30.01.12 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Nordex erzielt Vertriebserfolg – Solarkonzern Q-Cells in Finanznöten – Gewinneinbruch bei Centrotec Sustainable AG

Der DAX steigerte sich in der vergangenen Woche um sechs Prozent auf 6.512 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones Index verlor hingegen 0,4 Prozent; er fiel auf 12.665 Punkte. Der japanische Nikkei kletterte um 0,6 Prozent auf 8.767 Punkte. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ kostete zum Wochenschluss 111,60, es wurde somit 1,2 Prozent teurer. Um 3,9 Prozent verteuerte sich eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“. Sie notierte bei 8.574 Dollar. Der Euro legte 0,4 Prozent zu und stieg auf 1,321 Dollar.

Windaktien


Für zwei Windparks mit insgesamt 31,5 Megawatt (MW) Leistungskapazität, die in Mittelhessen und Franken entstehen sollen, hat der Erneuerbare-Energien-Projektierer und Fondsinitiator Abo Wind AG aus Wiesbaden 13 Windräder bei Nordex SE geordert. Dies gab der Hamburger Windturbinenbauer bekannt. Ungeprüften Berechnungen zufolge hat Nordex 2011 weltweit rund 13 Prozent mehr Windräder neu errichtet als im Vorjahr. Exakt seien es 428 Windenergieanlagen gewesen, so Nordex. Insgesamt betrug die von Nordex neu errichtete Kraftwerksleistung des Jahres 2011 rund 970 MW, nach 889 MW in 2010.

Zum Bau eines Windparks im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu hat GAIL India 29 Windräder vom spanischen Hersteller Gamesa Corp. Tecnologica in Auftrag gegeben. Bestimmt seien die Turbinen für die Windfarm Palani. Voll ausgebaut soll der Windpark über 24,7 MW Leistungskapazität verfügen, teilte der Windradhersteller aus Zamudio im Baskenland mit. Zwei Windparks in Frankreich mit jeweils acht MW Leistungskapazität hat Gamesa an Allianz Renewable Energy Partners IV Ltd. verkauft. Eine der beiden Windfarmen befinde sich auf dem Gebiet von Poitou-Charentes und Belrain, die zweite habe Gamesa in der Region Lorraine installiert, hieß es.

Der dänische Windkraftturbinen-Hersteller Vestas aus Randers hat einen Auftrag aus Finnland erhalten. Bestellt worden seien zehn Turbinen mit einer Gesamtkapazität von 30 MW. Kunde sei der Windkraftprojektierer finnische TuuliWatti Oy, erklärte Vestas. Die Anlagen seien für einen Windpark in Tervola in Lappland vorgesehen. Außerdem teilte Vestas mit, dass Hans Jörn Rieks, der seit 1993 bei für Vestas arbeitet, ab sofort den neu geschaffenen Posten des Leiters von Vestas Offshore bekleiden werde.

Solaraktien


Der finanziell schwer angeschlagene Solarkonzern Q-Cells SE aus Bitterfeld-Wolfen, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 mehr als die Hälfte seines Grundkapitals verloren. Dies ergab eine Neubewertung der Beteiligungen und des Sachwertvermögens von Q-Cells zum 31. Dezember 2011. Vorläufigen Berechnungen zufolge erwartet Q-Cells für das laufende Jahr tief rote Zahlen und hofft, mittels eines neuen Restrukturierungsplans bis 2014 in die Gewinnzone zurückzukehren. Für 2012 rechnet Q-Cells mit 865 Millionen Euro Umsatz bei einem operativem Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 90 Millionen Euro - fällige Restrukturierungskosten nicht eingerechnet. Für das Folgejahr geht Q-Cells von 916 Millionen Euro Umsatz und 24 Millionen Euro EBIT-Verlust aus. 2014 soll bei 1,1 Milliarden Euro Umsatz dann ein EBIT-Gewinn von 8 Millionen Euro erzielt werden. 2015 schließlich sieht die Prognose 1,3 Milliarden Euro Umsatz und 54 Millionen Euro EBIT vor.
Bei dieser Rechnung ist Q-Cells davon abhängig, ob die Restrukturierungsmaßnahmen wie gewünscht umgesetzt werden. Ein großes Problem dabei ist eine Wandelanleihe im Gesamtwert von 200 Millionen Euro, die Q-Cells bereits im kommenden Monat an die Anleger zurückzahlen muss. Der Solarkonzern will die Rückzahlung verschieben. Daher soll ein gewählter Vertreter aller Anleger der Wandelschuldverschreibung diese Stundung der Anleihe im Namen der Gläubiger gemäß dem Schuldverschreibungsgesetz durchführen. Das Oberlandesgericht Frankfurt wies die Bestellung dieses Gläubigervertreters in erster Instanz ab. Der Solarkonzern will das Urteil anfechten.
Bildnachweis: Produktion von Q-Cells. / Quelle: Unternehmen.


Handfestes Interesse an der Übernahme des insolventen Berliner Photovoltaik-Unternehmens Solon SE hat der Solarkonzern Microsol bekundet. Das von Indern geführte Unternehmen mit Sitz im arabischen Emirat Fudschaira hat sein Übernahmevorhaben beim Bundeskartellamt nach eigenen Angaben angemeldet. Unterdessen hat das US-Auktionshaus Great American Group LCC Module und Produktions-Ausrüstung der US-Sparte von Solon per Internetauktion zum Kauf angeboten.

Die Conergy AG schlittert tiefer in die Verlustzone. Nach vorläufigen Berechnungen wird der Hamburger Solarkonzern das Gesamtjahr mit 80 bis 85 Millionen Euro Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) beschließen. Damit verfehlt Conergy seine im Juni 2011 gesenkte Prognose deutlich. Demnach sollte der EBITDA-Verlust zwischen 50 und 55 Millionen Euro liegen. Mit 755 Millionen Euro Umsatz werde allerdings die Prognose für diesen Bilanzposten voraussichtlich erreicht, teilte Conergy weiter mit. In der Prognose war Conergy von 750 bis 800 Millionen Euro Umsatz ausgegangen. In Griechenland hat Conergy eine Photovoltaikanalge mit einem MW Leistungskapazität fertig gestellt. Die Solaranlage befindet sich im Industriegebiet der Stadt Volos.

Einen Gewinnrückgang für das Gesamtjahr 2011 erwartet auch der Münchner Solarzulieferer Wacker Chemie AG. Nicht bestätigten Zahlen zufolge ging das EBITDA der Siliziumproduzentin auf Jahressicht um acht Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zurück. Dabei sei es voraussichtlich gelungen, den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent auf 4,91 Milliarden Euro zu steigern, erklärte der Vorstandvorsitzende der Wacker Chemie AG, Rudolf Staudigl.

Der anhaltende Preisverfall für Solartechnik-Komponenten drückt wohl auch die Gesamtjahresbilanz der Solarkonzerns Centrosolar AG. Nach 26,6 Millionen Euro EBIT in 2010 erwartet Centrosolar für das Gesamtjahr 2011 rund 14 Millionen Euro Verlust. Dies hätten vorläufige Berechnungen der Solarkonzerns aus München ergeben, teilte Centrosolar mit. Zudem sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent auf 294 Millionen Euro geschrumpft.

Rund acht Millionen Euro weniger als ursprünglich anvisiert hat die S.A.G. Solarstrom AG über ihre jüngste Unternehmensanleihe eingeworben. Das Unternehmen aus Freiburg beendete die Zeichnungsfrist zum 26. Januar. Ursprünglich sollte die 7,5 Prozent fest verzinste Anleihe 25 Millionen Euro einwerben. Die knapp 17 Millionen Euro Erlös aus der Wertpapier-Emission sind der Emittentin zufolge in erster Linie für den Ausbau des S.A.G.-Projektgeschäfts in Europa bestimmt.

Mit der US-Bank Wells Fargo hat der US-Solarprojektierer SunEdison, eine Tochter des US-Solarkonzerns MEMC Electronic Materials aus St. Peters in Missouri, die Finanzierung eines Großprojekts vereinbart. Dabei handele es sich um einen Solarpark mit mit 53,5 MW Leistungskapazität, den SunEdison derzeit im US-Bundesstaat New Mexiko realisiere, gab MEMC bekannt.

Andere Aktien

Einen starken Gewinneinbruch im Geschäftsjahr 2011 hat die Centrotec Sustainable AG erlitten. Das EBIT werde nach vorläufiger Berechnung ein Drittel unter dem Vorjahreswert von 36,2 Millionen Euro liegen, kündigte das aus Brilon mit. Beim Umsatz hingegen erwartet Centrotec Sustainable auf Jahressicht eine Steigerung um zwölf Prozent auf 538 Millionen Euro.
Bildnachweis: Centrotec-Firmenzentrale in Brilon. / Quelle Unternehmen


Eine millionenschwere Abschreibung hat die schweizerische Cleantech-Wagniskapitalgesellschaft New Value AG aus Zürich in einen Liquiditätsengpass geführt. Der Unternehmensgründer Rolf Wägli übernahm die Verantwortung und trat mit sofortiger Wirkung als Präsident des Verwaltungsrates von New Value zurück. Thomas Keller, seinerseits seit 2003 Mitglied des New-Value-Verwaltungsrates, werde seinen Posten fortan übernehmen, teilte der Wagniskapitalgeber mit. Grund für die angespannte Finanzlage sei eine Abschreibung auf eine Festgeldanlage in Höhe von acht Millionen Schweizer Franken (6,6 Millionen Euro). Diese resultiere aus einer Festgeldanlage in ein Unternehmen in Höhe von 13 Millionen Schweizer Franken (10,7 Millionen Euro), aus der bislang nur rund drei Millionen Schweizer Franken an New Value zurückgeflossen seien. Dass New Value weitere Gelder aus dieser Investition zurückerhalte sei sehr ungewiss, hieß es weiter.

Die österreichische Teak Holz International AG (THI) aus Linz hat im vergangenen Jahr 1,2 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, etwa 70 Prozent mehr als 2010. Das EBIT fiel dagegen mit 1,4 Millionen Euro deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Mit 4,4 Millionen Euro hatte das EBIT 2010 fast das Dreifache betragen. Die THI habe nicht ausreichend Holz der Premiumklasse aus Costa Rica umschlagen können. Daher habe sich das Unternehmen entschieden,  sich  künftig verstärkt auf die Dienstleistungssparte im Forstmanagement zu konzentrieren, hieß es.

Die Dortmunder PCB-Skandal-Firma Envio AG wird kräftig zu Kasse gebeten. Bislang stehen dem zahlungsunfähigen Recycling-Unternehmen rund 12 Millionen Euro an Forderungen von insgesamt 56 Gläubigern ins Haus. Insolvenzverwalter Achim Thomas Thiele gab dies bekannt. Thiele geht davon aus, dass noch Forderungen in erheblichem Umfang nachträglich angemeldet werden, weil bekannte Gläubiger ihre Ansprüche ihm zufolge noch nicht angemeldet haben.
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