Nordex-Windräder drehen sich in Australien: Nun ist der Hersteller auch mit einer Niederlassung in Melbournce vertreten. / Foto: Unternehmen

27.10.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Neue Nordex-Niederlassung in Australien – Gewinnwarnung bei Phoenix Solar – Capital Stage kauft Windräder von Energiekontor

Im Vergleich zur Vorwoche konnte der deutsche Aktienindex DAX erneut kräftig zulegen – um 1,6 Prozent auf 13.227 Punkte. Annähernd gleich blieb hingegen der US-amerikanische S&P 500-Index, er notierte am Freitagmittag bei 2.560 Punkten. Stark zeigte sich der japanische Nikkei-Index, er kletterte um 2,3 Prozent auf 21.956 Punkte. Hingegen verlor der chinesische Hang Seng Index 0,3 Prozent und notierte damit bei 28.413 Punkten. Klar teurer wurde ein Barrel Öl der Sorte Brent: Es kostete rund 59,2 Dollar – somit stieg der Ölpreis um über 4 Prozent. leichte Verluste gab es beim Goldpreis, eine Feinunze Gold verbilligte sich um 1 Prozent auf 1.267,6 Dollar. Der Euro fiel kräftig: die Gemeinschaftswährung kostete am Freitagmittag 1,16 US-Dollar, ein Kursrückgang von 1,5 Prozent.


Wind-Aktien

Windkraftanlagen-Hersteller Nordex hat eine erste Niederlassung in Australien eröffnet. Der Grund: in der Region sei die Nachfrage gewachsen - und sie werde weiter steigen. Derzeit errichtet Nordex nach eigenen Angaben den zweitgrößten Windpark auf dem Kontinent, mit einer Gesamtleistung von 132 Megawatt (MW). Die neue Niederlassung in Melbourne kümmere sich vor allem um die Inbetriebnahme und den anschließenden Service der Anlagen. Bis heute habe die Nordex-Gruppe hat Windparks mit einer Leistung von 370 MW in Australien installiert bzw. würde diese errichten. Dabei handele es sich vorranging um Windturbinen der 3-MW-Baureihe.
Außerdem hat Nordex Bestellungen für Windturbinen aus Frankreich erhalten. Insgesamt wird das Hamburger Unternehmen 2018 vierzehn Anlagen mit einer Leistung von zusammen 37,2 MW ausliefern. Für den Windpark "Coesmes", der rund 40 Kilometer südöstlich von Rennes entsteht, liefert Nordex ab Februar 2018 sechs Windräder, Kunde sei der Projektentwickler VSB Energies Nouvelles, hieß es. Zudem errichtet Nordex ab April 2018 in der Nähe von Troyes den Windpark "Valbin" mit acht Windrädern. Das Unternehmen übernimmt auch den Service der Anlagen über eine Laufzeit von zunächst 15 Jahren. Der Park wurde vom Windpark-Projektierer Eolfi entwickelt. Er befinde sich heute im Besitz des Finanzhauses Leonidas Associates, das den Park betreiben werde.

Siemens Gamesa Renewable Energy hat einen Auftrag zur Lieferung und Errichtung von 67 Windrädern in Norwegen erhalten. Wie der deutsch-spanische Windkraftanlagenbauer mitteilte, befindet sich das Projekt "Nordlicht" westlich der Stadt Tromsø im Norden des Landes. Die Anlagen haben eine Gesamtleistung von 281,4 MW. Zusätzlich schloss der Betreiber einen Langzeitwartungsvertrag mit Siemens Gamesa ab. Nordlicht sei Europas größtes Onshore-Windprojekt in diesem Jahr, teilte das Unternehmen mit. Konkrete Angaben zur Höhe des Auftragsvolumens machte Siemens Gamesa nicht. Nach der Inbetriebnahme im Jahr 2019 werde das Windkraftwerk klimafreundlichen Strom für rund 50.000 norwegische Haushalte erzeugen. Hauptanteilseigner an dem Projekt das Versorgungswerk "Ärzteversorgung Westfalen-Lippe", dessen Investition vom Finanzdienstleister Prime Capital gesteuert und verwaltet wird.

Vestas Wind Systems liefert Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 136 MW in die USA. Wie der dänische Windkraftanlagen-Hersteller mitteilte, handelt es sich dabei um den ersten Auftrag aus den Staaten für die V136-3.45 MW-Turbine. Angaben zum Kunden machte Vestas auf dessen Wunsch nicht. Die Windräder sollen im dritten Quartal 2018 ausgeliefert werden - die Dänen unterschrieben nach eigenen Angaben auch einen Servicevertrag mit einer "mehrjährigen" Laufzeit.
Darüber hinaus kann Vestas eine große Order aus China verbuchen. Die Windräder sollen in der Provinz Jiangsu errichtet werden und insgesamt eine Leistung von 55 MW erbringen. Vestas untermauert mit dem Auftrag seine Marktposition in China: Allein in diesem Jahr haben die Dänen Windräder mit einer kumulierten Leistung von 600 MW in die Volksrepublik verkauft. Die Auslieferung der neuen Order ist für die erste Hälfte 2018 geplant. Verbunden ist damit auch ein Servicevertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren.
Ein gemeinsames Energieprojekt von Elektroautobauer Tesla, Vestas und anderen Beteiligten im australischen Bundesstaat Queensland steht vor dem Abschluss. Bis Ende 2018 soll das Projekt "Kennedy Energy Park" ans Netz gehen, teilte Windkraftanlagen-Hersteller Vestas nun dazu mit. Dabei wird die Energie aus Solar- und Windkraftanlagen in einem Batteriesystem gespeichert. Vestas steuert die Windräder bei und übernimmt 15 Jahre lang die Service- und Wartungsarbeiten. Entwickler des Projekts ist die WindLab Ltd. Das Energieprojekt soll insgesamt eine Leistung von 1.200 MW erreichen - die Phase 1 habe eine Leistung von 60,2 MW, hieß es. Weitere Projekte dieser Art sollen laut Vestas folgen.
Zudem hat MHI Vestas Offshore Wind, ein Joint Venture von Vestas und Mitsubishi Heavy Industries (MHI), die USA als Teststand für eine neue Offshore-Turbine ausgewählt. Diese werde an der Universität Clemson im US-Bundesstaat South Carolina getestet und zertifiziert, hieß es. Sie hat eine Leistung von 9,5 MW und ist laut Vestas die leistungsstärkste Turbine der Welt. Die Dänen investieren rund 35 Millionen US-Dollar in das Projekt. MHI Vestas erwartet, dass die V165-9.5 MW Turbine bei der ersten Ausschreibungsrunde für Offshore-Projekte in den USA zum Einsatz kommt.


Solar-Aktien

Phoenix Solar hat eine weitere Gewinnwarnung veröffentlicht: Wie das Unternehmen bekannt gab, wird die bereits Anfang August korrigierte Prognose nochmals abgesenkt. "Das Geschäftsjahr 2017 wird wie von vielen bereits erwartet weniger erfolgreich sein", teilte Unternehmenssprecher Dr. Joachim Fleing dazu mit. Für 2017 erwartet Phoenix Solar nun nur noch einen Umsatz zwischen 90 Millionen Euro und 110 Millionen Euro an, das sind 50 Millionen Euro weniger als zuvor noch prognostiziert. Zudem rechnet das Unternehmen mit einem negativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen minus 8 Millionen Euro und minus 10 Millionen Euro. Bisher lagen die Erwartungen noch bei zwischen 2 Millionen Euro Verlust und 1 Millionen Euro Gewinn auf operativer Ebene. Als Grund gab Phoenix Solar an, unter dem Streit um Schutzzölle für Solarmodule in den USA zu leiden. Marktunsicherheiten und Verzögerungen bei Projektgenehmigungen hätten zu Umsatzverschiebungen geführt, hieß es. Aufträge seien verspätet eingegangen. Die Verschiebung von Baufreigaben eröffne andererseits aber verbesserte Aussichten für die Bautätigkeit im Folgejahr, so Unternehmenssprecher Fleing. Hierzu wolle man spätestens mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 10. November weitere Informationen zur Verfügung stellen.

Bildhinweis: Eine Solaranlage von Phoenix Solar in Sulzemoos - die Gesellschaft entwickelt, plant und baut Photovoltaik-Großkraftwerke. / Foto: Unternehmen


Solarzulieferer Meyer Burger Technology hat von einem italienischen Photovoltaikhersteller einen Großauftrag erhalten. Der Vertrag habe ein Volumen von rund 45 Millionen Schweizer Franken (CHF), teilte das Unternehmen aus Thun mit. Bei dem Auftrag handelt es sich Produktionslinien zur Herstellung von sogenannten Heterojunction-Solarzellen, kurz HJT. Diese Solarzellen verbinden die Vorteile kristalliner Silizium-Solarzellen mit denen von Dünnschichttechnologien. Die neuen Produktionslinien ermöglichten eine Kapazität von bis zu 200 MW, hieß es. Die Auslieferung nach Italien beginne Mitte 2018, die Aufnahme des vollen Produktionsbetriebs wird für 2019 erwartet. Außerdem geht Meyer Burger eine Entwicklungspartnerschaft mit dem Kunden ein, um den durchschnittlichen Wirkungsgrad dieser Zellen auf über 23 Prozent zu steigern. Das bedeutet, diese Solarzellen erzeugen mehr Leistung.

Plus bei Umsatz und Gewinn: Der US-Solarkonzern First Solar hat seine Geschäftszahlen auch im dritten Quartal 2017 gesteigert. Nach einer harten Restrukturierung hat das Unternehmen von Juli bis Ende September einen Nettogewinn von 205,7 Millionen US-Dollar oder 1,95 Dollar je verwässerte Aktie erwirtschaftet. Beim Ergebnis je Aktie (verwässert) wird zusätzlich der Effekt von ausgegebenen Aktienoptionen berücksichtigt. Ein Anstieg zum Vorjahreszeitraum, wo First Solar einen Nettogewinn von 150,5 Millionen Dollar oder 1,45 Dollar je Aktie verbuchte. Deutlich war auch der Anstieg beim Umsatz: Dieser kletterte von 681,3 Millionen im dritten Quartal 2016 auf nun rund 1,1 Milliarden US-Dollar - ein Anstieg von fast 60 Prozent. Ein Grund war, dass First Solar erneut Kasse mit dem Verkauf zweier großer Solarparks in Kalifornien machte. Der Konzern ist nicht nur einer der größten Solarhersteller, sondern auch im großen Umfang als Projektierer und Betreiber von Solarparks aktiv. Bereits im Juli hatte First Solar die Umsatz- und Ergebnisprognose angehoben. Nun erhöhte der Konzern die Gewinnprognose: Der Gewinn je Aktie soll 2017 zwischen 2,05 und 2,30 Dollar je Aktie liegen - und nicht wie bisher prognostiziert zwischen 1,55 und 2,20 Dollar. Beim Umsatz gebe es keine Veränderungen.

Das US-Solarunternehmen SunPower sammelt derzeit viel Geld von Investoren ein. Zuletzt gab SunPower bekannt, dass die südafrikanische Bank Investec Plc 53 Millionen US-Dollar investieren wird. Laut einem Bloomberg-Marktreport fließt das Kapital in neue Solarprojekte in acht US-Bundesstaaten - dabei geht es um Projekte auf Wohngebäuden. Erst Anfang des Monats hatte SunPower vermeldet, dass True Green Capital Management satte 140 Millionen US-Dollar in große kommerzielle Solarprojekte in fünf Staaten stecken wird.
Außerdem liefert SunPower Solartechnologie - eine Solaranlage plus Batterie - für die US-amerikanische AES Corporation. Diese produziert Strom unter anderem aus Erneuerbarer Energie. Eine Tochterfirma des Unternehmens, AES Distributed Energy, errichtet nun eine neue Solarplattform auf Hawaii. Das Solarsystem auf der hawaiianischen Insel Kaua'i habe eine Gesamtleistung von 28 MW und soll laut AES das größte dieses Art auf Hawaii und eines der größten weltweit sein. Der Strom wird vor Ort verkauft und verbraucht - den Zuschlag für das Projekt erhielt AES bei einer Ausschreibung. Es soll Ende 2018 den Betrieb aufnehmen. SunPower ist seit 1999 auf dem hawaiianischen Solarmarkt aktiv und hat seitdem etwa 100 MW Photovoltaik-Leistung in dem Bundesstaat installiert.

Andere Aktien

Die Capital Stage AG hat drei weitere Windkraftanlagen in Niedersachsen gekauft - und zwar von dem Bremer Wind- und Solarprojektierer Energiekontor. Capital Stage betreibt Solarkraftwerke und Windparks in Europa und erweitert mit dem Zukauf das Portfolio um weitere 10 Megawatt Leistung. Es handelt sich um drei Windenergieanlagen im niedersächsischen Odisheim im Landkreis Cuxhaven. Capital Stage erwartet, dass die Anlagen ab dem ersten vollen Betriebsjahr Umsatzerlöse in Höhe von annähernd zwei Millionen Euro erwirtschaften werden. Die kaufmännische und technische Betriebsführung der Anlagen soll eine Tochtergesellschaft der Energiekontor AG übernehmen. Das Gesamtinvestitionsvolumen für die Windparks beträgt einschließlich der projektbezogenen Fremdfinanzierung rund 21,9 Millionen Euro.

Umsatz stabil, Ergebnis gesunken: Der Rücknahmeautomaten-Hersteller Tomra Systems hat Zahlen für das dritte Quartal 2017 veröffentlicht. Wie das Unternehmen aus Norwegen mitteilte, stieg der Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf rund 1,86 Milliarden Norwegische Kronen (NOK). Das sind umgerechnet rund 197,6 Millionen Euro. Aber: würden die Wechselkurseffekte und Zukäufe berücksichtigt, stagnierte der Umsatz gegenüber dem dritten Quartal 2016, teilte Tomra mit. Tomra hat zuletzt Compac übernommen, einen Spezialisten für Sortierungsanlagen aus Neuseeland. Tomras EBITDA schrumpfte von 331 Millionen auf 303 Millionen NOK (umgerechnet rund 32,3 Millionen Euro), das entspricht einem Rückgang von 9 Prozent. Ein Grund sind die gestiegenen betrieblichen Ausgaben des Unternehmens, etwa die entstandenen Kosten durch die geplante Pfandeinführung in New South Wales (Australien): Als Teil eines Joint-Ventures hat sich Tomra erfolgreich für die Durchführung des Vorhabens beworben.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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