Windrad-Gondel einer Nordex-Anlage vom Typ N100. / Quelle: Unternehmen

27.04.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Nordex punktet im pakistanischen Windmarkt – First Solar baut Großprojekt in Australien – Royal Wessanen steigert Umsatz und Ergebnis

In der vergangenen Woche gelang dem DAX die Trendumkehr. Der deutsche Leitindex verbesserte sich um 1,05 Prozent auf 11.811 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones Index stieg um 1,4 Prozent auf 18.080 Punkte. Der japanische Nikkei kletterte um 1,9 Prozent auf 20.020 Punkte, der chinesische Hang Seng Index um 1,5 Prozent auf 28.061 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ erhöhte sich um 2,8 Prozent auf 65,44 Dollar. Dagegen verbilligte sich die Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ um ein Prozent auf 6.028 Dollar. Der Euro gewann weitere 0,6 Prozent an Wert und wurde zum Wochenabschluss mit 1,0869 Dollar gehandelt.

Windaktien

Die Hamburger Nordex SE soll 40 Windkraftanlagen der Baureihe N100/2500 in der Provinz Sindh installieren. Die Bestellungen im Umfang von 100 Megawatt (MW) verteilen sich auf zwei Order der Yunus Energy Limited und der Metro Power Company Limited. Die Bauarbeiten will der Windradhersteller noch im Frühjahr beginnen und die beiden Projekte bis zum Sommer 2016 ans Netz bringen. Danach sind die Hamburger zehn Jahre lang für den Service der Parks zuständig. Die lokalen Bauvorbereitungen inklusive Fundament-Arbeiten, Wegebau und Verkabelung übernimmt Nordex mit dem Partner Descon Engineering aus Lahore. In diesem Konsortium hat der Hersteller nach eigenen Angaben in Pakistan bereits Projekte mit einem Volumen von zusammen 150 MW realisiert.

Die spanische Gamesa hat die Ausschreibung für eine Windfarm in Ägypten gewonnen. Das Unternehmen aus dem Baskenland soll das Projekt am Golf von El Zayt umsetzen. Es wird nach seinen Angaben aus 110 Gamesa-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 220 Megawatt (MW) bestehen. Der Baubeginn des Windparks ist für den September 2015 geplant, der Netzanschluss der Windkraftanlagen für die zweite Jahreshälfte 2017. Gamesa soll auch die erforderliche Infrastruktur schaffen und nach dem Netzanschluss mindestens drei Jahre lang für den Betrieb der Windfarm verantwortlich sein. Finanzierer des Projektes ist die Japan International Cooperation Agency (JICA).
Zudem hat der spanische Windkraftkonzern einen Vertrag für einen Windpark in Uruguay mit einer Nennleistung von zusammen 50 Megawatt (MW) abgeschlossen. Auftraggeber ist der spanische Projektentwickler Smartener. Die Order umfasst die Lieferung und Errichtung von 25 Gamesa-Windenergieanlagen des Typs G114-2.0 MW. Zudem übernimmt Gamesa für fünf Jahre die Betriebsführung und Wartung des Windparks. Der Windpark soll im zweiten Quartal 2016 fertiggestellt werden.

Der US-amerikanische Windkraftzulieferer American Superconductor Inc. (AMSC) hat nach eigenen Angaben seine Umsatzprognose erfüllt. Wie das Unternehmen aus Devens in Massachusetts mitteilt, rechnet es nach vorläufigen Berechnungen für das vierte Quartal des Ende März abgelaufenen Geschäftsjahres 2015 mit einem Umsatz von 24 bis 25 Millionen Dollar. Im Gesamtjahr habe sich der Umsatz voraussichtlich auf 69 bis 70 Millionen Euro belaufen.

Solaraktien
 
Umfassende Kapitalmaßnahmen plant die Führung der Singulus Technology AG. Wie der Solarausrüster aus Kahl am Main bekannt gab, plant der Vorstand eine Herabsetzung des Grundkapitals zum Ausgleich der aufgelaufenen Verluste. Durch ein hohes Minus im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 war das Eigenkapital der Singulus Technology AG auf nur noch rund 20 Millionen Euro geschrumpft. Weiter will der Vorstand bei der Hauptversammlung beantragen, dass ihm die Möglichkeit eröffnet wird, Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts vorzunehmen. Das eröffne ihm die Option, die ausgegeben Anleihe gegen Aktien der Gesellschaft zu tauschen, um so das Unternehmen von der Zinslast zu befreien, hieß es zur Begründung. Eine ebenfalls geplante Umwandlung der Inhaberaktien in Namensaktien soll diese Maßnahmen erleichtern.

Die Meyer Burger Technology AG aus Thun in der Schweiz hat sich mit dem Pleiteunternehmen GT Advanced Technologies (GTAT) aus den USA über dessen Außenstände bei dem Solarausrüster geeinigt. Mit dem Vergleich erkennt GTAT Forderungen von Meyer Burger in Höhe von 34,8 Millionen Dollar an. Im Gegenzug geht das von Meyer Burger gelieferte Equipment in das Eigentum von GTAT über. Die Vergleichsvereinbarung unterliegt der Genehmigung durch das zuständige US-Insolvenzgericht für den District of New Hampshire. Eine Entscheidung des US-Insolvenzgerichts erwarten die Schweizer bis Ende Juni 2015.

Die US-amerikanische SunPower baut eine Solarfarm in Südafrika. Wie der
Solarkonzern mit Hauptsitz im kalifornischen San Jose mitteilte, entsteht das Projekte dort in der nördlichen Kap-Provinz. Das Solarkraftwerk Prieska soll eine Kapazität von 86 Megawatt (MW) erreichen. Laut SunPower hat sich der südafrikanische Versorger Eskom bereits verpflichtet, den Solarstrom aus dem Projekt Prieska zu Festpreisen abzunehmen.

First Solar hat eine große Solarfarm in Australien mit Solarmodulen ausgestattet. Nach Angaben des Unternehmens aus dem US-Bundesstaat Arizona handelt es sich bei dem Projekt Nyngan um das größte Solarkraftwerk der südlichen Hemisphäre. Es wurde mit 1,36 Millionen Modulen von First Solar bestückt und soll eine Kapazität von 102 Megawatt (MW) erreichen. Ein Viertel der Anlage erzeugt bereits Solarstrom, die gesamte Solarfarm soll im Jahresverlauf ans Netz kommen. First Solar hat den Auftrag von der einheimischen AGL erhalten. Für diese setzen die Amerikaner auch das Photovoltaikprojekt  Broken Hill um, das sich ebenfalls im australischen Bundesstaat Neu-Südwales befindet. Dieses soll eine Kapazität von 53 MW erreichen und bis zum November 2015 abgeschlossen werden. Für beide Solarfarmen wurde vereinbart, dass First Solar für mindestens fünf Jahre auch den Betrieb der Anlagen übernimmt.
Wie er ferner bekannt gab, hat der Solarkonzern Teile eines US-Projektes aus dem eigenen Bestand an eine Tochter der Southern Company verkauft. Die Southern Power habe eine Mehrheitsbeteiligung an dem Photovoltaikprojekt Lost Hills-Blackwell erworben. Diese umfasse das Solarkraftwerk Lost Hills mit 20 MW und das Solarkraftwerk Blackwell mit 12 MW. Sie würden seit April 2014 im kalifornischen Landkreis Kern errichtet und schon bald ans Netz gehen. Die kalifornischen Energieversorger Pacific Gas & Electric Company (PG&E) und Roseville Electric hätten sich zur Abnahme des Sonnenstroms verpflichtet.

Bildhinweis: Großprojekt von First Solar. / Quelle: Unternehmen


Der Solarprojektierer SolarCity aus Kalifornien hat einen Fonds auf die Beine gestellt, mit dem Photovoltaik-Anlagen inklusive Batterie-Speichersystemen für Unternehmen, Schulen, gemeinnützige Organisationen und Regierungsorganisationen finanziert werden sollen. An dem Fonds ist auch die Bank Credit Suisse beteiligt. Insgesamt sollen mehr als 1 Milliarde US-Dollar investiert werden. Damit will der Fonds in den nächsten zwei Jahren Solaranlagen mit einer Nennleistung von über 300 Megawatt (MW) finanzieren, die dann von SolarCity umgesetzt werden.

Die US-amerikanischen SunEdison errichtet eine Solaranlage mit einer Nennleistung von 2,6 Megawatt (MW) in Winchendon im US-Bundesstaat Massachusetts. Die Solaranlage wird auf einer zuvor unbrauchbaren Fläche errichtet. TerraForm Power, die eigenständig börsennotierte Anlagenbetreiber-Tochter von SunEdison, soll das Projekt nach der Fertigstellung in ihr Projektportfolio übernehmen.

Der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy hat eine Liegenschaft am Firmensitz Baoding zu Geld gemacht. Der Solarkonzern betreibt dort unter anderem eine Siliziumfabrik. Zu deren Gelände gehört nach Unternehmensangaben ein Areal von über 54 Hektar, das der Konzern nicht nutzte und jetzt veräußert hat. Der Verkauf brachte ihm demnach umgerechnet rund 95 Millionen US-Dollar ein. Wie Miao Liansheng erläuterte, Chairman und CEO von Yingli Green Energy, sollen die Einnahmen dem Schuldenabbau dienen. Käufer sei eine lokale Behörde, die in Baoding zuständig sei für die Renaturierung von Industrieflächen.

Bioenergieaktien

Der vor kurzem von der REG European Holdings B.V. übernommene Biokraftstoffhersteller Petrotec AG hat vorläufige Zahlen für das erste Quartal bekannt gegeben. Demnach hat das Unternehmen aus Borken im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatz in Höhe von EUR 26,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist gegenüber dem ersten Quartal 2014 ein Rückgang von 42,2 Prozent. Die Marge beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) für das erste Quartal 2015 ist nach den vorläufigen Zahlen auf ungefähr minus 3 Prozent gesunken. Sie hatte im Vorjahreszeitraum noch minus 1,3 Prozent betragen.

Andere Aktien

Der niederländische Biolebensmittelhersteller Royal Wessanen setzt seinen Wachstumskurs fort. Er hatte 2014 seinen Umsatz und das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) deutlich verbessert. Nun gab das Unternehmen auch für das erste Quartal 2015 verbesserte Zahlen bekannt. Demnach hat Royal Wessanen den Quartalsumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp neun Prozent auf 131,7 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT kletterte im ersten Vierteljahr auf 12,3 Millionen Euro nach 9,2 Millionen Euro im ersten Quartal 2014. Der Gewinn je Aktie sprang von 0,07 auf 0,17 Euro.

Das auf Tropen- und Edelholz spezialisierte Forstunternehmen Teakholz International (THI) AG will seinen Anleihegläubigern ein Sanierungskonzept vorlegen. Der Plantagenbetreiber war nach Fehlern bei der Inventur der Baumbestände in Costa Rica in eine Existenzkrise geraten. Auf dem Unternehmen aus Österreich lastet ein Schuldenberg in Höhe von rund 32 Millionen Euro. Und im August 2015 wird eine Anleihe im Umfang von 15,6 Millionen Euro fällig. Nun hat der THI-Vorstand die Gläubiger seiner Wandelschuldverschreibung 2010 (ISIN AT0000A0K1F9) eingeladen, am 6. Mai über eine Rettung des angeschlagenen Unternehmens zu verhandeln. Er kündigte an, zwei Restrukturierungsvarianten vorzustellen: den Verkauf der Plantagen an Dritte oder deren Übernahme durch Gläubiger und Dritte, um die Plantagen bis zur Ernte weiterzuführen.

Die 2G Energy AG aus Heek hat die Führung ihrer US-Tochter 2G Cenergy Power Systems Technologies ausgetauscht. Während die 2G Energy AG im Konzern ein starkes Umsatz- und Ergebniswachstum erzielte, seien die Umsätze im US-Geschäft 2014 hinter den Erwartungen zurück geblieben, hieß es dazu. Die 2G ist ein Hersteller von Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlagen. Der Vorstand bekräftigte seine Einschätzung, dass sich der nordamerikanische Markt mittelfristig zum größten internationalen Absatzmarkt für KWK-Anlagen außerhalb Deutschlands entwickeln wird.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.
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