Siemens will die Windsparte des Dax-Konzerns mit dem spanischen Windkraftanlagenhersteller Gamesa verschmelzen. Im Bild ein mexikanischer Windpark mit Anlagen von Gamesa. / Foto: Unternehmen

20.06.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Siemens übernimmt Mehrheit an Gamesa – Yingli Green Energy steigert Gewinn trotz Umsatzrückgang – schwache Bilanz der Hydrotec AG

An den Börsen ging es in der vergangenen Woche abwärts. Der deutsche Leitindex DAX verlor zwei Prozent auf 9.631 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones Index gab ein Prozent auf 17.675 Punkte nach. Der japanische Nikkei brach sechs Prozent auf 16.661 Punkte ein. Der chinesische Hang Seng Index sackte um 4,1 Prozent auf 20.038 Punkte ab. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ fiel um vier Prozent auf 48,71 US-Dollar. Der Goldpreis stieg um 1,3 Prozent auf 1.299 US-Dollar. Der Euro verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 1,133 Dollar.

Windaktien

Die Verhandlungen des spanischen Windkraftkonzerns Gamesa mit Siemens über eine Verschmelzung mit der Windsparte des deutschen Technologiekonzerns haben offenbar zum Erfolg geführt. Das Unternehmen aus dem Baskenland bestätigte in einer kurzen Erklärung, dass sich die beiden Unternehmen auf den Deal im Grundsatz verständigt haben. Die Details müssten noch abgestimmt werden. Damit steht fest, dass zwei der größten Windkraftanlagenhersteller der Welt fusionieren. Siemens soll nach den Informationen des Wall Street Journals 60 Prozent der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, das weiterhin an der Madrider Börse gelistet und vom Gamesa-Vorstandsvorsitzenden geleitet werde.
Wenige Tage zuvor hatte Gamesa einen Erfolg im Service-Geschäft gemeldet. Der Windkraftkonzern erreichte eine Vertragsverlängerung mit der spanischen Vapat Gruppe. Die verfüge über Windparks mit einer Gesamtkapazität von 472 Megawatt (MW). Davon entfallen dem Unternehmen zufolge Projekte mit zusammen 218 MW auf Windparks, die Gamesa seit deren Inbetriebnahme in 2010 betreut. Sie bestünden aus Windrädern von Gamesa. Nun sei eine neue Service-Vereinbarung mit sieben Jahren Laufzeit für diese Windparks in Kastilien und León getroffen worden.

Vestas Wind Systems erhielt einen Großauftrag aus China. Der dänische Windkraftanlagenhersteller soll eine Windfarm der China Longyuan Power Group mit Anlagen bestücken. Diese orderte bei Vestas dafür Windräder mit einer Gesamtkapazität von 48 MW. Sie sollen laut den Dänen im vierten Quartal 2016 errichtet und in Betrieb genommen werden. Über drei Jahre sei zudem mit China Longyuan Power ein Service-Auftrag abgeschlossen worden.

Solaraktien

Der Solaranlagenbetreiber 7C Solarparken aus Bayreuth hatte im letzten Jahr das Solaranlagen-Portfolio Miskina mit einer Nennleistung von zusammen 13,7 MW erworben. Nun hat das Unternehmen Optimierungsmaßnahmen an dem Portfolio abgeschlossen. Bei zwei der Solaranlagen (zusammen 4,2 MW) wurden Wechselrichter ausgetauscht und weitere technische Verbesserungen vorgenommen. Dadurch sei deren Performance Ratio – tatsächlicher Ertrag geteilt durch Sollertrag der Solaranlage – von knapp 70 auf 79 Prozent gesteigert worden, teilte das Unternehmen mit. Die Gesamtinvestitionskosten der technischen Maßnahmen betrugen 700.000 Euro. Die jährlichen Zusatzerlöse bezifferte 7C Solarparken mit 160.000 Euro. Zudem hat der Vorstand die bestehenden Projektdarlehen des 13,7-MWp-Portfolios refinanziert. Die durchschnittlichen Festzinsen konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben von 5,5 Prozent auf 2,05 Prozent reduzieren. Das bedeutet nach seinen Angaben jährliche Einsparungen in Höhe von 600.000 Euro.

Ein wichtiger Kunde des Solarausrüsters Manz AG aus Reutlingen hat ein Großprojekt im Geschäftsbereich Energiespeicherung gestoppt. Eine endgültige Aussage, ob es zu einer Auftragsverschiebung oder -stornierung kommen wird und in welchem Umfang Umsatz und Ertrag im laufenden Geschäftsjahr dadurch belastet sein werden, will der Vorstand der Manz AG nach finalem Abschluss der geplanten Gespräche mit dem Kunden treffen. Die Manz AG hatte Ende März für das Gesamtjahr „eine signifikante Steigerung des Umsatzes“ in Aussicht gestellt und eine deutliche Verbesserung beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). 2015 hatte der Solarausrüster einen EBIT-Verlust in Höhe von 58 Millionen Euro erwirtschaftet.

SunPower, Solarkonzern aus Kalifornien, soll für den japanischen Autobauer Toyota ein großes Photovoltaikprojekt in den USA umsetzen. Nach seinen Angaben wird die Photovoltaikanlage mit einer geplanten Gesamtkapazität von 7 MW auf Dächern von Carports des Toyota-Hauptquartiers für Nordamerika im texanischen Plano entstehen. Sie soll 2017 ans Netz gehen und ein Viertel des Strombedarfs der Toyota-Zentrale abdecken.

Bildhinweis: Aufdachsolaranlage von SunPower. / Foto: Unternehmen

Yingli Green Energy, Solarkonzern aus China, hat erstmals seit langem Gewinn erzielt. Das besagen vorläufige Zahlen des Unternehmens aus Baoding für das erste Quartal 2016. Yingli Green Energy hat nach ungeprüften Berechnungen im ersten Quartal 2016 einen Nettogewinn von umgerechnet 12,3 Millionen US-Dollar erzielt nach 58,6 Millionen Dollar Nettoverlust im Vorjahreszeitraum. Zuvor hatte der einstige Weltmarktführer unter den Solarmodulherstellern seit über vier Jahren durchweg Quartalsverluste gemeldet. Letztmals hatte Yingli für das dritte Quartal 2011 einen Nettogewinn verbucht.
Der Umsatz des Solarkonzerns sank allerdings im ersten Quartal 2016 von rund 469 Millionen auf umgerechnet rund 365 Millionen US-Dollar. Die Auslieferungen erreichten eine Gesamtkapazität von 508 MW nach 754 MW im ersten Quartal 2015. Dass dennoch eine erhebliche Ergebnisverbesserung gelang, erklärt der Solarkonzern mit dem stark verbesserten Absatz in Japan. 40 Prozent der Auslieferungen im ersten Quartal seien nach Japan gegangen, wo die Preise für Solartechnik besonders hoch sind. Im Geschäft mit Kunden aus dem Inselstaat habe man zudem deutlich von Währungseffekten profitiert.

Trina Solar verliert die bisherige Finanzchefin Teresa Tan. Laut dem Solarkonzern wird sie das Unternehmen mit Hauptsitz in Changzhou zum 15. Juli verlassen. Als Grund für den Rücktritt sprach Frau Tan von persönlichen Interessen, denen sie nachgehen wolle. Jifan Gao, der Vorsitzende von Trina Solar, verabschiedete Tan mit warmen Worten. Ihm zufolge wird Frau Xu Ying nur noch übergangsweise als CFO (Chief Financial Officer) agieren. Sie war seit 2006 für Trina Solar tätig.

Bioaktien

Die Probleme der KTG Agrar AG überschatten weiter auch die KTG Energie AG. Deren Bonität schätzen Experten nun geringer ein.
Die Ratingagentur Creditreform hat die Bonitätsbewertung der Bioenergieproduzentin KTG Energie AG von BB+ (watch) auf B mit negativem Ausblick herabgesetzt. Grund für die Anpassung des Ratings sind laut Creditreform die möglichen Auswirkungen der aktuellen Entwicklung bei der Muttergesellschaft KTG Agrar SE auf die zukünftige Ertragslage und die Finanzierungsmöglichkeiten der KTG Energie AG. Die KTG Agrar SE hatte die Zinsen einer Anleihe nicht fristgerecht gezahlt. Der Ratingausblick ist negativ aufgrund der anhaltenden Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Muttergesellschaft. Die bei der KTG Energie AG nun erfolgte Anpassung des Ratings von BB+ auf B bedeutet in der Ratingsystematik von Creditreform eine Veränderung der Beurteilung von „befriedigende Bonität und mittleres Insolvenzrisiko“ auf „ausreichende Bonität und höheres Insolvenzrisiko“.

Die Biotreibstoffproduzentin Green Plains hat Vereinbarungen mit US-amerikanischen Gesellschaften des spanischen Mischkonzerns Abengoa geschlossen. Demnach hat das Unternehmen aus Omaha im US-Bundesstaat Nebraska mehrere Ethanol-Erzeugungsanlagen für zusammen ungefähr 200 Millionen US-Dollar erworben. Die sich im vorläufigen Insolvenzverfahren befindliche Abengoa steht auch in den USA offiziell unter Gläubigerschutz. Die Übernahme der Biotreibstoff-Produktionsanlagen soll im dritten Quartal 2016 abgeschlossen werden. Die Produktionskapazität der erworbenen Anlagen beziffert Green Plains auf 180 Millionen Gallonen Ethanol pro Jahr (umgerechnet rund 680 Millionen Liter).

Andere Aktien

Der insolvente Ökostromriese SunEdison Inc. bekommt neues Kapital von seinen bestehenden Gläubigern. Ein Konkursgericht hat erlaubt, dass SunEdison neue Darlehen über 300 Millionen US-Dollar erhält. Mit dem Geld will SunEdison seinen operativen Betrieb aufrechterhalten, Störungen bei seinen Projekten verringern und den Unternehmensumbau vorantreiben. Zudem konnte SunEdison günstigere Zinskonditionen bei einem Teil der bestehenden Anleihen erreichen. Die Zinssätze reduzierten sich hier von 7,0 bis 8,0 Prozent auf 2,75 bis 3,75 Prozent.

Weiter ist offen, wann TerraForm Global die ausstehenden Bilanzen für das vergangene Geschäftsjahr veröffentlichen kann. Der Betreiber von Ökostromanlagen in den USA steht deshalb nicht nur durch seine Gläubiger unter Druck. Die Technologiebörse Nasdaq droht dem Unternehmen mit dem Ausschluss von Handel, weil es aufgrund technischer Probleme bislang außerstande war, die Bilanz bekannt zu machen. Doch nun hat die Technologiebörse einem Antrag von TerraForm Global stattgegeben, der Gesellschaft eine Gnadenfrist bis zum 26. September zu gewähren. Nun muss TerraForm Global bis spätestens zu diesem Stichtag die Zahlen für 2015 veröffentlichen.

Die Hydrotec Gesellschaft für Wassertechnik AG hat vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 veröffentlicht. Demnach hat die Wasseraufbereitungs-Spezialistin aus Rehau in Bayern einen Umsatz von rund 1,33 Millionen Euro erwirtschaftet nach rund 2,15 Millionen Euro im Vorjahr. Zudem fiel voraussichtlich ein leichter Jahresfehlbetrag an nach 42.000 Euro Jahresüberschuss in 2014. Für das laufende Geschäftsjahr 2016 geht der Vorstand von nochmals verringerten Umsätzen und einem deutlich negativen Ergebnis aus.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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