13.07.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Nordex erhält weiteren Auftrag aus der Türkei – Vertriebserfolg für Solon SE in den USA – Führungswechsel bei BGI EcoTech AG – Börsendebüt von kanadischem Geothermieunternehmen

Um 2,8 Prozent ist der deutsche Leitindex DAX in der vergangenen Woche auf 4.576 Punkte gefallen. Der US-amerikanische Dow Jones sank um 1,6 Prozent auf 8.147 Punkte. Der japanische Nikkei verlor ein Prozent auf 9.287 Punkte. Öl hat sich weiter verbilligt, der Preis für ein Barrel der Sorte Brent Crude Oil ging um 6,9 Prozent auf 60,80 Dollar zurück. Der Kupferpreis fiel um 1,6 Prozent auf 4.889 Dollar je Tonne der Qualität „Copper Grade A“. Der Euro verlor 0,3 Prozent an Wert, zum Wochenschluss wurde er mit 1,39 Dollar gehandelt.

Windaktien

Der Windturbinenbauer Nordex AG hat einen weiteren Auftrag aus der Türkei erhalten. Er soll für die einheimische As Makinsan ab Herbst 2009 zehn Windenergieanlagen des Typs N90/2500 für den Windpark "Bandirma III" errichten. Der 25-MW-Windpark wird dem Unternehmen zufolge im Westen der Türkei entstehen, nahe der Hafenstadt Bandirma. Nordex plant nach eigenen Angaben, bis Ende 2009 in der Türkei bis zu 200 Megawatt (MW) neue Leistung ans Netz zu bringen. Im April dieses Jahres hat das Unternehmen eine türkische Gesellschaft gegründet.

Der weltweit führende Hersteller von Windkraftanlagen, Vestas Systems hat einen Vertriebserfolg in China erzielt. Demnach soll Vestas China einen Windpark auf der Insel Pingtan mit 17 Windrädern des Typs V80 mit zwei MW Leistung ausstatten. Die Insel gehört zur chinesischen Profinz Fujian im Osten des Landes. Auftraggeber ist eine Tochter der Fujian Investment Group. Ausgeliefert werden die Windturbinen im 4. Quartal 2009.

Der spanische Windkraftanlagenhersteller Gamesa hat einen Auftrag aus Mexiko erhalten. Der einheimische Projektierer Turbo Power Baja Energy bestellte fünf Windräder mit zusammen zehn MW Leistung. Gamesa soll sie in der zweiten Jahreshälfte 2009 für das Projekt Rumorosa im Bundesstaat Baja California errichten und dann auch betreiben. Der Projektierer hatte einen Tender der Regierung von Baja California gewonnen und erstmal eine Bestellung bei Gamesa aufgegeben.

Solaraktien

Die US-Tochter der Berliner Solon SE soll in Kalifornien ein Photovoltaik-Kraftwerk mit einer Kapazität von 2 Megawatt (MW) errichten. Auftraggeber ist das kalifornische Energie-Versorgungsunternehmen Pacific Gas and Electric Company (PG&E) aus San Francisco. Laut Solon ist das Pilotprojekt Teil eines auf fünf Jahre angelegten Photovoltaik-Programms, das den Bau von Solarkraftwerken mit einer Gesamtleistung von 250 MW vorsieht. Die Solon Corporation aus Tucson, Arizona, wird den Angaben zufolge für das aktuelle Projekt der PG&E die Photovoltaikmodule liefern und das Solarkraftwerk an einem Standort in Kalifornien bis Dezember 2009 fertig stellen. Solon hofft, auch bei zukünftigen Projekten eng mit PG&E zusammen zu arbeiten.

Mit dem italienischen Projektentwickler Sardasol S.r.l. und dem Oldenburger Projektmanagement-Unternehmen IFE Eriksen AG hat die aleo solar AG einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Demnach arbeiten die Unternehmen bei einem Projekt auf Sardinien zusammen. Der Solarpark Arborea I in der Provinz Oristano mit einer Gesamtleistung von 250 Kilowatt werde mit 1.138 Modulen des Typs aleo S_18 ausgestattet sowie mit Wechselrichtern der aleo solar. Mit dem Bau der Aufdachanlage auf einem landwirtschaftlichen Gebäude werde Mitte Juli begonnen. Die Kooperationspartner wollen nach der Inbetriebnahme dieses Projektes weitere Dachanlagen in ähnlicher Größenordnung auf Sardinien realisieren.
Ferner erhielt aleo solar den Auftrag, ab dem Herbst im niedersächsischen Südergellersen einen bestehenden Solarpark um 530 Kilowatt auf 1040 Kilowatt zu erweitern.

Der Erfurter Solarzellenhersteller ersol Solar Energy AG hat zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten seine Prognose nach unten korrigiert. Er rechnet nun mit einem operativen Verlust im laufenden Geschäftsjahr. Wesentlicher Grund sei „die weiterhin schwierige Marktlage, die von einem gegenüber dem Vorjahr rückläufigen Weltmarktvolumen der Photovoltaik verbunden mit einem anhaltenden Überangebot an Solarstromprodukten geprägt“ sei. Die Folge sei zum einen eine allgemeine Nachfrageschwäche der ersol-Kunden, zum anderen ein deutlicher Preisrückgang bei Solarmodulen und -zellen. ersol will seine Absatzplanung an das schwächere Nachfrageszenario anpassen und prüft "derzeit verschiedene Möglichkeiten zur Umsetzung in der Produktion". Am 14. August 2009 will das Unternehmen die Geschäftszahlen für die ersten sechs Monate 2009 in einem Zwischenbericht bekannt geben.

Die Wacker Chemie AG aus München will aufgrund der Wirtschaftskrise und des harten Preisdrucks in der Halbleitersparte Siltronic bis Ende 2010 rund 800 Stellen abbauen. Dies soll ohne Kündigungen durchgeführt werden. Für den Stellenabbau hat Wacker nach eigenen Angaben im 2. Quartal 2009 Rückstellungen in Höhe von rund 15 Millionen Euro gebildet. Unter anderem kündigte Wacker an, die Fertigung von 150-mm Wafern am Standort Freiberg einzustellen und das entsprechende Produktionsvolumen an den Standort Burghausen zu transferieren. Bei Siltronic waren seit Mitte 2008 bereits rund 550 Stellen weggefallen, unter anderem durch den Abbau von Leiharbeitnehmern.
Finanzvorstand Dr. Joachim Rauhut kündigte an, dass das Konzernergebnis im 2. Quartal besser ausfallen wird als in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2009. Im Halbleitergeschäft erwarte Wacker für das 2. Quartal zwar erneut einen operativen Verlust. Der werde aber etwas geringer ausfallen als im 1. Quartal. Zudem sei die Ergebnissituation im Geschäft mit Silizium „weiterhin attraktiv.“

Die Phoenix Solar Pte Ltd aus Singapur, Tochtergesellschaft der Phoenix Solar AG aus Sulzemoos, hat die Ausschreibung über die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Flughafen des Landes gewonnen. Sie soll ab August auf dem Budget Terminal des Changi Airports eine Anlage mit einer Spitzenleistung von 250 Kilowatt (kWp) errichten. Sie will dabei127 kWp Dünnschichtmodule von First Solar und 123 kWp polykristalline Module der norwegischen Renewable Energy Corporation (REC) einsetzen; die Wechselrichter soll die hessische SMA Solar Technology AG liefern.

In Südspanien errichtet die Erlanger Spezialistin für solarthermische Kraftwerke, Solar Millennium AG, gegenwärtig ein drittes Parabolrinnen-Kraftwerk. Bei diesem Projekt Andasol 3 sind jetzt deutsche Energieversorgungsunternehmen als weitere Investoren eingestiegen. Die Stadtwerke München beteiligen sich den Angaben zufolge an der Projektgesellschaft mit 48,9 Prozent, RWE Innogy und RheinEnergie über eine gemeinsame Vorschaltgesellschaft mit 25,1 Prozent. Diese Vorschaltgesellschaft gehört zu 51 Prozent der RWE Innogy, der Grünstrom-Tochter des Energiekonzerns RWE. Die übrigen 26 Prozent verbleiben im Besitz der Vorschaltgesellschaft Solanda GmbH, die mehrheitlich (61,5 Prozent) der MAN Ferrostaal gehört und an der Solar Millennium mit 38,5 Prozent beteiligt ist. Bei den Andasol-Projekten handelt es sich um drei Parabolrinnen-Kraftwerke in Andalusien, die von der Solar Millennium AG initiiert und entwickelt wurden. Die Technologie für das Solarfeld kommt bei allen drei Kraftwerken von der Solar Millennium Tochter Flagsol GmbH, Köln. Während Andasol 1 und 2 zusammen mit einem spanischen Anlagenbau-Unternehmen realisiert wurden und bereits Strom produzieren, befindet sich Andasol 3 im Bau und soll 2011 ans Netz gehen. Bei Andasol 3 zeichnet Solar Millennium über ein Gemeinschaftsunternehmen mit MAN Ferrostaal, der MAN Solar Millennium GmbH, und in Zusammenarbeit mit der spanischen Duro Felguera S.A. erstmals für den Kraftwerksbau verantwortlich.

Das französische Grünstromunternehmen EDF Energies Nouvelles baut seine Solarkapazitäten schneller aus als geplant. Das geht aus der aktuellen Halbjahresbilanz für den Bereich Photovoltaik hervor, die nun von der börsennotierten Tochtergesellschaft des Energiekonzerns EDF vorgelegt wurde. Demnach hat sie bis zum 30. Juni 2009 Solaranlagen mit rund 144 Megawatt (MW) Leistung in Betrieb genommen oder zumindest deren Bau gestartet. Ihre Planung hatte vorgesehen, erst bis zum Jahresende 150 MW zu erreichen. Dieses Ziel dürfte nun weitaus früher erreicht werden. Bis 2012 will EDF Energies Nouvelles ihre installierten Kapazitäten im Bereich Photovoltaik auf 500 MW steigern.

Bioenergieaktien

Ihren ersten Auftrag für eine Deponieanlage hat die 2G Bio-Energietechnik AG (2G) erhalten. Wie das Unternehmen aus Heek bekannt gab, wird diese in den Niederlanden in der Nähe von Amersfoort aufgestellt. An den ungenannten Kunden werde eine komplette Gasverwertungseinheit inklusive Trafo in einem 14m-Containermodul geliefert. Erstmals will die 2G dabei die sogenannte SCR-Technik (selective catalytic reduction) einsetzen. Hierbei handle es sich um eine Abgasnachbehandlung zur Reduktion von Stickoxiden.
Bei der Gewinnung des Auftrags, über dessen finanzielles Volumen die 2 G keine Angaben machte, kooperierte sie mit der Van der Wiel Holding aus dem niederländischen Drachten. Sie hofft, dass über diese Kooperation bereits in den kommenden Monaten weitere Aufträge für Deponie- und für Kläranlagen folgen werden.
Weiter teilte das Unternehmen mit, dass sich im ersten Halbjahr 2009 das starke Unternehmenswachstum des zweiten Halbjahrs 2008 fortgesetzt hat. Demnach konnte im laufenden Geschäftsjahr bei einem deutlichen Umsatzwachstum eine „überproportionale Ergebnisverbesserung“ erreicht werden. Der Vorstand gehe von einem deutlich positiven Betriebsergebnis aus. Für den weiteren Jahresverlauf und das kommende Geschäftsjahr stellte die Führung der 2G eine Beschleunigung des Wachstums in Aussicht. Auftragseingang und -bestand hätten sich in den ersten Monaten des laufenden Jahres positiv entwickelt.

Beim hessischen Erneuerbare-Energie-Unternehmen BGI EcoTech AG hat es einen Führungswechsel gegeben. So wurde Albert Klein mit sofortiger Wirkung zum Vorstandssprecher für die BGI EcoTech AG ernannt. Sein Vorgänger Reinhold Samanns ist fortan für den Ausbau des außereuropäischen Geschäfts zuständig. Der bisherige Vorstand Jürgen Laudenbach soll außerhalb des BGI Konzerns eine neue Aufgabe im europa?ischen Ausland wahrnehmen.

Andere Aktien

Zwei Ausrüstungsverträge mit einem Auftragsvolumen in Höhe von 2,9 Millionen Dollar hat die US-amerikanische Luftreinigungsspezialistin Ceco Environmental abgeschlossen. Wie die Gesellschaft aus Cincinnati mitteilt, produziert einer der Auftraggeber Erneuerbare Energie aus Biomasse, beim andere handele es sich um ein Raffinerie-Unternehmen.

Das kanadische Geothermieunternehmen Magma Energy ist mit Erfolg an der Toronto Stock Exchange gestartet. Nach ihren Angaben war die Aktienemission mehrfach überzeichnet und hat sie die 66.667 Millionen jungen Aktien zu 1,50 Kanadischen Dollar (KAD) je Stück verkauft. Das entspricht rund 0,92 Euro. Mit insgesamt 100 KAD sei der Erlös aus der Emission doppelt so hoch ausgefallen wie anvisiert. Dem erst Anfang 2008 gegründetem Unternehmen zufolge betreibt es ein geothermisches Projekt im US-Bundesstaat Nevada und verfügt es über ein Portfolio von 21 Geothermieliegenschaften in Nord- und Südamerika.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der Opens external link in new windowUmweltBank.



Bildhinweis: Silizium von Wacker Chemie; Solarprojekt der juwi GmbH. / Quelle jeweils: Unternehmen

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