06.07.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Nordex beliefert den türkischen Windmarkt – Solar-Fabrik AG kassiert nach Gewinnwarnung die Jahresprognose – C. Bechstein Pianofortefabrik AG meldet Gewinneinbruch

Der deutsche Leitindex DAX geriet in der vergangenen Woche weiter unter Druck und verlor 1,4 Prozent auf 4.708 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones gab um 2,1 Prozent nach auf 8.281 Punkte. Der japanische Nikkei verbesserte sich leicht um 0,8 Prozent auf 9.816 Punkte. Der Ölpreis ist deutlich gesunken, ein Barrel der Sorte Brent Crude Oil verbilligte sich um 5,5 Prozent auf 65,30 Dollar. Der Kupferpreis fiel um 1,7 Prozent auf 4.969 Dollar je Tonne der Qualität „Copper Grade A“. Der Euro verlor 0,55 Prozent an Wert, zum Wochenschluss wurde er mit 1,40 Dollar gehandelt.

Windaktien

Für den Kraftwerksbetreiber Bilgin Enerji soll die Nordex AG ab Winter 2009 in der Türkei einen Windpark mit 90 Megawatt (MW) Leistung errichten. Die Windräder ruft Bilgin Enerji laut dem Norderstedter Unternehmen aus einem im Frühjahr 2008 vereinbarten Rahmenvertrag ab, der ein Gesamtvolumen von 210 MW umfasse. Nordex plant nach eigenen Angaben bis Ende 2009 in der Türkei bis zu 200 MW neue Leistung ans Netz zu bringen.

Verträge über die Errichtung von 21 Windenergieanlagen in 2010 hat die Hamburger REpower Systems AG mit dem französischen Windparkentwickler Valorem abgeschlossen. Der Windanlagenbauer soll demnach Turbinen mit je 2,05 MW Nennleistung für fünf Windpark- Projekte in den Regionen Vendée und Loire Atlantique im Westen Frankreichs liefern.

Die indische Suzlon Energy hat einen starken Gewinnrückgang erlitten. Von Januar bis März sank der Nettogewinn um zehn Prozent auf umgerechnet rund 85 Millionen Dollar. Dies ist laut dem Windturbinenbauer neben Währungseffekten vor allem auf Kosten durch den Austausch von Rotorblättern bei US-Kunden zurückzuführen. Bis zum August will Suzlon den Austausch der schadhaften Anlagen abgeschlossen haben. Dem Unternehmen zufolge kletterte der Quartalsumsatz um 91 Prozent.

Die französische Theolia SA meldete den Verkauf von 19 deutschen Windparks mit einer Gesamtleistung von 100,6 Megawatt. Die Tochter Natenco GmbH hat sie demnach an die Kölner RheinEnergie AG veräußert. Über den Kaufpreis haben die Partner Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamtes.

Solaraktien

Im 2. Quartal 2009 hat die Solar-Fabrik AG vorrausichtlichen ein Minus erwirtschaftet. Zwar sei der Absatz gegenüber dem 1. Quartal gestiegen, so der Freiburger Solarkonzern, er liege jedoch unter dem Vorjahresniveau. Zusammen mit der Wertminderung von Vermögenswerten des Segments Waferaufarbeitung werde dies zu einem Verlust führen. Auch sei das prognostizierte Umsatz- und Ergebnisziel für 2009 nicht mehr realistisch. Nun plant die Solar-Fabrik, das Segment Waferaufbereitung zu veräußern. Man habe eine Absichtserklärung mit einem Käufer abgeschlossen, dieser werde das Sachanlagevermögen zu einem Großteil der Buchwerts übernehmen. Somit müssten nur die immateriellen Vermögenswerte als Verluste verbucht werden. Der Abschluss der Transaktion sei für den Juli geplant. Für die zweite Jahreshälfte hoffen die Freiburger auf eine deutliche Belebung der Nachfrage im Solarmodulgeschäft. Man habe im Projektgeschäft einen ersten Auftrag über sieben Megawatt peak (MWp) mit einem Neukunden abgeschlossen, weitere 20 MWp seien derzeit in Verhandlungen.

Die Berliner Solarvalue AG hat sich von ihren bisherigen Plänen verabschiedet, eine Produktion von Solarsilizium aus metallurgischem Silizium am Standort Ruse (Slowenien) aufzubauen. Sie begründete dies mit andauernden technischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung des bisher lediglich im Testlabor erprobten Produktionsverfahrens. Damit sei auch die Geschäftsgrundlage für die weitere Zusammenarbeit mit der Moser Baer Gruppe entfallen. Der Beteiligungsvertrag mit dem indischen Unternehmen sei deshalb im Juni 2009 gekündigt worden. Claudia Boehringer, Vorstandsvorsitzende (CEO) der Solarvalue, kündigte an, dass ihr Unternehmen ein neues Verfahren testen werde. Die verfügbaren Mittel würden bis zum Bau eines Prototypen ausreichen.

Solarparks mit einer Leistung von insgesamt 10,7 MW hat die Conergy AG an einen Luxemburger Investor verkauft. Über den Kaufpreis habe man Stillschweigen vereinbart, erklärte das Hamburger Solarunternehmen. Weiter teilte es mit, dass der Vorstandsvorsitzende Dieter Ammer die Conergy AG nicht kurzfristig verlassen wird. Damit trat sie Zeitungsberichten unter Berufung auf Konzernkreise entgegen, wonach Vorstandsmitglied Andreas von Zitzewitz Ammer ablösen soll. Ammer werde seinen bis 2010 laufenden Vertrag erfüllen, hieß es von Conergy.

Über ihre US-amerikanische Tochtergesellschaft Solar Holding Inc. hat die Roth & Rau AG 100 Prozent der Anteile an der Romaric Corporation mit Sitz in Salt Lake City erworben. Diese sei auf Fertigungsmanagementsysteme (MES) spezialisiert und zähle zu ihren Kunden unter anderem AMD, Applied Materials und Intel, gab der Ausrüster für die Solarbranche bekannt. Als Kaufpreis sei ein niedriger, einstelliger US-Dollar-Millionenbetrag vereinbart worden. Roth & Rau will durch den Zukauf ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot verbessern.

Einen Liquiditätszufluss in Höhe von 22,6 Millionen Euro meldete die Freiburger S.A.G. Solarstrom AG. Demnach wurde mit der Orosolar GmbH & Co. KG eine neue Fremdfinanzierung über insgesamt 24,1 Millionen Euro vereinbart. Davon verblieben 1,5 Millionen Euro als verzinste Liquiditätsreserve in der Orosolar. Die Fremdfinanzierungsleistung sei durch die Deutsche Kreditbank AG mit 3,4 Millionen Euro und durch die spanische Zweigniederlassung der Triodos Bank NV, Zeist (Niederlande), mit 20,7 Millionen Euro ermöglicht worden. Dr. Karl Kuhlmann, Vorstandsvorsitzender der S.A.G. Solarstrom AG, erklärte dazu: “Damit haben wir einen wesentlichen Meilenstein zum für 2009 geplanten starken Wachstum früher als erwartet erreicht – wir gehen nach wie vor von einem Umsatzvolumen von 125 Millionen bis 140 Millionen Euro und von einem EBIT in der Spanne von 5 Millionen Euro bis 8 Millionen Euro aus.“
Ferner kündigte die S.A.G. Solarstrom AG an, maximal 18.000 eigene Aktien zurückzukaufen. Durch den Erwerb bei dem derzeit günstigen Kursniveau wolle man sich die Möglichkeit eröffnen, bei Bedarf auf eigene Aktien zurückgreifen zu können. Gegebenenfalls könnten die Aktien auch zur Erfüllung von Wandel- oder Optionsrechten verwandt werden.

Das US-amerikanische Solarunternehmen SunPower Corp. will mit dem ebenfalls in Kalifornien ansässigen Finanzdienstleister Wells Fargo bei Photovoltaikprojekten kooperieren. Die Unternehmen vereinbarten, dass Wells Fargo die Solarkraftwerke finanziert, während SunPower sie errichtet und den Solarstrom verkauft. Zunächst wollen sie Projekte im Gesamtwert von bis zu 100 Millionen Dollar umsetzen.
Die chinesische Solarwaferproduzentin LDK Solar will ihre Produktionskapazitäten wie geplant bis zum Jahresende auf 2 Gigawatt (GW) ausbauen. Laut Firmenchef Xiaofeng Peng ist es dem Unternehmen gelungen, für die Finanzierung des angestrebten Wachstums weitere Kreditlinien von Banken zu erhalten. So habe die Export-Import Bank von China der LDK Solar einen Kredit im Umfang von 73 Millionen Dollar und mit einjähriger Laufzeit eingeräumt. Eine weitere Kreditlinie im Umfang von 73 Millionen Dollar sei mit der Huarong International Trust vereinbart worden, einem vom chinesischen Staat kontrollierten Finanzier von jungen Unternehmen. Dieser Kredit habe eine Laufzeit von drei Jahren.
Mitte August will das Unternehmen seine Halbjahreszahlen veröffentlichen. Vorab gab es bekannt, dass sich die Auslieferungen der LDK Solar im 2. Quartal auf 220 bis 230 Megawatt (MW) beliefen und damit die Quartalsprognose von 200 bis 220 MW übertroffen wurde. Man habe voraussichtlich einen Umsatz von 215 Millionen bis 225 Millionen Dollar erwirtschaftet. Im 1. Quartal hatte das Unternehmen noch einem Umsatz von 283 Millionen Dollar erreicht.
Weiter gab die LDK Solar bekannt, dass sie mit der italienischen SAEM den Bau von Solarparks in Apulien vereinbart hat. Demnach soll diese von Juli bis November dieses Jahres fünf Solarparks mit jeweils einem MW Leistung errichten und dafür Solarprodukte von LDK Solar verwenden. SAEM gehört mehrheitlich der Kerself Gruppe.

Bioenergieaktien

Der trudelnde Biokraftstoffhersteller Petrotec AG aus dem westfälischen Borken hat nach eigenen Angaben die Finanzierung des benötigten Rohstoff-Einkaufs gesichert. Mit der Bewital KG aus dem ebenfalls westfälischen Südlohn-Oeding habe man sich auf eine revolvierende Kreditlinie verständigt. Petrotec will die Kreditlinie für den Einkauf von Altspeisefett nutzen, das in der Produktionsanlage in Oeding zu Biodiesel zu verarbeitet wird. Die maximale Höhe der Kreditlinie beträgt dem Unternehmen zufolge 1,5 Millionen Euro. Es hatte vor wenigen Wochen vor möglichen Liquiditätsengpässen gewarnt.

Andere Aktien

Einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verzeichnete der börsennotierte Klavierbauer C. Bechstein Pianofortefabrik AG im Geschäftsjahr 2008. Wie das Unternehmen mit Sitz in Berlin mitteilte, sank der Umsatz von 28,86 Millionen Euro in 2007 auf 26,67 Millionen Euro. Die Gesamtleistung aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen und sonstigen betrieblichen Erlösen verringerte sich auf 26,33 Millionen Euro (2007: 30,66 Millionen Euro). Stärker als der Umsatz ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) eingebrochen, es rutschte von 1,67 Millionen Euro auf 1,12 Millionen Euro ab. In 2008 seien weniger günstige Instrumente aus asiatischer Zuliefer-Fertigung abgesetzt worden. Mittlerweile sei die Umstellung auf eine rein europäische eigene Fertigung vollzogen. Für das 1. Halbjahr 2009 meldet Bechstein einen „guten“ Inlandsabsatz, die Exportschwäche halte an. Umsätze und Ergebnisse entsprächen den Planzahlen. Im Gesamtjahr gehe man von einem Umsatzwachstum im Konzern von fünf Prozent gegenüber 2008 und einem positiven Ertrag aus.

Fast zehn Prozent besser als vorläufig gemeldet sind die Finanzkennzahlen der Dortmunder Entsorgungsspezialistin Envio AG für ihr Geschäftsjahr 2008 ausgefallen. Envio legte nun die erstmals nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten, endgültigen Zahlen 2008 vor. Das Nettoergebnis des Unternehmens betrug demnach 1,95 Millionen Euro, das EBIT 2,64 Millionen Euro und der Umsatz 2008 10,13 Millionen Euro.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der Opens external link in new windowUmweltBank.



Bildhinweis: Reinraum bei Roth & Rau; Flügelproduktion bei Bechstein. / Quelle jeweils: Unternehmen

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