Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Plambeck meldet Rekordergebnis - Solar-Fabrik AG erleidet Ergebniseinbruch – Börsengang von Geothermieunternehmen Enro Energie SE

In der vergangenen Woche hat sich der deutsche Aktienindex DAX um 7,8 Prozent auf 3.953 Punkte erholt. Der US-amerikanische Dow Jones legte sogar um 9,0 Prozent auf 7.224 Punkte zu. Der japanische Nikkei verbesserte sich um 5,5 Prozent auf 7.569 Punkte. Die Preise für Öl und Kupfer sind leicht gestiegen. Der Barrel Öl (Brent Crude Oil) verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 45,60 US-Dollar, Kupfer (Copper Grade A) um 1,4 Prozent auf 3.686 Dollar. Der Euro legte gegenüber dem Dollar um 2,1 Prozent zu auf 1,29 Dollar.

Windaktien
Der Cuxhavener Windpark-Projektierer Plambeck Neue Energien AG hat das Geschäftsjahr 2008 mit dem besten Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde um 50,6 Prozent auf rund 23,5 Millionen Euro verbessert. Der Umsatz kletterte von 50,1 Millionen Euro auf 74,6 Millionen Euro.
Grundlage der erfolgreichen Entwicklung sei der Verkauf der Anteile an dem dänischen Rotorblattentwickler SSP Technology A/S, so das Unternehmen. Vorstandschef Martin Billhardt führte den Erfolg auch darauf zurück, dass Plambeck sich nunmehr konsequent auf die Projektentwicklung von Windparks konzentriere.

Der dänische Windkraftanlagenhersteller Vestas hat weitere 90 Millionen US-Dollar in seine chinesische Tochtergesellschaft Vestas Wind Technology (China) Ltd. investiert. Insgesamt hat er damit 363 Millionen Dollar für eine Ausweitung der Produktionskapazitäten in dem stark wachsenden Windmarkt verwendet.
Weiter gab Vestas bekannt, dass das Unternehmen mit Boeing bei Forschungsprojekten in Bereichen wie Aerodynamik zusammenarbeiten will.

Solaraktien

Die Freiburger Solar-Fabrik AG hat im Geschäftsjahr 2008 einen massiven Ergebniseinbruch erlitten. Nach vorläufigen Zahlen belief sich der EBIT-Verlust auf 35 Millionen Euro. 2007 hatte das Minus sieben Millionen Euro betragen. Die Eigenkapitalquote ist von 73 auf 56 Prozent geschrumpft. Der Konzernumsatz der Solar-Fabrik AG wurde dagegen um rund 61,8 Prozent auf 217 Millionen Euro gesteigert.
Das Unternehmen musste nach eigenen Angaben massive Abschreibungen vornehmen. Zudem kündigte es an, für die Tochtergesellschaft Global Expertise Wafer Division Ltd. (GEWD) einen Insolvenzantrag zu stellen. Für diese war den Angaben zufolge ein besonders hoher Wertberichtigungsbedarf angefallen. Die stark gesunkenen Siliziumpreise führten bei der GEWD zu Abschreibungen auf die Vorräte in Höhe von 8,864 Millionen Euro. Hinzu kamen Drohverlustrückstellungen in Höhe von 3,492 Millionen Euro. Aufgrund des Preisverfalls für Silizium und Siliziumprodukte sieht der Vorstand der Solar-Fabrik AG „kurz- und mittelfristig keine positive Geschäftsentwicklung bei der GEWD“. Er kündigte an, die Geschäftsstrategie umzukrempeln. Das Unternehmen werde sich auf das Kerngeschäft mit Solarmodulen konzentrieren und straffere Strukturen schaffen. Die aktuellen bilanziellen Lasten seien einmalig und dienten der Bereinigung.
Den Auftragsbestand bezifferte die Solar-Fabrik AG auf über 80 Megawatt peak (MWp). Bereits zum Jahresbeginn habe man nahezu die gesamte Produktionsmenge an Solarstrommodulen für 2009 verkauft. das Unternehmen geht von einem Konzernumsatz von mindestens 220 Millionen Euro aus und prognostiziert eine EBIT-Marge von rund drei Prozent in 2009.

Die Hamburger Colexon Energy AG hat das Jahr 2008 laut vorläufigen Zahlen mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Wie der Projektierer von Solarkraftwerken mitteilte, sprang das EBIT von 216.000 Euro auf 12,15 Millionen Euro. Der Umsatz wuchs um 67 Prozent auf 143 Millionen Euro. Mit rund 56 MWp wurde das Verkaufsvolumen von 2007 (21 MWp) mehr als verdoppelt.  
Colexon erwartet für das laufende Geschäftsjahr eine Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung. Mit der bestehenden Auftragslage, gesicherten Projektfinanzierung und wachsendem Interesse von Investoren an renditestarken Dünnschichtanlagen sei das Unternehmen finanziell sicher aufgestellt und werde sein Verkaufsvolumen weiter erhöhen.

Der Vorstand der Phoenix Solar AG will der Hauptversammlung am 19. Mai 2009 eine Dividende von 0,30 Euro je Aktie vorschlagen. Für das Geschäftsjahr 2007 war eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie an die Aktionäre des Solarkonzerns ausgezahlt worden. Das TecDAX-Unternehmen aus Sulzemoos bei München begründete die Erhöhung mit dem „sehr erfolgreichen Verlauf des Geschäftsjahres 2008“.

Der börsennotierte Solarprojektierer und Händler von Solartechnik, Sinosol AG, hat umfangreiche Finanzierungsvereinbarungen abgeschlossen. Laut der deutsch-chinesischen Unternehmensgruppe mit Sitz in Frankfurt stellen die zur Unicredit gehörende Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG und HSBC aus Hong Kong Kreditlinien mit einem Gesamtvolumen von über zwölf Millionen Euro zur Verfügung. Sinosol will mit diesen Mitteln die Expansionsstrategie in allen Geschäftsbereichen fortführen und auch große Volumen im Handel und im Projektgeschäft kurzfristig zwischenfinanzieren.

Die chinesische Waferproduzentin LDK Solar hat für das 4. Quartal 2008 einen Nettoverlust in Höhe von 133,1 Millionen US-Dollar oder 1,25 Dollar je Aktie bekannt gegeben. Das Unternehmen aus Xinyu musste aufgrund des Preisverfalls für Solarwafer seine Bestände um 216,7 Millionen Dollar abwerten. Zudem meldete es einen Umsatz von 426,6 Millionen Dollar. Er lag damit um 121 Prozent über dem Umsatz im Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem 3. Quartal schrumpfte der Umsatz aber um über 21 Prozent.
Im Gesamtjahr erreichten die Chinesen trotz des Einbruchs im Abschlussquartal einen Nettogewinn von 154,7 Millionen Dollar oder 1,42 Dollar je Aktie. Im Vorjahr hatte er sich auf 144,1 Millionen Dollar oder 1,37 Dollar je Aktie belaufen. Der Umsatz wurde um 214 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar gesteigert. Für das Gesamtjahr stellte LDK Solar einen Umsatz von 1,4 bis 1,8 Millionen Dollar in Aussicht, die Gewinnspanne soll 2009 insgesamt 12 bis 19 Prozent betragen.

Die Solarzellenproduzentin JA Solar Holdings hat im Geschäftsjahr 2008 den Umsatz auf 800 Millionen Dollar verdoppelt. Das chinesische Unternehmen mit Hauptsitz in Shanghai erlitt jedoch einen Nettoverlust von 34 Dollarcents oder 70,2 Millionen Dollar nach einem Nettogewinn von 40 Dollarcents im Vorjahr. Vor allem das schwache 4. Quartal verhagelte das Jahresergebnis. Unter anderem führten Wertberichtigungen der Lagerbestände zu einem Quartalsverlust von 20,7 Millionen Dollar oder 10 Dollarcents je Aktie. Beim Umsatz erreichte JA Solar im 4. Quartal nur noch 143,5 Millionen Dollar. Das entspricht im Jahresvergleich einem Rückgang von 6,9 Prozent. Im Vergleich zum 3. Quartal brach der Umsatz um rund 54 Prozent ein.

Das kanadische Technologieunternehmen Carmanah Technologies ist im Geschäftsjahr 2008 in die Gewinnzone geschwenkt. Die Gesellschaft mit Fokus auf Photovoltaik und LED-Leuchtdioden erzielte einen Nettogewinn von 1,3 Millionen US-Dollar. Im Vorjahr hatte sie noch einen Nettoverlust von 6,9 Millionen Dollar hinnehmen müssen. Der Umsatz wurde um zwei Prozent auf 60,6 Millionen Dollar verbessert.
Im 4. Quartal verbuchte Carmanah Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 10,1 Millionen Kanadische Dollar. Das führte zu einem Anstieg des Quartalsverlustes von 11 auf 23 Dollarcents. Ohne die Abschreibung erreichten die Kanadier einen Quartalsverlust von 8 Dollarcents. Der Quartalsumsatz stieg um 21 Prozent auf 15,8 Millionen Dollar.

Weil ihre Marktkapitalisierung unter die Mindestmarke von 50 Millionen Dollar gefallen ist, droht der Spire Corporation das Delisting von der Nasdaq. Das teilte das Unternehmen aus Bedford im US-Bundesstaat Massachusetts mit. Spire strebt nun eine Anhörung an, um den Rauswurf aus dem Börsensegment zu verhindern. Der Solarausrüster geht davon aus, die Kriterien für ein weiteres Listing bald wieder zu erfüllen.

Andere Aktien

Seit dem 11. März ist die Berliner Enro Energie SE in Frankfurt börsennotiert. Sie ist auf die großtechnische Erschließung tiefer Geothermie spezialisiert. Als Erstanlage plant das Unternehmen ein Geothermiekraftwerk in Finowfurt/Eberswalde bei Berlin. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 9,13 Millionen Euro, es wurde in 9,13 Millionen Aktien eingeteilt. Der erste Kurs wurde bei 1,50 Euro gestellt.

Nach langem Rechtsstreit mit der US-Handelsaufsicht FTC hat sich die Biolebensmittelkette Whole Foods Market mit der Behörde geeinigt. Diese hatte die Übernahme des Konkurrenzunternehmens Wild Oats als wettbewerbswidrig eingestuft und durch Klagen über mehrere Instanzen hinweg bekämpft. Whole Foods hatte im vergangenen Jahr für die Übernahme 565 Millionen Dollar gezahlt und hat die Übernahme inzwischen fast abgeschlossen. Die Einigung sieht vor, dass das Unternehmen aus dem texanischen Austin 13 Filialen verkauft. Zusätzlich muss Whole Foods Market die Vermögenswerte aus 19 weiteren, schon geschlossenen Filialen des früheren Wild-Oats-Unternehmens veräußern.
Die FTC muss dem Vorschlag des Unternehmens noch offiziell zustimmen, womit bis Ende April gerechnet wird. Die Biolebensmittelkette erwartet eine Belastung von 19 Millionen Dollar durch den Verkauf der Filialen.

Der Werdohler Verkehrstechnikkonzern Vossloh AG hat einen Auftrag in Spanien erhalten. Der Nahverkehrsbetreiber in der spanischen Region Valencia, Ferrocarriles de la Generalitat Valenciana (F.G.V.), orderte für rund 128 Millionen Euro 22 Metrozüge von Vossloh España. Sie sollen 2010 in Dienst gestellt werden.

Auch im 1. Quartal 2009 hat die US-amerikanische Brennstoffzellen-Herstellerin FuelCell Energy rote Zahlen geschrieben. Wie das Unternehmen aus Danbury bekannt gab, fiel der Nettoverlust noch etwas höher aus als im Vorjahreszeitraum. Er stieg von 19,7 Millionen Dollar oder 29 Dollarcents je Aktie auf 20,7 Millionen Dollar oder 30 Dollarcents je Aktie. Der Umsatz von FuelCell Energy wurde dagegen um 45 Prozent auf 21,7 Millionen Dollar gesteigert.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „ Opens external link in new windowAktien: Kurse“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  Opens external link in new windowUmweltBank.

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Bildhinweis: Windkraftprojekt von Plambeck / Quelle: Unternehmen; Solarwafer / Quelle: Ulaxis
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