Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Streit im Aufsichtsrat der Plambeck Neue Energien AG – 1. Quartal 2008: WorldWater & Solar vervierfacht Verlust – Biopetrol Industries AG verliert 7 Millionen Euro – Umsatzsprung um 187 Prozent bei Precious Woods Hold

Die Leitindices DAX, Dow-Jones und Nikkei verloren in der letzten Börsenwoche auf ganzer Linie: Der DAX büßte 2,97 Prozent ein und stand zum Wochenschluss bei 7.070,33 Punkten. Der US-amerikanische Dow-Jones sank um 2,82 Prozent auf 12.625,62 Punkte. Ein Minus von 0,99 Prozent verzeichnete der japanische Nikkei, er ging mit 13.978,46 Punkten ins Wochenende.
Öl hat sich nochmals drastisch verteuert: Von 124,13 Dollar in der Vorwoche sprang der Preis für ein Barrel der Sorte "Brent Crude Oil" um 5,51 Prozent auf 130,97 Dollar. Der Kupferpreis ist gefallen: Eine Tonne Copper Grade A kostete 8.277,50 Dollar nach 8.467,50 Dollar in der Vorwoche (minus 2,3 Prozent). Der Euro verteuerte sich um 2,02 Cent gegenüber dem Dollar auf 1,5766 Dollar je Euro.

Wegen Verzögerungen bei der pflichtgemäßen Abgabe ihrer Meldung zu den Geschäftszahlen im ersten Quartal 2008 droht der Zoltek Companies Inc. der Ausschluss vom Listing an der Nasdaq. Wie das Unternehmen mitteilte, hat es eine entsprechende Warnung der Börsenverwaltung erhalten. Man bemühe sich nun um eine Anhörung, um die Gründe für die Verzögerung darzulegen und das Delisting abzuwenden, so der Windkraftzulieferer.

Die US-amerikanische American Superconductor Corporation (AMSC) meldete Aufträge zur Ausrüstung von vier Windparks in Australien, Kanada und Großbritannien. Netzverbindungs-Systeme von AMSC sollen demnach 200 Megawatt (MW) an installierter Leistung spannungsmäßig absichern. Über finanzielle Details wurde nichts bekannt.

Der Aufsichtsrat des Windprojektierers Plambeck Neue Energien AG hat über die Abwahl des Vorsitzenden Dieter K. Kuprian abgestimmt. Zudem sei ein Antrag auf Abberufung Kuprians an das zuständige Gericht gestellt worden, teilte das Unternehmen aus Cuxhaven mit. Die Wirksamkeit und das Ergebnis beider Abstimmungen seien innerhalb des Aufsichtsrats umstritten und hingen davon ab, ob ein wichtiger Grund im Sinne des Aktiengesetzes für die Abwahl als Aufsichtsratsvorsitzender vorliege, so Plambeck.

Die Hamburger Capital Stage AG hat 9,29 Prozent der Anteile an dem Solarunternehmen Inventux Technologies AG verkauft. Nach der Transaktion hält die Beteiligungsgesellschaft demnach noch 30 Prozent an Inventux. Der Kaufpreis „berücksichtige die erfolgreiche Entwicklung der Inventux seit Abschluss der Beteiligung“, hieß es. Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht.

Die dänische Tochter der PVA TePla AG hat einen Auftrag aus Taiwan erhalten. Details zum finanziellen Volumen des Geschäftes teilte die Muttergesellschaft aus Aßlar nicht mit.

Für ein nicht näher benanntes Projekt einer Photovoltaik-Dachanlage in Spanien soll die US-amerikanische SatCon Technology Corp. elektrische Systeme aus Wechselrichtern und anderen Komponenten liefern. Der Auftrag umfasse zehn MW Leistung, meldete das Unternehmen. Über finanzielle Details wurde nichts bekannt.

Die Fertigstellung eines 1,4-MM-Photovoltaik-Projekts in Hmpyeong in Südkorea berichtete die SunPower Corporation. Der Solarpark sei mit nachgeführten Solarmodulen ausgestattet, so das US-Unternehmen.

Der Schweizer Ausrüster für die Solarbranche Meyer Burger Technology AG hat Presseberichte über einen möglichen Einstieg in die Dünnfilmtechnologie dementiert. CEO Peter Pauli kündigte weitere Wachstumsschritte seines Unternehmens an. "2008 werden wir Anlagen zur Herstellung von kristallinen Solarmodulen verkaufen, die einer Produktionskapazität von ungefähr 2,5 bis 3 Gigawatt (GW) entsprechen", sagte er, 2007 seien es erst 1,5 bis 2 GW gewesen. Für 2008 sieht der Vorstand starkes Wachstum sowohl bei den Einzelmaschinen als auch bei den Teilsystemen.

Die WorldWater & Solar Technologies Corp. hat ihren Verlust im ersten Quartal vervielfacht. Obwohl der Umsatz von 0,9 auf neun Millionen Dollar sprang, stieg der Nettoverlust demnach von 2,2 auf 7,3 Millionen Dollar. Als positive Nachricht meldete das Unternehmen die erfolgreiche Privatplatzierung von Aktien im Wert von 35,6 Millionen Dollar an den Quercus Trust.

Die Conergy AG hat sich in Belgien vom Thermie-Geschäft ihrer hundertprozentigen Tochter SunTechnics getrennt. Laut dem Hamburger Tec-DAX-Unternehmen wurde damit inzwischen rund die Hälfte der nicht-strategischen Aktivitäten verkauft.

Die chinesische Solarzellenproduzentin China Sunergy hat den Umsatz im ersten Quartal 32,3 Prozent auf 77 Millionen Dollar gesteigert. Laut dem Unternehmen aus Nanjing fiel der Bruttogewinn von 9,6 auf 7,1 Millionen Dollar, der Nettogewinn sank von 5,4 auf 0,5 Millionen Dollar. Die Produktion lag bei 22,6 MW; im Gesamtjahr soll sie auf 125 bis 145 MW steigen.

Einen Langfristlieferauftrag bis 2013 mit einem Wert von insgesamt 750 Millionen Dollar hat die Evergreen Solar Inc. aus Deutschland erhalten. Ein Unternehmen aus den USA habe zusätzlich einen Auftrag im Wert von 250 Millionen Dollar erteilt, meldete Evergreen weiter. Neben den beiden Verträgen bestehe ein Auftragsbestand von weiteren 850 Millionen Dollar.

Die chinesische Solarzellenproduzentin Suntech Power Holdings verbuchte im ersten Quartal einen Umsatzzuwachs von 76,1 Prozent auf 434,5 Millionen Dollar. Die Bruttogewinnmarge kletterte von 19 auf 22,2 Prozent. Der Nettogewinn betrug 55,8 Millionen oder 0,33 Dollar pro Anteilsschein. Die Zellenproduktionskapazität lag den Angaben zufolge Ende März bei 540 MW und soll bis Ende des Jahres ein Gigawatt erreichen.

Die Erlanger Solar Millennium AG hat einen Bericht zur Hauptversammlung am 29. April vorgelegt. Alle Vorschläge von Vorstand und Aufsichtsrat seien mit klarer Mehrheit angenommen worden, heißt es. Laut Vorstandsvorsitzender Christian Beltle steht das Parabolrinnen-Kraftwerk Andasol 1 kurz vor der Fertigstellung. Im Spätsommer erfolge die Inbetriebnahme. Im Kraftwerk Andasol 2 würden die Kollektoren im Solarfeld montiert. Für das Projekt Andasol 3 steht Solar Millennium laut dem Bericht in „intensiven Verhandlungen mit potenziellen Investoren“. International bemühe das Unternehmen sich derzeit schwerpunktmäßig um Märkte in den USA, China und der MENA-Region, die Nordafrika und den Nahen Osten umfasse.

Die Europäische Kommission in Brüssel prüft Beihilfen an die Thalheimer EverQ GmbH. Wie die Kommission mitteilte, müsste eine derzeit geplante Beihilfe im Volumen von 35 Millionen Euro erheblich niedriger ausfallen, wenn sich die Bedenken bestätigen.

Der Biodieselhersteller Biopetrol Industries AG hat den Umsatz im ersten Quartal um 33,8 Prozent auf 56,6 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sank von positiven 1,25 Millionen auf negative 5,5 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) drehte von positiven 0,5 auf negative 6,3 Millionen Euro. Der Konzernreinverlust betrug den Angaben zufolge 7,1 Millionen Euro nach einem Gewinn von 0,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Man erwarte in einem weiterhin sehr schwierigen Geschäftsumfeld besser abzuschneiden als die Konkurrenz, so Biopetrol Industries. Außerdem hofft das Unternehmen auf das Ende der Rohstoffspekulation, die Reduzierung von Überkapazitäten, zunehmendes Interesse anderer europäischer Staaten am Einsatz von Biodiesel, die Pflichtbeimischung von alternativen Kraftstoffen in den USA und positive Impulse aus europäischer Energiepolitik.

Mit einem dritten Agrar-Standort im EU-Vollmitgliedsland Litauen will das börsennotierte Hamburger Landwirtschaftsunternehmen KTG Agrar AG seine Anbauflächen deutlich ausweiten. Nach Niederlassungen in Raseini und Mazeikiai soll der neue Standort in Pauliai liegen. KTG Agrar bewirtschaftet in Litauen nach eigenen Angaben rund 3.700 Hektar

Die Entwicklung eines gemeinsamen Wellenkraftunternehmens vor der Küste von Perh in Westaustralien ist Gegenstand gemeinsamer Planungen der Ocean Power Technologies Australasia und der Griffin Wave Power Ltd.. Ocean Power Technologies Australasia ist eine Tochter des US-amerikanischen Wellenkraftunternehmens Ocean Power Technologies Inc. aus Pennington in New Jersey, Griffin Wave Power gehört zu dem australischen Energieversorger Griffin Energy Pty Ltd. Wie Ocean Power Technologies mitteilte, soll in einem Joint-Venture zunächst ein Wellenkraftwerk mit einer Kapazität von zehn MW errichtet werden.

Als erste Dividende will die Spezialistin für Holzwerkstoffe, Delignit AG, ihren Aktionären für das Geschäftsjahr 2007 je Aktie 0,05 Euro zahlen. Das teilte das Unternehmen aus Blomberg mit.

Bis 2010 will der spanische Energiekonzern Iberdrola einen Anteil von 15 Prozent an der US-amerikanischen Windkraftleistung erreichen. Dazu muss Iberdrola seine Windkraftkapazität in den USA verdoppeln. Iberdrola-Präsident Ignacio Galan kündigte Investitionen von acht Milliarden Dollar für erneuerbare Energien in den USA an; in der Vergangenheit hatte Iberdrola bereits neun Milliarden Dollar investiert. Die derzeitige Windkraftkapazität von 2.400 MW soll bis Ende des Jahres auf 3.600 MW steigen.

Eine Umsatzsteigerung von 187 Prozent auf 33,3 Millionen US-Dollar im Jahresvergleich meldete das Forstunternehmen Precious Woods Holding AG. Wie die Gesellschaft mit Sitz in der Schweiz mitteilte, beruht der Zuwachs hauptsächlich auf der Übernahme eines Unternehmens in Gabun. Das organische Umsatzwachstum habe 23 Prozent betragen. Das operative Ergebnis stieg um 59 Prozent auf vier Millionen Dollar, das Nettoergebnis legte um 48 Prozent auf 3,8 Millionen Dollar zu.

Eine Energie-Hochzeit mit der kürzlich erst aus dem Bankrott-Status entlassenen Calpine Corp. wünscht sich das US-Energieunternehmen NRG Engergy Inc. Hierzu hat es Calpine am 14. Mai einen Fusionsvorschlag unterbreitet. Demnach möchte NRG Energy alle Calpine-Aktien durch einen Aktientausch übernehmen. Für eine Calpine-Aktie sollen 0,534 NRG-Aktien getauscht werden, was zum Zeitpunkt des Angebots einen Preis von 23 Dollar je Calpine-Aktie bedeutete.

Mit einem Drei-Jahres-Vertrag hat sich das Zulieferunternehmen für die Zellstoffindustrie, Kadant Inc., einen Rahmenkredit der Beteiligungsgesellschaft Prudential Financial Inc. von 100 Millionen Dollar gesichert. Kadant will die Mittel für Akquisitionen, Aktienrückkäufe, Darlehensablösungen oder andere geschäftliche Zwecke nutzen.

In einer außerordentlichen Hauptversammlung am 30. Juni 2008 will das Neue-Energie-Unternehmen Thenergo sustainable energies AG seinen Aktionären den Verlust der Hälfte des Grundkapitals erläutern. Das geht aus der Einladung der Gesellschaft für die Veranstaltung hervor. Die Thenergo sustainable energies AG mit Sitz in Essen firmiert erst seit März 2008 unter diesem Namen, zuvor lautete die Firmenbezeichnung Enro AG. Anfang Mai hatte Thenergo eine Gewinnwarnung heraus gegeben. Das vorläufige Jahresergebnis der Gesellschaft in 2007 betrug demnach minus 7,0 Millionen Euro.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite "Aktien: Kurse (Link entfernt)".

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.





Bilder: Bandsäge der Meyer-Burger Technologie AG; Windpark Meda der Iberdrola SA / Quelle: Unternehmen
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