07.09.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Theolia verringert Halbjahresverlust – schwache Geschäftszahlen von Meyer Burger – Tropenholzspezialistin Precious Woods meldet Gewinneinbruch

Der DAX ist in der vergangenen Woche um 2,4 Prozent auf 5.384 Punkte gefallen. Der US-amerikanische Dow Jones verlor ein Prozent auf 9.441 Punkte. Der japanische Nikkei fiel um 2,5 Prozent auf 10.187 Punkte. Der Ölpreis ist abgestürzt: ein Barrel der Sorte Brent Crude Oil kostete zum Wochenschluss mit 66,50 US-Dollar über neun Prozent weniger als Ende der Vorwoche. Der Kupferpreis sank um 3,5 Prozent auf 6.266 Dollar je Tonne der Qualität „Copper Grade A“. Der Euro stagnierte bei 1,43 Dollar.

Windaktien

Das französische Windkraftunternehmen Theolia SA hat laut seinen endgültigen Halbjahreszahlen den Nettoverlust von über 26 Millionen Euro auf 14,1 Millionen Euro verringert. Das Betriebsergebnis fiel mit knapp zwei Millionen Euro positiv aus, nach einem Betriebsverlust in Höhe von 14,6 Millionen Euro im 1. Halbjahr 2008. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 89 Prozent auf knapp 105 Millionen Euro.

Solaraktien

Aufträge zum Bau von Photovoltaikanlagen im Volumen von drei Megawatt (MW) meldet die Merkendorfer Payom Solar AG. Laut dem Unternehmen wurde zum einen ein Vertrag zum Bau einer 1,5-MW-Freiflächenanlage in Bayern abgeschlossen. Der Auftrag habe einen Wert von rund vier Millionen Euro. Im Bereich Aufdachanlagen seien zudem Aufträge mit einem Volumen von insgesamt 1,5 MW unterzeichnet werden.

Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Sunline AG ist eröffnet worden. Laut dem Solarunternehmen aus Fürth wurde der Nürnberger Rechtsanwalt Dr. Stefan Oppermann zum Insolvenzverwalter bestellt. Um die nun anstehenden Verhandlungen mit Investoren über eine Sanierung nicht zu behindern, hat der Sunline-Vorstand nach eigenen Angaben den Antrag auf Eigenverwaltung zurückgenommen.

Die KGAL (KG Allgemeine Leasing GmbH & Co.) aus Grünwald bei München übernimmt weitere Solarkraftwerke vom Düsseldorfer Solarunternehmen systaic AG. Laut systaic verfügen die Anlagen über eine Gesamtleistung von 32 Megawatt peak (MWp). Das von der KGAL zu übernehmende Portfolio umfasse Anlagen auf Sardinien und in Spanien. Das Gesamtvolumen beziffern die Düsseldorfer mit über 150 Millionen Euro.

In Nordendorf bei Augsburg soll der Stuttgarter Solarprojektierer Sinosol AG für einen institutionellen Investor aus Indien einen Solarpark mit 7,4 MW Leistung realisieren. Die Anlage in Nordendorf sei das Pilotprojekt für weitere gemeinsame Vorhaben mit dem indischen Investor, der den Aufbau eines internationalen PV-Portfolios von 200 MWp bis Ende 2010 plane, so Sinosol. Beide Parteien hätten sich auf die Übernahme eines Kraftwerk-Portfolios in Europa im Umfang von 65 MWp verständigt. Die Vereinbarung umfasse sowohl noch im Jahr 2009 fertig zu stellende PV-Kraftwerke als auch Anlagen, die im Jahr 2010 durch die Sinosol-Gruppe errichtet werden.

Der Niestetaler Wechselrichterhersteller SMA Solar Technology AG (SMA) hat die Technologieplattform der niederländischen OKE-Services (OKE) im Bereich der Modul-Wechselrichter erworben. Die SMA plant, in den kommenden Jahren diese Technologie weiterzuentwickeln, um eine eigene Produktfamilie von Modul-Wechselrichtern auf den Markt zu bringen. Damit würde das Produktportfolio im Bereich kleiner Leistungen ausgebaut. Über die exakte Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Darüber hinaus wurde mit dem Inhaber von OKE, Hendrik Oldenkamp, ein Beratervertrag mit einer Laufzeit bis September 2012 geschlossen.

Der Schweizer Solarzulieferer Meyer Burger hat im ersten Halbjahr beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) 46 Prozent eingebüßt. Das EBIT sank von 19,7 auf 13,2 Millionen Schweizer Franken (CHF). Der Nettoumsatz erhöhte sich um 11 Prozent auf 213 Millionen CHF. Die Gesellschaft schließt den Berichtszeitraum dank eines höheren Nettofinanzergebnisses mit einem Anstieg des Konzernergebnisses um vier Prozent auf 12,1 Millionen CHF ab. Das Eigenkapital belief sich auf 138,9 Millionen CHF. Die Eigenkapitalquote betrug 37,2 Prozent. Meyer Burger geht davon aus, im Gesamtjahr 2009 „solide“ Resultate erzielen zu können.

Die Erlanger Spezialistin für solarthermische Kraftwerke, Solar Millennium AG, führt ihre Technologie- und Kraftwerksbautöchter zusammen. Wie sie bekannt gab, wird die Flagsol GmbH, Köln, als Tochtergesellschaft in die MAN Solar Millennium GmbH, Essen, eingebracht. Mit diesem Schritt erhöhe Solar Millennium ihre Anteile an MAN Solar Millennium durch Sacheinlage von 50 auf 74,9 Prozent. 25,1 Prozent an MAN Solar Millennium verbleiben demnach im Besitz von MAN Ferrostaal. Innerhalb der nächsten sechs Monate sollen MAN Solar Millennium und Flagsol dann zu einem neuen Unternehmen verschmolzen werden. Dieses werde nach der Verschmelzung unter dem Namen Flagsol GmbH mit Hauptsitz in Köln firmieren, hieß es. Die Neustrukturierung und Zusammenlegung von Flagsol und MAN Solar Millennium stehe derzeit noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamtes. Solar Millennium erhofft sich nach eigenen Angaben von dem Zusammenschluss Synergieeffekte und Kostenersparnisse.

Der US-Solarmodulproduzent First Solar wird künftig von Robert. J. Gillette geführt. Gillette hatte zuvor Führungspositionen bei den US-Konzernen Honeywell und General Electric inne. Er folgt als Chief Executive Officer (CEO) auf Mike Ahearn und beginnt seine Arbeit ab Oktober. Ahearn bleibt Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Die Anleihe des norwegischen Solarkonzerns Renewable Energy Corporation (REC) ist auf starkes Interesse gestoßen. Das Unternehmen hatte die Ausgabe von Papieren im Gesamtvolumen von einer Milliarde Norwegische Kronen (rund 116 Millionen Euro) angestrebt. Wie es mitteilte, war die Anleihe mit Laufzeit bis September 2014 schnell überzeichnet. REC habe die Ausgabe beendet, nachdem Papiere im Wert von 1,25 Milliarden Norwegische Kronen abgenommen worden waren. Der Solarkonzern will die Einnahmen für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden.

Die NU Energy aus dem australischen Victoria hat bei der chinesischen China Sunergy Solarmodule im Umfang von zehn MW bestellt. Die Auslieferung werde bis Anfang 2010 abgeschlossen, gab das Unternehmen aus Nanjing bekannt. China Sunergy hoffe auf Nachfolgeaufträge der Australier. Weiter teilten die Chinesen mit, dass ihr Zulieferer REC SiTech AS sich auf Nachverhandlungen über die verabredeten Lieferungen von Solaringots und –wafer einlässt. Sie hatten mit der Tochter des norwegischen Solarkonzerns REC im Juni 2008 einen Liefervertrag mit Laufzeit bis 2015 abgeschlossen. Nach dem seither erfolgten massiven Preisverfall für den Rohstoff Silizium seien in der Branche bereits viele Verträge neu verhandelt worden, so China Sunergy. Man sie zuversichtlich, eine „für beide Parteien vorteilhafte Einigung“ zu erzielen.

In der chinesischen Stadt Suqian will die einheimische LDK Solar bis 2015 Solarprojekte mit einer Gesamtleistung von 300 MW umsetzen. Es seien sowohl Freiflächen-Projekte als auch Solaranlagen auf Häuserdächern geplant. Der Start könne erst erfolgen, wenn die erforderlichen Genehmigungen der zuständigen Provinzbehörden vorliegen.

Bereits vor Jahren hat der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy die Entsorgung von Restmüll aus der Waferproduktion zum Teil ausgelagert. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde jetzt die Vereinbarung darüber mit der SiC Processing ausgeweitet. Beide Gesellschaften sind in Baoding ansässig. SiC Processing will seine jährlichen Kapazitäten demnach bis zum 3. Quartal 2010 auf 30.000 Tonnen verdoppeln. Man habe vereinbart, dass sie bis 2020 die gesamte Entsorgung des Restmülls aus der Waferproduktion von Yingli übernimmt. Die wiederum verspricht sich von der Auslagerung Kosteneinsparungen.

Der chinesische Solarzellenhersteller Solarfun Power Holdings Co. Ltd. bekommt frisches Geld. Die Shanghai Bank gewährt dem Tochterunternehmen Jiangsu Linyang Solarfun Co. Ltd. eine Kreditlinie von 400 Millionen Renminbi beziehungsweise 58,5 Millionen US-Dollar. Das Darlehen solle vor allem dem weiteren Unternehmenswachstum und der Unterstützung von Kunden bei der Finanzierung von Solarprojekten dienen, teilte das Unternehmen mit.

Bioenergieaktien

Die EnviTec Biogas AG aus Lohne hat ihre erste Biogasanlage in Italien in Betrieb genommen. Die Anlage in Volta Mantovana bei Verona mit einer elektrischen Anschlussleistung von einem MW wurde an die Betreibergesellschaft Volta Energia übergeben. Das Gesamtinvestitionsvolumen beziffert EnviTec mit rund vier Millionen Euro.


Andere Aktien

Das Betriebsergebnis der Züricher Tropenholzspezialistin Precious Woods Holding AG ist im ersten Halbjahr 2009 von 4,7 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf minus 3,7 Millionen Dollar eingebrochen. Der Reinverlust betrug den Angaben zufolge 4,8 Millionen Dollar. Die Umsatzerlöse sanken um 29 Prozent auf 44,8 Millionen Dollar. In Holland und besonders in Brasilien seien die Verkäufe und die operativen Ergebnisse unbefriedigend ausgefallen, erklärte Precious Woods. Aufgrund der Entwicklung des Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) im Halbjahr seien „einzelne Kreditbedingungen nicht erfüllt worden“. Man sein mit den wichtigsten Banken über die Refinanzierung von Darlehen im „konstruktiven Gespräch“. Ferner strebt das Forstunternehmen den Angaben zufolge die Emission einer Wandelanleihe bis zu einem Betrag von nominal 20 Millionen Schweizer Franken auf dem Kapitalmarkt an. Dafür werde man abwarten, bis die Kapitalmärkte sich zusätzlich stabilisiert hätten, so die Schweizer. Den Umsatzrückgang führt Precious Woods insbesondere darauf zurück, dass die globale Nachfrage nach Holzprodukten unter der Wirtschaftskrise stark gelitten habe. Dies treffe in besonderem Maße für den Tropenholzmarkt zu, der zirka fünf Prozent der weltweiten Holzproduktion und -konsumation ausmache. Precious Woods rechnet im dritten und vierten Quartal 2009 nicht mit einer substantiellen Erholung der Tropenholz-Nachfrage auf den europäischen Märkten, aber auch keinen weiteren Einbrüchen. Das Züricher Unternehmen gab vor dem Hintergrund der schwierigen Marktlage keine Prognose für das laufenden Geschäftsjahr und 2010.
Das kanadische Geothermie-Unternehmen Magma Energy baut sein Standbein auf Island aus. Wie die erst Anfang 2008 gegründete Gesellschaft aus Vancouver bekannt gab, vereinbarte sie mit Reykjavik Energy und weiteren Anteilseignern die Übernahme von 32,3 Prozent an der HS Orka hf. Erst im Juli hatte Magma Vereinbarungen abgeschlossen, die ihr eine Beteiligung von 10,8 Prozent der Anteile an dem isländischen Geothermie-Unternehmen sichern plus einer Option auf weitere fünf Prozent. Die nun gemeldete Übernahme weiterer Anteile soll bis Ende des Monats abgeschlossen werden und würde für Magma eine Beteiligung von insgesamt über 48 Prozent bedeuten. Nach Angaben der Kanadier entrichten sie für die Übernahme umgerechnet 29,5 Millionen Dollar. Magma Energy will nach eigenen Angaben langfristig auf die HS Orka setzen. Die Beteiligung eröffne ihr den Zugriff auf den isländischen Markt mit seinem großen Erdwärme-Potential und Arbeitskräften mit umfassenden Erfahrungen im Bereich der Geothermie.

Die Karlsruher Telematikspezialistin init innovation in traffic systems stattet 800 Busse in Dubai mit Bordrechnern aus. Auftraggeber ist die Roads and Transport Authority (RTA) des Emirates. An sie hatte init bereits 1.300 Systeme geliefert. Der Auftrag, der neben der Installation und Integration der Bordrechner in das Leitsystem auch die Wartung der Technik umfasst, hat ein Volumen im einstelligen Millionenbereich.

Einen Gewinnsprung um 72 Prozent auf 1,8 Millionen Euro hat das Agrarunternehmen KTG Agrar AG im erste Halbjahr erzielt. Die Gesamtleistung aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen und sonstigen betrieblichen Erlösen stieg um 28 Prozent auf 26,3 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 11,07 Millionen Euro nach 8,74 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBIT legte um 57,6 Prozent auf 3,8 Millionen Euro zu.

Die Gesamtleistung der Ascheberger Daldrup & Söhne AG ist im ersten Halbjahr um rund 42 Prozent auf 18,6 Millionen Euro gewachsen. 83 Prozent der Gesamtleistung hat die Spezialistin für Bohrtechnik dabei im Geschäftsbereich Geothermie erbracht. Die umsatzwirksamen Erlöse sanken dagegen von 21 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 4,61 Millionen Euro. Die laufenden Großprojekte der Tiefengeothermie seien durch mehrmonatige, über den Berichtszeitraum hinausgehende Laufzeiten gekennzeichnet, führte das Unternehmen an. Sie würden erst nach Projektabschluss und größtenteils im zweiten Halbjahr umsatz- und ertragswirksam. Wie Daldrup weiter mitteilte, stieg das EBITDA von 3,1 Millionen auf 3,8 Millionen Euro.
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Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der Opens external link in new windowUmweltBank.

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Bildhinweis: Solarmodul made in China. / Quelle: Suntech

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