21.01.13 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Neuaufträge bei Nordex auf Rekordniveau – Conergy AG meldet Markteintritt in Rumänien – Volle Auftragsbücher bei der Helma Eigenheimbau AG

Mit einem leichten Wochenminus von 0,2 Prozent schloss der DAX am vergangenen Freitag bei 7.702 Punkten. Um 1,1 Prozent verbessert hat sich dagegen der US-amerikanische Dow Jones Index. Er kletterte auf 13.639 Punkte. Der japanische Nikkei stieg um 0,6 Prozent auf 10.971 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong gewann 1,4 Prozent hinzu und notierte bei 23.602 Punkten. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 111,90 Euro. Um 0,5 Prozent auf 8.102 Dollar kletterte der Preis für die Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“. Der Euro legte 1,9 Prozent auf 1,332 Dollar zu.

Windaktien

So viele neue Aufträge wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte hat der Hamburger Windradhersteller Nordex 2012 bekommen: Das Neugeschäft in 2012 stieg auf Jahressicht um 15 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro, wie die Hamburger mitteilten. Zugleich aber gehen die Nordex-Verantwortlichen davon aus, dass die Bilanz für das Gesamtjahr durch Abschreibungen in zweistelliger Millionenhöhe belastet sein wird. Zum einen hatte das Unternehmen angekündigt, die Produktion von Rotorblättern in China einzustellen. Zum anderen will es die Struktur der Auslandsgesellschaften in China und den USA weiter anpassen, weil die Produktionskapazitäten dort nicht ausgelastet sind. Dies werde schätzungsweise zu 60 bis 75 Millionen Euro an einmaligen Abschreibungen führen, hieß es.

Beim Bau einer Windfarm in Uruguay setzt das französische Unternehmen Akuo Energy Group auf Windräder des dänischen Herstellers Vestas Wind Systems. Das Unternehmen aus Randers gab bekannt, dass es beauftragt wurde, 14 Windräder mit insgesamt 42 Megawatt (MW) Leistungskapazität für das Projekt zu liefern. Diese wolle die Akuo Energy Group für die Errichtung des Windparks Minas verwenden, der 15 Kilometer südwestlich der gleichnamigen Stadt in Uruguay gebaut werde. Zudem ist Vestas nun Bauteilezulieferer für externe Windkraftprojekte. Um an einen nicht näher benannten Kunden in den nächsten zwei Jahren Türme für Windräder liefern zu können werde eine Fabrik in Pueblo im US-Bundesstaat Colorado umgerüstet. Nach dem Umbau sollen 25 Prozent der Produktionskapazität dieses Werkes mit diesem neuen Auftrag ausgelastet sein, so Vestas.

Die Ende 2010 gegründete ABO Invest AG hat 2012 zum zweiten Mal in Folge die Jahresprognose übertroffen. Wie das Unternehmen aus Wiesbaden mitteilte, waren zum Jahresende 2012 sieben Windparks und eine Biogasanlage der ABO Invest AG am Netz. Nach seinen Angaben produzierten sie im Verlauf des abgeschlossenen Geschäftsjahres insgesamt rund 164 Millionen Kilowattstunden Grünstrom. Das waren 1,4 Millionen Kilowattstunden beziehungsweise ein Prozent mehr als prognostiziert.

Einen Geschäftserfolg als Dienstleister meldete der spanische Windkraftkonzern Gamesa Corp. Tecnologica. Das Unternehmen aus Zamudio im Baskenland hat einen Service- und Wartungsvertrag für einen 284 MW starken Windpark in den USA um zehn Jahre verlängert. Der bisherige Kontrakt mit dem Eigentümer NedPower für den Windpark Mount Storm im Westen Virginias war 2008 geschlossen worden und endet am 30. Juni 2013. Die neue Vereinbarung schließe sich nahtlos an, so Gamesa.

Fortschritte im Rechtstreit mit dem chinesischen Windradhersteller Sinovel Wind Group meldete der US-amerikanische Windkraftzulieferer American Superconductor Inc. (AMSC). Der Supreme People's Court of China, das höchste Gericht des Landes, habe die Prüfung einer von insgesamt vier Klagen von AMSC gegen Sinovel aufgenommen und dazu das Urteil eines niedrigeren Gerichts vorübergehend ausgesetzt. Dieses war gegen AMSC ausgefallen. Konkret gehe es dabei um die Klage wegen Urheberrechtsverletzung. Das US-Unternehmen aus Devens in Massachusetts wirft Sinovel vor, AMSC-Software zur Steuerung von Windrädern kopiert und weiter verwendet zu haben. Der Streitwert dieser Sache belaufe sich auf 200.000 Dollar und sei damit der kleinste der Streitpunkte zwischen AMSC und Sinovel. In der Gesamtklage, die im Februar 2012 in erster Instanz abgeschmettert worden war, fordern die Amerikaner 1,2 Milliarden Dollar Schadenersatz und die Unterlassung des vermeintlichen geistigen Diebstahls.

Solaraktien

Die zuständige Arbeitsagentur hat dem Antrag der SolarWorld AG auf Kurzarbeit für eines ihrer Werke in Deutschland stattgegeben. 350 Mitarbeiter der Wafer- und Solarzellenfertigung im sächsischen Freiberg müssen sich laut Geschäftsführung auf Kurzarbeit einstellen. Hintergrund sei die saisonbedingte Flaute durch die Baupause im Winter. Die Maßnahme könne dem genehmigten Antrag zufolge bis 30. April 2013 fortgeführt werden.

Bildnachweis; Für einen Teil der Belegschaft der SolarWorld-Fabrik in Freiberg wurde Kurzarbeit beantragt. / Quelle: Unternehmen


Der Hamburger Conergy AG ist der Markteintritt in Rumänien gelungen. Das Unternehmen errichtet nach eigenen Angaben einen der größten Solarparks des Landes. Das Projekt mit 2,2 MW Leistungskapazität und einer Gesamtfläche von rund 13.700 Quadratmetern befinde sich in Bobice?ti nahe der rumänischen Stadt Craiova.

Mit sofortiger Wirkung sein Amt niedergelegt hat der bisherige Vorstandsvorsitzende der Sunways AG aus Konstanz, Michael Wilhelm. Konkrete Hintergründe des Schrittes gab das finanziell schwer angeschlagene Solarunternehmen nicht an. Der Aufsichtsrat bedauere Wilhelms Schritt und danke ihm für den Einsatz in den vergangenen Jahren, hieß es in einer knappen Pflichtmitteilung des Unternehmens. Er hatte den Posten seit Anfang 2009 bekleidet. Nachfolger solle Mario Zen werden, der bisher für den chinesischen Mehrheitseigner von Sunways, die LDK Solar, arbeite. Bis dieser sein neues Amt antrete werde Jörg von Strom - derzeit Vorstand für Einkauf, Produktion und Supply Chain - als Sprecher des Vorstands fungieren, kündigte Sunways an.


Wohl deutlich teurer als bislang vermutet wird die Restrukturierung des US-Solarkonzerns SunPower Corp. Das Unternehmen aus San José gab bekannt, dass die direkten Kosten der seit Oktober 2012 laufenden Kürzungen und Entlassungen auf Konzernebene mindestens doppelt so hoch ausfallen als bisher prognostiziert. Die Sparmaßnahmen belasten die Bilanz des vierten Quartals 2012 vorläufigen Schätzungen zufolge mit 30 bis 40 Millionen Dollar. Ursprünglich waren die Verantwortlichen der Tochtergesellschaft des französischen Ölkonzerns Total davon ausgegangen, dass die Maßnahmen mit 10 bis 17 Millionen Dollar direktem Verlust zu Buche schlagen. Warum der Umbau des Unternehmens inklusive der Streichung von 900 Jobs so deutlich teurer werden soll, erklärten die Amerikaner nicht.
In Phoenix nahm in der vergangenen Woche eine 7,5 MW starke Solaranlage mit Komponenten von SunPower den Betrieb auf. Der Konzern hatte das Sonnenstromkraftwerk auf dem Gelände einer städtischen Wasseraufbereitungsanlage auch selbst errichtet.

Einen neuen Auftrag hat der kanadisch-chinesische Solarkonzern Canadian Solar erhalten. Photovoltaikmodule mit zehn MW Gesamtkapazität seien für eine Freiflächenanlage bestellt worden, erklärte das Unternehmen mit Sitz im kanadischen Guelph in Ontario und Produktionsanlagen in China. Die Algonquin Power Company beabsichtige, mit den Modulen ein Projekt zu bestücken, das ab dem zweiten Quartal 2013 in Cronwall, Ontario, realisiert werden solle, so Canadian Solar.

Mit einer neuen variabel verzinsten Anleihe will der chinesisch-koreanische Solarhersteller Hanwha SolarOne 100 Millionen US-Dollar frisches Kapital einwerben. Begleitet werde die Emission, die sich an Anleger außerhalb der USA richte, von Samsung Securities (Asia) Ltd. und der Kookmin Bank Hong Kong Ltd. Die Schuldverschreibungen seien mit einer dreijährigen Laufzeit bis 2016 ausgestattet. Der koreanische Mutterkonzern Hanwha Chemicals bürge für das Wertpapier. Das Anlegerkapital sei vor allem für die Projektentwicklung gedacht, erklärte Finanzchef Jay Seo.


Den Markteintritt im Nahen Osten gab der chinesische Solarkonzern ReneSola Ltd. bekannt. Im Nachgang einer Fachmesse in den Vereinigten Arabischen Emiraten habe die Taibah University in Medina in der saudischen Provinz Makkah Module und eine Batterie für eine kleine netzferne Solaranlage mit 15 Kilowatt Leistungskapazität bestellt. Der Auftrag sei nicht nur als Markteinstieg im Nahen Osten wichtig. Netzferne Photovoltaiksysteme seien speziell in Schwellenländern eine sehr kosteneffiziente Methode der Grünstromerzeugung, die sich so eine Nische auf dem Weltmarkt erobern dürften, erklärte Xianshou Li, Gründer und Vorstandschef von ReneSola.

Einen „substanziellen Verlust“ hat der chinesische Solarkonzern Solargiga Energy Holding Ltd. im Gesamtjahr 2012 eingefahren . Zu dieser Einschätzung kommen die Verantwortlichen des Unternehmens. Das geht aus einer Gewinnwarnung hervor, die Solargiga per Pflichtmitteilung verbreitete. Konkrete Zahlen nannte das Unternehmen mit Sitz in Hongkong dabei nicht. Hintergrund des schweren Verlusts sei die anhaltende Krise der Solarbranche.

Beim Bau einer großen Solaranlage auf einem ehemaligen Militärflugplatz in Brandenburg hat die AB Unternehmensberatung & Beteiligungsgesellschaft mbH auf Solarmodule des chinesischen Herstellers Trina Solar Ltd. gesetzt. Bei dem 61 MW starken Freiflächensolarkraftwerk in Jocksdorf seien rund 252.000 Module von Trina Solar verbaut worden, teilte der Konzern aus Changzhou mit. Die Anlage sei im Stande, den Strombedarf von 17.000 Haushalten zu decken, so die Chinesen weiter.


Bioaktien

Die Verbio Vereinigte BioEnergie AG baut ihre Biomethanversorgung weiter aus. Nach eigenen Angaben beliefert das Unternehmen mit Sitzen in Leipzig und Zöbrig ab sofort die beiden Erdgastankstellen im baden-württembergischen Rastatt mit verbiogas. Damit steige die Zahl der Erdgastankstellen in Deutschland, die Biomethan ausschließlich von Verbio beziehen, auf 115. Das verbiogas werde ausschließlich aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie zum Beispiel Stroh hergestellt.


Eine Anfechtungsklage gegen eine jüngst beschlossene Kapitalmaßnahme bringt die finanziell angeschlagene AGO AG Energie + Anlagen in Schwierigkeiten. Weil die Spezialistin für industrielle Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen vorläufigen Berechnungen zufolge im Geschäftsjahr 2012 einen bedrohlichen Verlust erlitten hat, hatte das Unternehmen auf Beschluss einer außerordentlichen Hauptversammlung die vorzeitige Wandlung einer Anleihe in Aktien beschlossen. Diese Maßnahme ist nun durch die Klage gebremst worden. Das teilte das Kulmbacher Unternehmen auf einer neuerlichen außerordentlichen Hauptversammlung mit. Dabei präsentierten die Verantwortlichen auch vorläufige Zahlen für 2012. Demnach entstand der AGO AG bis zum 31. Dezember 2012 sechs Millionen Euro Verlust bei 74 Millionen Euro Umsatz. 700.000 Euro dieses Defizits seien nicht mehr durch das Eigenkapital gedeckt. Überdies sei die Wandelanleihe im Wert von zwei Millionen Euro dabei nicht eingerechnet, die im kommenden Jahr fällig wäre, so sie nicht vorzeitig in Aktien gewandelt wird.

Andere Aktien

Sehr gut gefüllte Auftragsbücher meldete die Helma Eigenheimbau AG. Die Spezialistin für individuelle Massivhäuser und nachhaltige Energiekonzepte aus Lerthe hat den Netto-Auftragseingang im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent gesteigert. Aufträgen im Wert von 131,4 Millionen Euro stehen Bestellungen für 106,8 Millionen Euro im Vorjahr gegenüber. Mit dem Zuwachs sei es gelungen, zum sechsten Mal in Folge einen Auftragsrekord zu erzielen, so Helma.

Die Nahverkehrsgesellschaft Budapesti Közlekedési Központ (BKK) plant den Aufbau eines neuen integrierten Verkehrsleit- und Fahrgastinformationssystems für das Bus- und Tramnetz der ungarischen Hauptstadt. Die Systeme für das Flottenmanagement und die Fahrgastinformation liefert die IVU Traffic Technologies AG. Wie die Telematik-Spezialistin aus Berlin mitteilte, sollen die neuen Systeme in Budapest bereits im Frühjahr 2013 in Betrieb gehen.

Einen Sieg im Rechtsstreit um sein Vertriebsmodell hat der US-amerikanische Elektroautohersteller Tesla Motors Inc. errungen. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Palo Alto kann im Bundesstaat Massachusetts wie bisher an seiner Strategie festhalten, seine Fahrzeuge über Ausstellungsräume (Showrooms) in großen Einkaufszentren (Malls) zu verkaufen statt über konventionelle Autohändler. Das entschied der bundesstaatliche Superior Court von Massachusetts. Damit scheiterte eine Klage der Vereinigung der Automobilhändler dieses Staates, die dem Tesla-Vertriebsmodell gerichtlich ein Ende setzen wollten. Allerdings ist der Rechtsstreit für den Elektrofahrzeuge-Hersteller damit noch nicht vollends ausgestanden. Denn die Interessenverbände der Automobilhändler in Oregon, New York und Illinois führen vergleichbare Klagen gegen Tesla.
Bildnachweis: Wintertauglich: Der Roadster von Tesla. / Quelle: Unternehmen

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