04.03.13 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Nordex liefert Windräder nach England – First Solar zurück in der Gewinnzone – Bambusspezialistin Asian Bamboo AG schreibt rote Zahlen

Der DAX legte in der vergangenen Woche 0,6 Prozent zu und erreichte 7.708 Punkte. Um 0,7 Prozent aufwärts auf 14.093 Punkte ging es für den US-amerikanischen Dow Jones Index. Der japanische Nikkei kletterte um 2,8 Prozent auf 11.707 Punkte. 0,4 Prozent Zugewinn auf 22.880 Punkte verbuchte der Hang Seng Index in Hong Kong. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ fiel wie in der Vorwoche um weitere 3,1 Prozent auf 110,60 Euro. Die Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ verbilligte sich um 1,3 Prozent auf 7.727 Euro. Der Eurokurs fiel um 1,4 Prozent auf 1,301 Dollar.
Windaktien
Beim unmittelbar bevorstehenden Bau einer Windfarm in Großbritannien sollen Turbinen des Hamburger Herstellers Nordex zum Einsatz kommen. Das hat der britische Grünstromprojektierer Glenmont Partners bekannt gegeben. Das in London ansässige Unternehmen habe sich mit der England-Sparte von Nordex über die Lieferung von fünf Windrädern mit zusammen 12,5 Megawatt (MW) Leistungskapazität samt eines zehn Jahre laufenden Service- und Wartungsvertrags geeinigt. Die Bestellung betreffe den Windpark Todmorden Moor in West Yorkshire, der noch in diesem Jahr mit der Stromproduktion beginnen solle, hieß es.
Der spanische Windkraftkonzern Gamesa Corp. Teconologica hat seine offizielle Bilanz für das Geschäftsjahr 2012 veröffentlicht. Demnach hat das Unternehmen aus Zamudio im Baskenland 659 Millionen Euro Nettoverlust erwirtschaftet. Nach Unternehmensangaben trugen dazu rund 600 Millionen Euro aus einmaligen Belastungen durch Kosten der laufenden Restrukturierung bei. Nach einem Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 131 Millionen Euro im Vorjahr verbuchte Gamesa für 2012 631 Millionen Euro EBIT-Verlust. Ohne die Belastung durch die Umstrukturierung habe Vestas fünf Millionen Euro EBIT-Gewinn erzielt, erklärte der Vorstandsvorsitzende Ignacio Martin. Der Jahresumsatz von Gamesa ist gegenüber 2011 um sechs Prozent auf 2,844 Milliarden Euro gesunken.
Das Ringen um die Übernahme des kanadischen Grünstrom-Projektentwicklers Western Wind Energy aus Vancouver ist entschieden. Gegen den hartnäckigen Widerstand der bisherigen Unternehmensführung ist es der ebenfalls kanadischen Brookfield Renewable Energy gelungen, über ihre Beteiligung WWE Equity Holdings die Mehrheit an Western Wind Energy zu erwerben. Das Unternehmen aus Gatineau in Quebec hat nach eigenen Angaben 2,60 Dollar je Aktie geboten und insgesamt 66 Prozent der Anteile an Western Wind Energy gekauft.
Einen großen Folgeauftrag zur Lieferung von Windrädern in die indische Heimat hat die Suzlon Energy Ltd. erhalten. Der Öl- und Gaskonzern Oil & Natural Gas Corporation Ltd. (ONGC) habe 49 Windräder vom Typ S88 mit zusammen 103 MW Leistungskapazität bestellt, teilte das Unternehmen aus Pune mit. Diese sollen in Rajastan aufgestellt werden.
Solaraktien
Neue Aufträge zum Bau zweier Solarparks in Griechenland hat die Phoenix Solar AG erhalten. Das Unternehmen soll zwei Freiflächenanlagen mit zusammengenommen 2,5 MW Leistungskapazität in den Regionen Lakonien und Etoloakarnania auf dem griechischen Festland realisieren. Das erste Projekt verfüge über 1,5 MW geplante Spitzenleistung, das zweite solle einen MW stark werden, teilte das Photovoltaiksystemhaus aus Sulzemoos mit.
In Spanien setzt der Hamburger Solarkonzern Conergy AG verstärkt auf Eigenverbrauchsanlagen, die gänzlich ohne Solarförderung auskommen. „Seit unserem ersten Netzparität-Projekt im Herbst letzten Jahres haben wir zahlreiche weitere Anlagen ohne Förderung ans Netz gebracht – sowohl auf Privathäusern als auch auf vielen Gewerbebetrieben“, sagt Luis Jiménez Gutierrez, Spanien-Chef von Conergy.
Eine Gewinnwarnung für das Gesamtjahr 2012 und Pläne zur strategischen Neuausrichtung hat die Edisun Power Europe AG veröffentlicht. Das Züricher Unternehmen, das bislang vor allem Solaranlagen in Europa plant, baut und betreibt, rechnet für 2012 mit einem Reinverlust zwischen 2,2 und 2,7 Millionen Schweizer Franken (CHF). Das sind umgerechnet 2,2 Millionen Euro. Dabei werden im operativen Geschäft wahrscheinlich zwischen 600.000 und 800.000 CHF Verlust (492.000 bis 660.000 Euro) anfallen, hieß es. Hintergrund seien einmalige Kosten. Zusätzlich seien aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen für Solaranlagen in Frankreich und vor allem in Spanien Rückstellungen zwischen 1,6 und 1,9 Millionen CHF (1,3 bis 1,6 Millionen Euro) notwendig.
Edisun Power Europe plant einen Strategiewechsel. Künftig will das Unternehmen nur noch laufende Anlagen kaufen und dann betreiben. Um Kosten zu sparen, werde unter anderem der Vorstand und Verwaltungsrat des Unternehmens verkleinert, hieß es. Außerdem sei ein Kapitalschnitt nötig, über den die Aktionäre Anfang Mai 2013 abstimmen sollen.
Der Solarausrüster centrotherm photovoltaics hat einen Großauftrag zur Lieferung von Diffusionsanlagen vom norwegischen Solarkonzern Renewable Energy Corporation (REC) erhalten. Das Unternehmen aus Blaubeuren gab bekannt, dass die Norweger eine Fertigungslinie für Solarmodule eines Werkes in Singapur mit den Technologiekomponenten aufrüsten wollen. Die aufzurüstende Produktionslinie verfüge über 740 MW Produktionskapazität. Die Nachrüstung ermögliche REC in Singapur eine kosteneffizientere Produktion, erklärte die centrotherm photovoltaics AG.
Außerdem hat der norwegische Solarkonzern REC die Module für einen großen Solarpark in Baden geliefert. Die Freiflächenanlage, die nun in Betrieb gegangen ist, sei auf einem 14 Hektar großen Areal in Vogtsburg im Kaiserstuhl errichtet worden und habe mit 7,8 MW Leistungskapazität das Potenzial, 70 Prozent des gesamten Strombedarfs der Stadt zu decken, teilte das Unternehmen aus Sandvika mit.
Im Geschäftsjahr 2012 ist der Nettoverlust von First Solar noch deutlich höher ausgefallen als im Vorjahr. Das geht aus den Zahlen hervor, die der Solarkonzern aus Tempe im US-Bundesstaat Arizona veröffentlicht hat. Demnach ist das Minus gegenüber 2011 von 39,5 auf 96,3 Millionen Dollar gestiegen. Der Jahresumsatz von First Solar erhöhte sich von 2,8 auf 3,4 Milliarden Dollar. Im vierten Quartal steigerte der Konzern den Umsatz um 62 Prozent von 660,4 Millionen auf 1,07 Milliarden Dollar. Und nach 413 Millionen Dollar Nettoverlust im vierten Quartal 2011 verbuchten die Amerikaner nun 154,2 Millionen Dollar Nettogewinn.
Mit weniger Umsatz und einem hohen Nettoverlust hat der US-Solarausrüster GT Advanced Technologies Inc. aus Nashua in New Hampshire das Gesamtjahr 2012 beendet. Der Gesamtumsatz in 2012 sank im Vergleich zu 2011 um 16 Prozent auf 733,5 Millionen Dollar. Der Nettoverlust inklusive aller einmaligen Effekte belief sich auf 63 Millionen Dollar. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der Solarausrüster noch 156 Millionen Dollar Nettogewinn erzielt.
Tiefer in die Verlustzone ist der chinesische Solarkonzern Trina Solar geraten. Für das Gesamtjahr 2012 weist das Unternehmen aus Changzhou in seiner aktuellsten Jahresbilanz einen deutlich höheren Nettoverlust aus. Zugleich brach der Umsatz in beiden Berichtszeiträumen um mehr als 30 Prozent ein. Das Gesamtjahr beschlossen die Chinesen mit 1,3 Milliarden Dollar Umsatz. Verglichen mit dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 37 Prozent. Der Nettoverlust des Gesamtjahres vervielfachte sich von 37,8 auf 266,5 Millionen Dollar.
Der Absatz von Solarmodulen des chinesischen Konzerns Yingli Green Energy in 2012 ist wohl noch etwas besser ausgefallen als bisher vermeldet. Dennoch geht Yingli davon aus, in 2012 Verluste eingefahren zu haben. Das Unternehmen aus Baoding teilte nun mit, dass nach vorläufigen Berechnungen eine negative Gewinnmarge zwischen 8 und 8,5 Prozent angefallen sei. Dabei haben die Chinesen nach eigenen Angaben im gesamten vergangenen Jahr Solarmodule mit 2.300 MW abgesetzt. Das sind 100 MW mehr als in der im Januar 2013 angehobenen Prognose.
Die chinesische LDK Solar hat über neun Millionen Dollar durch den Verkauf von Aktien eingenommen. Das gab der schwer angeschlagene Solarkonzern aus Xinyu bekannt. Er hat den Angaben zufolge fünf Millionen Aktien an Fulai Investments Limited veräußert. Das Unternehmen sei auf den Britischen Jungferninseln ansässig und gehöre mit Cheng Kin Ming einem Geschäftsmann aus Hong Kong.
Andere Aktien
Die Bambusspezialistin Asian Bamboo AG ist 2012 in die roten Zahlen geraten. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg und Bambusplantagen in China legte vorläufige Zahlen vor. Einen einschneidenden Verlust erlitt Asian Bamboo demnach beim Wert seiner Plantagen. Beim Zeitwert dieser so genannten biologischen Vermögenswerte verdreifachte das Unternehmen den Verlust von rund 19 Millionen auf 56,8 Millionen Euro. Es sei zu einer „Reihe unglücklicher Ereignisse“ im Bezug auf das Wetter und die Ernte gekommen, hieß es dazu. Damit entstand nach 26,2 Millionen Euro Bruttogewinn nun 10 Millionen Euro Bruttoverlust. Und nach 16,2 Millionen Euro Jahresüberschuss in 2011 erlitt das Unternehmen nun 19,2 Millionen Euro Jahresverlust auf Konzernebene. Der Umsatz lag mit 72,9 Millionen Euro 19 Prozent unter dem des Vorjahres. Der Cash Flow aus den fortgeführten Geschäften fiel um 51 Prozent auf 13,6 Millionen Euro.
Trotz eines deutlichen Umsatzanstiegs hat Ormat Technologies Inc. 2012 mit fünfmal mehr Nettoverlust als noch 2011 abgeschlossen. Für das vierte Quartal des zurückliegenden Jahres verbuchte die Spezialistin für geothermische Großkraftwerke aus Reno im US-Bundesstaat Nevada zusätzlich zur Vervielfachung des Quartalsverlusts auch noch einen Umsatzrückgang. Das geht aus der jüngsten Bilanz hervor. 2012 erzielte Ormat demnach mit 514,4 Millionen Dollar 17,7 Prozent mehr Umsatz als noch 2011. Zugleich hat das Unternehmen aus Nevada den Nettoverlust nahezu verfünffacht auf 207 Millionen Dollar. Das vierte Quartal schlossen die Amerikaner mit 116 Millionen Dollar Umsatz und 223 Millionen Dollar Nettoverlust ab. Dies entspricht 6,8 Prozent weniger Umsatz und etwas mehr als fünfmal so viel Nettoverlust als im Vergleichszeitraum 2011.
Bildnachweis: US-amerikanisches geothermisches Großkraftwerk von Ormat. / Quelle: Unternehmen
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