Türkischer Windpark mit Turbinen von Nordex. / Quelle: Unternehmen.

22.04.13 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Nordex schnürt großes Auftragspaket - Grundkapital von SolarWorld AG aufgezehrt - Helma Eigenheimbau AG plant Kapitalerhöhung

Der DAX fiel in der vergangenen Woche um 3,7 Prozent auf 7.460 Punkte. 2,1 Prozent Kursverlust auf 14.545 Punkte verzeichnete der US-amerikanische Dow Jones Index. Der japanische Nikkei legte 0,7 Prozent zu und erreichte 13.592 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index in Hongkong stieg um 0,3 Prozent auf 22.013 Punkte. Um 3,5 Prozent verbilligte sich das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“. Es kostete bei Börsenschluss 99,40 Euro. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ gab um 6,3 Prozent nach und sank auf 6.983 Dollar. Der Euro verlor 3,7 Prozent an Wert. Sein Kurs: 1,3102 Dollar.

Windaktien

Beim Bau mehrerer großer Windparks in der Türkei sollen Turbinen von Nordex zum Einsatz kommen. Mit verschiedenen Abnehmern schnürte der Hamburger Windradhersteller nach eigenen Angaben ein Auftragsbündel über insgesamt 50 Windräder mit zusammen 125 Megawatt (MW) Leistungskapazität. 38 dieser Turbinen seien für zwei Windparks der Eskim Holding bestimmt, teilte Nordex mit. Sie sollen bis Herbst 2013 in Betrieb gehen. Außerdem bestellte Dost Enerji zwölf Nordex-Windräder mit 30 MW Gesamtleistungskapazität. Diese Anlagen dienen zur Erweiterung eines Windparks nördlich von Izmir, wie es hieß.

24 Windkraftanlagen mit zusammen rund 62 MW Leistungskapazität soll Vestas Wind Systems in Süditalien aufstellen und in Betrieb nehmen. Errichten werde das Unternehmen aus Århus in Dänemark die Windkraftanlagen in Puglia in der Region Apulien. Der geplante Windpark trage den Projektnamen Gravina-Poggiorsini, erklärten die Dänen.

In Brandenburg hat die PNE Wind AG einen Windpark fertiggestellt. Es handelt sich um das Projekt „Zernitz II“ bestehend aus drei Windrädern des dänischen Herstellers Vestas Wind Systems mit zusammen sechs MW Leistungskapazität. Das teilte der Windkraftprojektierer aus Cuxhaven mit. Außerdem befinde sich ein weiterer Windpark zu Lande im Bau, die Windfarm „Langwedel II“ in Niedersachsen. Auch bei diesem Vorhaben mit acht MW geplanter Stromproduktionskapazität setzt PNE Wind auf Turbinen von Vestas.

Tief in der Verlustzone verharrt der französische Windkraftprojektierer Theolia S.A. Das zeigt dessen Bilanz für das Gesamtjahr 2012. Allerdings hat das Unternehmen aus Aix-en-Provence den Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahr verringert und den Umsatz minimal gesteigert: Der Umsatz kletterte um 0,4 Prozent von 67,5 Millionen auf 67,7 Millionen Euro. Zugleich gelang es Theolia, den Nettoverlust um elf Prozent von 38,5 Millionen auf 34,2 Millionen Euro zu reduzieren. Zudem ist es den Franzosen gelungen die Verbindlichkeiten um 33,6 Millionen Euro auf 298,5 Millionen Euro zu senken. Dies habe man vor allem durch weniger finanziellen Aufwand im Projektgeschäft erreicht, teilte Theolia mit.

Vorläufige Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2012 hat der an der New Yorker Börse gelistete Windradhersteller China Ming Yang Wind Power Group veröffentlicht. Demnach konnte das Unternehmen aus Zhongshan in der Provinz Guangdong den Quartalsumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal zwar um 11,4 Prozent auf umgerechnet 144,6 Millionen Dollar steigern. Mit 26,5 Millionen Dollar Nettoverlust geriet der Windradhersteller jedoch tiefer in die Verlustzone. Im Vorjahreszeitraum hatte China Ming Wang Windpower noch 20,8 Millionen Dollar Nettoverlust verbucht. Im Gesamtjahr 2012 erzielte der Windradhersteller 464,4 Millionen Dollar Umsatz und 48,7 Millionen Dollar Nettoverlust.

Solaraktien

Dem Solarkonzern SolarWorld ist das Grundkapital ausgegangen. Nach „aktuellen Einschätzungen“ soll das Defizit beim Grundkapital zwischen 20 und 50 Millionen Euro liegen. Das gab SolarWorld in einer Pflichtmitteilung bekannt. Darin hieß es auch, dass hohe Abschreibungen in der Bilanz 2012 zu bis zu 550 Millionen Euro Verlust im operativen Geschäft geführt haben. Wegen des verlorenen Grundkapitals muss der Solarhersteller seine Aktionäre nun zu einer außerordentlichen Hauptversammlung laden, um über die Situation zu informieren. Weil SolarWorld weiter mit seinen Gläubigern über ein Sanierungskonzept verhandelt, ist weiterhin offen, wann die Veröffentlichung der Jahresbilanz 2012 nachgeholt wird. Ursprünglich hatte das schon Ende März 2013 geschehen sollen.
Positive Schlagzeilen machte SolarWorld zum einen mit einer vertieften Kooperationsvereinbarung und zum anderen mit Erfolgen im Projektgeschäft im In- und Ausland. Der dänische Pumpenhersteller Grundfos wählte SolarWorld als Hauptlieferanten für Solarmodule aus. Diese sollen für solarbetriebene Pumpsysteme verwendet werden, wie sie unter anderem von Hilfsorganisationen in Schwellenländern verwendet werden. Außerdem verkaufte das Unternehmen drei fertig entwickelte Solarprojekte mit zusammen 46 MW Leistungskapazität. Einer dieser Solarparks, den ein Berliner Emissionshaus gekauft hat, befindet sich in Mecklenburg-Vorpommern. Zwei weitere mit 25 MW Gesamtkapazität sind von der US-Sparte des Konzerns in Kalifornien realisiert worden und von einem US-Stromversorger gekauft worden.
Bildnachweis: Einblick in die Produktion von SolarWorld. / Quelle: Unternehmen


Der US-Solarkonzern SunPower aus San José in Kalifornien hat in seiner Heimat mit dem Bau zweier Solaranlagen begonnen. Dabei handelt es sich nach Unternehmensangaben um zwei Freiflächenkraftwerke, die zusammen 5,8 MW stark sein sollen. Eines der beiden entstehe derzeit in Woodland, das andere in Davis im kalifornischen Yolo County. Im ersten Betriebsjahr werde Yolo County als Eigentümer mit den beiden Anlagen Strom im Wert von 1,5 Millionen Dollar produzieren, hieß es.

In Brasilien soll der US-amerikanische Solarprojektierer SunEdison ein Sonnenstromkraftwerk mit 1,1 MW Leistungskapazität realisieren. Das gab dessen Mutterkonzern MEMC Electronic Materials aus St. Peters in Missouri bekannt. Dazu habe SunEdison einen Vertrag mit dem brasilianischen Großkonzern Petrobras geschlossen. Die Anlage solle in Alto do Rodrigues im Norden Brasiliens errichtet werden.

Das vierte Quartal 2012 brachte dem chinesischen Solartechnikhersteller LDK Solar aus Xinyu 517 Millionen Dollar Nettoverlust ein. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war der Nettoverlust mit 589 Millionen Dollar sogar noch höher ausgefallen. Der Quartalsumsatz brach auf Jahressicht dramatisch ein. 420,2 Millionen Dollar Umsatz zwischen Oktober und Dezember 2011 stehen 135,9 Millionen Dollar Umsatz im vierten Quartal 2012 gegenüber.
Damit wird die Lage für LDK Solar immer prekärer: Zum einen hat der Konzern bekannt geben müssen, dass er eine fällige Anleihe im Gesamtwert von umgerechnet 23,8 Millionen Dollar nicht zurückzahlen kann. Zum anderen werde das Unternehmen für den Verkauf einer Fabrik im chinesischen Hefai lediglich 19,4 Millionen Dollar bekommen. Dies bedeute 80 bis 90 Millionen Dollar Nettoverlust allein bei diesem Geschäft.

Mehrere internationale Vertriebserfolge verbuchte der chinesische Photovoltaik-Konzern ReneSola Ltd. Die Industrie-Technik-Spezialistin Enerpac AG aus Düsseldorf hat Solarmodule mit 44 MW Gesamtkapazität bestellt. Diese sollen an Generalunternehmer in Polen und Indien weitergereicht werden, hieß es. Für ein Sonnenstromkraftwerk in Uenohara-shi in der japanischen Präfektur Yamanashi sollen die Chinesen Module mit zwei MW Leistungskapazität liefern. Und beim Bau eines 1,8 MW starken Solarparks in Roswell im US-Bundesstaat New Mexico sollen ebenfalls ReneSola-Solarmodule zum Einsatz kommen. Der Generalunternehmer S&C Electric Company aus Chicago in Illinois habe diese geordert, teilte der Konzern aus Jiashan mit.

Zum siebten Mal in Folge hat der Solarkonzern China Sunergy einen Quartalsverlust gemeldet. Das Unternehmen aus Nanjing verbuchte im vierten Quartal 2012 einen Nettoverlust in Höhe von 70,5 MillionenDollar nach einem Minus von 49,6 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Quartalsumsatz brach um 51 Prozent auf 54,4 Millionen Dollar ein. Im Gesamtjahr schrumpfte der Umsatz von China Sunergy um 48,3 Prozent auf 292,7 Millionen Dollar. Der Nettoverlust im Gesamtjahr 2012 belief sich auf 133,6 Millionen Dollar.

Bioaktien


Den Einstieg in die Direktvermarktung ihres Grünstroms hat die KTG Energie AG bekannt gegeben. Die Hamburger Betreiberin von Biogasanlagen habe dazu einen Vertrag mit der Axpo Deutschland GmbH geschlossen, einer Ländergesellschaft des Schweizer Energiehandelsunternehmens Axpo. Diese werde ab sofort den Strom aus KTG-Biogasanlagen mit 17,4 MW Leistungskapazität direkt vermarkten. Insgesamt betreibt die Grünstromtochter der KTG Agrar AG nach eigenen Angaben Biogasanlagen mit 35 MW.
Bildnachweis: Biogasanlage der KTG Energie AG. / Quelle: Unternehmen


Andere Aktien


Über die Ausgabe neuer Aktien will die Helma Eigenheimbau AG ihr Grundkapital erhöhen. Dies sei mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen worden, teilte die Spezialistin für individuelle Massivhäuser und nachhaltige Energiekonzepte mit. Das frische Kapital sei zur Stärkung des Projektgeschäfts vorgesehen, hieß es weiter. Ausgegeben werden sollen 286.000 Aktien, die das Grundkapital laut Helma auf rund 3,1 Millionen Euro erhöhen. Diese neuen Aktien will das Unternehmen ausschließlich institutionellen Investoren anbieten.

Vorläufige Zahlen für das Jahr 2012 hat die versiko AG aus Hilden bei Düsseldorf veröffentlicht. Der Bilanzgewinn werde „voraussichtlich über drei Millionen Euro betragen“, hieß es. Im Vorjahr hatte die Spezialistin für nachhaltige Versicherungen noch 3,5 Millionen Euro Bilanzgewinn ausgewiesen. Der Jahresüberschuss nach Steuern sei nach 1,5 Millionen Euro in 2011 nun auf mehr als zwei Millionen Euro geklettert, so versiko. Die Gesamtleistung werde voraussichtlich acht Millionen Euro erreicht haben. Die Aktionäre sollen exakt so viel Dividende erhalten wie im Vorjahr, nämlich 27 Cent je Aktie für Vorzugsaktien und 26 Cent für jede Stammaktie.

Bei einem seiner geothermischen Großkraftwerke in der US-amerikanischen Heimat hat Ornat Technologies Inc. die Leistungskapazität deutlich gesteigert. Die Geothermie-Spezialistin aus Reno in Nevada erhöhte die Stromproduktionskapazität des Kraftwerks Desert Peak 2 in Churchill County, Nevada, um 38 Prozent auf knapp vier MW. Das US-Energieministerium hatte den Kraftwerksblock finanziell gefördert.

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