Ein Windpark der ABO Invest AG: Die Windernte war in den vergangenen zwei Jahren leider schwach. / Foto: Unternehmen

19.01.18 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Sinkende Stromerträge für ABO Invest - Meyer Burger Technology macht weniger Verluste - Geberit meldet Umsatzplus

Zunächst der Blick auf die Indizes: Klar nach oben ging es für den deutschen Aktienindex im Vergleich zur Vorwoche. Der Dax legte bis Freitagmittag 1,6 Prozent zu und notierte bei 13.428 Punkten. Auch der US-amerikanische S&P 500-Index kletterte aufwärts, um 1,3 Prozent auf 2.803 Punkte. Etwas kleiner war das Plus mit 0,8 Prozent beim japanischen Nikkei-Index (23.897 Punkte). Um satte 2,6 Prozent legte der chinesische Hang Seng Index zu, er notierte am Mittag des 18. Januar bei 32.180 Punkten.

Der Ölpreis nahm in dieser Woche um 1,4 Prozent zu, ein Barrel Öl der Sorte Brent kostete damit rund 68,7 US-Dollar. Der Goldpreis erhöhte sich nur minimal um 0,1 Prozent und lag bei 1.334,5 Dollar. Zulegen konnte außerdem der Euro: Er kostete am Freitagmittag 1,225 US-Dollar, ein Kursplus von 1,2 Prozent.


Wind-Aktien

Nach vorläufigen Zahlen haben die Anlagen der ABO Invest AG 2017 weniger Strom produziert. Deshalb blieben die vergüteten Stromerträge rund 11 Prozent hinter den erwarteten knapp 331 Millionen Kilowattstunden zurück. Auch wenn der Jahresabschluss erst im Mai vorliege, sei bereits klar, dass 2017 kein positives Konzernergebnis erreicht werde, teilte die Windkraft-Spezialistin aus Wiesbaden mit. Allerdings sei die Liquidität der ABO Invest trotz zweier windschwacher Jahre in Folge weiterhin gut, das Unternehmen stehe finanziell solide da. Den jüngsten Rückgang des Aktienkurses hielt der Vorstand für substanziell nicht begründet.

Siemens Gamesa hat zwei neue Aufträge in China und den USA erhalten: Das Unternehmen liefert zum einen 24 Windkraftanlagen für den "Yangshugou"-Windpark sowie 24 Anlagen für "Wohushan". Beide Projekte liegen im Osten Chinas. Die von Stammkunden bestellten Turbinen sollen 2018 installiert werden und jeweils insgesamt 48 MW Leistung pro Windpark erbringen. Zum anderen wird Siemens Gamesa in den USA Windräder des Typs G132-3.465 mit fast 330 Megawatt (MW) Leistung an zwei Windparks ausliefern: 47 Windräder gehen an Sammons Renewable Energy und weitere 48 Einheiten an einen namentlich nicht genannten Kunden. Dies ist der erste Auftrag für diesen Turbinentyp im US-Markt.
Zudem kann das deutsch-spanische Unternehmen einen Auftrag aus Andalusien mit einer Gesamtleistung von fast 29 MW verbuchen. Kunde ist Cepsa aus Madrid - sie ist eigentlich auf Erdöl spezialisiert. Siemens Gamesa unterschrieb für den Windpark in auch einen Servicevertrag mit fünfjähriger Laufzeit.

Einen umfangreichen Auftrag hat der Windradbauer Nordex im neuen Jahr bekannt gegeben: Der Projektentwickler Falck Renewables hat bei den Hamburgern Anlagen bestellt. Die insgesamt 31 Windräder haben eine Gesamtleistung von 115 MW. Sie sind für die schwedischen Windparks "Aliden" und "Brattmyrliden" bestimmt. Wie Nordex mitteilte, haben die vorbereitenden Bauarbeiten bereits begonnen und werden sich 2018 und 2019 intensivieren. Die Inbetriebnahme von "Aliden" ist für das vierte Quartal 2019 geplant, bei "Brattmyrliden" soll der Betrieb im vierten Quartal 2020 starten.

Der dänische Energiekonzern Ørsted, vormals Dong Energy, engagiert sich in der thailändischen Offshore-Windbranche und hat eine Absichtserklärung mit der National Kaohsiung University of Science and Technology (NKUST) unterzeichnet. Es soll einen Austausch von Wissen zwischen Ørsted und der Universität geben - auch, um Nachwuchstalente zu fördern und einen neuen Masterstudiengang im Bereich Windkraft zu etablieren.



Solar-Aktien

Deutlich mehr Auftragseingänge und einen leicht gesteigerten Umsatz meldet Meyer Burger Technology, ein Schweizer Technologie-Unternehmen mit starker Solar-Sparte. Laut ersten ungeprüften Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2017 steht dennoch ein deutlicher Verlust in den Büchern, der allerdings geringer ausfallen dürfte als im Vorjahr. Der Auftragseingang stieg um 23 Prozent auf 560 Millionen Schweizer Franken (knapp 475 Millionen Euro).  Den Auftragsbestand für Ende 2017 beziffert das Unternehmen mit 343 Millionen Schweizer Franken (fast 292 Millionen Euro). Das sind rund 40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das EBITDA liegt allerdings im Rahmen der bisherigen Erwartungen von 5 bis 15 Millionen. Belastet ist das Ergebnis von Abschreibungen und außerordentlichen Aufwendungen. Die sind auf die Aufgabe des Produktionsstandortes Thun und aufgegebene Geschäftsaktivitäten bei Diamond Materials Tech zurückzuführen.

Bildhinweis: Meyer Burger Technology stellt unter anderem solche Silizium-Drahtsägen für die Solarbranche her. / Foto: Unternehmen


Canadian Solar hat seine Prognose für das vierte Quartal 2017 nach unten korrigiert. Der Umsatz des kanadischen Solarkonzerns soll demnach nur noch bei 1,04 bis 1,08 Milliarden US-Dollar liegen - statt den bisher angenommenen 1,77 bis 1,81 Milliarden. Im Gesamtjahr geht Canadian Solar jetzt von einem Umsatz zwischen 3,33 und 3,37 Milliarden aus. Bislang erwartete der Konzern zwischen 4,05 und 4,09 Milliarden US-Dollar. Grund seien Verzögerungen beim Verkauf von sechs Photovoltaik-Projekten mit insgesamt 703 Megawatt Leistung in Kalifornien, hieß es. Die Genehmigung durch die US-Behörden stünde jedoch immer noch aus. Das Liefervolumen von Modulen lag im vierten Quartal bei 1,72 bis 1,82 Gigawatt (GW) anstelle der bisher erwarteten 1,65 bis 1,75 GW. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen ein Liefervolumen von etwa 6,8 bis 6,9 GW, bislang war die Prognose 6,7 bis 6,8 GW. Endgültige Zahlen sollen in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.

Der deutsche Wechselrichterhersteller SMA Solar Technology AG hat in Nordamerika die Marke von 10 GW installierter Wechselrichter überschritten. Das teilte die Unternehmenstochter SMA America mit. Dies entspreche einem Marktanteil von 25 Prozent. Die etwa 10.000 installierten Wechselrichter wandeln Solarenergie in netzfähigen Wechselstrom um - es sei genug, um damit 2 Millionen Haushalte zu versorgen.

Andere Aktien

Der Hamburger Wind- und Solarparkbetreiber Capital Stage hat mit dem irischen Staatsfonds - Ireland Strategic Investment Fund (ISIF) - eine Partnerschaft vereinbart. Gemeinsam wollen die beiden etwa 140 Millionen Euro investieren: in Projekte des Projektentwicklers Power Capital. Teil der Vereinbarung sind mehr als 20 Solarparks mit einer Gesamterzeugungsleistung von 140 MW. Diese Projekte sollen an der östlichen und südwestlichen Küste Irlands errichtet werden. Genehmigungen für 110 MW des gesamten Paketes liegen bereits vor, die ausstehenden werden im Laufe von 2018 erwartet. Für Power Capital ist die Partnerschaft die Basis für weitere Projekte. Dierk Paskert, CEO der Capital Stage AG in Hamburg, sagte, der Markt für Erneuerbare Energien in Irland biete zahlreiche attraktive Chancen.

Einen weiteren Auftrag von der Bundeswehr hat SFC Energy erhalten. Das Unternehmen aus Brunnthal bei München soll Brennstoffzellen zur netzunabhängigen Stromversorgung von Fahrzeug-Geräten und für Soldaten im Feld liefern. Der Auftrag hat laut SFC Energy ein Volumen von 860.000 Euro. Es sei ein Folgeauftrag für das seit Dezember 2011 zugelassene Brennstoffzellensystem EMILY 2200.

Geberit, ein Sanitärtechnikunternehmen aus der Schweiz, hat erste Informationen zum Gesamtgeschäftsjahr 2017 veröffentlicht: Umsatz und Ergebnis legten zu. Nach ersten Informationen stieg der Nettoumsatz um 3,5 Prozent auf 2,91 Milliarden Schweizer Franken (umgerechnet 2,47 Milliarden Euro). Beim Ergebnis geht die Unternehmensführung für 2017 von einer Cashflow-Marge von rund 28 Prozent aus. Die Cashflow-Marge gibt den prozentualen Anteil des Umsatzes für Schuldentilgung, Dividendenzahlung oder Investitionen an. Der vollständige Geschäftsbericht werde am 13. März veröffentlicht, so der Konzern.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse. (Link entfernt) 
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