Siemens Gamesa liefert Windräder mit einer Gesamtleistung von über 780 Megawatt in die USA. Im Bild eine Onshore-Anlage aus der Produktion des deutsch-spanischen Herstellers. / Foto: Unternehmen

03.11.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Riesenauftrag für Siemens Gamesa aus den USA – Meyer Burger Technology muss Kosten senken – Capital Stage plant Portfoliozuwachs durch Partnerschaft

Der deutsche Aktienindex DAX hat sich gegenüber der Vorwoche erneut deutlich gesteigert, plus 1,8 Prozent auf 13.466 Punkte. Um 0,8 Prozent legte der US-amerikanische S&P 500-Index zu, er notierte am Freitagmittag bei 2.580 Punkten. Abermals entwickelte sich der japanische Nikkei-Index stark, er kletterte um 2,4 Prozent auf 22.479 Punkte. Leicht aufwärts ging es auch beim chinesischen Hang Seng Index: plus 0,7 Prozent auf 28.619 Punkte. Der Ölpreis verteuerte sich wie in der Vorwoche, ein Barrel Öl der Sorte Brent kostete rund 60,8 US-Dollar, ein Anstieg um 2,7 Prozent. Eine kleine Erhöhung von 0,8 Prozent verzeichnete der Goldpreis mit 1.277,5 Dollar je Feinunze Gold. Der Euro kostete am Freitagmittag 1,165 US-Dollar, ein Kursplus von 0,3 Prozent.


Wind-Aktien


Siemens Gamesa Renewable Energy baut die Windräder für fünf Onshore-Windkraftwerke in den Vereinigten Staaten. Insgesamt handele es sich um 310 Windräder, die an unterschiedlichen Standorten in den USA produziert würden, teilte der deutsch-spanische Windkraftanlagenbauer mit. Die Bestellungen umfassten Anlagen mit unterschiedlichen Leistungsklassen und Rotordurchmessern. Nähere Angaben zu den Kunden machte Siemens Gamesa nicht. Nordamerika sei für das Unternehmen ein Markt von zentraler Bedeutung, so Ricardo Chocarro, CEO (Chief Executive Officer) Onshore bei Siemens Gamesa. Derzeit befinden sich 9.000 Windenergieanlagen des Windkraft-Spezialisten in den USA im Einsatz mit einer Gesamtleistung von 17 Gigawatt. Die fünf geplanten Onshore-Windkraftwerke werden eine Gesamtleistung von über 780 Megawatt (MW) haben, womit sich der Strombedarf von knapp 240.000 US-Haushalten abdecken ließe.

Der dänische Windradbauer Vestas Wind Systems kann mit einer Order aus Indien punkten. Diese umfasst Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 40 Megawatt (MW) sowie eine Servicevereinbarung für die Wartung und Überwachung über 15 Jahre. Kundin ist Atria Brindavan Power Private Limited, die auf Erneuerbare-Energien-Projekte spezialisiert ist. Sie erteilte den Auftrag für den Windpark in Südindien, dessen zweite Bauphase ab dem zweiten Quartal 2018 starten soll. Zusammen mit vorherigen Aufträgen wird Vestas Windräder mit 80 MW für das Projekt liefern.

Solar-Aktien

Die Phoenix Solar AG hält an ihrem Vorstandschef Tim P. Ryan fest. Das Solarunternehmen aus Sulzemoos bei München verlängerte Ryans Vertrag bis zum 31. Dezember 2018. Der Vorstandvorsitzende hat dieses Amt seit dem 1. Januar 2015 inne. Gleichzeitig bleibt er CEO und Präsident der Phoenix Solar Inc., der größten Tochtergesellschaft des Konzerns. Ryan, der konzernweit auch den Vertrieb verantwortet, habe die jüngsten, systematischen Verbesserungen und Investitionen in die globalen Vertriebsteams und -abläufe geleitet, hieß es dazu. Seit dem dritten Quartal 2017 zeigten sich nun erste, deutliche Erfolge des neuen Vertriebs, unter anderem in einem Höchststand der gewichteten globalen Projektpipeline von rund 600 Megawattpeak (MWp) und einem freien Auftragsbestand von 225 Millionen Euro.

Bildhinweis: Tim P. Ryan bleibt ein weiteres Jahr Vorstandschef bei Phoenix Solar. / Foto: Unternehmen


Solarausrüster Pfeiffer Vacuum Technology blickt auf erfolgreiche neun Monate zurück. Im dritten Quartal 2017 profitierte das Unternehmen aus Aßlar in Hessen von der steigenden Nachfrage aus der Chip- und der Solarindustrie. Pfeiffer Vacuum Technology stellt unter anderem Spezialpumpen her, die in der Halbleiter- und Solarwafer-Herstellung benötigt werden. Vor allem Kunden aus China, aber auch aus Europa hätten Produkte für diese Einsatzbereiche bestellt. Hinzu kamen Aufträge und Umsätze des im Juni 2017 zugekauften US-Unternehmens Nor-Cal.  Vorstandschef Manfred Bender sagte, dass die Angebotspalette damit deutlich ausgebaut wurde. Pfeiffer Vacuum Technology verkaufe auch immer mehr Komponenten für die Anlagen rund um die eigentlichen Pumpen. Der Auftragsbestand erreichte mit 118 Millionen Euro ein "Rekordniveau". Auch wegen der Nor-Cal-Übernahme erzielte das Unternehmen ein Umsatzwachstum von gut einem Drittel auf 154,2 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte um rund 64 Prozent auf 24,9 Millionen Euro. Genauso kräftig konnte Pfeiffer Vacuum Technology den Nettogewinn auf 17,3 Millionen Euro steigern. "Nach den bisherigen Entwicklungen sind wir sicher, mindestens den oberen Bereich der angekündigten Umsatzspanne von 550 bis 570 Millionen Euro zu erreichen", so Vorstandschef Bender.

Meyer Burger Technology will Kosten senken und das Produktportfolio "straffen". Sämtliche Produktionsaktivitäten des Solarausrüsters am Hauptstandort Thun in der Schweiz werden voraussichtlich bis Ende 2018 eingestellt. Es sind bis zu 180 Stellen betroffen. Weil 85 Prozent der Solarwafer in Asien hergestellt werden, will Meyer Burger die Produktion von Diamantdrahtsägen nach China verlagern. Im Bereich Solarmodule will sich das Unternehmen auf die Weiterentwicklung seiner Technologie für hocheffiziente Module konzentrieren. Am Hauptstandort Thun wird Meyer Burger künftig noch die Bereiche Vertrieb/Marketing, Services sowie Forschung und Entwicklung erhalten. Die Gesellschaft plant ebenfalls in 2018 eine Reorganisation seiner Niederlassung in Eindhoven (Niederlande). Durch das Sparprogram erwartet Meyer Burger einen positiven Einfluss auf das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von rund 10 Millionen Schweizer Franken (CHF) im Jahr ab dem Geschäftsjahr 2019. Das Programm führe zu einmaligen Aufwendungen von rund 10 Millionen CHF für Produktetransfers und Personalkosten. Zudem fielen weitere einmalige Aufwendungen für Wertberichtigungen sowie Abschreibungen von rund 40 Millionen CHF an. Während der Umsatz 2017 wie erwartet bei 440 bis 460 Millionen CHF bleiben soll (dies entspricht dem Vorjahresniveau), wirken sich die Aufwendungen auf den Gewinn aus. Meyer Burger muss die bisherige EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr 2017 auf ein Niveau von 5 bis 15 Millionen CHF anpassen - bisher hatte der Solarzulieferer rund 30 bis 45 Millionen CHF erwartet.

Photon Energy will ab 2018 mit dem Bereich Wassermanagement und -aufbereitung mehr Umsatz und Profitabilität erreichen. Die strategische Erweiterung um Wasserreinigung soll neben den Aktivitäten im Solar-Bereich zum zweiten Standbein des niederländischen Unternehmens werden. Photon Energy hat dazu das Tochterunternehmen Photon Water Technology (PWT) gegründet, das auf netzunabhängige Solarenergie zur Wasserreinigung setzt. Photon Energy hält einen Anteil von 65 Prozent an PWT. Das Management an dem Unternehmen übernimmt Dr. Petr Kvapil, der laut Photon Energy über viel Erfahrung in der Umsetzung von Projekten im Bereich Wasser und Technologie verfüge. Hauptsitz von PWT soll Liberec in Tschechien werden, wo es bereits eine Kooperation mit der dortigen Technischen Universität im Bereich Nanotechnologie gibt. Nanotechnologie spiele bei der Wasseraufbereitung eine immer wichtigere Rolle, so Photon Energy.


Andere Aktien

Solar- und Windparkbetreiber Capital Stage aus Hamburg hat den Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit Solarcentury verkündet. Der Kooperationspartner entwickelt und betreibt Solarparks und hat seinen Hauptsitz in London. Capital Stage will nach eigenen Angaben baureife Solarparks von Solarcentury übernehmen. Im Rahmen der Vereinbarung sicherten sich die Hamburger in den kommenden drei Jahren den Zugang zu Solarparks in Europa und Mexiko mit einer Erzeugungsleistung von insgesamt 1,1 Gigawatt (GW). Bei einem Erwerb könnten die Hamburger die Erzeugungsleistung von derzeit rund 1,4 GW auf bis zu 2,5 GW steigern. In einem ersten Schritt erhält das Unternehmen exklusiven Zugang zu Solarpark-Projekten in Europa mit mehr als 360 MW. Das Investitionsvolumen dieser Solarparks beläuft sich den Angaben zufolge auf rund 330 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolge unter anderem durch die kürzlich platzierte Hybrid-Wandelanleihe der Capital Stage AG mit einem Volumen von fast 100 Millionen Euro.

Die spanische Abengoa hat ein Viertel ihrer Beteiligung am Ökostromanlagen-Betreiber Atlantica Yield abgestoßen - für eine Summe von 607 Millionen US-Dollar, etwa 522,3 Millionen Euro. Abengoa hat das in Großbritannien angesiedelte Unternehmen, das Ökostromanlagen vor allem in Spanien, Lateinamerika und den Verenigten Staaten betreibt, vor einigen Jahren gegründet. Käuferin ist das Versorgungsunternehmen Algonquin Power & Utilities Corp aus Kanada. Abengoa will sich über den Verkauf weiter sanieren: Das in mehreren Bereichen wie Energieversorgung Logistik oder Umwelttechnik tätige Unternehmen war 2015 in Existenznot geraten, es musste Gläubigerschutz beantragen und eine umfassende Sanierung einleiten. Nach dem Verkauf hält Abengoa noch einen Anteil von16,5 Prozent an Atlantica Yield, die Spanier vereinbarten auch für diese restliche Beteiligung eine Verkaufsoption.

Elektroautobauer Tesla hat hohe Verluste im dritten Quartal 2017 vermeldet. Daraufhin sackte der Kurs der Tesla-Aktie um über 3 Prozent ab. Von Juli bis September betrug das Minus des US-Unternehmens 620 Millionen Dollar, das sind umgerechnet 533 Millionen Euro. Der Verlust der Kalifornier war damit so hoch wie noch nie in einem Quartal. Tesla-Chef und Gründer Elon Musk verschob zudem die Frist für die Produktion des massentauglichen Elektroautos Model 3: Statt im dritten Quartal 2017 soll das Unternehmen nun erst im ersten Quartal 2018 rund 5.000 dieser Autos pro Woche produzieren. Eine gute Nachricht gab es aber auch: Elon Musk bestätigte eine Einigung mit den chinesischen Behörden für den Bau eines Werks in Shanghai. Das Werk soll in etwa drei Jahren mit der Produktion beginnen. In der Fabrik soll in erster Linie das Model 3 für den chinesischen Markt und möglicherweise für weitere Länder in der Region gefertigt werden.

Bildhinweis: Ein Tesla-Auto wird "betankt" - der Elektrofahrzeugpionier will auch in China produzieren. / Foto: Pixabay


Die kanadische Brennstoffzellen-Spezialistin Ballard Power Systems hat ihre Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2017 veröffentlicht. Von Juli bis September stieg der Umsatz demnach deutlich gegenüber dem Vorjahresquartal. Ballard Power Systems verbuchte ein positives EBITDA in Höhe von 0,9 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2017. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch ein Minus von 1,5 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Der bereinigte Nettoverlust ist von minus 4,2 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2016 auf minus 1,0 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2017 deutlich gesunken. Der Umsatz stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 54 Prozent auf 31,9 Millionen US-Dollar kräftig an. Treiber war hier der Unternehmensbereich Heavy Duty Motive, das sind Brennstoffzellen-Systeme im Bereich Schwerlasttransport. Darunter fallen bei Ballard Power Systems auch die Brennstoffzellen-Busse mit einem Umsatzanteil von rund 56 Prozent. Diese liefert das Unternehmen hauptsächlich nach China.

Plug Power ist auf Brennstoffzellen-Antriebe für Gabelstapler und kleine Transportfahrzeuge spezialisiert. Das Unternehmen aus Latham im US-Bundesstaat New York hat nun einen Deal in Norwegen geschlossen. Es soll für die norwegische Niederlassung von Toyota Brennstoffzellen liefern. Diese werden in Gabelstaplern verbaut, welche der Supermarktbetreiber Asko in seinem Logistikzentrum verwendet. Die Flotte soll ab im vierten Quartal 2017 ihren Betrieb aufnehmen. Nähere Angaben zum Ordervolumen machte Plug Power nicht, das Unternehmen rechnet aber womöglich mit Folgeaufträgen.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x