Diesen Windpark in Uruguay hat Nordex mit Anlegen bestückt. Weil sich ein Großauftrag aus Südamerika verzögerte, hat der Windkraftanlagenhersteller seine Erwartungen für 2016 knapp verfehlt. / Foto: Unternehmen

16.01.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Nordex verfehlt Auftragsziel – SolarWorld investiert in Fertigung – Verbio steigert Ergebnisprognose

In der vergangenen Woche stieg der Dax um ganze 30 Punkte auf 11.629 Punkte. Auch der amerikanische Dow Jones Index blieb stabil, er verlor 77 Punkte und lag damit zum Wochenabschluss bei 19.883 Punkten. Der japanische Nikkei-Index sank um 1,63 Prozent auf 19.281 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index kletterte um 1,92 Prozent auf 22.926 Punkte. Ein Barrel Öl der Sorte Brent kostete zum Ende der Woche 55,47 Dollar und damit 2,53 Prozent weniger als zum Wochenbeginn. Der Goldpreis kletterte um knapp 2 Prozent auf 1172,9 Dollar je Unze. Der Euro kostete 1,06 Dollar und verteuerte sich gegenüber der Vorwoche um 1 Prozent.


Windaktien


Der Windkraftanlagenbauer Nordex aus Hamburg hat im vergangenen Jahr weniger Aufträge erhalten als zuvor erwartet. Das Unternehmen sammelte Order im Wert von 3,3 Milliarden Euro ein und damit knapp drei Prozent weniger als angepeilt. Dies erklärte Nordex mit der Verschiebung eines Großauftrags in Südamerika. Die Wahrscheinlichkeit sei sehr groß, dass der Auftrag nun im ersten Halbjahr 2017 gebucht werde. Nichtsdestotrotz verbuchte das Unternehmen 2016 einen Auftragsrekord: Das Neugeschäft in Deutschland sei um 28 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro gestiegen.

Der Windpark-Projektierer PNE Wind aus Cuxhaven hat ein Offshore-Projekt in der Nordsee an den schwedischen Energiekonzern Vattenfall verkauft. Das Projekt „Atlantis I“ wird bei Vollzug des Kaufvertrages, der noch von dem Eintritt verschiedener Vollzugsbedingungen abhängig ist, nach Zahlung eines unteren zweistelligen Millionenbetrages in Euro übergeben. Über Meilensteinzahlungen profitiert PNE Wind zusätzlich an einer weiteren Wertsteigerung des Projekts infolge der Weiterentwicklung durch Vattenfall. PNE Wind wird als Dienstleister für „Atlantis I“ tätig bleiben.

Senvion, Hersteller für Windenergieanlagen aus Hamburg, hat mit Innogy Renewables UK Ltd. einen Vertrag über die Lieferung von 16 Windenergieanlagen aus seiner 2-Megawatt-Baureihe für den Windpark Mynydd y Gwair in Südwales abgeschlossen. Ab Inbetriebnahme hat das Projekt eine Kapazität von 32,8 Megawatt (MW). Die Komponenten der Windenergieanlagen werden ab April 2018 am Standort ausgeliefert, Installation und Inbetriebnahme sollen bis Oktober 2018 abgeschlossen sein. Senvion hat zudem für alle drei Projekte mit Innogy Renewables UK Ltd. fünfjährige Wartungsverträge abgeschlossen, die auf 10 und später 15 Jahre verlängert werden können.


Der dänische Windkraftanlagen-Hersteller Vestas hat einen 300-MW-Auftrag aus den USA erhalten. Der Vertrag umfasst die Lieferung, Inbetriebnahme und mehrjährige Wartung von insgesamt 150 Turbinen. Lieferbeginn ist voraussichtlich zu Beginn des zweiten Quartals 2017, die Inbetriebnahme ist für Anfang des vierten Quartals geplant. Der Name des Kunden und der Projektstandort blieben auf Wunsch ungenannt. Zudem hat der Erneuerbare-Energien-Projektierer Longroad Energy Holdings aus den USA den Kauf von Vestas-Windräder für Projekte mit über 600 MW vermeldet. Über die Standorte der Projekte wurden keine Angaben gemacht, sie sollen aber vor Ende 2020 ans Netz gehen. Für 2016 erwartet Vestas einen höheren freien Cash-Flow von 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro.

Futuren SA, französische Betreiberin von Windkraftanlagen, hat ihre Wandelschuldverschreibungen teilweise zurückgezahlt. Das Unternehmen aus Aix-en-Provence zahlte 1.702 Euro je Anleihe zurück. 

Pattern Development, eigenständig börsennotierte Tochter der Pattern Energy Group, hat die Finanzierung für das Ohorayama-Windprojekt in Japan abgeschlossen. Der Windkonzern aus Kalifornien initiierte das 33-MW-Projekt in der Kochi Präfektur gemeinsam mit seinem Joint-Venture-Partner Green Power Investment Corporation. Ohorayama Wind verfügt über einen 20-jährigen Stromabnahmevertrag mit der Shikoku Electric Power Company. Das Projekt befindet sich im Bau und wird voraussichtlich im März 2018 abgeschlossen sein.

Die indische Suzlon Group hat einen 226,8-MW-Auftrag von einem unabhängigen Energieunternehmen erhalten. Der Windkraftanlagen-Hersteller liefert die Anlagen für ein Projekt im Anantapur Distrikt im Bundesstaat Andhra Pradesh, das bis März 2017 fertiggestellt werden soll. Suzlon hat zudem einen Vertrag über Service- und Ingenieursdienstleistungen abgeschlossen, der eine Dauer von 10 Jahren hat.

Solaraktien

Die SolarWorld AG investierte einen zweistelligen Millionenbetrag in die Solarwafer-Fertigung.Sie erwarb vom Solarausrüster Meyer Burger Technology AG aus der Schweiz Diamantdrahtsägen und erhofft sich davon mehr Effizienz bei der Fertigung von Solarwafern. SolarWorld bestellte Diamantdrahtsägen im Gesamtwert von rund acht Millionen Schweizer Franken (CHF). Die Lieferung und Inbetriebnahme soll im zweiten Quartal erfolgen.

Meyer Burger erhielt in der vergangenen Woche zwei weitere Aufträge: Zwei Bestandskunden aus Asien haben dem Schweizer Solarausrüster Order mit einem Gesamtvolumen von rund 20 Millionen Schweizer Franken (CHF) erteilt. Vereinbart wurde die Lieferung und Installation einer Technologieplattform ab dem zweiten Quartal 2017.

GCL System Integration Technology hat in den Solarzellen-Produzenten Vina Cell Technology aus Vietnam investiert. Im Gegenzug erhielt GCL-SI bis zu 600 MW Produktionskapazität. Im Rahmen der Vereinbarung wird der Solarmodul-Hersteller aus China die Produktionsausrüstung für Solarzellen liefern.



Dem Solarmodul-Hersteller Canadian Solar könnten höhere Importzölle in den USA drohen. Nach einer Prüfung sieht die Internationale Handelsbehörde (ITA) einen kombinierten Zoll von 51,4 Prozent für in China produzierte Solarmodule des Konzerns vor. 2016 zahlte der Hersteller mit Hauptsitz in Kanada noch die Standardrate für Großproduzenten von rund 30 Prozent. Eine Entscheidung zu den neuen Zollsätzen wird in den nächsten 120 Tagen erwartet.

Muss Canadian Solar bald höhere Zölle in den USA zahlen? / Foto: Unternehmen

Der US-Solarkonzern SunPower hat drei Solar-Projekte in Kalifornien an Duke Energy Renewables verkauft, eine Betreiber- und Entwicklungsgesellschaft aus North Carolina. Der Deal beinhaltet Projekte mit insgesamt 55 MW in Kern County.

Vivint Solar hat von vier institutionellen Investoren ein Darlehen in Höhe von insgesamt 203 Millionen Dollar erhalten. Der US-Solarprojektierer schloss den Kredit mit einer Laufzeit von 18 Jahren ab. Darüber hinaus gab das Unternehmen bekannt, dass es eine Follow-Up-Investition über 100 Millionen Dollar mit der Bank of America Merrill Lynch vereinbart hat: Mit dem Geld wird die Installation von über 66 MW Solaranlagen auf Wohngebäuden finanziert.


Bioenergie-Aktien

Die Verbio Vereinigte BioEnergie AG hat ihre Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2016/2017 erhöht: Ursächlich seien ein starkes zweites Quartal und eine hohe erwartete Auslastung der Produktionsanlagen im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2016/2017, teilte die Biospritherstellerin mit Sitz in Zöbrig und Leipzig mit. Das Geschäftsjahr begann für Verbio am 1. Juli 2016. Demnach rechnet der Verbio-Vorstand mit einem EBITDA von 90 Millionen Euro. Zuletzt ging das Unternehmen von einem EBITDA in einer Größenordnung von 55 Millionen Euro aus.



Die CropEnergies AG aus Mannheim hat die offiziellen Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Demnach konnte die Bioethanol-Produzentin den Umsatz in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2016/17 wie angekündigt leicht steigern, auf 565 Millionen Euro (Vorjahr: 558 Millionen). Das dritte Quartal endete für CropEnergies am 30. November 2016. Hauptgrund für den höheren Umsatz sei die Wiederinbetriebnahme der Anlage in Wilton in Großbritannien. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 87 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahresniveau. Auch das operative Ergebnis blieb in den ersten neun Monaten 2016/2017 mit 59 Millionen Euro unter dem Vorjahr.

CropEnergies hat den Umsatz leicht steigern können. / Foto: Unternehmen


Andere Aktien

Die Helma Eigenheimbau AG konnte ihren Auftragseingang in 2016 um 6,5 Prozent auf 286,8 Millionen Euro steigern. Zudem plant Helma ab 1. März den Wechsel in das neue KMU Listing Segment der Deutschen Börse. Von 2011 bis 2016 legte der Konzern-Auftragseingang von 106,8 Millionen Euro auf 286,8 Millionen zu. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 22 Prozent. Der Helma-Konzern rechnet damit, Umsatz und Ertrag auch im Geschäftsjahr 2017 deutlich zu steigern.

Die insolvente Heliocentris Energy Solutions AG verkauft nach der Zustimmung des Gläubigerausschusses wesentliche Teile ihrer Wirtschaftsgüter. Das auf Brennstoffzellentechnologie spezialisierte Unternehmen hat sich mit einer Tochtergesellschaft der Odeh Asalem Automation Systems (ODASCO) aus Dubai auf den Verkauf der Geschäftsanteile an der Heliocentris Italy s.r.l. sowie der wesentlichen Wirtschaftsgüter der Heliocentris Fuel Cell Solutions GmbH und der Heliocentris Industry GmbH im Rahmen eines „Asset Deals“ geeinigt. Die Erwerbergesellschaft wird zukünftig unter dem Namen ODASCO-Heliocentris Europe GmbH firmieren.

Die Brennstoffzellen-Spezialistin FuelCell Energy hat ihre Ergebnisse für das vierte Quartal 2016 veröffentlicht, das am 31. Oktober 2016 endete. Das Unternehmen erwirtschaftete demnach einen Umsatz von 24,5 Millionen Dollar im Vergleich zu 51,5 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust belief sich für das vierte Quartal 2016 auf 13,7 Millionen Dollar oder 0,41 Dollar pro Aktie, im Vergleich zu einem Verlust von 9,7 Millionen Dollar oder 0,38 Dollar pro Aktie in 2015. Aufgrund der gesunkenen Nachfrage für Brennstoffzellen-Systeme will das Unternehmen künftig ausgewählte Projekte im Portfolio behalten und damit Umsätze generieren, anstatt sie bei der Inbetriebnahme zu verkaufen.

TerraForm Global erwartet weiterhin Verluste im Jahr 2016 –  diese dürften zwischen 65 und 115 Millionen Dollar liegen. Dem steht ein Umsatz von 210 bis 220 Millionen Dollar gegenüber: Das zeigen aktuelle Zahlen des US-Unternehmens, das Erneuerbare-Energien-Anlagen betreibt. Im Vergleich zu 2015 sind die Prognosen ein Fortschritt, da TerraForm Global in dem Jahr einen satten Nettoverlust von 371 Millionen Dollar verbuchte.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.


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