08.02.10 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: PNE Wind setzt auf kanadischen Windmarkt - Gewinneinbruch der Waferproduzentin MEMC – Umsatzrückgang für Ballard Power Systems

Für den DAX ging es in der letzten Woche weiter abwärts. Er verlor 3,1 Prozent auf 5.434 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones gab 0,6 Prozent auf 10.012 Punkte ab. Der japanische Nikkei sank um 1,4 Prozent auf 10.057 Punkte. Das Barrel Öl der Sorte Brent Crude Oil verbilligte sich um ein Prozent auf 70,60 US-Dollar. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ ist um 6,7 Prozent auf 6.295 Dollar gefallen. Der Euro verlor gegenüber dem US-Dollar 1,4 Prozent auf 1,366 Dollar.

Windaktien

48 Windräder mit einer Gesamtleistung von 295 Megawatt (MW) für das Offshore-Großprojekt „Nordsee Ost“ hat der RWE-Konzern beim Windturbinenbauer REpower Systems bestellt. Der Hochseewindpark soll mit bis zu 250 Offshore-Turbinen eines der größten der Windindustrie und bereits 2012 zum Teil in Betrieb genommen werden. Die Lieferung erfolgt auf Basis eines Rahmenvertrags mit REpower aus 2009. Die Bestellung wurde nun vorgezogen, weil bei einem zweiten Offshore-Projekt von RWE in der deutschen Nordsee, ‚Innogy Nordsee 1’, noch Genehmigungen ausstehen.

Der Windparkprojektierer PNE Wind hat ein Gemeinschaftsunternehmen mit der kanadischen BCP Renewable Energy Ltd. gegründet. Wie das Unternehmen aus Cuxhaven mitteilte, hält es über seine Tochtergesellschaft PNE Ausland GmbH 75 Prozent der Anteile des Joint ventures mit Sitz in Kanada. Die operative Zusammenarbeit auf dem kanadischen Markt erfolge durch die PNE Wind USA. In Kanada seien bereits mehr als 4.200 Hektar Flächen für die Errichtung von Windparks gesichert worden, so die PNE Wind weiter. Daraus ergebe sich ein Potenzial für Windpark-Projekte mit bis zu 330 MW Leistung. Mit diesem Portfolio werde sich die neu gegründete Gesellschaft an Ausschreibungen des regionalen Energieversorgungsunternehmens SaskPower für Stromlieferungen aus Windparks in der kanadischen Provinz Saskatchewan beteiligen.

Der indische Windkraftanlagenhersteller Suzlon Energy ist im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nach einem Nettoverlust von rund 65 Rupien Core im Vorjahreszeitraum erreichte er nun einen Quartalsgewinn von 14,1 Rupien Core. Das bislang nur in Indien börsennotierte Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben nunmehr über einen Auftragsbestand im Umfang von knapp 1.500 Megawatt (MW). Davon entfalle etwa ein Fünftel auf den stark belebten einheimischen Markt.

Im dritten Quartal 2009 hat das US-amerikanische Technologieunternehmen American Superconductor Corporation (AMSC) seinen Umsatz nahezu verdoppelt. Er stieg um 95 Prozent auf 80,7 Millionen Dollar. Der Nettogewinn betrug 5,2 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatten noch 7,8 Millionen Euro Verlust in den Büchern gestanden.
Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender Greg Yurek macht für die guten Ergebnisse vor allem das florierende Geschäft im Bereich Windenergie verantwortlich. Das AMSC erhöhte die Gewinn- und Umsatzerwartung für das Gesamtjahr 2010. Beim Jahresumsatz erwartet das in Massachusetts angesiedelte Unternehmen nunmehr 312 bis 315 Millionen Dollar, beim Gewinn 11 bis 13 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2009 wurde von AMSC mit 546 Millionen Dollar beziffert.
Von der chinesischen Shenyang Blower Works hat AMSC einen Auftrag im Wert von 70 Millionen US-Dollar erhalten. Nach ihren Angaben handelt es sich um ihren bislang größten Auftrag für elektronische Steuerungskomponenten in Windturbinen.

Solaraktien


Staatliche Beihilfen in Höhe von elf Millionen Euro soll der ostdeutsche Solartechnik-Hersteller Sovello zurückzahlen. Das ergab ein Prüfverfahren der EU Kommission, dessen Ergebnis nun in Brüssel bekannt gegeben wurde. Demnach erfüllt die Solartechnikspezialistin, an der auch der Solarkonzern Q-Cells beteiligt ist, die Beihilfekriterien für kleine und mittelständische Unternehmen nicht und soll die 2006 zunächst genehmigten Gelder nun zurückerstatten. Grund dafür soll das Joint Venture mit Q-Cells sein. Es gebe Hinweise darauf, dass die Solarmodul-Herstellerin aus Thalheim bei Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt beim Antrag auf Fördermittel  dazu falsche Angaben gemacht habe, hieß es. Die Kommission erklärte, Sovello habe die Beteiligung der Q-Cells künstlich unter 25 Prozent gehalten. Tatsächlich übe der Konzern jedoch weitaus größeren Einfluss auf Sovello aus. Die Schwelle  des EU-Beihilferechts sei de facto überschritten worden. Das Prüfverfahren gegen die Sovello, die vormals unter dem Namen EverQ firmierte, war 2008 eingeleitet worden.

Der Hersteller von Wechseltrichtern für Solaranlagen, SMA Solar Technology AG, hat Finanzvorstand Pierre-Pascal Urbon beurlaubt. Wie er bekannt gab, wurde gegen Urbon ein Ermittlungsverfahren im privaten Bereich eingeleitet. Urbon bestreite die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, die SMA nicht präzisierte. Um negative Auswirkungen auf die SMA zu vermeiden, habe der Finanzvorstand darum gebeten, bis zum Abschluss der Ermittlungen beurlaubt zu werden.

Den Abschluss eines Liefervertrages über Solarmodule mit fünf MW Leistung hat die aleo Solar AG Mexiko bekannt gegeben. Der Rahmenvertrag mit dem mexikanischen Installationsunternehmen Grupo Desmex S.A. sehe die Lieferung bis zum Jahresende vor. Vor Ort abgewickelt werde das Geschäft von der im Sommer vergangenen Jahres gegründeten Tochtergesellschaft aleo solar North America. Über das Finanzvolumen des Auftrags wurde nichts mitgeteilt.

Die Centrosolar Group AG aus München hat nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatzrückgang um sieben Prozent auf 309 Millionen Euro hinnehmen müssen. Trotz Finanzkrise und erheblichem Preisverfall sei es jedoch gelungen, im zweiten Halbjahr in Ergebnisverbesserungen umsetzen. Zur Erklärung verwies das Unternehmen auf seine flexible Einkaufsstrategie und durch das Anfang 2009 gestartete interne Optimierungsprogramm. Für das 4. Quartal 2009 gab Centrosolar einen Umsatz von 105 Millionen Euro bekannt. Der Absatz von Solarmodulen sei im Gesamtjahr von 59 auf 87 MW gestiegen und im zweiten Halbjahr knapp doppelt so hoch ausgefallen wie im Vorjahreszeitraum. Vor dem Hintergrund der noch nicht abgeschlossenen Diskussionen zur Einspeisevergütung in Deutschland könne zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Prognose für das laufende Geschäftsjahr abgegeben werden, so Centrosolar weiter.

Die SiC Processing AG beliefert die Waferproduktion des norwegischen Solarkonzerns Renewable Energy Corporation ASA (REC) mit Sägesuspension. Aufgrund eines Brandes in einer der Wiederaufbereitungsanlagen der SiC musste REC die Waferproduktion herunterfahren. Ein längerfristiger Ausfall des Lieferanten könne sich auf die Produktionsleistung von mehreren Waferproduktionslinien von REC auswirken, teilte der Solarkonzern mit.

Der deutsche Solarausrüster Roth & Rau AG aus Hohenstein-Ernstthal übernimmt für 35,5 Millionen Euro die niederländische OTB Solar B.V. (OTB), eine 100prozentige Tochtergesellschaft der OTB Group B.V. aus Eindhoven. Sie stellt Antireflexbeschichtungsanlagen und Turnkey-Produktionslinien für die Produktion von kristallinen Silizium-Solarzellen her. Zu den Kernkompetenzen von OTB zählen auch Hochrate-PECVD-Beschichtungsverfahren und industrielle Tintenstrahldruck-Applikationen (Inkjet), die für die Herstellung neuer, hocheffizienter Solarzellen wichtig sind. Durch die Akquisition erhöht die Roth & Rau AG nach eigener Darstellung ihren Marktanteil als Equipmentanbieter für die kristalline Solartechnologie und im Turnkey-Geschäft.
OTB verfügte den Angaben zufolge zum 31. Januar 2010 über einen Auftragsbestand in Höhe von rund 50 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung des notwendigen Restrukturierungsaufwands rechnet die Roth & Rau AG mit Synergieeffekten auf der Kostenseite und einem positiven Ergebnisbeitrag durch OTB ab dem Geschäftsjahr 2011.
Zusätzlich zum Kaufpreis übernimmt Roth & Rau die Finanzverbindlichkeiten der OTB. Die Übernahme finanziert der Solarausrüster durch die Ausgabe neuer Aktien für 30 Millionen Euro. Die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage erfolgt im Rahmen des Genehmigten Kapitals II unter Ausschluss des Bezugsrechts. Die neuen Aktien dürfen 16 Monate lang nicht verkauft werden. Die restlichen 5,5 Millionen Euro des Kaufpreises werden bar bezahlt.

Nach vorläufigen Zahlen hat die Züricher Edisun Power Europe AG im abgelaufenen Geschäftsjahr den Ertrag im Vergleich zum Vorjahr um 36,4 Prozent gesteigert und die Prognose damit leicht übertroffen. Die kumulierten Erträge 2009 aller Anlagen der Solarstromproduzentin in der Schweiz, Deutschland, Spanien und Frankreich beliefen sich den Angaben zufolge auf 5,5 Gigawattstunden.

Der Gewinn der US-amerikanischen MEMC Electronic Material ist im vierten Quartal 2009 massiv eingebrochen. Das Minus der Produzentin von Solarwafern betrug 7,1 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen aus St. Peters im Bundesstaat Missouri noch 70,3 Millionen Dollar verdient. Den Einbruch erklärte es vor allem mit dem enormen Preisverfall für Silizium und Wafer. Der Umsatz nahm um 16 Prozent auf 356,7 Millionen Dollar ab. Vorstandschef Ahmad Chatila zeigte sich für die weitere Entwicklung optimistisch. Der Preisdruck habe sich abgeschwächt und die Kosten für Produktion, Verwaltung und Vertrieb seien gesenkt worden.

Der US-Solarausrüster GT Solar International hat im dritten Quartal einen Gewinn je Aktie in Höhe von 0,25 Dollar erzielt. Die Erlöse beliefen sich auf 173,6 Millionen Dollar. GT Solar erhält nach eigenen Angaben verstärkt Aufträge von chinesischen Kunden.

Der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy hat einen Großauftrag von der deutschen IBC Solar erhalten. Laut der bisher größten Liefervereinbarung der Unternehmen soll Yingli Green an die in Bad Staffelstein beheimatete IBC Solar Solarmodulen mit einer Gesamtleistung von 130 MW liefern.

Solarmodule mit einer Leistung von 40 MW hat die AE Photonics GmbH aus Dresden beim chinesischen Solarkonzern Trina Solar geordert. Den Angaben zufolge soll die Lieferung noch in diesem Jahr erfolgen, davon die Hälfte bereits im ersten Halbjahr.

Andere Aktien


Nach den von der kanadischen Brennstoffzellenspezialistin Ballard Power Systems vorgelegten vorläufigen Geschäftszahlen für 2009 ist ihr Umsatz um 22 Prozent auf 46,7 Millionen Dollar gesunken. Im vierten Quartal erwirtschafte das Unternehmen aus Vancouver 16,5 Millionen Dollar. Das sind 13 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die Kosten wurden 2009 um 30 Prozent gesenkt, teilte Ballard Power zudem mit. Vorstandschef John Sheridan verwies auf eine stabile Auftragslage und einen deutlichen Umsatzanstieg im vierten Quartal 2009. Für 2011 stellte er einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) in Aussicht.
Das US-amerikanische Geothermieunternehmen Ormat Technologies hat Probleme mit einem Erdwärmekraftwerk auf Hawaii. Laut der Gesellschaft aus Reno im Bundesstaat Nevada liefert das Kraftwerk derzeit nur 17 von möglichen 30 MW Energie. Damit büßt sie nach eigenen Angaben monatlich fast eine Million Dollar beim Ergebnis ein. Grund ist nach Angaben des Unternehmens eine mangelhafte Dampfversorgung. Die Führung von Ormat glaubt, dass eine Reinigung der Bohrungen die Leistung wieder erhöhen kann. Sollte eine Spülung mit Chemikalien nicht zum gewünschten Erfolg führen, muss eine aufwändige und teure mechanische Reinigung erfolgen. Zusätzlich werden neuen Bohrungen durchgeführt. Geplant ist, die neu erschlossene Quelle bis Mitte des Jahres an das Kraftwerk anzuschließen. Damit soll die Anlage ihre volle Kapazität erreichen. Die Kosten werden auf elf Millionen Dollar geschätzt.

Die AGO AG Energie + Anlagen, Spezialistin für Energieversorgungsanlagen, hat nach vorläufigen Zahlen ihren Umsatz in 2009 um 36 Prozent auf 50 Millionen Euro gesteigert. Die liquiden Mittel des Kulmbacher Unternehmens wuchsen um 30 Prozent auf zehn Millionen Euro. Zahlen zum Ergebnis wurden nicht genannt. Der Auftragsbestand legte zum Jahresende 2009 um 18 Prozent auf 68 Millionen Euro zu. „Mit einem Auftragseingang zum 31. Januar 2010 in Höhe von etwa sechs Millionen Euro hat die AGO AG Energie + Anlagen das erfolgreiche Jahr 2009 fortgesetzt. Wir gehen davon aus, auch über das Jahr 2010 hinaus, weiter nachhaltig wachsen zu können“, erklärte Vorstandschef Hans Ulrich Gruber.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der Opens external link in new windowUmweltbank.




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