Der deutsch-spanische Konzern Siemens Gamesa errichtet Windparks in Indonesien und auf den Kanaren. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Siemens Gamesa punktet mit zwei Aufträgen – SolarWorld streicht weitere Jobs – Steico meldet Rekordzahlen

Der Dax büßte im Wochenverlauf bis zum Freitagmittag 1,7 Prozent ein und notierte damit bei 12.422 Punkten. Der US-amerikanische S&P 500 Index legte etwa 1 Prozent zu auf 2.473 Punkte. Der japanische Nikkei-Index blieb mit 20.094 Punkten annähernd auf dem Niveau der Vorwoche. Der chinesische Hang Seng Index kletterte um 1,4 Prozent auf 26.729 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent erhöhte sich um 1,7 Prozent auf 49,5 Dollar. Auch der Preis für die Feinunze zog an: um 2,3 Prozent auf 1.247,7 Dollar. Der Euro-Kurs sprang um 2 Prozent auf 1,164 US-Dollar.

Wind-Aktien

Siemens Gamesa hat in dieser Woche zwei größere Aufträge vermeldet: Eine Order erhielt der deutsch-spanische Windkraftkonzern aus Indonesien: Dorthin soll er für das Energieunternehmen Equis Energy 20 Windräder liefern. Aus den Anlagen entsteht der Onshore-Windpark "Tolo 1" auf der Hauptinsel Sulawesi, der im Frühjahr 2018 in Betrieb gehen soll. Siemens Gamesa wird das Projekt gemeinsam mit einem Partner errichten und für fünf Jahre den Betrieb und die Wartungsarbeiten übernehmen. Der geplante Windpark hat eine Gesamtleistung von 76 Megawatt (MW). Außerdem hat das Unternehmen einen Neukunden auf den Kanaren gewonnen: Es soll Windräder für zwei Projekte auf Teneriffa liefern und installieren. Wie Siemens Gamesa mitteilte, haben die Anlagen eine Gesamtleistung von 23 MW. Kunde ist DISA, eine Energiespezialistin von den kanarischen Inseln. Der Bau der beiden Windparks hat bereits begonnen, und Siemens Gamesa will die Windräder ab Jahresende liefern. In der zweiten Jahreshälfte 2018 ist die Inbetriebnahme vorgesehen.

Nordex soll den Windpark "Pays Chaumontais" in Frankreich bauen: Der Hamburger Windkraftanlagen-Hersteller hat mit diesem Auftrag den unabhängigen Kraftwerksbetreiber Neoen als Neukunden gewonnen. Das 14,4-MW-Projekt besteht aus sechs Anlagen und wird im ersten Quartal 2018 etwa 250 Kilometer südwestlich von Paris errichtet. Im Vertrag sind die Lieferung, die Betriebsführung und der Service der Anlagen über eine Laufzeit von 16 Jahren enthalten.

Einhundert Windräder mit je 2 MW Leistung soll der dänische Hersteller Vestas Wind Systems in die USA liefern. Mit diesen Anlagen wird der Windpark "Flat Top" im Bundesstaat Texas errichtet. Auftraggeberin sei eine Tochterfirma der Alterra Power Corp., ein kanadisches Unternehmen aus der Erneuerbare-Energien-Branche. Vestas wird die Anlagen installieren und zehn Jahre lang Wartung und Service übernehmen. Vestas produziert die Windkraftanlagen im Bundesstaat Colorado: Schon ab dem vierten Quartal 2017 wollen die Dänen mit der Auslieferung beginnen. Der Windpark soll im ersten Quartal 2018 ans Netz gehen.
Vestas-Anlagen sind auch in der Dominikanischen Republik gefragt: Der dänische Hersteller hat einen Vertrag für das Projekt Larimar II unterzeichnet. Insgesamt soll er 14 Windräder mit 48 MW Gesamtleistung an den Auftraggeber Elecnor S.A. aus Spanien liefern, mit Beginn ab dem ersten Quartal 2018. Elecnor ist u.a. auf Infrastruktur und Erneuerbare Energien spezialisiert. Vestas hatte bereits den 49-MW-Windpark Larimar I für die Spanier mit Windrädern bestückt. Larimar II soll im dritten Quartal 2018 in Betrieb gehen.

Der chinesische Windkraftanlagen-Hersteller Xinjiang Goldwind Science & Technology, kurz Goldwind, hat die Gewinnprognose für das erste Halbjahr 2017 korrigiert. Der Gewinn soll im ersten Halbjahr 2017 nur noch zwischen 1,015 und 1,450 Milliarden chinesischen Renminbi Yuan liegen, umgerechnet zwischen 130 und 186 Millionen Euro. Als Grund nannte das Management "Differenzen hinsichtlich der Vertragsbedingungen" mit dem IT-Riesen Apple. Offenbar hat das die Geschäfte der beiden Partner verzögert. Apple hatte Ende 2016 in vier Goldwind-Töchter investiert, die Windparks betreiben. Im dritten Quartal 2017 sollen diese Deals aber abgeschlossen sein, teilte Goldwind mit. Ende April hatte Goldwind noch einen Gewinn zwischen umgerechnet 186 und 279 Millionen Euro angekündigt, ein Plus von bis zu 50 Prozent gegenüber 2016. Die neue Prognose könnte einen deutlichen Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr bedeuten. Bei dieser erwarteten Bandbreite wäre sogar ein Einbruch von bis zu 30 Prozent möglich.

Solar-Aktien

Für die insolvente SolarWorld AG wird die Luft offenbar immer dünner. Der vorläufige Insolvenzverwalter muss in großem Umfang Stellen streichen, da die Einnahmen nicht ausreichen. Er gab auch bekannt, dass sich ein möglicher Einstieg von Investoren deutlich verzögert. Die zum Konzern gehörenden Unternehmen unter Gläubigerschutz sind laut Insolvenzverwalter nicht in der Lage, ab dem 1. August 2017 die Personalkosten für die derzeit noch 1.850 Beschäftigen zu leisten. Derzeit prüfen den Angaben zufolge "mehrere interessierte strategische Investoren" die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen im SolarWorld-Konzern. Diese Investoren hätten allerdings "einen weiteren Prüfungsbedarf von bis zu vier Monaten" signalisiert.

Bildhinweis: Photovoltaik-Anlage mit Modulen von SolarWorld. / Foto: SolarWorld AG


Der britische Solarwafer-Hersteller PV Crystalox Solar zieht sich noch in diesem Jahr aus der Produktion von Solar-Ingots in Großbritannien zurück und schließt damit voraussichtlich im dritten Quartal auch seine Fertigung dort. Stattdessen will das Unternehmen künftig Ingots von externen Zulieferern beziehen und weiterhin Wafer am deutschen Standort in Erfurt fertigen. Aus Ingots, den Silizium-Rohlingen, werden Solar-Wafer geschnitten. Diese wiederum bilden die Basis für Solarzellen.

Der Solarausrüster Meyer Burger Technology AG hat eine Bestellung von einem chinesischen Kunden erhalten: Wie die Schweizer berichteten, geht es um eine neuartige Produktionsplattform für die Beschichtung von Solarzellen. Der Solarzellen-Hersteller LONGi Solar Technology aus China habe damit den ersten Auftrag für die neue Technologie erteilte. Welche Erlöse Meyer Burger daraus erwartet, wurde nicht mitgeteilt. Das neue Produktionssystem werde im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2017 ausgeliefert, installiert und in Betrieb genommen.

Der kriselnde Solarzulieferer REC Silicon kann auch im zweiten Quartal keine Entwarnung geben: Zwar stieg der Umsatz leicht gegenüber dem Vorquartal, aber der anhaltende Preisdruck macht dem Unternehmen zu schaffen. Das norwegische Unternehmen beliefert Solarmodul-Hersteller mit Silizium und ist vom Überangebot und Preisverfall im Markt betroffen. So sanken die Siliziumpreise den Angaben zufolge von April bis Juni um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Vergleicht man die ersten Halbjahre 2016 und 2017, ist der Umsatz von REC Silicon um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr geschrumpft. Der Gewinn je Aktie blieb im negativen Bereich: Er sank von minus 0,03 im ersten Halbjahr 2016 auf minus 0,04 Dollar im Vergleichszeitraum 2017. Weil der "Solar-Handelskrieg" zwischen den USA und China den Zugang zum chinesischen Markt beschränkt, errichtet der Zulieferer in China gemeinsam mit Kooperationspartnern eine neue Fabrik. Diese soll ab dem vierten Quartal 2017 schrittweise in Betrieb gehen.

Das US-Unternehmen Real Goods Solar (RGS) Energy hat vorläufige Zahlen für das zweite Quartal 2017 gemeldet. Die Spezialistin für Aufdach-Solaranlagen hat demnach 18 Prozent weniger Gesamtumsatz gemacht als im Vergleichszeitraum. RGS Energy hat von April bis Juni 2017 rund 3 Millionen US-Dollar Umsatz erwirtschaftet, im ersten Quartal 2017 waren es 3,6 Millionen. Die Umsätze im Vertrieb von Solaranlagen sind im Vergleich zum Vorquartal um satte 259 Prozent auf 4,9 Millionen Dollar gestiegen (erstes Quartal 2017: 1,4 Millionen). Nur der gesunkene Installationsumsatz verhagelte demnach den Gesamtumsatz. RGS Energy erzielte von April bis Juni Kosten je installiertem Watt von 2,84 Dollar gegenüber 2,82 Dollar im ersten Quartal. Das ist niedrig im Vergleich zu anderen Aufdach-Solarprojektierern. Vergleichszahlen des Vorjahres nannte das Solarunternehmen nicht, auch machte es keine Angaben zum Quartalsgewinn.

SunPower aus Kalifornien soll in Oklahoma einen Solarpark errichten. Auftraggeber ist eine Tochter des größten Stromversorgers im Bundesstaat, die Oklahoma Gas & Electric Company. Mit dem Bau werde bereits im August 2017 begonnen. Der Solarpark sei auf 10 MW Leistungskapazität angelegt und soll Anfang 2018 ans Netz gehen. SunPower werde selbst ausstatten und nach der Fertigstellung auch betreiben.

Canadian Solar hat den japanischen Solarpark Mashiki mit 47,7 MW Leistung in Betrieb genommen. Laut Konzernchef Dr. Shawn Qu handelt es sich um den bislang größten Solarpark, den Canadian Solar in Japan umgesetzt hat. Insgesamt habe das Unternehmen dort Solarparks mit zusammen rund 113 MW umgesetzt, davon allein 52,5 MW in 2017. Dem Chairman und Chief Executive Officer (CEO) von Canadian Solar zufolge bestehen jeweils feste Abnahmeverträge mit Versorgern.

Der kriselnde Solarkonzern Solargiga aus Hongkong konnte im ersten Halbjahr 2017 seine Absatzzahlen und somit den Umsatz deutlich erhöhen. Das zeigen die vorläufigen Zahlen des Unternehmens. Angaben zum Gewinn machten die Chinesen nicht. Wie Solargiga mitteilte, ist von Januar bis Juni der Absatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 55 Prozent gestiegen. Das führte insgesamt zu einem Umsatzplus von 15,4 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016. Das ausgelieferte Volumen von Solaringots, Solarwafern, Solarzellen und Solarmodulen stieg Solargiga zufolge von 749,7 MW im Vorjahreszeitraum auf nun 1.161,6 MW. Entsprechend kletterte auch der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2017 auf umgerechnet 255,6 Millionen Euro (Vorjahresperiode: 221,4 Millionen Euro).

Der chinesische Solarkonzern JinkoSolar hat eine Kooperationsvereinbarung mit Greatcell Solar aus Australien geschlossen. Beide Unternehmen wollen künftig bei der Entwicklung neuer Solarzellen eng zusammenarbeiten. Greatcell Solar hieß ehemals Dyesol Limited, das Unternehmen hat sich im vergangenen Monat umbenannt. Die Australier entwickeln Solarzellen, die auf Oberflächen wie Glas, Metal oder Zement angebracht werden können. Als Teil der Vereinbarung will Greatcell Solar gemeinsam mit JinkoSolar die Technologie erproben und weiterentwickeln. Langfristiges Ziel sei es, sie zur Marktreife zu bringen.


Bioenergie-Aktien

Die Hauptversammlung der CropEnergies AG, einer Produzentin von Bio-Ethanol aus Mannheim, hat die Verdoppelung der Jahresdividende beschlossen: Die große Mehrheit der Aktionäre stimmte dem Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand zu. Es werden 0,30 Euro je dividendenberechtigter Aktie ausgeschüttet. Daraus ergibt sich eine Ausschüttungssumme von 26,2 Millionen Euro. Alle weiteren Tagesordnungspunkte, einschließlich der Neuwahl des sechsköpfigen Aufsichtsrats, wurden ebenfalls mit einer Mehrheit von über 99 Prozent angenommen.


Andere Aktien

Im zweiten Quartal hat Steico SE aus Feldkirchen bei München Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis erzielt. Die Spezialistin für nachhaltige Holzdämm- und Baustoffe erhöhte den Quartalsumsatz gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent auf 60,5 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 6,5 Prozent auf 9,9 Millionen Euro, das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 7,1 Prozent auf 6,0 Millionen Euro. Die EBIT-Marge kletterte von 9,9 auf 10,3 Prozent, trotz negativer Währungseffekte im Auslandsgeschäft mit Kunden in Großbritannien. Im ersten Quartal hatte Steico erst 8,4 Prozent EBIT-Marge erreicht. In den ersten sechs Monaten ist der Umsatz um 13,2 Prozent auf 114,6 Millionen Euro gewachsen. Das EBITDA erhöhte sich um 5,7 Prozent auf 18,4 Millionen Euro, das EBIT um 9,3 Prozent auf 10,6 Millionen Euro. Der Steico-Vorstand erwartet zudem deutlich stärkeres zweites Halbjahr als in 2016, bekräftigte aber seine eher vorsichtige Prognose. Demnach peilt er im Vergleich zu 2016 beim Umsatz und beim EBIT "ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich" an.  Wie im Vorjahr soll der Gewinn stärker steigen als der Umsatz.

Bildhinweis: Steico ist auf nachhaltige Bau- und Dämmstoffe spezialisiert, etwa aus Holz. / Foto: Petra Beerhalter, Fotolia


Der Rücknahmeautomaten-Hersteller Tomra Systems hat das zweite Quartal 2017 mit einem höheren Umsatz und Ergebnis abgeschlossen. Wie das Unternehmen aus Norwegen mitteilte, verbesserte sich der Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 1,97 Milliarden Norwegische Kronen (NOK). Das sind umgerechnet rund 211,4 Millionen Euro. Das EBITDA stieg von 306 Millionen auf 316 Millionen NOK (umgerechnet rund 34,2 Millionen Euro), das entspricht einem Plus von 4 Prozent.

Die kanadische Brennstoffzellen-Spezialistin Ballard Power Systems hat einen Auftrag aus dem US-Bundesstaat Kalifornien gemeldet. Sie soll Verkehrsbusse mit ihrer Umwelttechnologie ausrüsten. Wie Ballard Power Systems mitteilte, bestellte die Auftraggeberin SunLine Transit Agency fünf Brennstoffzellen-Motoren für umweltfreundlichere Fahrzeuge. Diese sollen noch in diesem Jahr an die Kundin ausgeliefert werden.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.
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