Indischer Windpark mit Anlagen von Suzlon. Der Windkraftanlagen-Hersteller hat im Heimatmarkt Indien gepunktet. / Foto: Suzlon

12.12.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Riesenauftrag für Nordex – Quartalsverlust für Solarkonzern Yingli Green Energy – Biolebensmittelhändler United Natural Foods mit Gewinnrückgang

In der vergangenen Woche legte der Dax um 6,6 Prozent auf 11.203,6 Punkte zu. Der amerikanische Dow Jones Index stieg um rund drei Prozent auf 19.751,7 Punkte. Der japanische Nikkei-Index sprang um 4,8 Prozent auf 19.232,2 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index gewann 0,7 Prozent hinzu und liegt jetzt bei 22.734,9 Punkten. Ein Barrel Öl der Sorte Brent kostete einen Dollarcent weniger als in der Vorwoche und damit 54,17 Dollar. Der Goldpreis fiel um 1,5 Prozent auf 1.159,8 Dollar je Unze. Der Euro verbilligte sich im Wochenverlauf um 0,9 Prozent und kostet jetzt 1,06 Dollar.

Windaktien

Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex hat vom Energiekonzern E.on einen Auftrag für ein 228-Megawatt-Projekt in den USA erhalten. Nordex soll den Windpark „Bruenning's Breeze“ in Texas mit 76 Turbinen ausstatten, wie das Unternehmen mitteilte. E.on plane, die Windräder Ende nächsten Jahres in Betrieb zu nehmen.

Vestas Wind Systems, Windkraftanlagen-Hersteller aus Dänemark, hat Aufträge aus China, Schweden und den USA erhalten. In China soll Vestas 40 Turbinen installieren; diese Order stammt vom Windenergiekonzern Titan Wind Energy. Bestimmt sind die Anlagen für ein Projekt in Heze, Provinz Shandong. Vestas unterschrieb einen zweijährigen Servicevertrag und wird auch die Installation der Windräder überwachen.
In Schweden wurde Vestas von Eolus für das Jenåsen Windprojekt in der Gemeinde Sundsvall (Ostschweden) beauftragt: Vestas wird ab 2018 23 Anlagen liefern, installieren und fünf Jahre lang alle Service-Dienstleistungen übernehmen.
In die USA liefert Vestas Turbinen mit einer Gesamtleistung von 101 Megawatt (MW). Den Projektstandort teilte Vestas auf Wunsch des unbekannten Kunden nicht mit. Die Windkraftanlagen sollen 2017 geliefert werden.

Der indische Windkraftanlagen-Hersteller Suzlon punktet im Heimatmarkt: Das Unternehmen liefert 30 Turbinen mit insgesamt 63 MW an die Tehri Hydro Development Corp. Das Windenergie-Projekt befindet sich in den Dörfern Kandorna und Bhanwad nahe der Stadt Dwarka, im westlich gelegenen Bundesstaat Gujarat. Es soll im März 2017 fertiggestellt werden. Suzlon wird zunächst zehn Jahre lang für den gesamten Projektablauf verantwortlich sein.

Der Windkraftanlagen-Hersteller Xinjiang Goldwind Science & Technology hat ein Joint Venture mit dem Mac-Hersteller Apple geschlossen. Chinas größter Windturbinenbauer soll Strom für Apple und dessen Produktionspartner in China liefern. Die Goldwind-Tochter Beijing Tianrun New Energy Investment hat bereits zugesichert, 30 Prozent ihrer Anteile in vier Projektunternehmen an Apple zu übertragen. Diese können an lokale Apple-Niederlassungen Windstrom liefern.

Solaraktien

Vertriebserfolg für SMA Solar Technology: Der Wechselrichter-Hersteller aus Niestetal bei Kassel hat eine große Order von Greenko Energies erhalten, Eigentümer und Betreiber von Erneuerbare-Energien-Projekten in Indien. Dieser bestellte laut SMA Wechselrichter mit einer Leistung von insgesamt 616 MW. Mit den Wechselrichtern will Greenko im kommenden Jahr Solarkraftwerke in den indischen Bundesstaaten Karnataka und Andhra Pradesh realisieren. Außerdem gibt es im Vorstand der SMA Solar Technology AG Umbesetzungen: Roland Grebe, Vorstand Personal und IT, scheidet zum 31. Dezember 2016 aus privaten Gründen vorzeitig aus dem Unternehmen aus.  Ab 1. Januar 2017 wird Ulrich Hadding Vorstand Finanzen, Personal und Recht. Hadding leitete zuletzt den Bereich Finanzen und Recht und wird in der Nachfolge von Roland Grebe auch die Funktion des Arbeitsdirektors übernehmen. Pierre-Pascal Urbon wird sich, neben seiner Funktion als Vorstandssprecher, auf die Ressorts Vertrieb und Service konzentrieren. Dr. Jürgen Reinert verantwortet weiterhin die Ressorts Entwicklung, Operations sowie die Business Units.

Der Solarausrüster Meyer Burger hat einen Zeitplan für die Kapitalerhöhung und damit für die Sanierung veröffentlicht. Die Aktionäre haben den Plänen mehrheitlich zugestimmt. Beschlossen wurde unter anderem eine ordentliche Kapitalerhöhung in Höhe von rund 22,8 Millionen Schweizer Franken (CHF) durch die Ausgabe von etwa 457 Millionen neuen Namensaktien. Nach der Kapitalerhöhung wird sich das Aktienkapital auf rund 27,4 Millionen CHF belaufen. Die Anteilseigner von Meyer Burger erhalten je bisherige Aktie fünf Bezugsrechte für den Erwerb von je einer neuen Aktie. Der 20. Dezember ist der erste Handelstag der neuen Aktien. Das seit längerem kriselnde Unternehmen macht das Zustandekommen der Kapitalerhöhung davon abhängig, dass der Bruttoerlös mindestens 160 Millionen CHF erreicht. Finanzspritzen gab es bereits von drei Investoren aus der Schweiz: Brutstrom will Aktien für einen Betrag von 5,76 Millionen CHF zum Bezugspreis übernehmen, auch mit Veraison Capital und zCapital haben sich zwei institutionelle Investoren verpflichtet, bis zu 90,1 Millionen Aktien für insgesamt rund 32,4 Millionen CHF zu kaufen. Damit sichert sich Meyer Burger bereits 38,2 Millionen CHF für die Kapitalerhöhung.

Canadian Solar aus Kanada, einer der weltgrößten Solarstromkonzerne, hat einen Kredit über umgerechnet 141,5 Millionen US-Dollar aufgenommen: Das Darlehen ist zur Finanzierung eines 55 Megawattpeak (MWp) Solarkraftwerks in der Präfektur Yamaguchi auf der japanischen Hauptinsel Honshū bestimmt. Das Solar-Projekt wurde von Hanwha Asset Management aus Südkorea finanziert, der Kredit hat eine Laufzeit von 17 Jahren.

US-Solarkonzern SunPower streicht insgesamt 2.500 Arbeitsplätze, davon die mit Abstand meisten auf den Philippinen. Damit will der Solarmodul-Hersteller die operativen Kosten von 450,9 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 2015 auf 350 Millionen Dollar kappen. Zunächst verursachen die Maßnahmen allerdings bis Ende 2017 Kosten von 225 bis 275 Millionen Dollar. Davon fallen bis zu 150 Millionen Dollar noch im vierten Quartal 2016 an.

Der Solarkonzern Yingli Green Energy hat im dritten Quartal 2016 einen rückläufigen Umsatz und einen Nettoverlust verbucht. Der Nettoumsatz lag bei umgerechnet 218,9 Millionen Dollar, ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal, als Yingli noch 351,5 Millionen Dollar erzielte. Den Nettoverlust für das dritte Quartal bezifferte der Konzern mit 50,3 Millionen Dollar. Das ist zwar eine Steigerung gegenüber dem Vorjahresquartal, wo Yingli einen Verlust von fast 500 Millionen US-Dollar verzeichnete. Allerdings hatte der Solarmodul-Hersteller im ersten und zweiten Quartal 2016 noch Gewinn gemacht.

Andere Aktien

Die US-Betreibergesellschaft TerraForm Power hat Kaufinteressenten zu verbindlichen Preisangeboten aufgefordert: Bis zu einem noch nicht bekannten Termin Anfang Januar 2017 sollen diese vorliegen. TerraForm Power und TerraForm Global sind die beiden Betreibergesellschaften (YieldCos) des insolventen Ökostrom-Konzerns SunEdison und wollen endgültig eigenständig werden. Erst jetzt hat TerraForm Power den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr veröffentlichen können, demnach lag der Umsatz bei 407 Millionen Dollar, aber der Nettoverlust betrug 208 Millionen Dollar. Zudem hat das Unternehmen im ersten Quartal 2016 einen Nettoverlust von 34 Millionen Dollar vermeldet. Die börsennotierte YieldCo hat damit im Vergleich zum Vorjahr pro Aktie einen Verlust von einem Dollarcent erlitten. Im ersten Quartal 2015 lag der Nettoverlust von TerraForm Power deutlich höher, bei 84 Millionen Dollar. Der Umsatz summierte sich im ersten Quartal 2016 auf 153,9 Millionen Dollar, eine Steigerung von 118 Prozent gegenüber dem Vorjahr (71 Millionen Dollar).

Bildhinweis: Solarpark von SunEdison, die ihre Projekte an TerraForm Power und TerraForm Global ausgelagert hat. / Foto: Unternehmen

Erfolg für Ormat Technologies, Geothermie-Spezialistin aus dem US-Bundesstaat Nevada: Die Ormat-Tochter Ormat Nevada Inc. hat einen Vertrag mit einem Volumen von 36 Millionen Dollar unterschrieben. Demnach liefert Ormat einen Energiekonverter für ein Geothermie-Projekt vom Betreiber Cyrq Energy aus Salt Lake City. Das Kraftwerk „Soda Lake 3“ befindet sich im Norden von Nevada und soll in der ersten Hälfte 2018 fertiggestellt werden.

United Natural Foods hat Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2017 veröffentlicht. Für den US-Biolebensmittelhändler endete es Ende Oktober 2016. Demnach ist der Nettogewinn des Unternehmen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,9 Millionen Dollar oder 3 Prozent auf 29,2 Millionen Dollar gesunken (Vorjahr: 30,1 Millionen). Das sind 0,58 Dollar Gewinn pro Aktie, gegenüber 0,60 Dollar im Vorgeschäftsjahr. Der Nettoumsatz stieg um 9,7 Prozent auf 2,28 Milliarden Dollar im Vergleich zu 2,08 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinnrückgang war auf gestiegene Ausgaben zurückzuführen.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik Aktien: Kurse. (Link entfernt)

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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