Windkraftanlagen-Hersteller Senvion kooperiert mit dem Energieversorger EnBW und soll mehrere Onshore-Windparks errichten. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Senvion punktet im Vertrieb – ReneSola in den roten Zahlen – Auftrag für Ballard-Tochter

Im Wochenverlauf sank der Dax um rund 0,3 Prozent auf 12.733 Punkte. Der US-amerikanische S&P 500 Index blieb mit 2.432 Punkten annähernd auf dem Niveau der Vorwoche. Der japanische Nikkei-Index büßte bis zum Freitagmittag fast 0,4 Prozent ein und notierte bei 19.943 Punkten. Der chinesische Hang Seng Index verlor 1,5 Prozent auf 25.603 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent sank um fast 1,8 Prozent auf  47,2 Dollar. Auch der Preis für die Feinunze Gold fiel: um rund 1,4 Prozent auf 1.256,58 Dollar. Der Euro verbilligte sich minimal und kostete 1,117 US-Dollar.


Wind-Aktien

Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion und der Energieversorger EnBW haben eine exklusive Zusammenarbeit vereinbart. Gemeinsam wollen die Unternehmen "Projekte mit mehreren hundert Megawatt" an Land und in ganz Deutschland umsetzen, wie es in einer Mitteilung von Senvion hieß. Außerdem hat das Hamburger Unternehmen einen Kooperationsvertrag mit dem Projektierer und Erneuerbare-Energien-Anlagenbetreiber RES Australia unterzeichnet. Dieser sieht vor, dass Senvion Windräder mit einer Gesamtleistung von 429 Megawatt (MW) für den Windpark Murra Warra in Victoria in Australien liefert. Das Projekt befindet sich noch in frühem Stadium. In dem Windpark sollen 116 Turbinen zum Einsatz kommen.
Zudem soll Senvion Windräder mit einer Gesamtkapazität von 30 MW für den ersten Offshore-Windpark "Taranto" im Mittelmeer liefern. Die Lieferung und Installation ist für Sommer 2018 geplant, die Inbetriebnahme wird für Herbst 2018 erwartet. Neben der Lieferung und Installation der Turbinen sieht die vom Betreiber Beleolico und Senvion unterzeichnete Vereinbarung vor, dass Senvion 25 Jahre lang die Wartung übernimmt.

Der Windrad-Hersteller Nordex aus Hamburg hat neue Aufträge für Windparks in Frankreich erhalten. Insgesamt soll das Unternehmen Windturbinen mit einer Nennleistung von zusammen 36 MW für drei Windparks liefern. Die Errichtung der Anlagen soll noch in 2017 beginnen. Bislang sind nach Angaben des Unternehmens Nordex-Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von zusammen 1.700 MW in Frankreich errichtet worden.

Die ABO Wind AG vermeldet einen Vertriebserfolg. Eine Service-Tochter des Windkraftunternehmens aus Wiesbaden führt Sicherheitsprüfungen an 51 Windkraftanlagen des Herstellers NEG Micon in der Lausitz durch. Dabei handelt es sich den Angaben nach um den bislang größten Einzelauftrag für sogenannte DGUV-V3-Prüfungen der ABO Wind Service GmbH.

Der dänische Windkraftanlagen-Hersteller Vestas Wind Systems hat einen Großauftrag aus Griechenland erhalten. Kunde ist die Eltech Anemos S.A., ein griechischer Windpark-Projektierer. Vestas soll 25 Windturbinen des Typs V136-3.45 MW liefern. Die Turbinen sind auf eine Leistung von jeweils 3,6 Megawatt (MW) optimiert. Insgesamt beträgt die bestellte Leistung damit also 90 MW. Die Windenergieanlagen werden Teil des Kassidiaris Windpark-Komplexes im Nordwesten von Griechenland. Der Auftrag umfasst sowohl die Installation der Turbinen als auch deren Wartung über 20 Jahre. Die Lieferung der Windenergieanlagen soll im ersten Quartal 2018 beginnen.
Zudem hat Vestas einen Kredit in Höhe von 1,15 Milliarden Euro aufgenommen, um damit einen bestehenden Kredit abzulösen. Wie die Dänen mitteilten, wurde das ursprüngliche Darlehen in Höhe von 1,05 Milliarden Euro am 3. Juni 2015 abgeschlossen. Der neue Kredit hat eine Laufzeit von fünf Jahren und kann diese nach Ermessen der Gläubiger um bis zu zwei weitere Jahre verlängert werden. Kreditgeber von Vestas sind acht Banken, darunter Nordea, Santander, Unicredit und Citigroup.


Solar-Aktien

Der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy hat seine vorläufigen Geschäftszahlen für das erste Quartal 2017 präsentiert. Demnach lag der Umsatz bei umgerechnet 179,9 Millionen US-Dollar, gegenüber 345,1 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum 2016. Das ist ein Verlust von fast 48 Prozent. Grund für diesen Einbruch war der Rückgang beim Absatz von Solarmodulen, dieser schrumpfte von 508,1 MW im ersten Quartal 2016 auf nun 370,9 MW.   Die Nachfrage in China sei schwach gewesen und der Einspeisetarif in Japan gesenkt worden, so Yingli. Das Unternehmen ist stark von beiden Märkten abhängig. Zudem habe der weltweite Rückgang des durchschnittlichen Verkaufspreises für Photovoltaik-Module habe den Umsatz negativ beeinflusst. Auch der Verlust je Aktie stieg seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr kräftig: Er betrug 1,5 US-Dollar je American Depositary Share (ADS), während er von Januar bis März 2016 noch bei 0,6 US-Dollar je ADS lag. Aufgrund der aktuellen Marktsituation erwartet Yingli aber im zweiten Quartal eine deutliche Steigerung beim Absatz: Das Unternehmen rechnet damit, Module mit einer Gesamtleistung zwischen 950 MW und 1.050 MW auszuliefern.

Bildhinweis: Eine Freiflächensolaranlage mit Modulen von Yingli Green Energy. Das erste Quartal verlief alles andere als zufriedenstellend für den Konzern aus China. / Foto: Unternehmen


ReneSola, Solarkonzern aus China, hat Geschäftszahlen für das erste Quartal 2017 veröffentlicht. Sie sind abermals schwach ausgefallen. Demnach hat das Unternehmen aus Shanghai im ersten Quartal 2017 deutlich weniger Solarmodule ausgeliefert als im ersten Quartal des Vorjahres: Die Auslieferungen verringerten sich von 351 MW auf 259,2 MW. Der Umsatz schrumpfte im gleichen Zeitraum um rund 40 Prozent auf 156,6 Millionen US-Dollar. Zugleich verringerte sich das Nettoergebnis deutlich. Im ersten Quartal 2016 hatte ReneSola noch einen Nettogewinn von 5,7 Millionen US-Dollar verzeichnet. Im abgelaufenen ersten Quartal 2017 war es dagegen ein Nettoverlust von 23,2 Millionen US-Dollar. Damit hält der Negativtrend an. Schon im vierten Quartal 2016 hatte ReneSola einen Nettoverlust von 25,5 Millionen US-Dollar ausgewiesen.
Zudem hat ReneSola ein unverbindliches Angebot für seine Solar-Produktionssparte erhalten. Der Kaufinteressent ist Xianshou Li, Chairman und Chief Executive Officer (CEO) des Unternehmens. Li will sowohl sämtliche Produktionsbereiche für Polysilizium, Solar-Wafer und Module übernehmen, als auch den Vertrieb von LED-Beleuchtung. Das Angebot liege dem Führungsgremium von RenaSola vor, hieß es. Der von Li bezifferte Gesamtwert der beiden Sparten sei demnach negativ und betrage netto minus 81 Millionen US-Dollar. Netto bedeutet: nach Abzug der angenommenen Verschuldung.

Der chinesische Solarhersteller JinkoSolar hat einen Auftrag über Solarmodule mit einer Leistung von zusammen 187 MW erhalten. Eine entsprechende Kooperation hat die japanische Tochter von JinkoSolar mit dem Unternehmen Quantum Power GK geschlossen. Der Vertrag sieht vor, dass JinkoSolar – voraussichtlich im vierten Quartal 2017 – Solarmodule für drei Solarparks in Japan liefert. Der Bau der Solarparks soll im Juli 2017 beginnen und im November 2018 fertiggestellt sein.

Seit 2015 ist der chinesische Solarkonzern JA Solar im brasilianischen Markt aktiv. Nun will das Unternehmen seine Position dort festigen: Mit der Gründung einer Tochtergesellschaft, der JA Solar Brazil Ltda. Lateinamerika sei ein aufstrebender Markt mit hohem Wachstumspotential für Solarenergie in den kommenden Jahren, erklärte JA Solar. Deshalb wolle der Konzern dort verstärkt aktiv werden. Auch in Mexiko haben die Chinesen seit März 2017 eine Niederlassung, die JA Solar Mexico SA. Diese habe bereits mehrere Solarprojekte umgesetzt und arbeite mit Stromversorgern vor Ort zusammen. Die neue Tochter wird voraussichtlich Anfang Juli 2017 ihren Betrieb aufnehmen. Sie soll insbesondere die Zusammenarbeit mit Energiekonzernen wie Engie, Multi Aquecimento, Faro Energy und Enel in der Region festigen.
Darüber hinaus hat JA Solar Photovoltaik-Module mit einer Gesamtleistung von 40 MW an das Huainan City China Project geliefert. Dabei handelt es sich laut JA Solar um das weltweit größte schwimmende Solarkraftwerk. Es ging im Mai 2017 ans Netz.


Andere Aktien

Die kanadische Brennstoffzellen-Spezialistin Ballard Power Systems meldet einen Auftrag aus Südafrika. Ihre Tochter Protonex hat eine Order für ihre Brennstoffzellen-Antriebssysteme erhalten. Der Kunde ist FlyH2 Aerospace, ein Entwickler von unbemannten Wasserstoff-Brennstoffzellen-Luftfahrzeugen. Aus Wettbewerbsgründen hat Ballard Power keine finanziellen Details zu dem Auftrag bekannt gegeben. Die Drohnen sollen in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.




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