Windkraftanlagen des chinesischen Herstellers Goldwind, der einen Großauftrag aus den USA erhalten hat. / Foto: Goldwind

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Nordex punktet im türkischen Windmarkt – Umsatzrückgang und gestiegene Verluste bei SolarWorld – Whole Foods Market meldet Gewinnsteigerung

In der vergangenen Woche sank der Dax um 4,0 Prozent auf 10.259 Punkte. Der amerikanische Dow Jones Index verlor um 1,5 Prozent auf 17.888 Punkte. Der japanische Nikkei-Index fiel um 3,1 Prozent auf 16.905 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index gab 1,2 Prozent auf 22.675 Punkte nach. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent fällt weiter ab um rund 8 Prozent auf 45,56 US-Dollar. Gold legte um 2,3 Prozent auf 1.304,6 US-Dollar je Unze zu. Der Euro verteuerte sich im Wochenverlauf um 1,86 Prozent auf 1,1145 Dollar.


Windaktien

Die Nordex SE, Windkraftanlagenhersteller aus Hamburg, stärkt ihre Position in der Türkei. Im September erhielt der Windkraftanlagenhersteller drei neue Aufträge von seinem türkischen Stammkunden Eksim Yatirim. Eksim setzt erneuerbare Energieprojekte um und konzentriert sich dabei auf Wind- und Wasserkraft. Für die Erweiterungen der Windparks „Amasya“, „Tokat“ und „Susurluk“ errichtet Nordex für Eksim insgesamt 37 Anlagen vom Typ N117/3000 mit einer Gesamtkapazität von 111 Megawatt (MW). Die Standorte der Windkraftanlagen liegen in der Schwarzmeerregion im Norden der Türkei und in Marmara im Nordwesten des Landes. Für den Bau eines Windparks in Mexiko hat Nordex außerdem im September einen neuen Auftrag von Acciona Energia erhalten. Der Windpark „El Cortijo“ soll aus 56 Anlagen vom Typ AW125/3000 mit einer Gesamtleistung von 168 MW bestehen. Der Standort liegt im Bundesstaat Tamaulipas im Nordosten von Mexiko, 40 Kilometer südlich der Grenzstadt Reynosa. Die Turbinen sollen 2018 in Betrieb genommen werden.

Der spanische Windkonzern Gamesa meldete weitere Vertriebserfolge in Indien. Das Unternehmen aus dem Baskenland hat fünf Aufträge mit einer Gesamtleistung von 304 MW erhalten. Die Aufträge stammen von unterschiedlichen Kunden, die nicht benannt wurden. Gamesa wird die Turbinen liefern, betreiben und sämtliche Serviceleistungen für die Windparks übernehmen. Bei vier der fünf Projekte soll Gamesa auch die Konstruktion der Windkraftanlagen verantworten.

Der dänische Windkraftanlagen-Hersteller Vestas wird seinen Servicevertrag mit der C2C Power LP für Windprojekte in Kanada verlängern. Der Vertrag umfasst Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 632 MW. Das Portfolio beinhaltet neun Windkraft-Projekte mit Vestas-Turbinen an der kanadischen Küste, von Vancouver Island in der Provinz British Columbia bis West Cape in der Provinz Prince Edward Island. Im Rahmen des umfangreichen „AOM-5000“-Servicevertrags soll Vestas über 20 Jahre hinweg die Betriebszeit, Leistung und Energieproduktion der Anlagen maximieren.

Der chinesische Windradhersteller Xinjiang Goldwind Science & Technology Co. sicherte sich einen Großauftrag in den USA: Die Goldwind-Tochter Goldwind Americas hat einen Liefervertrag mit dem Projektierer Viridis Eolia im Bundesstaat Wyoming geschlossen. Goldwind soll Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.870 Megawatt (1,87 Gigawatt) liefern. Die Anlagen werden im Rahmen des Projekts „Viridis Eolia Master Plan“ im Bezirk Carbon County errichtet.

Solaraktien

Die SMA Solar Technology AG (SMA) und der türkische Projektierer ELSE Enerji haben einen Rahmenvertrag über die Lieferung von Solar-Wechselrichtern unterzeichnet. Das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel ist auf Wechselrichter für Solaranlagen spezialisiert, die Solarstrom in netzfähigen Wechselstrom umwandeln. Für ELSE Enerji stellt SMA Zentral- und String-Wechselrichter mit einer Leistung von insgesamt 154 Megawatt (MW) für Photovoltaikanlagen bereit. Die Solaranlagen will ELSE Enerji innerhalb eines Jahres realisieren. Teil der Vereinbarung ist auch ein umfangreiches Service-Paket.

SolarWorld meldet im 3. Quartal einen gesunkenen Umsatz und gestiegene Verluste. Der Solarkonzern aus Bonn beziffert den Quartalsumsatz für die Zeit von Juli bis September auf 204 Millionen Euro nach 212 Millionen Euro im Vorjahresquartal, ein Rückgang von 4 Prozent. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wies SolarWorld 25 Millionen Euro Verlust aus, womit sich das Quartalsergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 19 Millionen Euro verschlechtert hat. „Die globale Preiserosion im 3. Quartal 2016, die durch zunehmendes Dumping chinesischer Hersteller ausgelöst wurde, machte eine Abwertung der Vorräte in Höhe von 13 Millionen Euro erforderlich“, erklärte SolarWorld. Der Konzern habe Maßnahmen ergriffen, seine Produktionsmengen flexibler an die Nachfrage anzupassen, seine Kosten weiter zu senken und somit die Liquidität im 4. Quartal zu verbessern. Details dazu nannte SolarWorld nicht.

Der norwegische Solarzulieferer REC Silicon ASA leidet unter Umsatz- und Gewinneinbußen: Als Folge will das Unternehmen 70 Stellen in den USA abbauen. REC Silicon erzielte im 3. Quartal 2016 einen Umsatz von 50,9 Millionen US-Dollar. Das sind 20,2 Millionen weniger als 2. Quartal. Beim EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) wies REC Silicon einen Verlust in Höhe von 7,9 Millionen US-Dollar aus. Im Vorquartal betrug das Minus 14,3 Millionen US-Dollar.

First Solar hat einen Einbruch bei Umsatz und Gewinn gemeldet. Der Umsatz des Konzern aus Tempe im US-Bundesstaat Arizona brach gegenüber dem dritten Quartal 2015 von 1,27 Milliarden Dollar auf 688 Millionen Dollar ein. Der Nettogewinn des dritten Quartals sackte von 349,3 Millionen Dollar auf nun 154,2 Millionen Dollar ab. Der Nettogewinn je Aktie fiel von 3,46 Dollar auf 1,49 Dollar. Auch auf Sicht der ersten neun Monate ist die Entwicklung von First Solar negativ. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnete der Solarkonzern hier einen Umsatzrückgang von 2,6 Milliarden auf 2,5 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn verringerte sich von 382,3 Millionen auf 338,1 Millionen US-Dollar. Je Aktie sank der Gewinn von 2,8 auf 3,3 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen aber weiterhin von einem Gewinn je Aktie von 3,90 Dollar aus. Die geringeren Umsätze seien in erster Linie eine Folge des Preisverfalls im Silizium-Markt, hieß es.
Außerdem hat First Solar einen Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement, kurz PPA) für das geplante 40-MW-Solarprojekt „Little Bear“ im kalifornischen Fresno County geschlossen. Baubeginn des Projekts ist 2019, die Inbetriebnahme soll 2020 erfolgen. Die Kapazität soll nach und nach auf 160 MW erweitert werden.

Canadian Solar aus der kanadischen Provinz Ontario soll Photovoltaik-Module an zwei Landwirtschaftsprojekte in Fowler im US-Bundesstaat Kalifornien liefern. Diese werden laut dem Solarkonzern eine Gesamtleistung von 5,74 Megawatt (MW) erreichen.

Bildhinweis: Module von Canadian Solar im Einsatz. / Foto: Unternehmen

JA Solar aus China wird weiterhin Silizium von dem US-Unternehmen Hemlock beziehen. Der Solarkonzern hat jetzt den Rechtsstreit mit der Hemlock Semiconductor Pte. beigelegt. In dem Verfahren ging es um den Verstoß gegen einen langfristigen Liefervertrag für Polysilizium. Im Januar 2015 hatte der US-Hersteller Hemlock Klage gegen die JA-Solar-Tochter JA Solar Technology Yangzhou Co. beim Obersten Gericht des Staates New York eingereicht. Hemlock forderte Schadenersatz in Höhe von 921 Millionen US-Dollar von dem chinesischen Photovoltaik-Hersteller, da dieser die Vereinbarungen des langfristigen Liefervertrags aus dem Jahr 2011 nicht eingehalten habe. Zur nun erfolgten Einigung teilte der chinesische Hersteller mit, dass er einen neuen langfristigen Liefervertrag mit Hemlock geschlossen habe. Dieser laufe bis Ende Oktober 2026 und sehe den Bezug von Polysilizium zu Marktpreisen vor. Weitere Details der Einigung wurden nicht genannt.

Der chinesische Solarhersteller JinkoSolar hat seine Pläne für den Bau einer 40-Megawatt-Solaranlage in Vietnam bestätigt. Umgesetzt wird das Projekt auf einer Fläche von 50 Hektar in der Kommune Hoa An in der Mekongdelta-Region im Südwesten des Landes. Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium, ist aber bereits von der Provinzregierung genehmigt worden. Abhängig ist der weitere Fortschritt von der Einspeisevergütung (Feed-in-Tariff, kurz FiT) in Vietnam; das entsprechende Gesetz wird derzeit von der Regierung erarbeitet.

Bioenergieaktien

Der neue Aufsichtsrat der KTG Energie AG, Betreiberin von Biogasanlagen aus Hamburg, hat sich in seiner ersten Sitzung konstituiert.  Die gerichtlich bestellten neuen Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft, Werner Uhde, Heinrich Franz Helbig und Felix Colsman, haben Werner Uhde zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Heinrich Franz Helbig zu seinem Stellvertreter gewählt.

Andere Aktien

Im vierten Quartal hat Whole Foods Market mit 3,497 Milliarden Dollar einen Rekordumsatz erwirtschaftet. Wie der Biolebensmittelhändler mit Hauptsitz in Texas bekannt gab, lag der Quartalsumsatz 60 Millionen Dollar über dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn sprang deutlicher, von 56 Millionen auf 88 Millionen Dollar. Je Aktie kletterte der Gewinn von 0,16 auf 0,28 Millionen Dollar. Dies erklärte die Unternehmensführung mit Kosteneinsparungen. Im Gesamtjahr erreichte Whole Foods Market einen Umsatzzuwachs von 2,2 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie wurde leicht verbessert, von 1,48 auf 1,55 Dollar.

Hydrogenics plant ein Großprojekt im Geschäft mit Energiespeichern. Das Umwelttechnologie-Unternehmen will eine Großanlage zur Wasserstoffproduktion mit mindestens 2,5 MW Leistungskapazität bauen. Mit der US-amerikanischen StratosFuel haben die Kanadier nach eigenen Angaben bereits die Abnahme des Wasserstoffs vereinbart. Wie das Unternehmen aus Mississauga in der kanadischen Provinz Ontario mitteilt, handelt es sich um das Projekt Zero Impact Production (ZIP) im kalifornischen Palm Springs, das 2017 errichtet werden soll.

Wasserstoff-Tankstelle mit Technologie von Hydrogenics. / Foto: Unternehmen

Kadant, Ausrüster und Zulieferer der Papier- und Zellstoffindustrie, hat eine starke Zwischenbilanz veröffentlicht und die Jahresprognose leicht angehoben. Das Unternehmen aus Westford im US-Bundesstaat Massachusetts hat den Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 105,5 Millionen Dollar gesteigert. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres kletterte der Umsatz damit um elf Prozent auf 313,9 Millionen Dollar. Kadant verbesserte den Nettogewinn im dritten Quartal von 8,6 Millionen auf 9,2 Millionen Dollar. Sondereffekte wie Währungsverluste eingerechnet bedeutet dies beim Gewinn je Aktie einen Zuwachs von 0,78 auf 0,82 Dollar. In den ersten neun Monaten wuchs der Nettogewinn um 0,3 Millionen auf 24,3 Millionen Dollar. Nach Sondereffekten sprang das Ergebnis je Aktie um zehn Prozent auf 2,41 Dollar.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik Aktien: Kurse. (Link entfernt)

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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