Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Suzlon Energy kämpft mit Qualitätsproblemen – Biogas Nord AG kurz vor der Übernahme? – Green Mountain Coffee Roasters erhöht Prognose

In der vergangenen Woche ist der deutsche Aktienindex DAX um 8,73 Prozent auf 4.336,73 Punkte gefallen. Der US-amerikanische Dow Jones verlor 6,06 Prozent und sank auf 8.212,49 Punkte. Der japanische Nikkei gab um 9,61 Prozent auf 8.023,31 Punkte nach. Öl hat sich verbilligt: Der Preis für ein Barrel der Sorte "Brent Crude Oil" sank um 1,99 US-Dollar auf 45,71 Dollar. Auch Kupfer (Copper Grade A) verlor an Wert. Eine Tonne kostete mit 3.106 Dollar (Copper Grade A) sechs Prozent weniger als eine Woche zuvor. Der Euro gab gegenüber dem Dollar um 1,5 Prozent nach und notierte zuletzt bei 1,28 Dollar.



Windaktien


Ein Tochterunternehmen der dänischen Vestas Wind Systems A/S soll 13 Windräder vom Typ V90 2MW an ein Projekt in Italien liefern. Auftrageber sei die Parco Eolico Ordona. Die Windräder sollen den Angaben zufolge im 2. Halbjahr 2009 nach Apulien geliefert werden.


Der indische Windturbinenbauer Suzlon Energy hat im 3. Quartal einen Gewinneinbruch erlitten. Wie das Unternehmen bekannt gab, verbuchte es einen Quartalsverlust von umgerechnet knapp neun Millionen Euro. Suzlon erklärte das Minus vor allem mit kostspieligen Qualitätsproblemen. Der Austausch defekter Rotoren habe die Bilanz mit rund 37 Millionen Euro belastet. Der Quartalsumsatz hat sich nahezu verdoppelt auf über eine Milliarde Euro.


Das Erneuerbare-Energie-Unternehmen Theolia SA will Windparks mit 200 Megawatt Leistung in Frankreich, Deutschland und Spanien verkaufen. Hintergrund ist laut einer Meldung der Gesellschaft aus Aix-en-Provence akuter Finanzbedarf. Man verfüge derzeit über freie Mittel von lediglich 14 Millionen Euro. Die gesamten Mittel gibt Theolia mit 94 Millionen Euro an. 15 Millionen Euro aus dem Verkauf von Anteilen an der Thenergo würden erst in einigen Wochen fließen. Aus dem Verkauf eines deutschen Windparks mit 56 MW Leistung hofft das Unternehmen, 81 Millionen Euro zu erlösen.


Der Hamburger Windkraftanlagenhersteller REpower Systems AG hat den Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres 2008/2009 auf 38,1 Millionen Euro gesteigert (Vorjahreszeitraum: 27,9 Millionen Euro). Der Umsatz sprang um 46 Prozent auf 850,5 Millionen Euro. Das Auftragsvolumen lag Ende Dezember 2008 bei rund 1,6 Milliarden Euro.



Solaraktien

Sechsmal so viel Umsatz wie im Vorjahr erzielte der Düsseldorfer Anbieter von Energiedächern systaic AG in 2008. Nach vorläufigen Berechnungen kletterte der Konzernumsatz von 31 Millionen Euro auf mehr als 200 Millionen Euro. In 2009 erwartet systaic Erlöse von mindestens 260 Millionen Euro. Zusammen mit der Enerparc AG will systaic bis Ende 2010 Solarstromkraftwerke im Volumen von 450 Millionen Euro bauen.


Fast zehnmal so viel Gewinn wie im Vorjahr meldete die US-amerikanische SunPower Corp. für 2008. Das Solarunternehmen mit Sitz im kalifornischen San José verbuchte demnach einen Überschuss von 92,3 Millionen Dollar oder 1,09 Dollar je Aktie (2007: 9,2 Millionen Dollar und 0,11 Dollar je Aktie). In 2009 will SunPower den Umsatz auf 1,6 bis 2,0 Milliarden Dollar steigern, der Jahresgewinn soll auf 2,20 bis 2,80 Dollar je Aktie wachsen.


Einen Umsatz von 1,91 bis 1,93 Milliarden Dollar hat die chinesische Suntech Power Holdings in 2008 erwirtschaftet. Laut ihren vorläufigen Zahlen wurde die im November auf 1,85 bis 1,87 Milliarden Dollar reduzierte Prognose damit deutlich übertroffen. Allerdings ist die Marge des Solarkonzerns im 4. Quartal unter Druck geraten. Insgesamt werde sie sich auf minus ein bis plus zwei Prozent belaufen, so Suntech. Das Unternehmen verfügt laut der Meldung über rund 500 Millionen Dollar an flüssigen Mitteln.
Die US-amerikanische Standard Solar bestellte laut Suntech Solarpanele im Volumen von fünf MW für 2009. Zum finanziellen Volumen machte Suntech keine Angaben.


Der koreanische Solarzellenhersteller Millinet Solar hat einen Auftrag im Volumen von 26 Millionen Euro an den deutschen Solarausrüster Roth & Rau AG vergeben. Laut dem Solarunternehmen aus Hohenstein-Ernstthal wurden zwei Produktionslinien mit einer Kapazität von jeweils 60 MW bestellt. Man wolle die Order in Zusammenarbeit mit der Manz Automation abwickeln.
Roth & Rau rechnet damit, dass sich die Auftragslage im ersten Halbjahr 2009 eher verhalten entwickeln wird. Einige Solarzellenhersteller würden ihre Investitionsvorhaben verschieben. Eine Erholung erwarte man frühestens im zweiten Halbjahr 2009.


Die Bankenaufsicht BaFin hat die Commerzbank von der Verpflichtung befreit, ein Übernahmeangebot für die Conergy AG vorzulegen. Das geht aus Unternehmensangaben hervor. Die Commerzbank wird die Dresdner Bank übernehmen, die im Rahmen der Kapitalerhöhung der Conergy im Dezember 2008 rund 155 Millionen Aktien gezeichnet hatte und zu den wichtigsten Gläubigern des kriselnden Solarunternehmens zählt.


Burkhard Holder, Vorstand für International Business Development bei der Solar-Fabrik AG, hat sein Amt „mit sofortiger Wirkung“ nieder gelegt. Holder hatte den Posten seit über sechs Jahren inne.


Eine Tochter des chinesischen Solarkonzern Yingli Green Energy hat einen Kredit im Umfang von 80 Millionen Dollar erhalten. Wie der Solarkonzern aus Baoding mitteilte, verlangt die ADM Capital dafür von der Yingli Energy (China) Company Ltd jährlich zwölf Prozent Zinsen. Die Mittel will Yingli für den geplanten Ausbau der Produktionskapazitäten verwenden.


Einen Rückgang des EBIT auf 31 Millionen Euro erwartet die Sulzemooser Phoenix Solar AG in 2009. Die Prognose für 2008 lag bei rund 33 Millionen Euro. Der Umsatz solle 2009 auf rund 520 Millionen Euro wachsen, hieß es. Für 2008 hatte das Photovoltaik-Systemhaus 380 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Wie es weiter hieß, will Phoenix den Umsatz bis 2013 auf 1,5 Milliarden Euro steigern, das EBIT auf 100 Millionen Euro. Den Auslandsanteil am Umsatz soll von prognostizierten 35 Prozent in 2009 auf über 65 Prozent klettern.


Die Münchener Wacker Chemie AG meldete kräftiges Wachstum bei Umsatz und Ertrag im Geschäftsjahr 2008. Nach vorläufigen Zahlen kletterten die Erlöse demnach um 14 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro (2007: 3,78 Milliarden Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich auf 1,05 Milliarden Euro (2007: 1,00 Milliarden Euro). Für das Gesamtjahr 2008 ergibt sich mit 24,5 Prozent allerdings eine geringere EBITDA-Marge als 2007 (26,5 Prozent). Die Investitionen von Wacker im Geschäftsjahr 2008 erreichten nach den vorläufigen Zahlen rund 1,1 Milliarden Euro (2007: 699,3 Millionen Euro).


Mit einem Kredit der China Construction Bank in Höhe von 117 Millionen Dollar hat die chinesische Solarwaferproduzentin ReneSola die Finanzierung ihrer neuen Siliziumproduktion zu 90 Prozent gesichert. Die Kreditkonditionen wurden nicht bekannt gegeben. Die Produktion in dem neuen Werk soll bis Ende September auf 3.000 Tonnen steigen.


Die Bonner Solarparc AG will ihren Aktionären auch für 2008 eine Dividende in Höhe von 0,20 Euro je Aktie ausschütten. Vor dem Hintergrund des positiven Geschäftsverlaufes 2008 sei dies möglich, berichtete das Unternehmen. Solarparc betreibt laut der Meldung aktuell eigene Windparks mit 56,7 MW Leistung. Zudem betreue der Konzern eigene und fremde Solarkapazitäten mit 44,3 Megawatt peak (MWp) Leistung.


Einen Rahmenvertrag über bis zu 15 MWp verbuchte der Hamburger Solarprojektierer Colexon Energy AG. Die tnp Mitteldeutsche Fonds Beteiligungs GmbH (tnp MFB), eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der tnp Mitteldeutsche Anlagen Leasing AG (tnp AG), hat nach Angaben von Colexon schlüsselfertige Solaranlagen im Wert von mindestens 40 Millionen Euro bestellt.


Die kanadische Siliziumproduzentin Timminco Ltd hat 25 Millionen Dollar aus einer Aktienemission an Großinvestoren eingenommen. Laut einer Meldung des Unternehmens wurden 7,04 Millionen Aktien zu einem Preis von 3,55 Dollar je Aktie ausgegeben. Allein die Mehrheitseignerin AMG Advanced Metallurgical Group N.V. habe 3,55 Millionen Aktien übernommen. Mit den Einnahmen will Timminco sich für das schwerere wirtschaftliche Umfeld wappnen.


Das Cuxhavener Solarunternehmen Solar² AG hat außerordentliche Abschreibungen in Höhe von zirka 800.000 Euro aus der drohenden Insolvenz ihrer 59-prozentigen Tochter Solar Energie Technik GmbH zu verkraften. Das bilanzielle Eigenkapital der Solar² sei damit fast gänzlich aufgezehrt, hieß es.


Der Projektierer von solarthermischen Kraftwerken, Solar Millennium AG, hat die selbst gesteckten Ziele für sein Geschäftsjahr 2007/08 nicht erreicht. Wie das Unternehmen aus Erlangen berichtete, lag der Konzern-Umsatz zum Bilanzstichtag 31. Oktober 2008 mit etwa 32 Millionen Euro nur leicht über dem Vorjahresniveau von 31,1 Millionen Euro. Geplant waren Erlöse in Höhe von 80 Millionen Euro. Den Jahresüberschuss gibt das Unternehmen mit 6 Millionen Euro an, die Prognose lag bei 18 Millionen Euro (Vorjahr: 11,9 Millionen Euro). Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug laut der Meldung rund 8 Millionen Euro. Hintergrund sei die Verschiebung von Anteilsverkäufen in das laufende Geschäftsjahr.
In 2009 soll das EBIT laut der Meldung auf 30 Millionen Euro steigen, zuzüglich eines Sondereffekts aus den Verschiebungen aus 2008 in Höhe von zirka 12 Millionen Euro. Der Umsatz soll auf 150 Millionen Euro springen, plus 48 Millionen Euro Sondereffekt.



Bioenergieaktien

Der Bielefelder Biogasanlagenhersteller Biogas Nord AG steht offenbar kurz vor der Übernahme. Wie das Unternehmen bekannt gab, haben die Ludan Environmental Technologies Ltd. aus Israel und die polnische Biopower S.A. ihm gemeinsam ein verzinsliches Darlehen in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro gewährt. Darüber hinaus hätten sie sich „zu weiteren Maßnahmen verpflichtet“, die zu einem „maßgeblichen Einfluss“ auf die Biogas Nord AG führen könnten.


Die Verbio Vereinigte BioEnergie AG hat 25 Prozent der Geschäftsanteile der Neckermann Renewables Wittenberg GmbH erworben. Verbio verfügt damit eigenen Angaben zufolge über Zugang zur Ölmühle in Wittenberg, mit einer Produktionskapazität von 200.000 Tonnen Rapsöl pro Jahr.



Andere Aktien

Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft New Value AG hat sich mit zwei Millionen Schweizer Franken (CHF) an einer Kapitalerhöhung der Solar Industries AG beteiligt. Ziel von Solar Industries ist der Aufbau von Produktionsstätten für Silizium (Italsilicon), Solarzellen (Solarcell) und Solarmodule für den italienischen und gesamteuropäischen Markt. Weitere 2,2 Millionen CHF investierte New Value in Aktien der Spezialistin für Tiergesundheit und –ernährung Bogar AG. Das Unternehmen wolle die bestehenden Vertriebsstrukturen ausbauen und die Entwicklung neuer Produkte vorantreiben, hieß es. Um eine Million CHF stockte New Value den Anteil bei der Silentsoft SA auf. Silentsoft entwickelt Technologien und Services für den Betrieb von Fernüberwachungsnetzwerken.


Die Kölner Recycling-Spezialistin Interseroh SE wird das Geschäftsjahr 2008 voraussichtlich unter den Erwartungen abschließen. Wie das Unternehmen bekannt gab, wurden Umsatz und Ergebnis durch den „überraschend stark ausgefallenen Preisverfall in der Stahl- und Metallbranche sowie auf den Papier- und Kunststoffmärkten“ beeinträchtigt. Das Ergebnis vor Steuern werde dennoch deutlich positiv ausfallen, hieß es.


Die Centrotec Sustainable AG verbuchte im Geschäftsjahr 2008 Umsatzerlöse von zirka 476 Millionen Euro. Laut dem Unternehmen aus Brilon erreicht das EBIT die prognostizierte Bandbreite von 32 bis 34 Millionen Euro. Auch der prognostizierte Gewinn pro Aktie (EPS) von 1,10 Euro werde voraussichtlich erreicht. Für 2009 rechnet Centrotec mit einem schwächeren Geschäft. Man erwarte Umsatzerlöse von 455 bis 480 Millionen Euro und ein EBIT zwischen 27 und 32 Millionen Euro. Das EPS werde bei 0,85 bis 1,10 Euro liegen.


Ein Umsatzsprung um 56 Prozent auf 197 Millionen Dollar meldete der US-amerikanische Biokaffeeröster Green Mountain Coffee Roasters für das 1. Quartal seines Geschäftsjahres. Der Nettogewinn sprang demnach um 400 Prozent auf 14,4 Millionen Dollar oder 0,56 Dollar je Aktie. Das Unternehmen aus Waterbury im Bundesstaat Vermont erhöhte die Prognose für das Gesamtjahr: Der Überschuss soll 1,65 bis 1,75 Dollar je Aktie erreichen statt der im November in Aussicht gestellten 1,58 bis 1,68 Dollar je Aktie. Der Umsatz werde um 43 bis 48 Prozent ansteigen statt wie bisher angenommen um 40 bis 45 Prozent.


Die Telematikspezialist init innovation in traffic systems AG wird rund 400 Fahrzeuge des Verkehrsbetriebs der Stadt Rotterdam in ein init-Betriebsleitsystem einbinden. Das Projekt habe ein Volumen von mehreren Millionen Euro, meldete das Unternehmen aus Karlsruhe.


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Bildhinweis: Firmensitz von Suntech; Biogasanlagen der wpd AG. / Quelle jeweils: Unternehmen
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