Siemens Gamesa baut die Rotoren für solche Windkraftanlagen mittlerweile auch in Marokko. Von der Hafenstadt Tangier aus werden Kunden weltweit beliefert. / Foto: Unternehmen

13.10.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Siemens Gamesa eröffnet Fabrik in Marokko – Singulus Technologies gründet China-Joint-Venture – CropEnergies erhöht Jahresprognose – Strategische Beteiligung der Sto SE

Am Freitagmittag verharrte der deutsche Aktienindex DAX mit 12.987 Punkten annähernd auf dem Niveau der Vorwoche. Ähnlich verhielt sich der US-amerikanischen S&P 500-Index, er notierte bei 2.551 Punkten. Mehr Bewegung gab es beim japanischen Nikkei-Index, er kletterte um 1,8 Prozent auf 21.049 Punkte. Ein minimales Plus von 0,2 Prozent erreichte der chinesische Hang Seng Index, er legte auf 28.477 Punkte zu. Gegenüber der Vorwoche verteuerte sich das Öl: Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent stieg um 0,9 Prozent auf rund 57,3 Dollar. Auch der Goldpreis legte zu, eine Feinunze Gold kostete 1.293,9 Dollar, ein Anstieg um 1,9 Prozent. Der Kurs des Euro kletterte nach oben, er kostete 1,18 US-Dollar und damit rund 1 Prozent mehr als am vergangenen Freitag.


Wind-Aktien

Siemens Gamesa hat die erste Rotoren-Fabrik auf dem afrikanischen Kontinent offiziell eingeweiht. Der deutsch-spanische Windkraftanlagen-Hersteller eröffnete eine Fertigung in der marokkanischen Hafenstadt Tangier. Diese sei "ideal positioniert" zwischen Europa und Afrika, hieß es. Etwa 600 Mitarbeiter bauen in der Fabrik Rotoren für den Export und für lokale Projekte. Der neue Standort könnte auch Marokko dabei helfen, die Erneuerbare-Energien-Ziele zu erreichen. Bis zum Jahr 2030 sollen dort 52 Prozent der Energie aus regenerativen Quellen kommen. Ein Konsortium, dem neben Siemens Gamesa auch die Energiekonzerne Nareva (Marokko) und Enel (Italien) angehören, will in Marokko fünf Wind-Projekte mit insgesamt 850 Megawatt (MW) errichten.

Weil die Halbjahreszahlen der ABO Wind AG deutlich über den Erwartungen lagen, rät Analyst Dr. Karsten von Blumenthal von der Beratungsgesellschaft First Berlin weiterhin zum Kauf der Aktie. Der Analyst sieht ABO Wind "auf bestem Wege, das Rekordergebnis des letzten Jahres noch einmal zu übertreffen". Im ersten Halbjahr 2017 erwirtschaftete ABO Wind einen Umsatz in Höhe von 73,9 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2016: 53,1 Millionen Euro). Gut 40 Prozent davon erlöste die Windkraftspezialistin aus Wiesbaden in Deutschland. Auch Windparks in Finnland, Frankreich, Nordirland und Spanien trugen zum Umsatz bei. Die Verteilung der Umsätze auf fünf Länder zeige, dass die langfristige Strategie der zunehmenden Internationalisierung Früchte trage. Die im Juli angehobene Ergebniserwartung für das Gesamtjahr 2017 sieht die Unternehmensführung bestätigt. "Wir gehen weiterhin von einem Ergebnis aus, das mindestens der Größenordnung des Vorjahres entspricht", bekräftigte Vorstand Dr. Jochen Ahn. 2016 hatte das Unternehmen einen Jahresüberschuss von 16,5 Millionen Euro erreicht.
Zudem hat ABO Wind zwei neue Windparks im Mittelgebirge Hunsrück in Betrieb genommen. Die insgesamt sechs Windkraftanlagen mit zusammen 5,7 MW Leistung produzieren genug Strom für 13.000 Haushalte.



Solar-Aktien

Singulus Technologies aus Kahl am Main hat einen Erfolg bei Produktionsanlagen für hocheffiziente Solarzellen bekannt gegeben. Demnach erhielt der Solarzulieferer neue Aufträge für vier Anlagen aus China und den USA. Angaben zum Volumen dieser Aufträge machte das Unternehmen nicht. Es teilte aber mit, dass es mit Kunden über weitere Aufträge für zusätzliche Anlagen mit Vakuum-Beschichtungstechnologie verhandele. Der Solarzulieferer strebe auch bei kristallinen Hochleistungs-Solarzellen an, die wesentlichen Produktionsschritte aus einer Hand liefern zu können. Außerdem sei man dabei, neue Anlagenkonzepte für die Produktion von Heterojunction-Solarzellen in den Markt einzuführen. Diese Solarzellen verbinden die Vorteile kristalliner Silizium-Solarzellen mit denen von Dünnschichttechnologien.
Zudem hat Singulus Technologies die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Sitz in China vereinbart. Partner sind die chinesischen Unternehmen Golden Concord Holdings Limited (GCL) und China Intellectual Electric Power Technology Co.,Ltd. (CIE). Bei GCL handelt es sich um eines der weltgrößten Unternehmen im Bereich Solarenergie. CIE legt den Fokus auf die Entwicklung hocheffizienter Heterojunction-Solarzellen. Ziel des neuen Joint Ventures sei die Entwicklung, die Optimierung, der Bau sowie der Vertrieb von gesamten Produktionslinien zur Herstellung von hocheffizienten Solarzellen auf Basis der Heterojunction-Technologie. Singulus Technologies werde einen Minderheitenanteil übernehmen und "für dessen Kompetenz im Maschinenbau verantwortlich zeichnen", hieß es.

Bildhinweis: Fertigung bei Singulus Technologies - der Solarzulieferer konnte in dieser Woche neue Aufträge und eine Joint-Venture-Gründung verkünden. / Foto: Unternehmen


Photon Energy kann ein Photovoltaikprojekt im australischen Bundesstaat New South Wales umsetzen. Außerdem hat das Solarunternehmen aus Amsterdam acht Projekte in der Komárom-Esztergom Region Ungarns erworben. "All diese Projekte werden das Bestandsportfolio erweitern, wobei sich dessen derzeitige installierte Gesamtleistung mehr als verdoppeln wird", teilte Photon Energy dazu mit. Die geplante Solaranlage in Australien soll eine installierte Leistung von 28,6 MWp erreichen. Photon Energy will sie selbst betreiben.
Im zweiten Kernmarkt Ungarn gab Photon Energy den Kauf von acht Photovoltaikprojekten bekannt. Die Projekte mit einer geplanten installierten Gesamtleistung von 4,5 MWp sollen am Ende des ersten Quartals 2018 baureif sein. Die Akquisition erweitere die Projekt-Pipeline in Ungarn auf insgesamt 10,8 MWp an geplanter installierter Leistung. Ziel seien insgesamt 50 MWp. Das Unternehmen sammelt derzeit über eine neue Anleihe frisches Kapital von Investoren in Deutschland, Luxemburg und Österreich ein. Mit dem Geld will Photon Energy die Rückzahlung der alten Schuldverschreibung finanzieren. Erhofft sind aber Einnahmen über die erforderliche Summe hinaus, die dann in den Ausbau der Geschäfte fließen sollen.

8point3 Energy Partners hat vorläufige Zahlen für das dritte Quartal 2017 präsentiert, das am 31. August endete. Der Betreiber von Solarparks aus den USA konnte demnach den Umsatz erhöhen. Allerdings sank das Ergebnis je Aktie. 8point3 Energy Partners ist von First Solar und SunPower gegründet und an die Börse gebracht worden. Beide Solarkonzerne sind derzeit noch Großaktionäre des kalifornischen Unternehmens. Wie 8point3 nun erneut bestätigte, wollen beide Eigner ihre Anteile an der YieldCo verkaufen. Im dritten Quartal 2017 steigerte 8point3 den Umsatz um rund 6 Prozent auf 27,7 Millionen US-Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) kletterte auf 53,5 Millionen Dollar, ein deutliches Plus gegenüber 32,9 Millionen im dritten Quartal 2016. Das Ergebnis je Aktie betrug noch 0,27 Dollar, im Vergleich zu 0,38 Dollar je Anteilsschein in der Vorjahresperiode. Es soll laut Unternehmensführung eine Quartalsdividende von 0,2721 Dollar je Aktie ausgeschüttet werden. Weil die Performance der Solaranlagen anhaltend gut sei, hob 8point3 die Prognose für das Gesamtjahr an. Erwartet wird unter anderem ein Umsatz zwischen 66,5 und 69,5 Millionen und ein bereinigtes EBITDA zwischen 117,0 und 120,0 Millionen Dollar.  

SunPower, Solarkonzern aus Kalifornien, kann Erfolge nach der letzten französischen Photovoltaik-Ausschreibung verbuchen. Das berichtete SunPowers Mutterkonzern, der französische Ölriese Total. Demnach profitiere SunPower von Zuschlägen für Projekte, die in der Solar-Auktion gewonnen wurden. Das Unternehmen werde Solarmodule mit einer Gesamtkapazität von über 500 MW für Projekte aus der Ausschreibung liefern, hieß es. Allein für erfolgreiche Projekte der Total-Tochter Total Solar seien es 32 MW.
Zudem hat SunPower für den japanischen Autobauer Toyota ein Photovoltaikprojekt in den USA umgesetzt. Die Dachsolaranlage hat eine Gesamtleistung von 8,79 MW. Für das neue Toyota-Hauptquartier im US-Bundesstaat Texas produziert sie etwa ein Drittel der benötigten Energie. Dafür habe SunPower etwa 20.000 Solarmodule auf vier Dächern von Parkgaragen installiert.

US-Solarkonzern First Solar hat sich der sogenannten Section 201-Petition von Suniva und SolarWorld Americas angeschlossen. Laut einem Bericht von GTM Research hat First Solar ein Schreiben an die Internationale Handelskommission der USA (ITC) geschickt. Darin bat der Konzern um Schutzmaßnahmen für die heimischen Hersteller kristalliner Solarzellen und -module, die nach seiner Auffassung unter dem Preisverfall am Markt leiden.
First Solars Vorstandschef Mark Widmar sieht die Ursache für den Preissturz in den "massiven Überkapazitäten bei der kristallinen Photovoltaik, insbesondere in Asien, die nicht mit marktbasiertem Investitionsverhalten vereinbar sind." Daher bräuchten die Hersteller kristalliner Solarzellen und Solarmodule in den USA einen Schutz, bis die Importpreise auf ein rationales Level gestiegen seien und das Problem der Überkapazität angegangen werde, so Widmar. Dünnschichtmodule sind laut GTM Research von den drohenden Sanktionen durch die Section 201-Petition ausgenommen. First Solar dürfte daher wahrscheinlich am meisten profitieren, wenn bedeutende Sanktionen erfolgen, so die Einschätzung der Analysten.

Canadian Solar, Solarkonzern aus Kanada, hat umfangreiche Anteile an Solarparks in Australien veräußert. Käufer ist Foresight Solar Fund Lt, die zur britischen Foresight Group gehört. Foresight managt Infrastruktur-Projekte und Vermögensanlagen. Wie das Unternehmen mitteilte, handelt es sich bei den Solar-Assets um drei Projekte mit einer Gesamtleistung von 117 MW im Bundesstaat Queensland: Die Longreach Solar Farm (17 MW), die Oakey 1 Solar Farm (30MW) und die Oakey 2 Solar Farm (70 MW). Foresight habe Oakey 2 komplett übernommen und jeweils 49 Prozent der Anteile an den beiden anderen Projekten.  Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.



Bioenergie-Aktien

Die Bioethanol-Produzentin CropEnergies AG hat Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahrs 2017/18 erneut deutlich gesteigert. Sie hob nochmals die Prognose für das Gesamtjahr an. CropEnergies mit Sitz in Mannheim steigerte den Erlös "dank der größeren Produktionsmenge von Ethanol sowie Lebens- und Futtermitteln und dem Ausbau des Handelsvolumens", wie es hieß. Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahr um 31 Prozent auf 460 Millionen Euro. Im zweiten Quartal 2017/18 erhöhte er sich auf 229 Millionen Euro (Vorjahr: 182 Millionen).Insgesamt wuchs das EBITDA im ersten Halbjahr um 13 Prozent auf 67 Millionen Euro. Bezogen auf den Umsatz ergibt dies eine operative Marge von 10,3 Prozent. Sie sank leicht gegenüber dem Vorjahreszeitraum (11,7 Prozent). Generell gilt: Je höher die operative Marge ausfällt, desto besser ist ein Unternehmen aufgestellt. Das EBITDA lag im zweiten Quartal bei 33 Millionen Euro (Vorjahr: 31 Millionen).
Bereits im Juni hatte CropEnergies die Prognose nach oben hin korrigiert. Nun passten die Mannheimer ihre Erwartungen für das Geschäftsjahr 2017/18 abermals an. Sie prognostizierten einen Gesamtumsatz in einer Bandbreite von 880 bis 920 Millionen Euro (bisher erwartet: 850 bis 900 Millionen). Das operative Ergebnis soll in einem Bereich von 60 bis 90 Millionen Euro liegen, statt wie bisher erwartet zwischen 50 bis 90 Millionen. Dies entspricht einem EBITDA zwischen 100 und 130 Millionen Euro. Im Vorjahr erzielte das zur Südzucker-Gruppe gehörende Unternehmen einen Umsatz von 802 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis von 98 Millionen Euro.

Bildhinweis: Eine Anlage für die Gewinnung von Biotreibstoff - CropEnergies hat die Produktion deutlich ausgeweitet. / Foto: Unternehmen



Andere Aktien

Sto SE ist unter anderem auf ökologische Dämmstoffe spezialisiert. Nun geht das Unternehmen aus Stühlingen in Baden-Württemberg eine Kooperation mit den Jonas Farbenwerken ein. In diesem Zusammenhang will sich die Sto-Gruppe mit 49,8 Prozent an dem Farben-Spezialisten beteiligen. Das Bundeskartellamt müsse noch zustimmen, hieß es. Mit 77 Mitarbeitern zähle das Familienunternehmen Jonas zu den leistungsfähigsten Herstellern von Wandfarben und anderen wasserbasierten Beschichtungsprodukten im deutschen Markt. Jonas verfüge über "ein sehr modernes Werk in Wülfrath, einen marktweit anerkannten Service und Produkte von höchster Qualität".
Die Sto-Gruppe baut seit dem Jahr 2002 einen zweiten Vertriebskanal für ausgewählte Produkte über den Fach- und Großhandel auf. Als Teil der langfristigen Strategie will Sto diesen Vertriebsweg schrittweise erweitern. Jonas soll dabei die Sto-Stärken ergänzen: "Während die Kernkompetenzen von Sto vor allem im Bereich der Fassade liegen, ist Jonas besonders bei den Produkten für den Innenbereich und die Renovierung gut aufgestellt", teilte Sto mit. Die Gesellschafter der Jonas Farbenwerke, die Familie Rouenhoff und Sto, sollen das Unternehmen unter der Leitung des langjährigen Geschäftsführers Axel Rouenhoff weiter entwickeln.

Bildhinweis: Ein Sto-Mitarbeiter dämmt eine Wand. Die Baustoffspezialistin Sto will künftig auch verstärkt Produkte für die Renovierung anbieten. / Foto: Unternehmen


Elektroauto-Pionier Tesla hat weltweit 11.000 Fahrzeuge vom Typ Model X zurückgerufen. Bei internen Tests stellte Tesla fest, dass die zweite Sitzreihe im SUV Model X ein Risiko darstellen könnte. Betroffen von dem Rückruf sind Modelle, die zwischen 28. Oktober 2016 und 16. August 2017 gebaut wurden. Bei einigen könne die Gefahr bestehen, dass Sitze in der zweiten Reihe des Fahrzeugs bei einem Unfall unerwartet nach vorn rutschen, warnte das Unternehmen aus den USA. Bislang seien bislang aber noch keine solchen Vorfälle bekannt.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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