Die PNE WIND AG will die eigenen Windparks nun doch nicht als YieldCo an die Börse bringen / Foto: PNE Wind AG

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Neuer Dow Jones Sustainability Index "nichts für Fundamentalisten“ – PNE Wind AG will kein YieldCo an die Börse bringen – Vestas startet Aktienrückkauf – Zelte an der Börse: Regenbogen AG steigert Umsatz

Der Dax stieg in der vergangenen Woche bis Mittwoch zunächst auf 10.772 Punkte an, verlor dann aber bis Freitag deutlich und endete bei 10.573 Punkten – ein Minus von rund 1 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Gut 2 Prozent büßte der amerikanische Dow Jones Index ein, der zum Wochenschluss bei 18.085 Punkten notierte. Dagegen blieb der japanische Nikkei-Index nahezu unverändert; der letzte Wochenkurs lag bei 16.965 Punkten. Deutlich verbessert zeigte sich der chinesische Hamg Seng Index; er kletterte um 3,7 Prozent auf 24.112 Punkte.

Öl der Sorte Brent Crude stieg um 1,21 US Dollar auf 48,11 US Dollar, ein Plus von 2,6 Prozent. Auf etwa gleichem Niveau blieb der Preis für eine Unze Gold, die Ende letzter Woche 1.328 US Dollar kostete. Auch der Euro verharrte im Verhältnis zum US-Dollar auf dem Niveau der Vorwoche: 1,12 US-Dollar.

Vergangene Woche wurde die  neue Zusammensetzung der Nachhaltigkeitsindizes "Dow Jones Sustainability Indices" (DJSI) veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Familie von nachhaltigen Aktienindizes, die 1999 starteten. Der Aktienauswahl liegen neben ökonomischen auch ökologische und soziale Kriterien zugrunde. Die DJSI basieren auf einer Kooperation zwischen S&P Dow Jones Indices und RobecoSAM, einem international tätigen Anlageunternehmen mit Sitz in Zürich.

Unter den zehn größten Neuzugängen des DJSI World sind der Netzwerkspezialist Cisco Systems Inc, das Erdölunternehmen Royal Dutch Shell PLC, Adobe Systems Inc, die Tabakfirma Reynolds American Inc, der Autohersteller Nissan Motor Co Ltd, der Reifenproduzent Bridgestone Corp und der Energieriese E.ON SE. Befragt danach, inwiefern solche Unternehmen echte Nachhaltigkeit aufweisen würden, antwortete ein RobecoSAM-Vertreter im Interview, "nur Fundamentalisten" würden das nicht verstehen.


Windaktien

Die PNE WIND AG will die eigenen Windparks nun doch nicht als YieldCo an die Börse bringen. Das Unternehmen aus Cuxhaven betreibt in Deutschland Windparks mit einer Nennleistung von 142 Megawatt (MW) in ihrem Eigenbestand. 10 MW aus einem geplanten Park sollen demnächst hinzukommen. Ursprünglich war geplant, diese Windparks in einer eigenen Gesellschaft zu bündeln, in einer so genannten YieldCo. Diese sollte dann an die Börse gehen, und mit dem Verkauf der Aktien hätte PNE Wind AG Einnahmen erzielt. Zuletzt waren etliche Probleme mit amerikanischen Erneuerbare-Energie-YieldCos aufgetaucht, daher scheint das Börsenumfeld für solche Geschäft derzeit ungünstig.

Der baskische Windkraftkonzern Gamesa soll für das Energieunternehmen Alpiq den Windpark Ramacca in Sizilien instand halten. Es geht um 46 Windkraftwerke mit zusammen 69 Megawatt. Die Wartung von Anlagen wird für Windanlagenhersteller zu einem immer wichtigeren Geschäftsfeld, das stabile Erträge erbringen kann. Außerdem ist Gamesa wieder in den Nachhaltigkeitsindex Dow Jones Sustainability Index World aufgenommen worden – jetzt zum siebten Mal.

Windrad-Hersteller Senvion hat 26 Windkraftwerke in der Region Occitanie errichtet und damit die Marke von zwei Gigawatt (GW) installierter Leistung in Frankreich erreicht.

Einen Aktienrückkauf hat der Windkraftkonzern Vestas aus Dänemark gestartet. Ziel des Rückkaufs sei es, die Kapitalstruktur zu optimieren und die aktienbasierten Anreizprogramme für die Vestas-Mitarbeiter zu finanzieren, teilte Vestas Wind Systems mit. Im Rahmen des Rückkaufs will Vestas eigene Aktien in einem Wert von fast 3 Milliarden Dänischer Kronen (umgerechnet etwa 400 Millionen Euro) zurückkaufen; die Aktion soll bis zum Jahresende laufen. Die Marktkapitalisierung von Vestas beträgt knapp 16,7 Milliarden Euro, somit liegt der maximale erreichbare Anteilswert der Rückkaufaktion bei 2,4 Prozent.


Solaraktien

Dieter Maubach, der Vorstandsvorsitzende der Capital Stage AG, erklärte vergangene Woche, sein Unternehmen hätte bis Ende August über 30 Prozent der Aktien der Chorus New Energy AG übernommen. Darin enthalten seien die zugesicherten 15 Prozent Aktien aus dem Bereich von Chorus-Gründer und Aufsichtsrat Peter Heidecker. Bis Mitte September sollten mindestens 50 Prozent der Anteile eingesammelt werden. Durch die Übernahme wachse Capital Stage um 50 Prozent auf 200 Millionen Euro Umsatz, sagte Maubach.

Der chinesische Solarkonzern JinkoSolar hat offiziell bekannt gegeben, dass er sich aus der EU-Vereinbarung zu Mindesteinfuhrpreisen zurückziehe, also aus der sogenannten Mindestimportpreisregelung für Solarmodule und Solarzellen. Damit folgt JinkoSolar einer Reihe von großen Herstellern von Photovoltaik-Anlagen in China und Taiwan.


Andere Aktien

Um den US-Markt weiter zu erschließen, hat die auf Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen spezialisierte 2G Energy AG aus Heek einen Vertriebspartnervertrag mit der Penn Power Group (PPG) aus Pennsylvania abgeschlossen. 2G verspricht sich durch den Ausbau des Vertriebs- und Servicenetzes mit PPG steigende Marktanteile für Biogas und Erdgas-Anlagen, hieß es seitens des Unternehmens. In Großbritannien und Irland verlaufe die Ende 2015 geschlossene Partnerschaft mit dem Abfallunternehmen Veolia erfolgreich, verlautbarte 2G. Bisher wurden gemeinsam mit Veolia zehn Aufträge, Gesamtwert rund 2 Millionen Euro, generiert.

Die Regenbogen AG, der Kieler Spezialist für Campingplätze und Ferienanlagen, hat ihren Halbjahresabschluss 2016 veröffentlicht. Insgesamt hat die Regenbogen AG demnach ihre Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 4 Prozent auf 4,38 Millionen Euro gesteigert. Das Unternehmen schüttete Dividenden in Höhe von 138.000 Euro (6 Cent pro Aktie) aus. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg auf 861.000 Euro und legte damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5 Prozent zu. Die Eigenkapitalquote lag bei 13 Prozent.

Die insolvente KTG Agrar SE hat bekannt gegeben, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Möhrle Happ Luther die Bestätigungsvermerke für den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 widerrufen hat. Ein solcher Widerruf eines Bestätigungsvermerks hat erhebliche Rechtswirkungen und wirft Haftungsfragen auf. Demnach haben die Wirtschaftsprüfer Inhalte der Abschlüsse zu beanstanden, im Fall KTG Agrar geht es dabei um die "Werthaltigkeit von Vermögensgegenständen".

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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