14.07.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Nordex-Aktie bricht nach reduzierter Gewinnprognose ein - Conergy wird MEMC weniger Wafer abkaufen als geplant - Ethanolhersteller CropEnergies AG meldet Umsatzsprung

Der DAX gab in der vergangenen Woche um 1,90 Prozent nach auf 6.153,30 Punkte. Der japanische Nikkei verlor 1,50 Prozent auf 13.039,69 Punkte. Deutlich geringer fiel der Rückgang des US-amerikanischen Dow Jones aus, er  sank um 0,53 Prozent auf 11.100,54 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte "Brent Crude Oil" ging etwas zurück, um 1,9 Prozent auf 143,26 Dollar. Kupfer verbilligte sich um 1,87 Prozent auf 8.498,50 Dollar (Preis für eine Tonne Copper Grade A). Der Euro legte dagegen gegenüber dem Dollar um 0,64 Prozent zu auf 1,5881 Dollar.

Windaktien
Der Windkraftanlagenhersteller Nordex AG hat seine Gewinnprognose für 2008 nach unten korrigiert. Die Umsatzrendite  wird demnach im laufenden Geschäftsjahr auf 5,5 Prozent bis 6,0 Prozent steigen (Vorjahr: 5,4 Prozent). Ursprünglich hatte Nordex für 2008 eine Rendite von 7,0 Prozent in Aussicht gestellt. Das Unternehmen führt Probleme bei der Umsetzung von Projekten und Anlaufkosten für den Aufbau internationaler Strukturen als wesentliche Ursache für die neue Prognose an. Für 2008 prognostiziert Nordex Umsatzerlöse in Höhe von 1,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 747 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) soll um mindestens 50 Prozent auf 60 bis 66 Millionen Euro steigen (Vorjahr: 40 Millionen Euro). Der Aufsichtsrat habe die Zuständigkeiten im Vorstand neu geordnet, erklärte Nordex weiter. Die Produktion falle fortan in das Ressort des Vorstandsvorsitzenden, das Projektmanagement sei beim Vertriebsvorstand angesiedelt worden. Die Nordex-Aktie brach massiv ein.
Den Eingang mehrerer Aufträge meldete der dänische Windturbinebauer Vestas Systems. So soll er Windräder mit einer Gesamtleistung von 48 Megawatt (MW) an den französischen Projektentwickler Eole-Res liefern. Dieser bestellte 24 Anlagen für einen Windpark im Departement Haute-Marne.
Neun Windkraftanlagen von Vestas mit 18 MW wurden für zwei Windparks in der französischen Region Pays de la Loire geordert. Diese Bestellung stammt von Enel Erelis, der französischen Tochter des italienischen Energiekonzerns Enel. Für diesen hat Vestas bereits etliche Windparks in Italien mit Anlagen ausgestattet. Wie weiter mitgeteilt wurde, sollen die Windräder für die Projekte in Pays de la Loire Anfang 2009 ausgeliefert und bis April 2009 in Betrieb genommen werden.
Insgesamt 44 Windkraftanlagen wurden bei Vestas von einem ungenannten Kunden aus den USA bestellt. Sie sollen bis Mitte 2009 ausgeliefert und in der zweiten Jahreshälfte 2010 in Betrieb genommen werden. Auf Wunsch des Kunden könne man dessen Namen und das Auftragsvolumen nicht nennen, so Vestas.

Der spanische Windkraftanlagenbauer Gamesa hat mit dem Energieversorger China Longyuan Electric Power Group Corp. die Lieferung von 405 Windkraftanlagen vereinbart. Der Kaufpreis für die Windräder mit einer Gesamtkapazität von 344 MW beträgt den Spaniern zufolge rund 200 Millionen Euro. Gamesa werde die Systeme in ihrer chinesischen Fabrik in Tianjin herstellen und 2009 an sieben Windparks der China Longyuan Electric Power Group ausliefern. In dem chinesischen Produktionszentrum habe man nun ein neues Generatoren-Werk in Betrieb genommen.

Iberdrola Renovables, die börsennotierte Grünstromsparte des spanischen Energiekonzerns Iberdrola, will für 175 Millionen Euro auch die übrigen Anteile an dem griechischen Erneuerbare Energie Unternehmen Rokas übernehmen. 2004 war Iberdrola mit dem Erwerb von 21 Prozent bei Rokas eingestiegen und hatte dann bis März 2007 knapp 53 Prozent der Anteile erworben. Die Spanier haben ferner angekündigt, ihre Windkraftkapazitäten in Griechenland von derzeit 124 MW auf 214 MW zu steigern.


Solaraktien
Die kriselnde Conergy AG aus Hamburg und die US-amerikanische MEMC Electronic Materials haben sich darauf verständigt, das Umsatzvolumen des im Oktober 2007 geschlossenen Vertrags über die Lieferung von Solarwafern deutlich zu verringern. Es wurde von 7 bis 8 Milliarden Dollar auf rund 4 Milliarden Dollar gesenkt. Die Änderung des Vertrages mit 10-jähriger Laufzeit reduziert – bei laut Conergy geringfügig erhöhten Preisen – die von MEMC an Conergy zu liefernden Wafermengen vorrangig in der zweiten Hälfte der Vertragslaufzeit.  

Die Yingli Green Energy Holding Company Limited, Solarkonzern aus dem chinesischen Baoding, hat fünf Aufträge von Unternehmen aus Südkorea erhalten. Die bestellten Photovoltaikmodule kommen zusammen auf eine Gesamtleistung von mehr als sieben MW.

Der kanadische Solarmodulhersteller Canadian Solar Inc. meldet fünf neuen Bestellungen aus Europa. In den vergangenen drei Wochen hat das Unternehmen aus Ontario nach eigenen Angaben Verträge mit WSW aus Tschechien sowie Arco Energy, AC Service, Ravano Green Power und Albatec aus Italien unterzeichnet. Insgesamt entsprächen die vereinbarten Lieferungen an die Kunden einem Volumen von 14,9 MW. Die Auslieferung der Solarprodukte ist für die zweite Hälfte 2008 geplant.

Der im chinesischen Nanjing ansässige Solarzellenhersteller China Sunergy kündigte die Emission von Wandelanleihen mit einem Volumen von 45 Millionen US-Dollar an. Das Angebot richte sich an Institutionelle Investoren. Die Laufzeit der Anleihen reiche bis 2013. Den Abnehmern räume man die Option ein, Pakete bis zu einem Gesamtwert von fünf Millionen Dollar zu beziehen, so das Unternehmen. Die Mittel aus dieser Transaktion will China Sunergy für den Ausbau seiner Produktionskapazitäten verwenden.

Das kalifornische Solarunternehmen SunPower wurde damit beauftragt, den größten Solarpark der USA zu bauen. Auftraggeber ist der Energieversorger Florida Power& Light (FPL). Der Solarpark soll 2009 im Südwesten von Florida in DeSoto County entstehen und eine Leistung von 25 MW erbringen. Außerdem will SunPower bis 2010 für FPL eine 10-MW-Solaranlage im Kennedy Space Centre, Florida, errichten.

Die Waferproduzentin MEMC Electronic Materials hat mit der tawainesischen Tainergy Tech Co., Ltd. eine strategische Partnerschaft vereinbart. Sie sieht unter anderem vor, dass MEMC in den nächsten zehn Jahren zu Festpreisen Solarwafer im Wert von rund drei Milliarden Dollar an den Solarzellenhersteller Tainergy liefert.

Für 60 Millionen Schweizer Franken (CHF) soll der Solarausrüster Meyer Burger Technology AG Wafer-Drahtsägen an die chinesische ReneSola liefern. Laut dem Unternehmen aus dem schweizerischen Baar werden die Sägen ab 3. Quartal 2008 an die Herstellerin von Solarwafern ausgeliefert. Die Lieferung werde man im Laufe von 2009 abschließen.

Das kanadische Technologieunternehmen Carmanah Technologies Corp. hat nach eigenen Angaben vom US-Militär einen Nachfolgeauftrag im Wert von 2,1 Millionen US-Dollar erhalten. Wie die Gesellschaft aus Victoria in der Provinz British Columbia mitteilt, soll sie für das Marine Corps fünf Jahre alte Beleuchtungssysteme für Flugzeuglandebahnen im Nahen Osten austauschen.

Mit dem Vertrieb ihrer Unternehmensanleihe in Höhe von 40 Millionen Euro hat die Erlanger Solar Millennium AG begonnen. Wie die börsennotierte Spezialistin für solarthermische Kraftwerke meldet, ist die Anleihe mit einem jährlichen Zinssatz von 6,75 Prozent ausgestattet, die Laufzeit betrage fünf Jahre. Solar Millennium will die Anleihe selbst vertreiben, sie könne bis zur Erreichung der Vollplatzierung gezeichnet werden, längstens jedoch bis zum 7. Juli 2009. Aus dem Emissionserlös will sich das Unternehmen frühzeitig zentrale Kraftwerkskomponenten mit langen Lieferzeiten sichern. Es hatte die Anleihenemission bereits Mitte Juni angekündigt.

Bioaktien
Die Erlöse des Ethanolherstellers CropEnergies AG sind im 1. Quartal um 66 Prozent auf 56,4 Millionen Euro gestiegen. Das Unternehmen aus Mannheim erklärte dies mit gestiegenen Verkaufspreisen und einem höheren Bioethanolabsatz. Das operative Ergebnis (EBIT) habe mit 5,5 Millionen Euro trotz höherer Getreidepreise auf dem Niveau des Vorjahres gelegen. Der Jahresüberschuss sei im 1. Quartal von 4,2 Millionen auf 3,0 Millionen Euro gesunken. Vorlaufaufwendungen für den Aufbau einer neuen Produktion im belgischen Wanze und ein investitionsbedingt geringeres Zinsergebnis hätten den Ertrag belastet, so das Unternehmen. Wie es weiter meldete, stieg die Bioethanol-Produktion um 5,1 Prozent auf 62.000 m³. Für 2008/09 rechnet CropEnergies mit einem Umsatzzuwachs von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Man wolle ein positives, wenngleich unter dem Vorjahr liegendes EBIT erreichen, erklärte der Ethanolhersteller.

Der Auftragsbestand des Biogasanlagenherstellers EnviTec belief sich Ende Juni auf 190,8 Millionen Euro. Das Unternehmen aus Lohne stellte für 2008 Umsatzerlöse in Höhe von 105 bis 115 Millionen Euro in Aussicht (2007: 132,4 Millionen Euro), bei einem EBIT von fünf bis acht Millionen Euro (2007: 18,1 Millionen Euro). 2009 soll es ein deutliches Umsatz- und Ertragswachstum geben.

Die S&R Biogas Energiesysteme AG ist aus dem Biogas Aggregatebau ausgestiegen. Die Tochtergesellschaft S&R Energy Systems GmbH wurde an den bisherigen Geschäftsführer und einen Investor verkauft. Sie hatte im Geschäftsjahr 2007 und im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008 operative Verluste erzielt. Diese addierten sich laut dem Unternehmen „zu einer hohen sechsstelligen Summe“. Der Kaufpreis betrug symbolische zehn Euro.

Weitere Aktien
Ein erfolgreiches Börsendebüt ist der US-amerikanischen Meerwasserentsalzungsspezialistin Energy Recovery, Inc. (ERI) gelungen. Beim IPO (Initial Public Offering) waren die Anteilsscheine des 1992 gegründeten Unternehmens für 8,50 Dollar angeboten worden. An der Nasdaq kletterte das Wertpapier schnell über die Marke von 10 Dollar. Die Gesellschaft aus dem kalifornischen San Leandro hat durch die Aktienemission 119 Millionen Dollar für die Finanzierung weiteren Wachstums eingenommen. Die ausgegebenen Anteilsscheine stammen zu 42 Prozent von Altaktionären. Energy Recovery bietet eine Technologie an, mit der sich der Energieaufwand bei der Entsalzung von Meerwasser drastisch reduziert. Die Nachfrage dafür steigt seit Jahren. Von 2003 bis 2007 hat das Unternehmen seinen Umsatz von 4 auf fast 36 Millionen Dollar vervielfacht. 2007 verbuchte es einen Gewinn in Höhe von 5,8 Millionen Dollar.

Die Berliner Spezialistin für Verkehrs- und Logistikprozesse, IVU Traffic Technologies AG, soll das Fahrplandatenmanagement für den luxemburgischen Verkehrsverbund übernehmen. Der Verkéiersverbond hat sich dem Unternehmen zufolge für das Programm der IVU entschieden, da es eine gute Möglichkeit zur Qualitätssicherung und eine hohe Flexibilität biete. Ein weiteres Argument sei der neu entwickelte Programmzusatz infopool.print, durch den man mit wenig Aufwand ein Fahrplanbuch erstellen könne.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite "Aktien: Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

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