Onshore-Windkraftanlage von Siemens in Wilhelmshaven: Die Siemens-Windsparte hat neue Aufträge in Deutschland erhalten. / Foto: Unternehmen

31.10.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Nordex punktet mit Aufträgen in Frankreich – Gewinnwarnung bei SolarWorld und SMA Solar Technology – Neuer Aufsichtsrat für die KTG Energie – Envitec Biogas erweitert Eigenbetrieb

In der vergangenen Woche sank der Dax um 0,14 Prozent auf 10.696 Punkte. Der amerikanische Dow Jones Index legte um 0,10 Prozent zu auf 18.161 Punkte. Der japanische Nikkei-Index verbesserte sich um 1,5 Prozent auf 17.446 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index fiel um 1,8 Prozent auf 22.953 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent sank um 4,2 Prozent auf 49,50 Dollar. Gold legte um 0,7 Prozent auf 1.275 Dollar je Unze zu. Der Euro verteuerte sich im Wochenverlauf um 0,9 Prozent auf 1,098 Dollar.


Windaktien

Nordex hat in diesem Herbst bislang sechs neue Aufträge für Windparkprojekte in Frankreich gewonnen. An unterschiedliche Kunden verkaufte der Windradhersteller insgesamt 38 Anlagen mit einer Kapazität von zusammen 93,3 Megawatt (MW). Alle Turbinen wird Nordex nach der Errichtung im Rahmen eines Premium-Service-Vertrags für einen Zeitraum von 15 beziehungsweise zehn Jahren warten. Die Lieferung und Errichtung der Anlagen erfolgt 2017. Bei drei der Windparks war der Hersteller über seinen Geschäftszweig Nordex Development an der Projektentwicklung beteiligt und ist für die schlüsselfertige Errichtung der Turbinen einschließlich der Umspannwerke und Infrastruktur verantwortlich.

ABO Wind, Projektentwickler aus Wiesbaden, hat gemeinsam mit dem Energiedienstleister GGEW AG einen Zuschlag für eine Windenergie-Vorrangfläche nordöstlich von Kassel erhalten. Die beiden hessischen Unternehmen planen die Errichtung eines Windparks am Gahrenberg im Forstgutsbezirk Reinhardswald. Bei der bezuschlagten Fläche handelt es sich um eines der größten Windvorranggebiete, die in Hessen für die Windenergie-Nutzung vorgesehen sind. Geplant sind 20 Windenergieanlagen.

Erfolg für die Siemens im deutschen Heimatmarkt: Die Windsparte des Konzerns installiert in Norddeutschland insgesamt 23 Anlagen mit Leistungen von 3 bis 3,3 Megawatt. Die Standorte zweier Windparks liegen in Schleswig-Holstein, drei entstehen in Niedersachsen. Die Installation der Projekte mit je ein bis acht der getriebelosen Anlagen soll bis Frühjahr 2017 erfolgen, teilte der Konzern mit. Fortschritte gab es bei der geplanten Fusion mit dem spanischen Windkraftkonzern Gamesa: 99,75 Prozent der Gamesa-Aktionäre stimmten der Fusion mit Siemens Wind Power zu. Gamesa wird demnach alle Windkraft-Vermögenswerte von Siemens übernehmen und firmiert weiter unter eigenem Namen – dafür erhält Siemens neu ausgegebene Gamesa-Aktien. Der Anteil von Siemens am neuen Unternehmen soll 59 Prozent betragen.

Der dänische Windradhersteller Vestas hat einen weiteren Vertriebserfolg in China erzielt. Bei dem neuen Auftrag vom langjährigen chinesichen Kunden CGN Wind Energy geht es um ein Windprojekt in Südchina. Der Nan'an Xiangyun Windpark befindet sich im Bezirk Xiangyu in der Provinz Fujian. Vestas wird die Turbinen im ersten Quartal 2017 liefern und die Installation überwachen. In Betrieb gehen sollen die Windkraftanlagen im zweiten Quartal. Außerdem sind bei zwei von Vestas installierten Windrädern in den USA sind die Rotoren zerbrochen. Die betroffenen Turbinen seien kürzlich in Deerfield im US-Bundesstaat Michigan errichtet worden. Es sei aber zu früh, über die konkrete Schadensursache  zu spekulieren: Die Rotoren würden derzeit noch genauer untersucht.

Der chinesische Windradhersteller Xinjiang Goldwind Science & Technology Co. wird im dritten Quartal 2016 vermutlich deutlich weniger Aufträge verzeichnen. Medienberichten zufolge liegt der Auftragsbestand im dritten Quartal bei Windkraftanlagen mit etwa 2100 MW Gesamtkapazität. Das sind 200 MW weniger als im Vorjahresquartal. Grund für den Einbruch seien Verzögerungen beim Bau von Windkraftanlagen in Südchina.


Solaraktien

Gleich zwei deutsche Solarunternehmen haben die Börsianer mit einer Gewinnwarnung aufgeschreckt. Die Solaraktie von SMA Solar Technology AG und die SolarWorld-Aktie verloren binnen kurzem zweistellig an Wert. SMA Solar Technology aus Niestetal bei Kassel ist auf Wechselrichter für Solaranlagen spezialisiert. Diese wandeln Solarstrom in netzfähigen Wechselstrom um. Seit Mitte des Jahres baut sich ein hohes Überangebot im Weltmarkt für Solarmodule auf. Das hat zur Folge, dass die Preise für Solarmodule sinken.  Auch nach der aktuellen Gewinnwarnung steht die SMA Solar Technology AG jedoch deutlich besser da als die SolarWorld AG. Zwar drohen weitere Kursverluste, solange nicht absehbar ist, wie lange das Überangebot bei den Solarmodulen anhält. Auf längere Sicht sind die Aussichten für SMA und die Solaraktie allerdings durchaus vielversprechend.  Für die SMA Solar Technology AG spricht, dass sie derzeit hoch profitabel wirtschaftet und finanziell stabil dasteht. Mit einer hohen Eigenkapitalquote von fast 50 Prozent und einer Nettoliquidität von über 350 Millionen Euro zählt SMA in der Solarbranche zu den solidesten Unternehmen.

SolarWorld hat die Prognose für das Gesamtjahr kassiert und damit den Kursrutsch der Aktie ausgelöst. Der Bonner Konzern teilte mit, dass er seine Prognosen für den Umsatz und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in 2016 "voraussichtlich nicht erfüllen" kann. Der Vorstand betonte, dass SolarWorld den Absatz in 2016 aber wie angekündigt gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent steigern werde. Die Rücknahme der Umsatz- und Gewinnprognose erklärte die Führung von SolarWorld mit dem Preisverfall für Solarkomponenten im Weltmarkt, der durch Billigangebote von Wettbewerbern aus China ausgelöst wurde. In China sei der Binnennachfrage aufgrund der Kürzung der Einspeisetarife im 3. Quartal 2016 eingebrochen.

Solarmodule von SolarWorld: Das Unternehmen hat seine Gewinnprognose kassiert. / Foto: SolarWorld


Gamesa aus Spanien meldet den bislang größten Auftrag aus dem indischen Solarmarkt. Seit 2015 ist der Windkonzern in Indien auch im Bereich Photovoltaik aktiv. Wie Gamesa mitteilt, plant der indische Projektierer Atria Power zwei Solarparks in den Regionen Karnataka and Andhra Pradesh im Süden des Landes. Die Spanier sollen die beiden Solarparks bis März 2017 umsetzen und mit Wechselrichtern ausstatten. Das Unternehmen beziffert die Gesamtkapazität des Auftrags mit 130 MW. Gamesa soll nach dem Netzanschluss die beiden Solarparks auch betreiben.

Der kanadische Solarkonzern Canadian Solar will erstmals ein Solarprojekt in Indien entwickeln: Gemeinsam mit dem indischen Windkraft- und Solarkonzern Suzlon wird Canadian Solar zwei Projekte mit je 15 MW Leistung umsetzen. Im südindischen Bundestaat Telangana sollen die Solaranlagen installiert werden – ein Projekt soll in der Stadt Kamareddy entstehen, das zweite im Dorf Ramannapeta. Vereinbart wurde jeweils ein 25-jähriger Stromabnahmevertrag (PPA) mit einem Tarif von 5,54 Rupien (umgerechnet 0,08 Dollar) pro Kilowattstunde. Im Laufe des kommenden Jahres sollen beide Projekte in Betrieb genommen werden.

SolarCity errichtet Solaranlagen auf Wohngebäuden für Angehörige des US-Militärs. Der Auftrag umfasst nach Angaben des Solarprojektierers aus Kalifornien eine Leistungskapazität von rund sieben MW. Er kooperiert dabei mit Balfour Beatty Communities, die als Dienstleister die Wohngebäude betreibt. Diese befinden sich laut SolarCity  in den US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Florida und Texas.


Bioenergieaktien

Der Aufsichtsrat der insolventen KTG Energie AG wurde neu besetzt. Bis zur Wahl von drei neuen Aufsichtsratsmitgliedern durch die Hauptversammlung hat das Amtsgericht Hamburg den Rechtsanwalt Werner Uhde aus Delmenhorst, Heinrich Franz Helbig, Geschäftsführer der Zech Group GmbH, und Felix Colsmann, Geschäftsführer der Zech Management GmbH als neue Mitglieder bestätigt. Das Bremer Familienunternehmen Zech hatte den Großteil vom insolventen Mutterkonzern KTG Agrar und auch die Mehrheitsbeteiligung an KTG Energie übernommen. Die gerichtliche Bestellung war notwendig geworden, nachdem die ehemaligen Aufsichtsratsmitglieder  Dietmar Luz, Hubertus Fleßner und Siegfried Hofreiter jeweils am 20. September 2016 ihre Mandate niedergelegt hatten.

Die EnviTec Biogas AG aus Lohne in Niedersachsen hat den Betrieb von Biogasanlagen auf eigene Rechnung ausgebaut. Die Spezialistin für Biogasanlagen konnte ihren Eigenbetrieb in Passin (Mecklenburg-Vorpommern) um 500 Kilowatt ausbauen. Die Landwirte Siegfried und Rainer Bretting sind jeweils zu 25 Prozent, EnviTec mit 50 Prozent an der neuen Betriebsgesellschaft Biogas Passin GmbH & Co. KG beteiligt.    
    

Andere Aktien

Der angestrebte Verkauf der Lampensparte von Osram droht zur Hängepartie zu werden. Die Umwelt-Aktie verliert deshalb deutlich an Wert. Der Grund: Das Bundeswirtschaftsministerium will offenbar den Verkauf der Osram-Lampensparte Ledvance an chinesische Investoren genauer unter die Lupe nehmen. Es hatte kürzlich schon der Übernahme von Aixtron durch den chinesischen Investor Grand Chip Investment einen Riegel vorgeschoben und eine Wiederaufnahme des Prüfverfahrens angekündigt.

Wessanen hat Zahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate vorgelegt. Demnach ist der Biolebensmittel-Anbieter aus den Niederlanden zwar weiter auf Wachstumskurs. Die Zuwächse bei Umsatz und Gewinn sind aber deutlich geringer ausgefallen als im Vorjahr. Der Umsatz im dritten Quartal stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,2 Prozent. Für die ersten neun Monate belief sich das Umsatzwachstum auf 8,8 Prozent. Im dritten Quartal 2015 hatten die Niederländer ein Umsatzplus von 19 Prozent erreicht und in den ersten neun Monaten 2015 waren die Erlöse um über 20 Prozent angestiegen. Für das Gesamtjahr stellte Wessanen ein Umsatzwachstum von fünf bis sieben Prozent gegenüber 2015 in Aussicht und bestätigte damit die Prognose vom Frühjahr. Auch beim EBIT legte Wessanen weiter zu, doch nicht mehr so stark wie im Vorjahr. Nach neun Monaten verzeichnete Das Unternehmen beim EBIT einen Zuwachs von 22,4 Prozent. In den ersten drei Quartalen in 2015 hatten die Niederländern das EBIT um 29 Prozent erhöht. Im ersten Halbjahr 2016 war es um 30 Prozent angestiegen.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla Motors hat eine starke Zwischenbilanz für das dritte Quartal vorgelegt. Er konnte demnach den Umsatz mehr als verdoppeln und erstmals seit langem einen Gewinn erwirtschaften. Wie das Unternehmen aus Kalifornien mitteilte, wuchs der Quartalsumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 145 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Die Auslieferungen stiegen um 114 Prozent auf 24,821 Fahrzeuge. Weitere 5.065  Elektroauto seien zwar innerhalb des Quartals verkauft, aber noch nicht ausgeliefert worden. Sie würden daher in die Bilanz für das vierte Quartal aufgenommen. Die Produktion erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 92 Prozent auf 25.185 Elektroautos. Das ist allein gegenüber dem zweiten Quartal 2016 ein Plus von 37 Prozent. Tesla erreichte im dritten Quartal einen Nettogewinn von 22 Millionen Dollar oder 0,14 Dollar je Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatten die Kalifornier noch ein Verlust von 293,2 Millionen Dollar erwirtschaftet und auch noch im zweiten Quartal 2016 einen dreistelligen Millionen-Dollar-Verlust.

Tesla-Elektroauto: Der US-Konzern konnte seine Produktion deutlich ausweiten. / Foto: Tesla


Übernimmt der New Yorker Hedgefonds D.E. Shaw das US-Unternehmen TerraForm Power, Betreiberin von Windkraftanlagen und Solarparks? TerraForm Power ist eine Tochterfirma des insolventen US-Ökostromkonzern SunEdison. Nun hat der Hedgefonds D.E. Shaw ein Angebot vorgelegt, unterbreitet wurde es von der D.E. Shaw Renewable Investments (DESRI), die zuständig ist für Investments in erneuerbare Energien. DESRI will demnach neuer Finanzierer der YieldCo TerraForm Power werden. Das Angebot war vorläufig, nicht bindend und enthielt keinen Preisvorschlag.

Ballard Power Systems hat den Umsatz deutlich verbessert, schreibt aber weiter rote Zahlen. Die Brennstoffzellen-Spezialistin aus Kanada gab überdies bekannt, dass die Produktionspartnerschaft mit der chinesischen Synergy nun in trockenen Tüchern ist. Das Unternehmen hat im dritten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf 20,6 Millionen US-Dollar gesteigert. In den ersten neun Monaten erreichte Ballard Power ein Umsatzplus von knapp 50 Prozent auf 54,6 Millionen Dollar. Allerdings ist der Nettoverlust in beiden Zeiträumen gestiegen. Für das dritte Quartal verzeichneten die Kanadier ein Minus von 4,3 Millionen Dollar. Es ist damit um ein Prozent höher ausgefallen als im Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres erwirtschaftete Ballard Power einen Nettoverlust von 20,8 Millionen Dollar. Er hat sich damit fast vervierfacht.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik Aktien: Kurse. (Link entfernt)

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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