29.06.09

Wochenrückblick: PNE Wind AG setzt auf kanadischen Windmarkt – Phoenix Solar AG schockt mit Gewinnwarnung – Aktionäre der Petrotec AG beschließen Sonderprüfung

Der deutsche Leitindex DAX gab in der vergangenen Woche 1,30 Prozent auf 4.776 Punkte nach. Der US-amerikanische Dow Jones sank um 1,2 Prozent auf 8.438 Punkte. Der japanische Nikkei legte dagegen 0,9 Prozent auf 9.877 Punkte zu. Öl hat sich verbilligt, ein Barrel der Sorte Brent Crude Oil kostete zum Wochenschluss mit 69,1 Dollar, 3,3 Prozent weniger. Der Kupferpreis ist leicht gestiegen, um 0,7 Prozent auf 5.053 Dollar je Tonne der Qualität „Copper Grade A“. Der Euro verteuerte sich im Wochenverlauf um 0,9 Prozent auf 1,405 Dollar.

Windaktien

Das dänische Windkraftunternehmen Vestas Wind Systems hat seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr bekräftigt. Laut Konzernchef Ditlev Engel rechnet der weltweit führende Windradhersteller mit einem Umsatzzuwachs von 20 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro und einer operativen Gewinnmarge von 11 bis 13 Prozent. Damit würde Vestas trotz der Wirtschaftskrise das Vorjahresergebnis erreichen. Allerdings kappt Vestas die Produktion in Europa. 1.900 Stellen will das Unternehmen in Dänemark und Großbritannien streichen und dafür in China und den USA die Kapazitäten erhöhen.

An Ausschreibungen für Windparks in der kanadischen Provinz Saskatchewan will sich das neue Joint Venture zwischen der PNE Wind AG (vormals Plambeck) und der kanadischen BCP Renewable Energy Ltd. beteiligen. Laut PNE mit Sitz in Cuxhaven werden in Saskatchewan Windpark-Projekte vom regionalen Energieversorgungsunternehmen SaskPower ausgeschrieben.

Die Norderstedter Nordex AG hat in Polen ihren bisher leistungsstärksten Windpark fertig gestellt. Die von ihr in Tychonow an der Ostseeküste errichteten 20 Windräder vom Typ N90/2500 kommen nach ihren Angaben auf eine Gesamtleistung von 50 Megawatt (MW). Nordex hat die Anlagen für die Betreibergesellschaft Megawatt Baltika aufgestellt.

Einen italienischen Windpark mit 32 MW Leistung hat das Grünstromunternehmen EDF Energies Nouvelles in Betrieb genommen. Wie die börsennotierte Tochtergesellschaft des französischen Energiekonzerns EDF mitteilte, befindet sich das Projekt in der Provinz Bari. Insgesamt verfüge die EDF Energies Nouvelles in Italien damit über eine Windkraftkapazität von über 126 MW.

Solaraktien

Das Photovoltaik-Systemhaus Phoenix Solar AG hat eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Demnach rechnet das Unternehmen aus dem bayrischen Sulzemoos nicht mehr damit, die Prognose für das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) im Geschäftsjahr 2009 von rund 31 Millionen Euro zu erreichen. Grund für diese Einschätzung sei vor allem der anhaltende Preisverfall, insbesondere bei Solarmodulen. Er führe zu Margendruck, Kaufzurückhaltung der Kunden und zu einem erhöhten Abwertungsbedarf des aktuellen Lagerbestandes. Erwartungen, dass der Preisverfall seinen Tiefpunkt erreicht habe und sich somit die Ertragssituation wieder verbessern würde, hätten sich nicht bestätigt. Phoenix Solar geht für das Geschäftsjahr 2009 von einem positiven EBIT aus. An der Umsatzprognose von rund 520 Millionen Euro hält sie fest.

Großaktionär Otto Happel kehrt der trudelnden Conergy AG offenbar den Rücken. Wie das TecDAX-Unternehmen mitteilte, besitzt der Multimillionär mittlerweile nur noch 2,90 Prozent der Aktien von Conergy. Als Happel sich Ende 2007 für das Hamburger Unternehmen stark machte, hatte er rund 50 Millionen Euro investiert und sich die Option auf 20,89 Prozent der Conergy-Aktien gesichert.

Durch Erwerb des schwedischen Joint Venture-Partners Solibro AB hat die Thalheimer Q-Cells SE ihre Beteiligung an der Solibro GmbH von bisher 67,5 auf 100 Prozent erhöht. Solibro ist damit eine Tochtergesellschaft der Q-Cells. Sie produziert laut Q-Cells seit dem dritten Quartal 2008 Dünnschichtmodule. Eine zweite Produktionslinie soll im vierten Quartal dieses Jahres die Produktion aufnehmen und nach etwa zwölf Monaten die volle Kapazität von 90 MW peak erreichen, bei einem Modulwirkungsgrad von etwa zwölf Prozent.

Aus einer Barkapitalerhöhung hat der Düsseldorfer Solarkonzern systaic AG Bruttoeinnahmen in Höhe von 14,7 Millionen Euro erzielt. Das Unternehmen platzierte 2,9 Millionen Aktien zu einem Bezugspreis von 5,00 Euro je Aktie und einem Platzierungspreis der nicht von Altaktionären bezogenen Aktien in Höhe von 5,10 Euro je Aktie. Ab dem 30. Juni 2009 sollen die neuen Aktien in die Notierung der alten Aktien an der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen werden. Mit dem Erlös will systaic nach eigenen Angaben vor allem die Kreditlinien an das wachsende Geschäftsvolumen anpassen.

Die US-amerikanische First Solar hat weitere Kostensenkungen angekündigt. Der weltweit führende Hersteller von Dünnschichtmodulen strebt an, die Produktionskosten von derzeit 93 Dollarcent pro Watt bis 2014 auf 52 bis 63 Dollarcents zu senken. Die Module von First Solar erreichen laut Unternehmensangaben derzeit einen Wirkungsgrad von 10,9 Prozent, er soll auf 12,5 Prozent gesteigert werden. Ferner hat First Solar den Ausrüstungsvertrag mit dem Zulieferer 5N Plus verlängert. Die Kanadier zählen zu den weltweit größten Herstellern von Cadmium-Tellurid (CdTe). Im Gegensatz zum Gros der Solarhersteller setzt First Solar nicht auf den Rohstoff Silizium, sondern auf das Halbleitermaterial CdTe. Der Kontrakt mit 5N Plus war zunächst bis Ende Juli 2012 befristet und soll nun ein Jahr länger laufen. Damit erhöht sich die Liefermenge um rund die Hälfte. 

Das kanadische Solarunternehmen Carmanah Technologies hat aus den USA Bestellungen im Umfang von vier Millionen Dollar für Lotteriesignale mit LED-Technologie erhalten. Ferner gab das Unternehmen aus Victoria im Bundesstaat British Columbia einen Nachfolgeauftrag aus Frankreich bekannt. Die in Lyon ansässige Twist hat demnach Solarsysteme im Wert von 2,3 Millionen Kanadischen Dollar für ein Telekommunikationsprojekt in Nordafrika  erhalten.

Das chinesische Solarunternehmen Trina Solar hat sich neue Kreditlinien in Höhe von rund 57 Millionen Dollar gesichert. Bereit gestellt werden sie von der ebenfalls chinesischen Standard Chartered Bank. Trina Solar will die Mittel nach eigenen Angaben unter anderem dafür einsetzen, sich mit Rohstoffen einzudecken und Währungsrisiken abzusichern. Dem Unternehmen zufolge erhöhen sich seine Verbindlichkeiten damit auf 520 Millionen Dollar.

Rund 193 Millionen Dollar hat der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy aus einer Kapitalerhöhung eingenommen. Das Unternehmen aus Baoding will mit den Einnahmen vor allem seine Schuldenlast verringern.

Bioenergieaktien

Eine Dividende in Höhe von 0,30 Euro je Aktie haben die Aktionäre des Biogasanlagenbauers EnviTec Biogas AG auf der ordentlichen Hauptversammlung beschlossen. Olaf von Lehmden, Vorstandsvorsitzender der EnviTec, prognostizierte dort für das laufende Geschäftsjahr 2009 Umsatzerlöse in Höhe von 150 bis 200 Millionen Euro. Basis für das Wachstum sei der hohe Auftragsbestand: aktuell lägen der Gesellschaft Bestellungen über 217 Millionen Euro vor. Davon entfielen über 30 Prozent auf das Auslandsgeschäft.

Auf der Hauptversammlung der Borkener Petrotec AG haben deren Aktionäre eine Sonderprüfung über das Geschäftsjahr 2008 beschlossen. Sie wollen wissen, seit wann es für den Vorstand und für die Aktionäre erkennbar war, dass sich das Unternehmen in einer ernsthaften Krise befindet und saniert werden muss.

Die weltweit 28. Biogasanlage der BDI - BioDiesel International aus Graz wurde in der norwegischen Hafenstadt Fredrikstad in Betrieb genommen. Für eine Gesamtinvestition in Höhe von 35 Millionen Euro hat BDI die Multi-Feedstock-Anlage für die Uniol AS errichtet.

Andere Aktien

Nach 0,9 Millionen Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum hat die Dämmstoffspezialistin Steico AG im ersten Quartal 2009 einen EBIT-Verlust in Höhe von 0,7 Millionen Euro erlitten. Laut dem Unternehmen aus Feldkirchen bei München sanken die Umsatzerlöse von 25 Millionen auf 23,3 Millionen Euro. Der Vorstand macht die Wirtschaftskrise, den harten Winter, die anhaltende Verlustsituation des französischen Werkes sowie Währungseffekte für den Rückgang bei Umsatz und Gewinn verantwortlich. Das in Polen und Deutschland durchgeführte Sanierungsprogramm zeige erste positive Wirkungen. Ein Restrukturierungsprogramm solle die Wirtschaftlichkeit steigern. Die Vertriebsaktivitäten würden ausgebaut. Es bleibe Ziel des Unternehmens, das Gesamtjahr mit einem ausgeglichenen Ergebnis abzuschließen.

Die US-amerikanische Luftreinigungsspezialistin Ceco Environmental hat einen weiteren Vertriebserfolg im Ausland erzielt. Wie das Unternehmen aus Cincinnati bekannt gab, erhielt es jüngst zwei Ausrüstungsaufträge im Gesamtwert von 1,1 Millionen US-Dollar. Der größere der beiden Aufträge stamme von einem Energieunternehmen aus Brasilien. Ceco setzt verstärkt darauf, Kunden außerhalb der USA zu gewinnen und hatte erst vor wenigen Wochen eine Bestellung aus Südamerika gemeldet.

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