es.
Auch in den USA wurde das Projektgeschäft weiter ausgebaut: Die Konzerntochter Recurrent Energy hat in Kalifornien zwei weitere Solarparks mit einer Gesamtkapazität von 231 MW errichtet. Hierbei handelt es sich um die Solarfarmen Astoria 1 mit 131 MW und Astoria 2 mit 100 MW im Landkreis Kern. Sie wurden laut Canadian Solar Ende 2016 ans Netz gebracht. Mit dem Versorger Pacific Gas and Electric und dem Stadtwerkeverbund Southern California Public Power Authority habe man langfristige Stromabnahmeverträge abgeschlossen. Mit an Bord ist auch der Mischkonzern General Electric. Er hat sich an der Finanzierung beteiligt und Wechselrichter geliefert, die Solarstrom in netzfähigen Wechselstrom umwandeln.

Canadian Solar setzt zunehmend auf das Solar-Projektgeschäft. Im Bild eine Anlage mit Solarmodulen des Herstellers. / Foto: Unternehmen

Zudem erhält das Unternehmen ein Darlehen für eine neue Produktionsstätte im Osten Thailands: Die Siam Commercial Bank (SCB) und die China Minsheng Bank werden dem Hersteller gemeinsam ein Darlehen in Höhe von 210 Millionen Dollar zur Finanzierung des Werks zur Verfügung stellen. Die in der Fabrik in der Provinz Chonburi gefertigten Solarmodule werden nach Nordamerika exportiert, teilte Canadian Solars Präsident und CEO (Chief Executive Officer) Shawn Qu mit. Damit fallen sie nicht unter die Importzoll-Regelung, die die USA für in China gefertigte Solarmodule vorschreibt.

Ascent Solar Technologies meldet einen Großauftrag aus Asien. Die Dünnschichtphotovoltaik-Spezialistin aus dem US-Bundesstaat Colorado bezifferte das Vertragsvolumen auf etwa 567.000 Dollar, die Lieferung soll im Laufe des Jahres erfolgen. Nähere Angaben zum Kunden machte das Unternehmen nicht.

Bioenergie-Aktien

Am 3. Februar findet die Gläubigerversammlung der insolventen KTG Energie AG statt. Das hat das Amtsgericht Neuruppin festgelegt. Den Antrag einiger Gläubiger auf Durchführung einer vorzeitigen Gläubigerversammlung lehnte das Insolvenzgericht ab. Der Insolvenzplan sieht vor, dass zwei Planinvestoren, je eine Tochtergesellschaft des KTG Energie-Mehrheitsaktionärs, der Gustav-Zech-Stiftung, und der Zech-Gruppe, Beiträge in das Vermögen der Gesellschaft leisten und so die Fortführung der KTG Energie Gruppe ermöglichen.

Andere Aktien



Die Windwärts Energie GmbH hat den aus drei Windenergieanlagen bestehenden Windpark Steigerwald im bayerischen Landkreis Erlangen-Höchstadt an die Chorus Clean Energy AG für das Portfolio eines großen deutschen Versorgungswerkes veräußert. Die Anlagen haben eine Leistung von insgesamt 7,2 MW. Sie werden ab Mitte des Jahres in Betrieb genommen. Mit dem Kauf erweitert Chorus das eigene Portfolio, das sowohl innerhalb Deutschlands als auch im europäischen Ausland jeweils zur Hälfte aus Photovoltaik- und Windenergieanlagen besteht.
Die Betreiberin von Wind- und Solarparks aus Neubiberg bei München möchte zudem ihre Aktien-Zulassung im Prime Standard widerrufen und in den General Standard wechseln. Der Widerruf wird mit Ablauf von drei Monaten nach Veröffentlichung der Entscheidung durch die Frankfurter Wertpapierbörse im Internet wirksam.

Windpark von Chorus Clean Energy: Die Betreiberin erweitert ihr Portfolio. / Foto: Unternehmen


Der Bohrtechnik- und Geothermiespezialist Daldrup & Söhne AG kann offenbar bald das Geothermiekraftwerk Taufkirchen in Betrieb nehmen. Die zuständige Projektgesellschaft, die Geoenergie Taufkirchen GmbH & Co. KG, habe zwei neue Wärmetauscher bestellt. Nach der Installation und abschließenden Tests könnte im Sommer 2017 die Stromproduktion aus thermischer Energie beginnen, teilte das Unternehmen aus Grünwald bei München mit.

Die Twintec AG aus Königswinter hatte erst vor wenigen Monaten die Integration der Kontec GmbH abgeschlossen. Nun musste die Kontec einen Insolvenzantrag stellen, sie wird das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen. Ziel sei es, die überwiegende Anzahl der Gesellschaften der Kontec-Gruppe nachhaltig in die Profitabilität zurückzuführen. Die Insolvenz habe keine Auswirkungen auf das operative Geschäft der Abgasspezialistin Twintec und ihre anderen Tochtergesellschaften, hieß es. Der Vorstand hält an den positiven Erwartungen bis 2018 fest.

Itron aus dem US-Bundesstaat Washington hat einen Geschäftserfolg in Kanada gemeldet. Die Messtechnik-Expertin wird demnach das Wasserverteilsystem in Halifax (Provinz Nova Scotia) modernisieren, Auftraggeber ist die Halifax Regional Water Commission. Außerdem hat das Unternehmen einen Kooperationspartner in China gefunden: Gemeinsam mit der Wasion Group will Itron ihre intelligenten Messsysteme weiterentwickeln.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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