14.12.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Suzlon plant vollständige Übernahme von REpower – Meyer Burger Technology AG und 3S Industries AG wollen fusionieren – Scan Energy A/S sagt Börsengang ab

Der deutsche Leitindex DAX ist in der vergangenen Woche um 1,05 Prozent gefallen auf 5.709 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones verbesserte sich leicht auf 10.406 Punkte (plus 0,38 Prozent). Um 1,15 Prozent sank der japanische Nikkei, er stand zuletzt bei 9.863 Punkten. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent Crude Oil ist deutlich gefallen, mit 71,64 US-Dollar lag er um 6,92 Dollar oder 8,8 Prozent unter dem Wert zum Ende der Vorwoche. Auch Kupfer hat sich verbilligt, eine Tonne der Qualität „Copper Grade A“ kostete Ende der Woche 6.871 Dollar (minus 2,2 Prozent). Der Euro büßte gegenüber dem Dollar 1,6 Prozent an Wert ein auf 1,462 Dollar.

Immer mehr Menschen wollen ihr Geld ökologisch anlegen. Das bestätigt eine repräsentative Umfrage, die die Frankfurter DZ Bank bei TNS Infratest in Auftrag gegeben hat. Bei der Umfrage im Vorfeld der Kopenhagener Weltklimakonferenz unter deutschen Privatanlegern zeigten sich demnach 55 Prozent der Befragten interessiert, ihr Geld in Ökoinvestments anzulegen. Über ein Viertel der Privatanleger habe sogar in diesen Bereich bereits investiert.


Windaktien

Die REpower Systems AG aus Hamburg liefert 70 Megawatt-Windturbinen des Typs REpower MM92 mit einer Gesamtleistung von 143,5 Megawatt (MW) an die amerikanische enXco, eine Tochter der französischen EDF Energies Nouvelles. Der Vertrag steht unter aufschiebenden Bedingungen, als Liefertermin vereinbarten die Unternehmen Mitte 2011.
Insgesamt 15 Turbinen vom Typ MM82 soll die REpower-Tochter REpower UK für die E.ON-Tochter E.ON Climate and Renewables im Nordosten Englands errichten. Wie REpower meldete, sollen die Anlagen bis Ende 2010 in Betrieb gehen und gemeinsam 30,75 MW Leistung erzeugen. Zum finanziellen Volumen der Geschäfte machte REpower keine Angaben.
Wie es weiter hieß, hat das Unternehmen den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Per Hornung Pedersen mindestens bis zum 31. März 2012 verlängert. Gleichzeitig wurden die Verträge mit den Vorstandsmitgliedern Matthias Schubert sowie Lars Rytter Kristensen verlängert.  
Mit 91 Prozent der REpower-Anteile ist der indische Windanlagenproduzent Suzlon Hauptaktionär von REpower. Wie das Düsseldorfer Handelsblatt unter Berufung auf das Umfeld der beiden Unternehmen meldete, plant Suzlon die vollständige Übernahme von REpower. Die freien Aktien seien rund 100 Millionen Euro wert.

Der Windkraftprojektierer Lake Turkana Wind Power's (LTWP) aus Kenia hat beim dänischen Weltmarktführer Vestas Wind Systems A/S Windkraftanlagen mit einer Gesamtkapazität von 300 MW bestellt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters will LTWP 430 Millionen Euro in ein Windenergieprojekt im Nordwesten des Landes investieren. Der Windpark soll im Juni 2011 mit der Stromproduktion beginnen.

Unter der früheren Führung ist es beim französischen Windkraftprojektierer Theolia zu gravierenden Fehlern bei den Finanzinformationen gekommen. Darauf wies das Unternehmen aus aus Aix-en-Provence in einer Pflichtmitteilung hin. Demnach hat die Überprüfung durch die Aufsichtsbehörden ergeben, dass 2006 und 2007 in mehreren Fällen falsche Angaben über Einnahmen aus Projekten und dem Verkauf der Umweltsparte gemacht wurden.

Nach verschiedenen Investitionen in große Solarparks hat der kalifornische Energieversorger Pacific Gas and Electric Company (PG&E) bei der spanischen Iberdrola Renewables seinen ersten Windpark in Auftrag gegeben. Laut US-Medienberichten soll das 250 MW-Projekt im kalifornischen Tehachapi insgesamt 900 Millionen Dollar kosten.


Solaraktien

Die beiden schweizerischen Solarunternehmen Meyer Burger Technology AG und 3S Industries AG wollen sich bis zum 21. Januar 2010 zusammenschließen. Im Rahmen der Fusion sei geplant, dass die 3S Aktionäre für je 11,2 Namenaktien eine Namenaktie der Meyer Burger Technology AG erhalten. Über die Fusion entscheiden die Anteilseigener im Rahmen von außerordentlichen Generalversammlungen der Unternehmen am 14. Januar 2010.
Durch den Zusammenschluss würde den Angaben zufolge ein Unternehmen mit einem pro forma Umsatz 2008 von rund 557 Millionen Schweizer Franken (CHF) entstehen. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) 2008 würde bei 99 Millionen CHF liegen.

Der Kraftwerksbauer Solar Millennium AG hat für das Geschäftsjahr 2008/2009 das beste Ergebnis seit Gründung des Unternehmens gemeldet. Der Konzern-Umsatz lag demnach bei rund 201 Millionen Euro (Vorjahr: Euro 32,0 Millionen). Das Konzernergebnis (EBIT) gibt die Gesellschaft mit rund 43 Millionen Euro an (Vorjahr: 11,3 Millionen Euro). Thomas Mayer, Finanzvorstand der Solar Millennium, kündigte für das laufende Geschäftsjahr 2008/09 ein Wachstum von über 50 Prozent bei Umsatz und Ergebnis an.

Innerhalb von nur sechs Monaten will der börsennotierte Hersteller von Wechselrichtern für Solaranlagen, SMA Solar Technology AG (SMA), seine Kapazität um bis zu 100 Prozent steigern. Wie das TecDAX-Unternehmen aus Niestetal bei Kassel berichtete, sollen die Fertigungskapazitäten durch Interimslösungen schrittweise von fünf auf rund neun bis zehn Gigawatt ausgebaut werden. Die Interimslösungen sollen Übergangskonstruktionen bleiben und mittelfristig durch eine Standorterweiterung ersetzt werden. Das Unternehmen will von 2010 bis 2012 jährlich rund 80 bis 120 Millionen Euro für alle Baumaßnahmen investieren.

Einen Solarpark mit 80 MW Leistung baut das Solarunternehmen First Solar in Sarnia im kanadischen Bundesstaat Ontario. Auftrageber ist das kanadische Energieunternehmen Enbridge. Die Projektkosten betragen den Angaben zufolge 300 Millionen Kanadische Dollar. Das Vorhaben soll in der zweiten Jahreshälfte 2010 fertig gestellt werden.

Neue Aufträge im Gesamtvolumen von mehr als 15 Millionen Euro verbuchte der Ausrüster für die Solarbranche Manz Automation AG. Damit summiert sich der Auftragsbestand nach seinen Angaben auf derzeit 65,3 Millionen Euro. Wie er mitteilte, erhielt der Reutlinger Maschinenbauer die größten Bestellungen von chinesischen Solarzellen-Herstellern. Die Auslieferung werde innerhalb des ersten Halbjahrs 2010 erfolgen.

Die chinesische Suntech Power hat mit drei europäischen Kunden Langfristverträge über die Lieferung von Solarmodulen abgeschlossen. Wie das Unternehmen aus Wuxi bekannt gab, erreichen die bestellten Module eine Gesamtleistung von 490 MW. Davon sollen 115 MW im kommenden Jahr ausgeliefert werden, 155 MW in 2011 und 220 MW in 2012. Über die Identität der Kunden schwieg sich der Solarkonzern aus.

Für zwei Solarparks in Tschechien hat der Oldenburger Solarmodulhersteller aleo solar AG rund 10.000 Module geliefert. Beide Freiflächenkraftwerke verfügen nach seiner Darstellung über eine maximale Leistung von jeweils einem MW. Der Netzanschluss erfolge noch in diesem Jahr.

Wie mitgeteilt wird, hat der aleo-Partner EkoSolar, s.r.o. 4.500 Solarmodule in Velká nad Veli?kou in Südmähren installiert. aleo solar ist seit Jahresbeginn mit einem eigenen Vertrieb in dem Land vertreten. "Tschechien bietet den Betreibern von Solarstromanlagen äußerst attraktive Rahmenbedingungen", sagte Norbert Schlesiger, Gesamtvertriebsleiter der aleo solar. "Wir erwarten auch im kommenden Jahr einen starken Zubau, da die Einspeisevergütung um lediglich fünf Prozent abgesenkt wurde."

Für das kommende Jahr hat der bayrische Systemanbieter von Solar-Anlagen Payom Solar AG Solarmodule mit über 50 MW Leistung bei der Yingli Green Energy Holding Company bestellt. Laut  Vorstand Jörg Truelsen ist mit der Lieferung durch den chinesischen Solarkonzern die Versorgung mit Modulen für das kommende Geschäftsjahr gesichert.

Die Solarunternehmen Q-Cells and LDK Solar haben ihren Streit um einen Liefervertrag für Solarwafer beigelegt. Wie Q-Cells meldete, wird der Liefervertrag bis 2018 fortgeführt. Man habe alle Unstimmigkeiten über die Auslegung des Vertrages beigelegt und verzichte wechselseitig auf sämtliche juristische Ansprüche. Q-Cells werde die bereits eingeleitete Ziehung der Bankgarantie nicht weiter verfolgen. Gemeinsame Geschäftsaktivitäten in anderen Bereichen seien nicht von den Verhandlungen beeinflusst worden. Für die gesamte restliche Vertragslaufzeit gelten den Angaben zufolge flexible Preise. Die Partner wollen ferner auf dem Gebiet der Zell- und Modulprozessierung kooperieren. Im Auftrag von LDK Solar wird Q-Cells demnach Zellen prozessieren; LDK Solar werde für Q-Cells Solarmodule herstellen.

Jiangsu Linyang Solarfun, Tochtergesellschaft des chinesischen Solarunternehmens Solarfun Power Holdings, hat einen Großauftrag aus dem Heimatmarkt erhalten. Wie die Muttergesellschaft aus Shanghai mitteilte, soll die Tochter in der Provinz Gansu einen Solarpark mit 100 MW Leistung errichten. Zudem solle in der Nähe der Stadt eine Fabrik zur Fertigung von Solarmodulen entstehen.

Die Hamburger Conergy AG baut einen 1,1 MW-Solarpark im Südosten des US-Bundesstaates Pennsylvania. Auftraggeber des Projekts "Ingram's Mill Farm" ist laut Conergy der Wasserversorger Aqua Pennsylvania. Das Kraftwerk soll noch vor Jahresende ans Netz gehen.

Um Schulden ihrer Tochtergesellschaft Becancour Silicon zu begleichen, will die kanadische Siliziumproduzentin Timminco 900.000 Aktien herausgeben. Wie das Unternehmen aus Toronto bekannt gab, entspricht dies 0,6 Prozent des gegenwärtigen Aktienkapitals. Die im Bundesstaat Quebec ansässige Tochter sei mit rund 1,1 Millionen US-Dollar bei einem Zulieferer verschuldet.


Bioenergieaktien

Die Bielefelder Biogas Nord AG gibt Wandelanleihen heraus. Für Aktionäre gilt ein Bezugsrecht im Verhältnis 2:1. Die Wandelanleihe wird mit zwei Prozent verzinst und hat einen Nennbetrag sowie einen Wandlungspreis von jeweils 1,10 Euro. Insgesamt begibt das Unternehmen bis zu 1,28 Millionen Teilschuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 1,41 Millionen Euro. Die Bezugsfrist endet am 22. Dezember 2009.

Der bisherige Finanzvorstand Jörg Jacob ist neuer Vorstandsvorsitzender (CEO) des Biodieselherstellers EOP Biodiesel AG. Wie das Unternehmen aus Pritzwalk in Brandenburg mitteilte, ist der bisherige CEO Dr. Heinz-Dieter Sluma aus dem Unternehmen ausgeschieden.


Andere Aktien

Das dänische Erneuerbare-Energie-Unternehmen Scan Energy A/S hat den geplanten Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse abgesagt. Es verwies zur Begründung auf das aktuell negative Umfeld am Kapitalmarkt und die Zurückhaltung von Investoren im deutschen Markt für Börseneinführungen. Man wolle nun andere Optionen prüfen, um seine Geschäftspläne umzusetzen, so Scan Energy. Karsten Olsen, Vorstandsvorsitzender von Scan Energy, sagte: „Wir hätten unser Wachstum durch den Börsengang gerne beschleunigt, aber wir werden jetzt andere Optionen verfolgen.“

Die Schweizer Precious Woods Holding AG hat Wandelanleihen im Wert von insgesamt 17 Millionen CHF als Privatplatzierung ausgegeben. Die Schuldscheine haben eine Laufzeit von fünf Jahren und eine Verzinsung von 6,25 Prozent. Nachdem es Ende November eine Verständigung mit Banken auf die mittelfristige Finanzierung der Geschäftsaktivitäten im Bereich Tropenholz erreicht hatte, verfügt das Unternehmen jetzt wieder über eine finanzielle Perspektive.

Die AGO AG Energie + Anlagen aus Kulmbach hat einen Mehrheitsanteil von 75 Prozent an dem Erfurter Hersteller von Formstücken und Bauelementen Fittings GmbH Formstücke + Anlagen übernommen. Über den Kaufpreis vereinbarten die Geschäftspartner Stillschweigen.
Wie AGO weiter berichtete, wurde ein Vertreter der südafrikanischen Tochter AGO Energy (PTY) Ltd. in den Rat der Industrie- und Handelskammer von Kapstadt gewählt.

Den Eingang von Aufträgen im Gesamtwert von 8,5 Millionen Dollar gab die US-amerikanische Luftreinigungsspezialistin Ceco Environmental bekannt. Laut dem Unternehmen aus Cincinnati stammen die Aufträge von acht Unternehmen aus verschiedenen Branchen, unter anderem aus der Energie-, Tabak- und Chemieindustrie. Nach Angaben von Phillip DeZwirek, Chairman und Chief Executive Officer (CEO) von Ceco, sind damit in den letzten Monaten Aufträge im Gesamtwert von über 30 Millionen Dollar eingegangen.

Die US-Brennstoffzellenspezialistin FuelCell Energy Inc. verzeichnet im Geschäftsjahr 2008/09 einen Umsatz von 88 Millionen (Vorjahr: 100,7 Millionen Dollar). Der Nettoverlust wurde aufgrund geringerer Produktionskosten verringert, von 96,6 Millionen Dollar oder 1,41 Dollar je Aktie auf 72,5 Millionen Dollar oder 1,00 Dollar je Aktie. Der Auftragsbestand lag mit 90,7 Millionen Dollar um 3,1 Millionen Dollar über dem zum Ende des Vorjahres.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der Opens external link in new windowUmweltBank.

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Bilder: "Innentrennsäge" der Meyer-Burger Technologie AG, Mitarbeiter der Biogas Nord AG / Quelle: Unternehmen
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