Windräder von Nordex. / Quelle: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Nordex schnürt Auftragspaket – Conergy meldet Insolvenz an – KTG Agrar AG auf Wachstumskurs

Der DAX ist im Verlauf der vergangenen Woche um 1,9 Prozent auf 7.806 Punkte gefallen. Der US-amerikanische Dow Jones Index kletterte dagegen um 1,5 Prozent auf 15.132 Punkte. Um 5,4 Prozent auf 14.415 Punkte stieg der japanische Nikkei. Der chinesische Hang Seng Index in Hong Kong legte 0,2 Prozent zu auf 20.855 Punkte. 5,3 Prozent teurer wurde das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“. Es kostete 107,60 Euro. Eine Tonne der Qualität „Copper Grade A“ verbilligte sich um 0,2 Prozent auf 6.769 Dollar. Der Euro verlor 1,5 Prozent an Wert. Sein Kurs zum Ende der Woche: 1,281 Dollar.

Windaktien

Eine positive Zwischenbilanz zum Neugeschäft der zurückliegenden Monate am Heimatmarkt zog der Hamburger Windradhersteller Nordex: Insgesamt seien von verschiedenen Kunden 31 Windräder mit zusammengenommen 77 Megawatt (MW) Leistungskapazität geordert worden, die allesamt für deutsche Windparks bestimmt sind.

Die PNE Wind AG aus Cuxhaven hat die Mehrheit der Anteile des Windkraftprojektierers WKN AG aus Husum endgültig übernommen. PNE Wind hält nach eigenen Angaben jetzt rund 53 Prozent an der WKN, die von der Volker Friedrichsen Beteiligungs-GmbH gekauft wurden. Dafür habe PNE 93 Millionen Euro bezahlt, einen Teil davon in Form von Aktien.

Neue Geschäftserfolge Australien, Europa und in Afrika hat der dänische Windradhersteller Vestas Wind Systems aus Århuserzielt. Zum einen soll Vestas in New South Wales 51 Windräder aus der eigenen Produktion mit zusammen rund 107 MW Leistungskapazität installieren und in Betrieb nehmen. Auftraggeber ist ein Joint Venture der spanischen Bankengruppe Santander S.A. und des australischen Grünstromprojektierers CBD Energy Ltd. Zum anderen habe der italienische Energieriese GDF Suez die Service- und Wartungsverträge für sechs Vestas-Windparks in Italien mit 130 MW Stromproduktionskapazität um zehn Jahre verlängert, hieß es. Beim Bau einer großen Windfarm in Südafrika setzt auch das indisch-südafrikanische Joint Venture Cennergi auf Windräder von Vestas. Das Gemeinschaftsunternehmen der Energiesparte des indischen Mischkonzerns Tata Group aus Mumbai und des südafrikanischen Bergbaukonzerns exxaro aus Pretoria bestellte 31 Windräder mit insgesamt 93 MW Leistungskapazität bei den Dänen.

Der spanische Windkraftanlagenhersteller Gamesa aus Zamudio im Baskenland soll ein Projekt in Indien mit Anlagen bestücken.Der Auftrag stammt von der ITC Paperboards and Specialty Papers Division, eine Tochter des indischen ITC-Konzerns. Sie hat 23 Windräder mit einer Gesamtkapazität von 46 MW für ein Projekt am Standort Tagguparthi im Bundesstaat Andhra Pradesh geordert. Zudem hat auch Gamesa einen Service- und Wartungsauftrag für Windparks in Italien erhalten. Es handle sich um zehn Windfarmen mit insgesamt 234 MW Stromproduktionskapazität. Die Order kam von Veronagest S. A. aus Verona.

Der chinesische Windturbinenbauer Sinovel Wind Group will vier Produktionsstätten im Westen schließen. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens an die Börse von Shanghai hervor. Demnach sind davon die Fabriken in den USA und in Kanada betroffen, aber auch in Belgien und Italien.

Solaraktien

Der Solarkonzern Conergy AG ist insolvent. Die Unternehmensführung gab bekannt, dass sie einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht am Heimatstandort Hamburg eingereicht hat. Alle Tochtergesellschaften werden ebenfalls unverzüglich Insolvenz anmelden hieß es weiter. Die Insolvenz platzte nach Unternehmensangaben mitten in Verhandlungen über den kurzfristigen Einstieg eines neuen Investors. Den Ausschlag dafür, dass Conergy den Gang zum Amtsgericht antreten musste, gab eine „unvorhergesehene Zahlungsverzögerung bei einem Großprojekt“, wie es hieß. Diese führte laut Conergy-CEO Philip Comberg zur „Zahlungsunfähigkeit von Conergys Tochtergesellschaften Mounting Systems und Conergy SolarModule. Der Conergy-Vorstand sei daher zu der Einschätzung gelangt, dass die bislang positive Fortführungsprognose für die Conergy AG entfallen ist“, so der Vorstand.

Bildnachweis: Fabrik von Conergy in Frankfurt an der Oder. / Quelle: Unternehmen


Details zum bereits angekündigten Stellenabbau hat der Wechselrichterhersteller SMA Solar Technology bekannt gemacht. Bis 2014 sollen schrittweise 800 der bislang konzernweit 5.600 Mitarbeiter entlassen werden, erklärte die Führung des Unternehmens aus Niestetal bei Kassel. Vornehmlich betroffen seien Stellen in Deutschland. Ausgenommen seien IT- und Entwicklungsspezialisten. Das entspricht der Streichung von 14,2 Prozent aller Jobs. 700 dieser Mitarbeiter sind bislang Vollzeitbeschäftigte, 100 Teilzeitkräfte. Ende kommenden Jahres werde SMA Solar an seinen Standorten in Deutschland noch 3.000 Vollzeitkräfte beschäftigen, hieß es.

Am zuständigen Amtsgericht läuft das Planinsolvenzverfahren der Solen AG. Das hat die Spezialistin für Solarsysteme aus Meppen bekannt gegeben. Mit Verfahrensbeginn sei zugleich die Projektierer-Tochter Solen Energy GmbH komplett geschlossen worden. Damit gehen die 53 verbliebenen Arbeitsplätze der Solen Energy GmbH verloren. Schon Anfang Dezember 2012 war ein großer Teil der Belegschaft der 100-prozentigen Solen-Tochter entlassen worden.

Die Bosch-Tochter aleo solar AG hat in ihrer Fabrik in Prenzlau zum 1. Juli 2013 Kurzarbeit eingeführt. Einer Unternehmenssprecherin zufolge hatte der Modulhersteller die Produktion ohnehin zuletzt kurzfristig ruhen und die Verträge der Leiharbeiter auslaufen lassen. Grund sei die weiterhin schwache Nachfrage in den wichtigsten Kernmärkten des Unternehmens, hieß es.

Der Solarprojektierer Carpevigo Holding AG aus Holzkirchen ist in existenzbedrohende finanzielle Bedrängnis geraten. Das Unternehmen kann nach eigenen Angaben drei Anleihen, über die ursprünglich zusammengenommen bis zu 80 Millionen Euro bei Anlegern eingeworben werden sollten, nicht bedienen. Die Zinsen für alle drei Wertpapiere wären zum 30. Juni 2013 fällig gewesen. Carpevigo hat den Anlegern der Anleihen vorgeschlagen, die Zinsausschüttungen vorübergehend auszusetzen und erst 2014, 2015 und 2016 wieder Zinsausschüttungen zu leisten. Darüber sollen die Anleihe-Gläubiger am 18. Juli 2013 entscheiden. Mit ihrer Zustimmung könnten die Anleihe-Gläubiger verhindern, dass das Unternehmen in die Insolvenz gehe oder zerschlagen werde, erklärte Carpevigo.

Der deutsch-britische Waferhersteller PV Crystalox Solar plc. hat seine Polysilizium-Produktion in Bitterfeld verkauft. Das Unternehmen kämpft mit hohen Verlusten und muss einen harten Sparkurs fahren. Die Fabrik werde vom dortigen Management übernommen, das auch Verpflichtungen und Verbindlichkeiten des Werkes wie etwa die Rückzahlung von 18,4 Millionen Euro an Zuschüssen und Subventionen übernehme. Im Gegenzug werde das Unternehmen mit Sitz in Berlin 12,3 Millionen Euro an die Käufer überweisen, so die Unternehmensführung.

Zum Ende der vergangenen Woche wurde die Aktie des US-Solarausrüsters Spire Corporation aus dem Handel an der Nasdaq genommen. Wie das Unternehmen aus Bedford in Massachusetts bekannt gab, notierte die Aktie an der wichtigen US-Technologiebörse zu lange unter dem Mindestkurs. Stattdessen werde die sie künftig außerbörslich (OTC, over-the counter) gehandelt.

Ein weiteres Mal hat die Mehrheit der Anleihe-Gläubiger von Suntech Power Holdings dem finanziell schwer angeschlagenen Solarkonzern aus Wuxi in China mehr Zeit zugestanden, seine Finanzprobleme in den Griff zu bekommen. Die Frist bis zur Rückzahlung einer Anleihe im Wert von 541 Millionen Dollar laufe nunmehr bis zum 30. August 2013, so der Konzern.

Die ebenfalls mit starker Finanznot kämpfende LDK Solar hat für 27,5 Millionen Dollar Aktien an den Investor Fulai Investments Ltd. erhalten. Der Solarkonzern aus Xinyu hatte im Januar 2013 mit dem Unternehmen des Geschäftsmanns Cheng Kin Ming aus Hong Kong den Verkauf von großen Aktienpaketen vereinbart. Bereits im März hatte die auf den Britischen Jungferninseln ansässige Fulai Investments Ltd. für über 15 Millionen Dollar LDK-Aktien erworben.

Die Fertigstellung einer fünf MW starken Freiflächenanlage in Indien meldete der chinesische Photovoltaik-Hersteller Jinko Solar aus Shanghai. Der indische Projektierer Sukom Energy habe rund 17.900 Jinko-Solarmodule für einen Solarpark im indischen Bundesstaat Gujarat verwendet, der nun in Betrieb gegangen sei, so die Chinesen.

'Einen umfangreichen Liefervertrag für Solarmodule mit zusammen 91 MW Kapazität nach Thailand hat sich der kanadisch-chinesische Hersteller Canadian Solar sichern können. Auftraggeber sei die Soleq Solar Co. Ltd., die die Anlagen nach der Fertigstellung auch selbst betreiben werde. Durch den nunmehr vollends abgeschlossenen Verkauf der zehn MW starken Freiflächensolaranlage Brockville 1 im Osten seiner Heimatprovinz Ontario fließen dem Konzern zudem 52,2 Millionen Dollar zu. Das gab das Unternehmen aus Guelph bekannt.

Tiefer in die Verlustzone ist der chinesische Solarhersteller China Sunergy im ersten Quartal 2013 geraten. Das Unternehmen aus Nanjing verbuchte für die Zeit zwischen Januar und März 2013 mit 22,5 Millionen Dollar deutlich mehr als doppelt so viel Nettoverlust als im Vorjahresquartal. Damals hatte China Sunergy noch 9,5 Millionen Dollar Nettoverlust ausgewiesen. Das entspricht einer Verschlechterung um 135,5 Prozent. Zugleich ging der Quartalsumsatz auf Jahressicht um knapp zehn Prozent auf 61,7 Millionen Dollar zurück.

Bioenergieaktien

Nach rund fünf Jahren in verschiedenen führenden Positionen beim Biogasanlagen-Projektierer Biogas Nord verlässt Asnat Drouianov das Unternehmen mit Sitz in Bielefeld. Als Chief Business Development Officer war sie Chefstrategin für die geschäftliche Ausrichtung von Biogas Nord. Drouianov habe ihr Amt aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung niedergelegt und scheide im gegenseitigen Einvernehmen aus, hieß es. Ihre Vorstandaufgaben werde der CEO Aleksander Rechter übernehmen.

Andere Aktien


Eine verbesserte Bilanz für 2012 hat der Hamburger Landwirtschaftskonzern KTG Agrar AG vorgelegt. Der Umsatz kletterte um 42 Prozent auf 110,2 Millionen Euro. 2011 hatte KTG Agrar noch 77,5 Millionen Euro erzielt. Außerdem gelang es der KTG, den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) beinahe zu verdoppeln. 29,5 Millionen Euro EBIT für 2012 stehen in der Bilanz 15 Millionen Euro im operativen Geschäft des Vorjahres gegenüber. Das entspricht einer Steigerung um 96 Prozent.

Bildnachweis: Landwirtschaft ist das Kerngeschäft der KTG Agrar AG. Quelle: Fotolia  (HeikoR)


Einen der größten Börsengänge der Cleantech-Branche des laufenden Jahres soll noch im Juli an der Londoner Börse stattfinden. Die Investmentgesellschaft Renewable Infrastructure Group mit Sitz auf der britischen Kanalinsel Guernsey plant, bei dem Debüt an der London Stock Exchange umgerechnet bis zu 349,9 Millionen Euro einzuwerben. Eingesetzt werden soll dieses Kapital, um Windkraft- und Solaranlagen mit zusammengenommen 276 MW Kapazität zu finanzieren. Kernbetätigungsfeld des Unternehmens sind die Windkraft zu Lande und Solarenergie.

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