Rotorentransport bei Nordex: Der Hamburger Windkraftanlagen-Hersteller übernimmt die SSP Technology, die Rotorblätter entwickelt. / Foto: Nordex SE

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Nordex übernimmt Rotorhersteller SSP – Aktiensplit bei ReneSola – Zahlen von Centrotec Sustainable AG

Im Wochenverlauf verlor der Dax 1,5 Prozent und notierte am Freitagmittag bei 11.643 Punkten. Der amerikanische Dow Jones Index konnte das Niveau der Vorwoche nicht halten und nahm um 1 Prozent auf 19.906 Punkte ab. Der japanische Nikkei-Index brach um 2,5 Prozent ein auf 19.011 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index lag mit 23.135 Punkten knapp 1 Prozent unter dem Wert vom vergangenen Freitag. Aufwärts ging es dagegen beim Ölpreis: Für das Barrel Öl der Sorte Brent kletterte er auf 56,93 Dollar und damit um knapp 2,5 Prozent. Der Goldpreis legte um gut 2,5 Prozent zu auf 1213,19 Dollar je Unze. Der Euro kostete 1,074 US-Dollar und damit etwa 0,5 Prozent mehr als zum Ende der Vorwoche.


Windaktien

Der Hamburger Windkraftanlagen-Hersteller Nordex übernimmt die SSP Technology A/S aus Dänemark. SSP entwickelt Rotorblattformen und verfügt über zahlreiche Patente für Fertigungsprozesse (Gebrauchsmuster). Neben diesen übernimmt Nordex rund 70 Mitarbeiter und die rund 10.000 Quadratmeter großen Werkshallen im dänischen Kirkeby. Zu den Übernahmekosten und dem zeitlichen Ablauf wurden keine Angaben gemacht. Mit der Transaktion will Nordex nach eigenen Angaben die technologische Position bei der Entwicklung immer größerer und effizienterer Turbinen weiter ausbauen.

Die ABO Invest AG erhält eine weitere Kapitalspritze von ihrem Großaktionär ABO Wind AG. Das Kapital will das Unternehmen aus Wiesbaden nutzen, um seinen Windparkbestand auszubauen. Laut Unternehmenssprecher Alexander Koffka will ABO Invest das neue Kapital in einen finnischen Windpark investieren.

Senvion hat einen Großauftrag aus Portugal erhalten. Der Windkraftanlagen-Hersteller aus Hamburg unterzeichnete einen Vertrag mit EDP Renewables über eine Gesamtkapazität von bis zu 216 Megawatt (MW). Die Lieferung soll bis Ende 2019 erfolgen. Außerdem erbringt Senvion alle Wartungsleistungen über einen Zeitraum von fünf Jahren, die Frist kann auf bis zu 20 Jahre verlängert werden.
Zudem hat Senvion Anlagen für Windparks in Großbritannien und Frankreich errichtet. In beiden Windmärkten erreichte Senvion damit nun Gesamtinstallationen von über zwei Gigawatt.

Der spanische Windkraftanlagen-Hersteller Gamesa hat seine neue Rotor-Fabrik in der Region Nellore im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh eröffnet. Die neue Produktionsstätte ist Teil von Gamesas Investitionsplänen: Das Unternehmen will nach eigenen Angaben im Jahr 2017 mehr als 100 Millionen Euro investieren, um die Produktion im indischen Markt zu stärken. Nach und nach soll die Produktionskapazität erhöht werden. Ab Mitte dieses Jahres will Gamesa auch Generatoren und Photovoltaik-Wechselrichter herstellen.

Dong Energy AS aus Dänemark konnte im Geschäftsjahr 2016 den Nettogewinn deutlich erhöhen. Dieser stieg im Vergleich zu 2015 um 11,2 Milliarden Dänische Kronen auf rund 12,2 Milliarden Dänische Kronen (umgerechnet etwa 1,64 Milliarden Euro). Der Umsatz betrug 2016 rund 61 Milliarden Dänische Kronen, das sind etwa 8,2 Milliarden Euro – ein Rückgang von fast 7 Prozent. Im Geschäftsjahr 2015 hatte Dong Energy noch rund 65,4 Milliarden Dänische Kronen erwirtschaftet. Der Rückgang war vor allem auf niedrigere Gaspreise und Gasmengen zurückzuführen. Dong Energy ist einer der größten Investoren in Offshore-Windparks in Europa, darunter auch Projekte in der deutschen Nordsee. Die Dänen betreiben aber derzeit auch noch Erdgas- und Kohlekraftwerke. Das Unternehmen kündigte vor kurzem den Ausstieg aus den Erdgas- und Kohlekraftwerken an. Bis 2023 will das Unternehmen den Kohleausstieg komplett vollzogen haben. Der Gewinnanstieg war laut Dong Energy vor allem auf ein höheres operatives Ergebnis und einen Gewinn aus der Veräußerung des Gasverteilungsnetzes zurückzuführen.

Errichtung einer Offshore-Anlage: Dong Energy will das Geschäft mit Windkraft auf See ausbauen. / Foto: Unternehmen


American Superconductor Inc. (AMSC) hat vorläufige Zahlen für das dritte Quartal 2016 vermeldet. Der Windkraft-Zulieferer aus Devens im US-Bundesstaat Massachusetts konnte demnach seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr steigern und den Verlust verringern. Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2016, das am 31. Dezember endete, erwartet AMSC einen Umsatz im Bereich von 26 bis 27 Millionen Dollar und hob die Prognose damit etwas an. Die Umsatzerlöse dürften sowohl im Wind- als auch im Grid-Segment im Vergleich zum Vorjahresquartal steigen. Das Unternehmen rechnet mit einem Nettoverlust im Bereich von 2,5 bis 3,0 Millionen Dollar, ursprünglich wurde ein Minus von bis zu 8,0 Millionen Dollar vorausgesagt.

Pattern Energy sind über 350 Millionen US-Dollar durch die Ausgabe von Wertpapieren zugeflossen. Das Windkraftunternehmen aus Kalifornien hat nun das Angebot geschlossen. Über die sogenannten Senior Notes (Schuldverschreibungen) hatte Pattern Energy bei institutionellen Anlegern und ausgewählten und "Nicht-US-Staatsbürgern" Kapital eingesammelt.


Solaraktien

Der chinesische Solarkonzern ReneSola will mit einem Aktiensplit dem Rauswurf aus der New Yorker Börse entgehen. Dort notiert die Solaraktie des Unternehmens mit Hauptsitz in Shanghai seit drei Monaten unter dem Mindestkurs von einem Euro. Das aber ist nur für einen begrenzten Zeitraum erlaubt. Nun gab der Konzern bekannt, dass mit Wirkung zum 10. Februar seine Aktien an der US-Börse umbewertet würden. Diese Umbewertung entspreche einem Aktiensplit im Verhältnis 5 zu 1. Entsprechend werde sich der Aktienkurs je Anteilsschein erhöhen. ReneSola betonte, dass sich durch die Maßnahme die Unternehmensbeteiligung nicht verringere, sie also nicht mit einer Erhöhung der Aktienanzahl einhergehe.

Die Wacker Chemie AG hat ihren Umsatz und ihr operatives Ergebnis in 2016 leicht verbessert. Der Hersteller von Solar-Silizium aus München hat nach einem guten 4. Quartal ihr Umsatzziel für das Gesamtjahr 2016 erreicht und beim operativen Ergebnis die eigenen Erwartungen übertroffen. Nach vorläufigen Berechnungen erzielte der Chemiekonzern im Geschäftsjahr einen Gesamtumsatz von 5,4 Milliarden Euro (2015: 5,3 Milliarden Euro). Das sind rund 2 Prozent mehr als im Jahr 2015. Höhere Absatzmengen sind der wesentliche Grund für diesen Anstieg. Alle Geschäftsbereiche haben 2016 ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich nach den vorläufigen Zahlen auf 1,10 Milliarden Euro (2015: 1,05 Milliarden Euro), ein Plus von 5 Prozent. Das Jahresergebnis des Wacker-Konzerns liegt nach den vorläufigen Berechnungen bei 190 Millionen Euro (2015: 242 Millionen Euro).

Rohsilizium auf einem Solarmodul: Wacker beliefert Modulhersteller und war im vergangenen Jahr erfolgreich. / Foto: Unternehmen


Der chinesische Solarmodul-Hersteller JinkoSolar hat Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 106,4 MW an sPower geliefert, den größten privaten Eigentümer von Solaranlagen in den Vereinigten Staaten. Verwendet wurden die Photovoltaik-Module für den Solarpark "Solverde 1" in Lancaster, Kalifornien. Dieser wurde in nur 12 Monaten entwickelt und in Betrieb genommen. JinkoSolar lieferte die Module in knapp über zwei Monaten zum Projektstandort.

Der Solarkonzern Yingli Green Energy aus China hat bekannt gegeben, dass seine australische Tochtergesellschaft eine Vereinbarung zur Lieferung von 13,3 MW Solarmodulen für einen Kunden in Australien abgeschlossen hat. Yingli wird demnach im ersten Quartal 2017 ausliefern. Über den Namen des Kunden und das Solar-Projekt wurden keine Angaben gemacht.


Bioenergie-Aktien

Die Verbio AG hat ihre Hauptversammlung abgehalten und einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gegeben.  Der sächsische Biotreibstoffhersteller erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015/2016 einen Konzernumsatz von 654,3 Millionen Euro, eine Steigerung zum Vorjahr um sechs Prozent. Bei einem EBITDA von 73,1 Millionen Euro wurde ein Zuwachs von 44 Prozent erreicht. Mit einem Eigenkapital von 254,3 Millionen Euro lag die Eigenkapitalquote bei 79 Prozent. Der Vorstand geht davon aus, im Geschäftsjahr 2016/2017 ein EBITDA in der Größenordnung von 90 Millionen Euro zu erzielen. Zuletzt war das Unternehmen von einem EBITDA in einer Größenordnung von 55 Millionen Euro ausgegangen.


Andere Aktien

Ein Kunde von FuelCell Energy aus dem US-Bundesstaat Connecticut hat dort in der Stadt Woodbridge ein Brennstoffzellen-Kraftwerk in Betrieb genommen. Die Brennstoffzellen-Spezialistin hatte das Kraftwerk an einer High School mit insgesamt zwei Megawatt geplant und errichtet.

Die Centrotec Sustainable AG meldet eine gute Geschäftsentwicklung in 2016 und rechnet für 2017 mit weiterem Wachstum. Die auf Klimaschutztechnologien in Gebäuden spezialisierte Gesellschaft aus Brilon erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 575 Millionen Euro (Vorjahr: 549,8 Millionen). Damit wurde die Prognose von 550 bis 570 Millionen Euro leicht übertroffen. Zudem wird beim vorläufigen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) die Prognose von 32 bis 35 Millionen Euro am oberen Ende erreicht. Für 2017 erwartet Centrotec ein fortgesetztes Wachstum und geht von einem Umsatz von 575 bis 600 Millionen Euro aus. Laut Vorstand ist ein EBIT von zwischen 33 und 35 Millionen Euro realistisch. Das Unternehmen will 2017 "in überdurchschnittlichem Maße in die Bereiche Entwicklung, Service und internationalen Vertrieb investieren, um die Grundlage für nachhaltige Umsatz- und Ergebnisverbesserung zu schaffen."

Klimasystem von Centrotec: Das Unternehmen rechnet auch 2017 mit einem Wachstum. / Foto: Centrotec


Carmanah, eine Spezialistin für klimaschonende Beleuchtungsanlagen, kann einen Großauftrag aus Norwegen verbuchen. Wie das Unternehmen aus der kanadischen Provinz Victoria vermeldete, hat seine Tochtergesellschaft Sabik Oy die Order von der norwegischen Küstenverwaltung erhalten. Es handelt sich um eine Lieferung von etwa 1.200 LED-Laternen für die Küstengewässer, die laut Vereinbarung in den kommenden drei bis vier Jahren erfolgen soll. Der Vertrag habe ein Gesamtvolumen von rund 2,1 Millionen US-Dollar und sei sofort wirksam, teilte Carmanah mit.

TerraForm Global, Eigentümerin und Betreibergesellschaft von Erneuerbare-Energien-Kraftwerken in den USA, hat ihre Ergebnisse für das zweite Quartal 2016 veröffentlicht und auch der US-Börsenaufsicht SEC Bericht erstattet: Demnach wurde ein Plus bei Umsatz und Gewinn erzielt. Bis zur nächsten Frist im März 2017 werde man allerdings den überfälligen Bericht für das dritte Quartal 2016 nicht einreichen können. Auch rechne man trotz der Fortschritte nicht damit, den 1. Quartalsbericht für 2017 pünktlich im Mai veröffentlichen zu können. Nichtsdestotrotz war das zweite Quartal laut TerraForm Global seit langem wieder rentabel: Das Unternehmen erwirtschaftete 56 Millionen Dollar an Umsatz und 6 Millionen Dollar Nettogewinn. Im Vorquartal waren noch rund 6 Millionen Dollar Verlust angefallen. Zudem meldete das Unternehmen am Ende des zweiten Quartals 870 Millionen Dollar an Barmitteln.


Tetra Tech ist stark in das Geschäftsjahr 2017 gestartet. Der kalifornische Umweltdienstleister hat den Umsatz im zum Jahreswechsel abgeschlossenen ersten Quartal auf 669 Millionen Dollar gesteigert: gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 19 Prozent. Das Ergebnis je Aktie sprang um 17 Prozent auf 0,49 Dollar. Der Auftragsbestand erhöhte sich um 34 Prozent auf 2,47 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr stellt Tetra Techs Chairman und CEO (Chief Executive Officer) Dan Batrack 2,9 bis 2,1 Milliarden Dollar in Aussicht und 2,0 bis 2,20 Dollar Gewinn je Aktie. Im zum 2. Oktober abgeschlossenen Geschäftsjahr 2016 hatte der Umweltdienstleister 2,58 Milliarden Dollar Umsatz erlöst und einen Gewinn je Aktie von 1,88 Dollar erwirtschaftet.
Zudem hat Tetra Tech Aussicht auf weitere Großaufträge aus dem Heimatmarkt USA. Der Umweltdienstleister hat eine Vereinbarung mit dem US-Energieministerium abgeschlossen. Tetra Tech ist einer von sechs Vertragspartnern, das Vertragsvolumen beläuft sich auf bis zu 91 Millionen Dollar über einen Zeitraum von 5 Jahren. Das Unternehmen wird dabei verschiedene Dienstleistungen ausführen, zum Beispiel Erdgaslagerung und Export, Kernbrennstoffmanagement sowie die Lagerung, Behandlung und Entsorgung von radioaktiven und gefährlichen Stoffen.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

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