05.03.12 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Nordex schreibt rote Zahlen – Gläubiger gewähren Q-Cells Aufschub – Finanzvorstand der BKN biostrom AG wirft hin

Der DAX kletterte bis zum vergangenen Freitag um 0,8 Prozent auf 6.921 Punkte. Nahezu unverändert beendete der US-amerikanische Dow Jones Index die Handelswoche. Er büßte drei Punkte ein und schloss bei 12.983 Punkten. Der japanische Nikkei verbesserte sich um 0,8 Prozent auf 9.799 Punkte. Um 1,1 Prozent billiger wurde das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“. Es kostete 123,90 Euro. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ erhöhte sich um 0,9 Prozent auf 8.582 Dollar. Der Euro stieg um 0,3 Prozent auf 1,318 Dollar.


Windaktien

Vorläufigen Berechnungen zufolge hat der Windradhersteller Nordex SE das Gesamtjahr 2011 in der Verlustzone beendet. Während der Umsatz auf Jahressicht um fünf Prozent auf 921 Millionen Euro zurück ging, fuhr Nordex demnach 10,3 Millionen Euro Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein. Jürgen Zeschky ist neuer Vorstandsvorsitzender der Nordex SE. Der promovierte Maschinenbauingenieur tritt die Nachfolge von Thomas Richterich an. Dieser habe seinen Vertrag nicht nochmals verlängern wollen, so Nordex.

Der dänische Windkrafthersteller Vestas hat einen Auftrag über die Lieferung von Turbinen mit einer Gesamtkapazität von 102 Megawatt aus den USA erhalten. Über weitere Einzelheiten des Vertrags haben die Geschäftspartner Stillschweigen vereinbart.

Einen ersten Auftrag zur Lieferung von Windrädern nach Kanada hat der spanische Windturbinenhersteller Gamesa Corp. Tecnologia erhalten. Demnach soll das Unternehmen aus Zamudio im Baskenland fünf Windräder an den Projektierer Saturn Power liefern. Dieser plane damit eine Windfarm mit zehn Megawatt (MW) in Highgate in der Provinz Ontario zu bestücken. Außerdem ist Gamesa zufolge eine Windfarm mit 102 MW Leistungskapazität in Honduras in Betrieb gegangen. Diese hatte Gamesa gemeinsam mit spanischen Energiekonzern Iberdrola S.A. gebaut. Sie liegt rund 24 Kilometer südlich der Stadt Tegucigalpa. Auftraggeber und Besitzer sei Mesoamérica Energy.

Später als vorgesehen soll die PNE Wind AG das Geld für den Verkauf des Nordsee-Windparks Gode Wind II erhalten. Die Zahlung sei vom 29. Februar auf den 23 März 2012 verschoben worden, teilte der Windkraftprojektierer aus Cuxhaven mit. Darüber habe sich PNE Wind mit der Käuferin Hyssing Vermögensgesellschaft mbH geeinigt.

Solaraktien

Aufatmen bei Q-Cells SE: Die Gläubiger der ursprünglich am 28. Februar 2012 fälligen Anleihe im Gesamtwert von 200 Millionen Euro haben dem finanziell schwer angeschlagenen Solarkonzern aus Bitterfeld-Wolfen am Abend vor Ablauf der Zahlungsfrist Aufschub gewährt. Wie von Q-Cells angestrebt, könne der dazu bestellte Rechtsanwalt Dr. Carlos Mack die Stundung der Anleihe bis zum 30. April 2012 vornehmen, teilte Q-Cells mit. Danach werde Q-Cells weitere Schritte gehen um den angestrebten Schulden- und Kapitalschnitt (Dept-to-Equity-Swap) im zweiten Halbjahr 2012 zu vollziehen. Diese Maßnahme sieht vor, dass die Gläubiger von drei Anleihen, die 2012, 2014 beziehungsweise 2015 fällig würden, ihre Ansprüche nicht geltend machen und die Anleihen gegen Q-Cells-Aktien tauschen. Damit würden sie 95 Prozent des Unternehmens übernehmen und andere Aktionäre herausdrängen.
Bildnachweis: Q-Cells-Hauptsitz in Bitterfeld. / Quelle: Unternehmen


Wenige Stunden nach Eröffnung des offiziellen Insolvenzverfahrens war bereits ein Käufer für den Berliner Solarkonzern Solon SE gefunden: Der indisch-arabische Solarkonzern Microsol International LL FZE macht mit seinen Übernahmeabsichten endgültig ernst. Das im arabischen Emirat Fujairah ansässige von Indern geführte Unternehmen habe ein verbindliches Kaufangebot für Solon vorgelegt, teilte der Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg mit.

Das Amtsgericht in Fürth hat das Insolvenzverfahren über die Solar Millennium AG eröffnet. Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Nürnberger Rechtsanwalt Volker Böhm, der bisher vorläufiger Insolvenzverwalter war. Chancen auf eine Übernahme sieht Böhm nach eigenen Angaben noch für die Tochtergesellschaft Flagsol GmbH in Köln sowie für einige spanische Kraftwerksprojekte. Außerdem zeigten Investoren weiter Interesse, Solar Millennium als Ganzes zu übernehmen. Den verbliebenen rund 40 Mitarbeitern des Unternehmens sei allerdings gekündigt worden, so Böhm.

Der Wechselrichterhersteller SMA Solar Technology AG hat eine verhaltene Prognose für 2012 herausgegeben. Die Unternehmensspitze geht davon aus, dass 2012 ein umsatzschwächeres und weniger profitables Jahr wird als 2011. Gemessen an den bislang nur vorläufigen Zahlen für 2011 soll der Umsatz zwischen 11 und 29 Prozent unter dem des Vorjahres liegen und die Gewinnmarge soll sich mindestens halbieren. SMA rechnet für 2012 mit einem Umsatz zwischen 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro und einer EBIT-Marge von fünf bis zehn Prozent. Für 2011 weist die nicht testierte Bilanz des Wechselrichterherstellers 1,7 Milliarden Euro und die EBIT-Marge von rund 20 Prozent aus. Beim Bau von drei großen Solarparks mit zusammengenommen 11,5 MW geplanter Leistungskapazität in Griechenland sollen Wechselrichter von SMA Solar zum Einsatz kommen. Der Auftraggeber Protergia, ein griechischer Energieversorger, erklärte, er setze außerdem auf Module des chinesischen Solarkonzerns Suntech Power Holdings. Das Auftragsvolumen liege bei insgesamt 23,5 Millionen Euro.

Die Payom Solar AG hat eine Unternehmensanleihe, die ursprünglich bis zu 50 Millionen Euro Kapital einwerben sollte, vorzeitig vom Markt genommen. Als der Verkauf gestoppt wurde, hatte die Anleihe lediglich 27,5 Millionen Euro eingebracht. Eigentlich hätte der Verkauf erst am 20. März 2012 beendet werden sollen. Die Diskussionen im Solarsektor hätten dafür gesorgt, dass kaum mehr Anleihen gezeichnet wurden, so Claas Fierlings, Finanzvorstand des Unternehmens aus Hamburg.

Sein Debüt an der Börse München gab die Carpevigo Holding AG. Die Aktie des Solarprojektierers aus Holzkirchen in Bayern wird nunmehr im Marktsegment m:access des Handelsplatzes München geführt.

Zur Stärkung seiner Photovoltaiksparte hat die Singulus Technologies AG eine Unternehmensanleihe begeben. Die Ausgabe der fest verzinsten Wertpapiere soll dem Hersteller von Beschichtungsanlagen für Datenträger und Photovoltaik-Komponenten bis zu 60 Millionen Euro einbringen, hieß es.

Der chinesische Solarkonzern LDK Solar aus Xinyu ist neuer Großaktionär bei der Sunways AG. Das Solarunternehmen aus Konstanz meldete, dass die Kapitalerhöhung mit der LDK bei Sunways eingestiegen ist, nun abgeschlossen sei.

Vorläufigen Angaben zufolge hat der chinesische Solarkonzern Yingli aus Boading im vierten Quartal einen Verlust von 599,4 Millionen Dollar eingefahren. Auch der Umsatz fiel drastisch auf 408 Millionen Dollar, was ein Minus von 39 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2010 bedeutet. Obwohl der Jahresumsatz von Yingli im Vergleich zum Vorjahr um 17,4 Prozent angestiegen ist, verbucht der Solarkonzern auch für das Gesamtjahr 2011 einen herben Verlust von 509,8 Millionen Dollar.

Wegen „drohender Zahlungsunfähigkeit“ hat der Vorstand Solarunternehmens Ralos New Energies AG einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Darmstadt gestellt. Das gab der Projektierer und Betreiber von Photovoltaikanlagen bekannt. Von dem Insolvenzantrag seien auch die Tochtergesellschaften Ralos Projects GmbH und Ralos Solar GmbH betroffen.

Trotz eines Umsatzanstiegs im Gesamtjahr 2011 schreibt der US-Photovoltaikkonzern First Solar rote Zahlen. Das geht aus einer nicht testierten Bilanz hervor, die das Unternehmen aus Tempe in Arizona vorlegte. Demnach kletterte der Jahresumsatz im Vergleich zu 2010 um knapp zehn Prozent auf 2,76 Milliarden Dollar. Dennoch fiel 68,7 Millionen Dollar Nettoverlust an. Im Vorjahr hatte First Solar noch 748,9 Millionen Dollar Nettogewinn gemacht.

SunEdison, Projektierer-Tochter des US-amerikanischen Solarkonzerns MEMC, meldete den Verkauf einer 30 MW starken Solaranlage im texanischen Webberville. Käufer seien die Unternehmen MetLife und Longsol Holdings.

Der US-amerikanische Solarausrüster Satcon Technology Corporation aus Boston im Bundesstaat Massachusetts muss im vierten Quartal sowie im Gesamtjahr 2011 drastische Verluste hinnehmen. Das geht aus der Bilanz hervor, die Satcon veröffentlichte. Unter anderem wegen einmaliger Abschreibungen in Millionenhöhe verbucht Satcon für das vierte Quartal 2011 rund 48 Millionen Dollar Nettoverlust. Im vergleichbaren Zeitraum 2010 hatte der Wechselrichterhersteller noch 196,2 Millionen Dollar Nettogewinn erwirtschaftet. Der Quartalsumsatz ging auf Jahressicht um 21,7 Prozent auf 36 Millionen Dollar zurück. Der Nettoverlust im Gesamtjahr 2011 vervielfachte sich von 11,8 auf rund 83 Millionen Dollar. Dabei steigerte Satcon den Jahresumsatz gegenüber 2010 um neun Prozent auf 188,6 Millionen Dollar.

Eine Rüge von Indexbetreiber der US-Technologiebörse Nasdaq hat der chinesische Erneuerbare- Energie-Konzern Hoku Sientific bekommen. Das Unternehmen habe seine Bilanzen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2011 nicht rechtzeitig vorgelegt und damit gegen die Nasdaq-Statuten verstoßen, teilte Hoku nun mit. Derzeit werde analysiert, inwiefern sich der Preisverfall für den Solartechnologie-Rohstoff Silizium auf die ausstehenden Bilanzen auswirke. Diese Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. Unterdessen gewährte die chinesische Handelsbank der US-amerikanischen Silizium-Sparte des Unternehmens, Hoku Materials, einen zehn Millionen Dollar Kredit. Die neue Kreditlinie wurde über fünf Jahre abgeschlossen. Sie summiert die Verbindlichkeiten der Siliziumproduzentin mit Sitz in Honolulu bei der chinesischen Handelsbank auf insgesamt 78 Millionen Dollar.

Bioaktien


Wenige Wochen vor Bekanntgabe der Jahresbilanz für 2011 verlässt der Finanzvorstand der BKN biostrom AG das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Stephan Sander scheide auf eigenen Wunsch aus, teilte der Projektierer von Biogasanlagen aus Vechta mit. Die kommissarische Nachfolge übernehme bis auf weiteres Günter Schlotmann, Alleinvorstand der BKN.

Die Rückkehr in die Gewinnzone schaffte der US-amerikanische Biokraftstoffhersteller BioFuel Energy Corp. im vierten Quartal 2011. In diesem Zeitraum erwirtschaftete das Unternehmen aus Denver in Colorado 4,5 Millionen Dollar Nettogewinn bei 164 Millionen Dollar Umsatz. Demgegenüber stand im Vorjahresquartal 1,1 Millionen Dollar Nettoverlust bei 141 Millionen Dollar Umsatz. Dennoch schreibt BioFuel Energy weiter rote Zahlen. Der Nettoverlust für das Gesamtjahr verringerte sich allerdings von 25,2 Millionen Dollar in 2010 auf 10,4 Millionen Dollar in 2011. Das gelang wohl auch dank eines Umsatzsprungs von 453,4 auf 653,1 Millionen Dollar.

Andere Aktien

Trotz eines deutlichen Umsatzanstiegs war das Geschäftsjahr 2011 der Bambusspezialistin Asian Bamboo AG aus Hamburg weniger profitabel als das Vorjahr. Ungeprüften Berechnungen zufolge stieg der Umsatz auf Jahressicht um 18 Prozent auf 45,1 Millionen Euro. Aufgrund von einmaligen Belastungen sank der Konzernüberschuss jedoch um 46 Prozent auf 18,1 Millionen Euro. Die EBIT- Marge hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr als halbiert. Sie fiel von 44 auf 20 Prozent. Zur Entwicklung des EBIT machte Asian Bamboo keine vorläufigen Angaben.

Die Smiles AG ist pleite. Unternehmensvorstand Hartmut Friedrichs hat beim zuständigen Gericht in Würzburg Insolvenz beantragt. Eine Klage einzelner Anleger habe eine laufende Kapitalerhöhung scheitern lassen, die zur Rettung des Herstellers von Elektroleichtfahrzeugen mit Firmensitz in Aub bei Würzburg notwendig gewesen sei. Bis zum Insolvenzantrag habe diese Ausgabe neuer Aktien eine halbe Million Euro frisches Kapital eingebracht. Diese Aktienkäufe würden rückabgewickelt.
Bildnachweis: Elektrofahrzeug der Smiles AG. / Quelle: Unternehmen

Fortschritte auf dem Weg zurück in die schwarzen Zahlen meldete die schweizerische Tropenholzspezialistin Precious Woods AG. Erstmals seit Jahren werde das finanziell angeschlagene Unternehmen aus Zug in der Schweiz 2012 wohl keine neuen Schulden machen müssen an, teilte der Vorstand mit. Das zuletzt unter anderem wegen Exportverboten sehr verlustreiche Westafrika-Geschäft von Precious Woods Gabon werde in der Bilanz 2011 „einen maßgeblichen Anteil zum Umsatz und zum operativen Ergebnis beitragen“, hieß es. Gedrückt wird Precious Woods weiter von Steuerforderungen in Millionenhöhe. Zwar konnte die Tropenholzspezialistin eine Steuernachzahlung in Höhe von 12,8 Millionen Dollar an die brasilianischen Behörden gerichtlich abwenden. Dennoch sind noch 13,3 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit Grundstücken in Brasilien offen, gegen die Precious Woods weiter vorgeht. Dafür seien 1,6 Millionen Dollar zurückgestellt worden. Anstatt offene Schulden für den Kauf eines Biomassekraftwerks von BK Energia aus dem Jahr 2005 mit Bargeld zu begleichen, werde Precious Woods 40 Prozent der Aktien von dem Geschäftspartner übernehmen. Darüber haben sich beide Unternehmen Precious Woods zufolge geeinigt. Ziel sei es, dieses Aktienpaket noch in 2012 zu verkaufen.

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