Transport eines Windkrafturmes für eine Offshore-Anlage von MHI Vestas. Das Gemeinschaftsunternehmen von Vestas und Mitsubishi soll einen Offshore-Windpark vor der Küste Dänemarks mit Anlagen ausrüsten. / Foto: Vestas

11.07.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Rekordauftrag für Windkraftkonzern Gamesa – Solarausrüster Meyer Burger macht wieder Gewinn – KTG Agrar stellt Insolvenzantrag

Der Dax sank in der vergangenen Woche um 1,5 Prozent auf 9.630 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones Index kletterte dagegen 1,1 Prozent auf 18.147 Punkte. Der japanische Nikkei stürzte um 3,7 Prozent auf 15.107 Punkte ab. Der chinesische Hang Seng Index verlor 1,1 Prozent auf 20.564 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ fiel um 6,3 Prozent auf 46,78 US-Dollar. Der Goldpreis stieg 1,8 Prozent auf 1.366 US-Dollar. Der Euro legte 0,34 Prozent auf 1,1051 Dollar zu.

Windaktien

Der Windkraftanlagenhersteller Nordex hat einen Nachfolgeauftrag aus Finnland erhalten. Bei der Order handelt es sich um einen Abruf aus einem Rahmenvertrag mit dem finnischen Vermögensverwalter Taaleri. Dieser bestellte sechs Anlagen mit zusammen 18 Megawatt (MW) Leistungskapazität für den Windpark Kivivaara-Peuravaara im Nordosten von Finnland. Die Lieferung soll bis zum Spätsommer 2017 erfolgen.

Der spanische Windkraftkonzern Gamesa erhielt nach eigenen Angaben einen der größten Aufträge der Unternehmensgeschichte. Er soll 142 Windenergieanlagen mit zusammen 298 MW für den Windpark El Cabo im US-Bundesstaat New Mexiko liefern. Auftraggeber ist der Projektentwickler Avangrid Renewables, ein Unternehmen der spanischen Iberdrola Gruppe. Die Lieferung der Turbinen ist für März 2017 vorgesehen. Ab Juni 2017 sollen die ersten Anlagen in Betrieb gehen.

MHI Vestas, das auf Windkraftanlagen für den Einsatz auf See spezialisierte Gemeinschaftsunternehmen von Vestas und der japanischen Mitsubishi, soll die Windfarm Horns Reef 3 beliefern. Der schwedische Energiekonzern Vattenfall gab für den Offshore-Windpark vor der Küste Dänemarks 49 Anlagen mit 406 MW Gesamtkapazität in Auftrag. Der Windpark Horns Rev 3 soll bis 2020 in Betrieb gehen.

Zwei Offshore-Windparks will die dänische Dong Energy vor der niederländischen Küste umsetzen. Sie hat sich in einem Ausschreibungsverfahren des niederländischen Wirtschaftsministeriums durchgesetzt. Die Windparks Borssele 1 und II sollen 22 Kilometer vor der südwestlichen Nordseeküste der Niederlande entstehen und eine Nennleistung von jeweils 350 MW erreichen. Dong Energy plant, sie innerhalb von vier Jahren in Betrieb zu nehmen.

Pattern Development hat für Pattern Energy von der ebenfalls US-amerikanischen SunEdison die Projektrechte für das King Pine-Windkraftprojekt im US-Bundesstaat Maine erworben. Die geplante Nennleistung des Windparks beträgt 600 MW. Der Baubeginn ist für 2018 vorgesehen, der Betriebsbeginn für 2020. Die Pattern Energy Group Inc. hat für alle Windparkprojekte von Pattern Development ein Vorkaufsrecht.
Weiter gab Pattern Energy den Ausbau des Windparkbestandes durch ein Großprojekt im US-Bundesstaat New Mexico bekannt. Für 269 Millionen US-Dollar will das Unternehmen sich am Windpark Broadview mit 324 MW Leistungskapazität und dem dazugehörigen Leitungsnetz von ca. 56 Kilometern beteiligen. Der Windpark Broadview soll laut Pattern Energy Anfang 2017 betriebsbereit sein. Nach Unternehmensangaben hat sich der Versorger Southern California Edison dazu verpflichtet, den Windstrom für mindestens 20 Jahre zu Festpreisen abzunehmen. Die deutsche Siemens AG wird laut Pattern Energy die Anlagen für die Windfarm liefern und errichten. Darüber hinaus vergibt die Siemens Financial Services (SFS) Kredite in Höhe von bis zu 100 Millionen US-Dollar für das Projekt.

Solaraktien

Der Solarausrüster Meyer Burger Technology AG hat vorläufige Zahlen für das erste Halbjahr 2016 veröffentlicht. Nach den ungeprüften Berechnungen sind die Zahlen besser als im ersten Halbjahr 2015. Der Auftragseingang des Unternehmens aus Baar in der Schweiz summierte sich im ersten Halbjahr 2016 auf 260 Millionen Schweizer Franken (CHF) nach 223 Millionen CHF im Vorjahreszeitraum. Der konsolidierte Umsatz lag mit ungefähr 215 Millionen CHF deutlich über dem des ersten Halbjahres 2015, in dem Meyer Burger nur rund 124 Millionen CHF erlöst hatte. Zudem geht der Solarausrüster aus der Schweiz auf Basis der vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2016 von einem leicht positiven operativen Ergebnis (EBITDA) aus. Im ersten Halbjahr 2015 lag das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) bei minus 32,7 Millionen CHF. Die Veröffentlichung des Halbjahresbericht 2016 mit den offiziellen Zahlen ist für den 17. August angekündigt.

Der US-Solarparkbetreiber 8point3 Energy Partners hat im zweiten Quartal einen Umsatz von 13,5 Millionen US-Dollar erlöst. Es fiel nur noch ein kleiner Netto-Verlust von 200.000 US-Dollar an. Für das dritte Quartal stellte das börsennotierte Gemeinschaftsunternehmen von First Solar und SunPower einen Umsatz von 24 Millionen US-Dollar und einen Netto-Gewinn von 11 Millionen US-Dollar in Aussicht. Für das gesamte Jahr erhöhte es die Umsatzprognose von 57,1 Millionen auf 59,1 Millionen US-Dollar und die Prognose für den Netto-Gewinn von 1,8 Millionen auf 3,8 Millionen US-Dollar. 8point3 Energy Partners verfügte nach eigenen Angaben zum Quartalsende über Solarparks mit einer Gesamtkapazität von 525 MW.

Der Solarkonzern SunPower aus San Jose in Kalifornien hat die Mehrheit am Henrietta-Solarprojekt an Southern Power veräußert. Der kalifornische Solarpark hat eine geplante Nennleistung von 102 MW und soll in diesem Quartal fertiggestellt werden.
Zudem hat SunPower bei einer Solarauktion der französischen Regierung den Zuschlag für mehrere Photovoltaikprojekte erhalten. Dabei handelt es sich um drei Solarkraftwerke auf Korsika mit einer Nennleistung von zusammen 11,5 MW und zwei Projekte auf den französischen Antillen in der Karibik mit zusammen 7 MW. Die Solarfarmen sollen bis Mitte 2019 in Betrieb gehen. SunPower liefert die Module für die Solarparks und will alle fünf Projekte selbst umsetzen.

Bildhinweis: Solarpark mit Modulen von SunPower. / Foto: Unternehmen

First Solar aus dem US-Bundesstaat Arizona beendet die Produktion von kristallinen TetraSun-Siliziummodulen am Standort Kulim in Malaysia. Im Frühjahr 2013 hatte First Solar TetraSun übernommen, um sich technologisch breiter aufzustellen. Jetzt will sich das Unternehmen aus Tempe im US-Bundesstaat Arizona ganz auf seine Kerntechnologie – Dünnschichtmodule auf Basis von Cadmium Telluride (CdTe) – konzentrieren. Die Fabrik in Malaysia will der Solarkonzern nicht schließen, sondern auf die Produktion von Dünnschichtmodulen umstellen. Insgesamt rechnet First Solar für die Umrüstung der Produktion mit Aufwendungen von 90 bis 110 Millionen US-Dollar. Demgegenüber stehen laufende Kostenreduzierungen, die First Solar ab 2017 auf 8 bis 10 Millionen US-Dollar pro Jahr schätzt. Die Fabrik soll Anfang 2017 wieder vollständig den Betrieb aufnehmen.

Canadian Solar hat Solarparks in China verkauft. Wie der Solarkonzern mit Hauptsitz in der kanadischen Provinz Ontario mitteilte, erwarb die chinesische Create Technology & Science Co., Ltd. von ihm Solarparks in Funing in der Provinz Jiangsu. Diese seien bereits in Betrieb. Canadian Solar bezifferte den Kaufpreis mit 218,5 Millionen Chinesische Renminbi Yuan (RMB). Das sind umgerechnet rund 29,4 Millionen Euro.

Der Solarkonzern ReneSola aus China meldet den Verkauf von britischen Solarkraftwerken mit einer Gesamtkapazität von rund 20 MW. Die Anlagen an den Standorten Derbyshire, Devon, Northamptonshire und Notthinghamshire wurden an Equitix Fund IV verkauft. Zum Kaufpreis machten die Chinesen keine Angaben. Ferner hat ReneSola sechs Solarprojekte in Großbritannien ans Stromnetz gebracht. Sie befinden sich an Standorten in Yorkshire, North Wales und Monmouthshire und haben zusammen eine Nennleistung von 26 MW. Zunächst übernimmt ReneSola nach eigener Darstellung den Betrieb und die Wartung die Solarkraftwerke.

Bioaktien

CropEnergies hat die offizielle Zwischenbilanz für das erste Quartal veröffentlicht. Die Bioethanolproduzentin bestätigte die vorläufigen Zahlen, laut denen der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 168 Millionen Euro schrumpfte. Die Ertragslage verbesserte sich jedoch, aufgrund gesunkener Rohstoffpreise und niedrigerer Aufwendungen für Energie und Instandhaltung deutlich. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte von 22 Millionen auf 28 Millionen Euro, das operative Ergebnis um 42 Prozent auf 19 Millionen Euro.

Auf Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen ist die 2G Energy AG aus Heek spezialisiert. Das Unternehmen hat nun einen deutlich verbesserten Auftragsbestand gemeldet. Dieser ist nach Angaben der 2G in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres auf über 101 Millionen Euro gewachsen. Gegenüber dem Vorjahreswert von 72,4 Millionen Euro ist das ein deutliches Plus von rund 40 Prozent. Das Unternehmen aus dem Münsterland profitierte dabei von einer hohen Nachfrage aus dem Ausland. Laut der 2G belief sich der Auslandsanteil am Auftragsbestand auf 44,1 Prozent. Ein Großteil dieses Auftragsbestandes soll noch im laufenden Geschäftsjahr umsatzwirksam werden.  Mit Blick auf den hohen Auftragsbestand bekräftigte der Vorstand seine Umsatz- und Ergebnisprognose von 150 Millionen bis 170 Millionen Euro sowie eine EBIT-Marge von drei bis fünf Prozent. In 2015 hatte die KWK-Spezialistin 152,9 Millionen Euro Umsatz und beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) eine Marge von 3,1 Prozent verbucht.

Andere Aktien


KTG Agrar SE hat einen Insolvenzantrag gestellt. Wie der Agrarkonzern aus Hamburg bekannt gab, hat das zuständige Amtsgericht Hamburg seinen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung angenommen. Das Amtsgericht habe den Rechtsanwalt Stefan Denkhaus, einen Sanierungsexperten von der Sozietät BRL Boege Rohde Luebbehuesen, zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Laut der KTG Agrar wird der operative Betrieb trotz der Insolvenz fortgeführt und die Ernte eingebracht werden. Zur Deckung der Löhne und Gehälter werde eine Insolvenzgeldvorfinanzierung in die Wege geleitet. Ziel des Insolvenzverfahrens sei es, die KTG-Gruppe „langfristig zu erhalten“.
Das Unternehmen hatte am 6. Juni 2016 die Zinszahlung für eine Anleihe nicht leisten können. KTG Agrar betonte, dass die Tochtergesellschaften der KTG Agrar SE von dem Insolvenzantrag nicht betroffen seien. Eine davon ist die eigenständig börsennotierte KTG Energie AG, die Bioenergieanlagen betreibt.

Die Chorus Clean Energy AG  hat für institutionelle Investoren einen deutschen Solarpark erworben. Dieser befindet sich laut dem Unternehmen aus Neubiberg bei München im brandenburgischen Rüdersdorf und hat eine Nennleistung von 3,3 MW. Mitte Oktober 2015 war Chorus von zwei Versorgungswerken damit beauftragt worden, ein Portfolio aus Solar- und Windparks aufzubauen. Dafür hatten die beiden institutionellen Kunden Eigenmittel in Höhe von rund 25 Millionen Euro bereitgestellt, die nun laut Chorus vollständig investiert sind.

Der IT-Dienstleister init AG meldete einen Auftrag aus Großbritannien. Er soll für das Nahverkehrsunternehmen National Express West Midlands (NXWM) rund 1.600 Busse mit Fahrerkonsolen, Bordrechnern, Fahrscheindruckern und der benötigten Software ausstatten. Ferner wurde die Spezialistin für Verkehrstelematik aus Karlsruhe mit Wartungs- und Servicedienstleistungen für das Unternehmen beauftragt, das zu den fünf größten britischen Nahverkehrsunternehmen zählt.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

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