Skandinavischer Windpark mit Anlagen von Nordex. / Quelle: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Übernahmeangebot für Windkraftprojektierer Theolia – Rekordauftrag für Phoenix Solar AG – CropEnergies AG schafft Gewinnsprung

Der DAX legte im Verlauf der vergangenen Woche um 5,2 Prozent auf 8.213 Punkte zu. Der US-amerikanische Dow Jones Index kletterte um 2,2 Prozent auf 15.464 Punkte. Um 1,4 Prozent ist der japanische Nikkei auf 14.506 Punkte gestiegen. Der chinesische Hang Seng Index in Hong Kong verbesserte sich um zwei Prozent auf 21.277 Punkte. Um 1,3 Prozent verteuerte sich das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ auf 109 Euro. Eine Tonne der Qualität „Copper Grade A“ verbilligte sich um 2,8 Prozent auf 6.955 Dollar. Der Euro gewann 1,9 Prozent auf 1, 307 Dollar hinzu.

Windaktien

Der Hamburger Windradhersteller Nordex hat einen weiteren Großauftrag aus Schweden erhalten. Auftraggeber ist der einheimische Windkraft-Projektentwickler O2. Für den Windpark „Bösjövarden“ in Mittelschweden nahe der Stadt Mora orderte er bei Nordex 24 Windräder, die 2014 geliefert werden und zusammen 72 Megawatt (MW) Leistungskapazität erreichen sollen. Zuvor hatte O2 bei den Hamburgern bereits Anlagen für die Windfarm „Maevaara“ in Nordschweden in Auftrag gegeben.

Die PNE Wind AG aus Cuxhaven hat ihre Beteiligung an der WKN AG auf nunmehr rund 82,75 Prozent erhöht. Sie kaufte der Siemens Project Ventures GmbH 29,33 Prozent der Anteile auf Windpark-Entwicklung spezialisierten Gesellschaft mit Sitz in Husum ab. Kurz zuvor hatte die PNE Wind AG rund 53,42 Prozent der WKN-Anteile von der Volker Friedrichsen Beteiligungs-GmbH übernommen. Zum Ende der Woche trennet sich die PNE Wind AG von insgesamt 1.052.491 eigenen Aktien. Sie wurden außerbörslich für rund 2,75 Millionen Euro an die Close Brothers Seydler Bank AG zur Platzierung an institutionelle Investoren verkauft.

Für den französischen Windkraftprojektierer Theolia liegt ein Übernahmeangebot vor. Wie das Unternehmen aus Aix en Provence mitteilte, stammt dieses von der mit dem australischen Finanzkonzern Macquarie verbundenen MEIFA4 Holdings SAS. Die sei auf Investments in europäische Infrastrukturprojekte spezialisiert und setze dabei auch auf erneuerbare Energien. Das Überangebot liegt bei 1,70 Euro je Aktie. An der Euronext in Paris notierte der Anteilsschein im ersten Halbjahr zwischen 1,1 Euro und 1,5 Euro. Ferner will MEIFA4 auch alle ausstehenden Anleihen des Windkraftprojektierers aufkaufen. Die Führung von Theolia unterstützt das Übernahmeangebot. MEIFA4 will mindestens zwei Drittel der Anteile an Theolia erlangen und benötigt noch die Zustimmung der Kartellbehörden.

Solaraktien

Die aleo solar AG rutscht immer tiefer in die Verlustzone. Nach vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2013 ist der Halbjahresverlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 29,4 Millionen Euro angewachsen. Noch deutlicher fiel der Umsatzeinbruch aus. Der Halbjahreserlös von aleo solar brach von 166,4 Millionen auf 68,3 Millionen Euro ein. Der endgültige Halbjahresbericht soll am 13. August 2013 veröffentlicht werden. Seitdem der Mischkonzern Bosch seinen Ausstieg aus der Photovoltaik beschlossen hatte, sucht aleo solar  einen Nachfolge-Investor für die Mehrheitsbeteiligung der Muttergesellschaft. Bosch hat die Finanzierung des Solartechnikherstellers bis März 2014 befristet.

Die Gläubiger der beiden Anleihen der SolarWorld AG haben auf Versammlungen jeweils einen gemeinsamen Vertreter und damit Ansprechpartner für den Solarkonzern bestimmt. Im August sollen die Gläubigerversammlungen der beiden Anleihen dann über das vom Vorstand vorgeschlagene Restrukturierungskonzept abstimmen. Das war auf den Gläubigerversammlungen in dieser Woche nicht möglich, weil jeweils weniger als die erforderliche Mindestpräsenz von 50 Prozent des ausstehenden Anleihekapitals vertreten waren. Ferner informierte SolarWorld ihre Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über den aktuellen Stand der Sanierung des Unternehmens. Auf einer weiteren außerordentlichen Hauptversammlung am  7. August 2013 sollen die Aktionäre dann das Rettungskonzept des Vorstands absegnen, das unter anderem einen harten Kapitalschnitt vorsieht. Unterdessen wurde bekannt, dass die US-Tochter von SolarWorld zum August Am Standort Hillsboro im Bundesstaat Oregon jeden siebten Beschäftigten entlassen muss. Dort wird die Produktion von Solaringots und -wafern heruntergefahren.

Einen Geschäftserfolg in den USA hat die Solarsystemspezialistin Phoenix Solar AG gemeldet. Über die dort tätige Tochtergesellschaft erhielt das Unternehmen aus Sulzemoos bei München den bislang größten Auftrag in der 14-jährigen Unternehmensgeschichte. Auf einer ehemaligen Baumwollplantage im US-Bundesstaat Georgia soll Phoenix Solar die Simon Solar Farm umsetzen. Das Projekt soll voll ausgebaut auf 38,6 Megawatt (MW) Leistungskapazität kommen. Auftraggeber ist die Silicon Ranch Corporation. Phoenix Solar ist als sogenannter EPC-Generalunternehmer für die Planung, Beschaffung und Errichtung des Solarkraftwerks verantwortlich und soll langfristig auch die Wartungs- und Betriebsdienstleistungen für den Park erbringen. Ein für 20 Jahre geltender Stromabnahmevertrag mit dem Versorger Gorgia Power liegt nach Unternehmensangaben bereits vor.

Kurz nach dem Insolvenzantrag der Conergy AG hat der vorläufige Insolvenzverwalter sein Mandat übernommen. Dr. Sven-Holger Undritz von der Sozietät White & Case will nach eigener Aussagen den Geschäftsbetrieb möglichst in allen Bereichen unverändert fortführen, die Arbeitsplätze sichern sowie die Kunden- und Lieferantenbeziehungen weiterhin aufrecht erhalten. Der Geschäftsbetrieb des Mutterkonzerns Conergy AG und der Tochtergesellschaft Mounting Systems GmbH werde zunächst unverändert weitergeführt. In Conergys Modulfertigung in Frankfurt (Oder) ruht die Produktion derzeit vorübergehend. Doch auch dort will der vorläufige Insolvenzverwalter die Maschinen „schnellstmöglich“ wieder hochfahren, um die gut gefüllten Auftragsbücher der brandenburgischen Conergy Tochtergesellschaft abzuarbeiten. Conergys ausländische Tochtergesellschaften sind von der Antragstellung des Mutterkonzerns zur Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens derzeit nicht betroffen.

Bildhinweis: Photovoltaikprojekt der Spanien-Tochter von Conergy. / Quelle: Unternehmen

Im US-Bundesstaat North Carolina haben die Bauarbeiten für eine Freiflächensolaranlage begonnen, die mit Photovoltaikmodulen des chinesisch-kanadischen Herstellers Canadian Solar Inc. ausgerüstet werden sollen. Das gab der Solarkonzern mit Hauptsitz in Guelph in der Provinz Ontario bekannt. Demnach hat der Generalunternehmer Argand Energy Solutions aus Charlotte in North Carolina rund 7.700 Module geordert. Der Solarpark in Louisburg soll eine Kapazität 2,3 MW erreichen.

Kurz vor dem Abschluss stehen drei weitere Photovoltaikprojekte in North Carolina, bei denen ebenfalls Technik von Canadian Solar verbaut wird. Die drei Projekte mit den Namen Lenoir 1, Lenoir 2 und Wilson 1 kommen Canadian Solar zufolge zusammen auf 18 MW Leistungskapazität aus rund 40.600 Solarmodulen des Konzerns.

Die chinesisch-amerikanische Siliziumproduzentin Hoku Corporation hat Gläubigerschutz beantragt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Honolulu auf Hawaii, gehört aber mehrheitlich zur chinesischen Tianwei New Energy Holdings, die wiederum eine Tochtergesellschaft des Mammutkonzerns China South Industries Group Corporation (CSGC) ist. Seit 2004 ist Hoku, zu der neben der Siliziumsparte Hoku Materials auch der Projektierer Hoku Solar gehört, in den USA börsennotiert. Vor allem durch den kostspieligen Bau einer Siliziumfabrik in Pocatello im Bundesstaat Idaho ist Hoku in finanzielle Bedrängnis geraten. Wie dem Antrag von Hoku auf Gläubigerschutz zu entnehmen ist, hat das Unternehmen eine Schuldenlast von etwa einer Milliarde Dollar angehäuft. Zu den Gläubigern zählen Unternehmen, die für Hoku das Siliziumwerk gebaut haben, aber auch die Muttergesellschaft Tianwei.

Die chinesische Trina Solar aus Changzhou stattet ein Photovoltaikprojekt in Großbritannien mit Modulen aus. Wie der weltweit drittgrößte Solarhersteller der Welt bekannt gab, wurden sie bereits an die Kundin ausgeliefert, den Projektierer Ikaros Solar NV. Dieser habe sie für ein Solarkraftwerk in Abingdon bestellt. Die Anlage auf der Goose Willow Farm werde rund 100 Kilometer westlich von London errichtet und sei auf eine Kapazität von sieben MW angelegt.

Solarmodule für eine Reihe von Photovoltaikprojekten in Japan hat die einheimischen Silicon Bank Co., Ltd. bei der chinesischen ReneSola geordert. Laut dem Unternehmen mit Sitz in Shanghai hat dieser Auftrag eine Gesamtkapazität von zwölf MW. Die bestellten Module würden bereits im August und September ausgeliefert. Laut Xianshou Li, Chief Executive Officer (CEO) des chinesischen Solarherstellers, hat ReneSola Aussicht auf weitere Aufträge von Silicon Bank mit einer Gesamtkapazität von 20 MW. Japan solle nach Europa und den USA der größte Absatzmarkt seines Unternehmens werden.

In Südafrika setzt der deutsche Projektentwickler Soventix aus Duisburg eine Aufdach-Solaranlage in Johannesburg um. Dabei setzt er auf Module des chinesischen Solarkonzerns JinkoSolar. Das teilte das Unternehmen aus Shanghai mit. Demnach haben die dort eingesetzten Solarmodule eine Kapazität von 304 kW.

Ascent Solar Technologies will ein Gemeinschaftsunternehmen in China gründen, um dort Dünnschicht-Solarmodule zu fertigen. Das gab das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Colorado bekannt. Demnach hat Ascent Solar dafür mit der Stadtführung von Suqian in der chinesischen Provinz Jiangsu eine Vereinbarung unterschrieben. An dem Gemeinschaftsunternehmen sollen die Amerikaner die Mehrheitsbeteiligung halten.

Bioenergieaktien

Eine verbesserte Bilanz für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2013/2014 hat die Biokraftstoffspezialistin CropEnergies AG vorgelegt. Das Unternehmen aus Mannheim steigerte das EBIT auf Jahressicht um fünf Prozent auf 15,6 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte CorpEnergies noch 14,9 Millionen Euro EBIT erzielt. Zugleich stieg der Quartalsumsatz gemessen am Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 186 Millionen Euro. Außerdem konnte der Ethanolhersteller die Nettoschulden mehr als halbieren. Sie sanken auf 54,4 Millionen Euro nach 124,6 Millionen Euro zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.
Diese Verbesserungen erklärt das Unternehmen mit bislang gut ausgelasteten Produktionskapazitäten sowie mit höheren Verkaufspreisen für Bioethanol und für eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel. Zudem sei auch der Bioethanol-Absatz gestiegen.

Andere Aktien

Die Geothermie-Spezialistin Ormat Technologies Inc. setzt jetzt auch auf Photovoltaik. Das Unternehmen aus Reno im US-Bundesstaat Nevada lässt nun nach eigenen Angaben auf dem Gelände eines Geothermie-Kraftwerks östlich von San Diego ein Solarstromkraftwerk mit 10,8 MW Leistungskapazität errichten. Die Solarmodule für die Anlage im Imperial Valley wurde bei dem chinesischen Hersteller ET Solar aus Nanking bestellt. Für den Solarstrom, den die Anlage nach ihrer Fertigstellung produzieren soll, hat Ormat bereits einen über 20 Jahre laufenden Abnahmevertrag mit einem ortsansässigen Versorger geschlossen.

Eine rückläufige vorläufige Bilanz für die erste Hälfte des laufenden Jahres hat der bayrische Küchenausrüster Rational AG vorgelegt. Trotz eines leichten Umsatzanstiegs verzeichnet das Unternehmen aus Landsberg mit 50,5 Millionen Euro um sechs Prozent weniger EBIT als in den ersten sechs Monaten 2012. Das erklärt das Unternehmen vor allem mit Währungseffekten. Der Umsatz des ersten Halbjahres stieg der nicht testierten Bilanz zufolge um drei Prozent auf 210,8 Millionen Euro.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer "Aktien: Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

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