Aufträge aus Großbritannien hat der Windradhersteller Nordex erhalten. / Foto: Unternehmen

07.12.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Nordex soll Windräder nach Großbritannien liefern – Solarkonzern Yingli Green Energy fährt schwere Verluste ein – Ökostromriese Abengoa SA unter Gläubigerschutz

Der Kurs des DAX sackte in der vergangenen Woche um 4,8 Prozent ab auf 10.752 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones Index verbesserte sich um 0,3 Prozent auf 17.840 Punkte. Um 0,7 Prozent  abwärts auf 19.728 Punkte ging es für den japanischen Nikkei. Der Kurs des chinesischen Hang Seng Index stieg um 0,8 Prozent auf 22.236 Punkte. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verbilligte sich um 3,7 Prozent auf 43,22 Dollar. Um 0,7 Prozent erhöhte sich der Preis für die Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ auf 4613,50 Dollar. Der Eurokurs kletterte um 2,7 Prozent auf 1,088 Dollar.

Windaktien

17 Windräder mit zusammen 42,5 Megawatt (MW) Leistungskapazität soll die Nordex SE zum Bau zweier Windparks in England und Schottland liefern. Auftraggeber sei der britische Windparkentwickler RES. Sieben der Anlagen seien für ein Bauvorhaben in der englischen Grafschaft Essex vorgesehen, die übrigen zehn für das schottische Windfarm-Projekt.

Zwei Aufträge zur Lieferung von Windrädern nach Deutschland und in die USA hat Vestas Wind Systems erhalten. Die größere dieser beiden Bestellungen komme von EDF Renewable Energy und beziehe sich auf 81 Windräder mit 201 MW Leistungskapazität. Wo genau diese Anlagen zum Einsatz kommen sollen blieb offen. Die VR Energieprojekte Dötlingen GmbH bestellte elf Windräder mit zusammen 36 MW für den Bau einer Windfarm im Niedersachsen. Außerdem bestätigte der Hersteller aus Århus Verhandlungen über die Lieferung von weiteren Windkraftanlagen mit 120 MW Gesamtkapazität für ein Bauvorhaben in Marokko.

Bei der Errichtung von Windparks in Mexiko kooperiert der spanische Windkraftkonzern Gamesa Corp. Tecnologica künftig enger mit dem staatlichen Energieriesen Comisión Federal de Electricidad (CFE). Dazu sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, teilte die Führung des Unternehmens aus Zamudio mit. CFE bekunde zudem Interesse am Kauf von Windparks in Lateinamerika und den USA, an denen Gamesa Anteile halte, hieß es. Überdies werde Gamesa in Mexiko eine Fabrik zur Herstellung von Türmen für Windkraftanlagen eröffnen.

Die Ausgabe neuer so genannter Bürgerwindaktien brachte der ABO Invest AG 2,9 Millionen Euro Emissionserlös ein. Das teilte der Windparkbetreiber aus Wiesbaden mit. Das Kapital sei zur Finanzierung eines weiteren Windparks in Finnland gedacht, wo ABO Invest bislang eine Windfarm betreibt, hieß es.

Per Hornung Pedersen, ehemals Vorstandschef des Windradherstellers Senvion (zuvor RE Power Systems SE) ist neuer Vorstandsvorsitzender der PNE Wind AG. Er werde das Amt bis zur Hauptversammlung am 25. Mai 2016 bekleiden und danach wieder in den PNE-Aufsichtsrat zurück wechseln, kündigte der Windkraftprojektierer aus Cuxhaven an. Damit ist der Vorstand wieder dreiköpfig. Finanzvorstand bleibt Jörg Kloweit. Markus Lesser (bisher kommissarischer Vorstandsvorsitzender) konzentriert sich wieder auf die Verantwortung für das operative Geschäft als Chief Operating Officer (COO).

Solaraktien

Der US-Konzern SunPower treibt das Projektgeschäft in seiner Heimat voran: Zum einen hat das Unternehmen aus San José in Kalifornien den Bau eines Solarparks mit 100 MW Gesamtkapazität in Nevada begonnen. Zum anderen teilte SunPower mit, dass eine Solarfarm mit 15 MW Kapazität auf einem Luftwaffenstützpunkt in Kalifornien in Betrieb gegangen sei.

Zwei Erfolgsmeldungen rund um ein Solarparkvorhaben mit 157 MW Leistungskapazität im US-Bundesstaat Texas hat Canadian Solar bekanntgegeben. Zum einen habe das Unternehmen aus Guelph in der kanadischen Provinz Ontario 51 Prozent der Anteile an dem Großprojekt an den US-Energieversorger Southern Power verkauft, zum anderen habe ein Bankenkonsortium Kredite im Wert von 275 Millionen Dollar zugesagt, hieß es.
Bild: Solaranlage mit Technik von Canadian Solar. Der Konzern machte jüngst Fortschritte im US-Geschäft. / Foto: Unternehmen


Beim Bau eines großen Solarparks mit 18,3 MW Gesamtleistungskapazität kommen Module des koreanischen Herstellers Hanwha Q Cells Co. Ltd. zum Einsatz. Ein erster Bauabschnitt mit 8,3 MW Kapazität sei bereits in Betrieb gegangen, teilte der Konzern aus Seoul mit.

Yingli Green Energy beendete das dritte Quartal 2015 mit 351,5 Millionen US-Dollar Umsatz und 450 Millionen Dollar Verlust vor Steuern und Zinsen (EBIT). Gemessen am Vorjahresquartal bedeutet das einen Umsatzrückgang um knapp 37 Prozent. Zudem hatte der Konzern aus Baoding im dritten Quartal 2014 noch 32,5 Millionen Dollar Ertrag ausgewiesen. Die Unternehmensführung des finanziell angeschlagenen Konzerns aus Baoding machte einen massiven Absatzeinbruch verantwortlich für die Entwicklung. Zudem gaben die Chinesen bekannt, Module mit 60 MW Kapazität an einen Kunden in Polen zu liefern, der sich dort gemeinsam mit Yingli an Photovoltaikausschreibungen beteiligen wolle.

Bioenergieaktien

Die 2G Energy AG aus Heek hat in den ersten neun Monaten 2015 mit 84,3 Millionen Euro knapp 25 Prozent weniger Umsatz erzielt als im Vorjahreszeitraum. Zugleich entstanden 1,1 Millionen Euro EBIT-Verlust nach 6,4 Millionen Euro EBIT-Ertrag in den ersten drei Quartalen 2014. In Deutschland befinde sich die 2G Energy AG in einer Übergangsphase, nachdem Reformen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes die Nachfrage nach Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen seit 2013 habe zurückgehen lassen. Derzeit unternehme 2G Schritte, um sich stärker auf Auslandsmärkten in Nordamerika und Mitteleuropa zu etablieren.

Andere Aktien

Der spanische Ökostrom- und Umwelttechnikriese Abengoa steht inzwischen offiziell unter vorläufigem Gläubigerschutz. Vorstandschef Santiago Seage hat seinen Stuhl geräumt. Nach spanischem Recht, verschafft der Antrag dem Konzern zunächst Zeit, um mit maßgeblichen Gläubigern über die Umstrukturierung der Schuldenlasten zu verhandeln. Die eigenständig börsennotierte Kraftwerkssparte Abengoa Yield sei nicht direkt betroffen und werde wie bisher fortgeführt, hieß es.

Der Ökostromanlagenbetreiber Chorus Clean Energy AG hat in den ersten drei Quartalen 2015 49 Millionen Euro Umsatz und 39,5 Millionen Euro Gewinn beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erwirtschaftet. Das dritte Quartal 2015 habe zum Umsatz 18,1 Millionen Euro beigetragen, hieß es. Die Chorus Clean Energy AG ging 2014 aus einem Emissionshaus hervor und ist erst seit Oktober 2015 börsennotiert. Vergleichszahlen zur Entwicklung der ersten drei Quartale 2014 veröffentlichte das Unternehmen aus Neubiburg nicht.

Die Geschäfte der insolventen Asian Bamboo AG in China sind weitgehend zum Erliegen gekommen. Weil der Betrieb der Bambus-Plantagen und die Reparaturen von Sturmschäden aber teuer sind, macht das Unternehmen aus Hamburg weiter massive Verluste. Asian Bamboo erzielte im dritten Quartal 2015 noch 175.000 Euro Umsatz nach 7,7 Millionen Euro Umsatz im Vorjahreszeitraum. Zugleich verbuchte das Unternehmen 11,8 Millionen Euro Netto-Quartalsverlust nach 800.000 Euro Nettogewinn im dritten Quartal 2014.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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