Windkraftprojekt mit Anlagen von Gamesa. / Quelle: Unternehmen

06.05.13

Wochenrückblick Umweltaktien: KW18

Der DAX hat in der vergangenen Woche 3,9 Prozent zugelegt und mit 8.123 Punkten ein neues Rekordniveau erreicht. Auch der US-amerikanische Dow Jones Index kletterte auf neue Höhen; er stieg um 1,8 Prozent auf 14.974 Punkte. Der japanische Nikkei sprang 1,7 Prozent auf 13.694 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index in Hongkong verbesserte sich um 0,6 Prozent auf 22.690 Punkte. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verteuerte sich um ein Prozent auf 104 Euro. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ stieg um 3,6 Prozent auf 7.304 Dollar. Der Euro gewann 0,6 Prozent auf 1,312 Dollar hinzu.

Windaktien

Dem spanischen Windkraftkonzern Gamesa ist im 1. Quartal 2013 die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen. Zwar ist der Umsatz des Unternehmens aus dem Baskenland gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 491 Millionen Euro geschrumpft. Dennoch gelang es ihm dank starker Einsparungen, wieder profitabel zu wirtschaften. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 22 Millionen Euro, nachdem im 1. Quartal 2012 noch ein EBIT-Verlust in Höhe von 14 Millionen Euro angefallen war.

Solaraktien

Einen drastischen Umsatz- und Gewinneinbruch hat dagegen die Bonner SolarWorld AG im Geschäftsjahr 2012 erlitten. Das geht aus vorläufigen, ungeprüften Zahlen hervor, die das Unternehmen nun bekannt machte. Demnach fiel mehr als doppelt so viel Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) an als noch 2011. Nach 243,9 Millionen Euro EBIT-Defizit in 2011 waren es nun 492,9 Millionen Euro Verlust vor Steuern und Zinsen. Der Umsatz lag mit 606 Millionen Euro um 42 Prozent unter dem des Vorjahres. 2011 hatte SolarWorld noch 1,04 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Stark rückläufig waren auch die flüssigen Mittel von SolarWorld. Im Vorjahr hatte SolarWorld noch 553,3 Millionen Euro liquide Mittel zur Verfügung. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 waren es noch 224,1 Millionen Euro.
SolarWorld will sich mit einem Schuldenschnitt wieder Luft verschaffen. Der Solarkonzern teilte mit, dass er mit einem Großteil der Schuldscheingläubiger „ein gemeinsames Verständnis über die wirtschaftlichen Eckpunkte  eines Konzepts zur Restrukturierung  ihrer Finanzverbindlichkeiten erzielt“ habe. Die Gläubiger der beiden Anleihen (ISIN XS0478864225 und ISIN XS0641270045) von SolarWorld sollen auf 40 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Zum Ausgleich sollen sie Aktien bekommen.
Geplant ist ferner, dass die Aktionäre des Unternehmens auf der anstehenden außerordentlichen Hauptversammlung der SolarWorld AG einer Kapitalherabsetzung um rund 95 Prozent zustimmen. Diese will der Solarkonzern mit einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage verbinden. Mit einem solchen Schritt können Aktiengesellschaften ihr Grundkapital erhöhen.

Im 1.Quartal 2013 hat der Münchner Solarzulieferer Wacker Chemie AG deutlich weniger Gewinn als im Vorjahreszeitraum erzielt. Konkret sank der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) für die Zeit von Januar bis März von 83,9 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2011 auf 32,2 Millionen Euro. Der Umsatz sank um zehn Prozent auf 1,07 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2013 geht die Konzernspitze weiter davon aus, dass die Geschäfte weniger profitabel laufen als noch 2012. Während der Konzernumsatz mit 4,6 Milliarden Euro Vorjahresniveau erreichen soll, werde der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) unter der Vorjahresmarke von 787 Millionen Euro bleiben, so die hauseigene Prognose.

Die Conergy AG hat einen Schlussstrich unter die Vergangenheit gezogen und mit ehemaligen Vorstandsmitgliedern sowie mit dem D&O-Versicherer AIG Europe Limited, Direktion für Deutschland, eine Vergleichsvereinbarung geschlossen. Wie der Hamburger Solarkonzern mitteilt, soll ihm nun eine Vergleichszahlung in Höhe von 6,315 Millionen Euro zufließen. Die Auseinandersetzung über mögliche Schadensersatzansprüche sei damit beendet, sofern die nächste Hauptversammlung der Conergy AG dem erzielten Vergleich zustimme. Er betrifft neben den ehemaligen Vorständen Albert Edelmann, Nikolaus Krane, Christian Langen, Heiko Piossek und Dr. Edmund Stassen auch den Firmengründer und früheren Vorstandsvorsitzenden Hans-Martin Rüter.

Wie die Centrosolar Group AG aus München bekannt gab, ist die für den 2. Mai 2013 geplante Gläubigerversammlung nicht beschlussfähig gewesen. Es hätten sich nur Gläubiger angemeldet, die für 28 Prozent der ausstehenden Schuldverschreibungen (ISIN: DE000A1E85T1) stehen. Die für die Beschlussfähigkeit erforderliche Anwesenheit von 50 Prozent der ausstehenden Schuldverschreibungen sei damit verfehlt worden. In dieser Gläubigerversammlung sollte ein Beschluss über den Umtausch der Schuldverschreibung 2011/2016 in ein Recht zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft gefasst werden. Dies ist ein wesentlicher Baustein des Sanierungskonzepts von Centrosolar. Nun will das Unternehmen für den 21. Mai 2013 erneut einer Gläubigerversammlung einladen. Bei diesem abermaligen Versuch ist für die Beschlussfähigkeit eine Anwesenheit von nur mehr 25 Prozent der ausstehenden Schuldverschreibungen erforderlich.

Die centrotherm photovoltaics aus Blaubeuren meldete den Verkauf Tochtergesellschaft GP Solar an die Isra Vision AG. Als Kaufpreis wurde ein Festpreis in Höhe von rund 50 Prozent des prognostizierten GP Solar Umsatzes für 2013 vereinbart, verbunden mit einer stückzahlorientierte Komponente. GP Solar und ihre Tochter GP Inspect rechnen im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz von über drei Millionen Euro. Mit dem Verkauf erreiche centrotherm kurz vor Aufhebung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Ulm die angestrebte Struktur für einen Neustart, hieß es dazu.

Der Solarhersteller Canadian Solar hat im 1. Quartal mehr Komponenten ausgeliefert als bisher angenommen. Wie das Unternehmen mit Hauptsitz in der kanadischen Provinz Ontario bekannt gab, wurden Solarprodukte mit einer Gesamtkapazität von 335 bis 345 Megawatt (MW) ausgeliefert. Bisher hatte es mit maximal 310 MW gerechnet. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen, das vor allem in China produziert, 343 MW ausgeliefert. Canadian Solar erhöhte auch die Prognose für die Marge im 1. Quartal, von acht bis 10 Prozent auf neun bis zehn Prozent.

Der kalifornische Solarkonzern SunPower hat im 1. Quartal den Nettoverlust deutlich verringert, von 74,5 Millionen Dollar oder 67 Dollarcent je Aktie auf nun 54,7 Millionen Dollar oder 46 Dollarcent je Aktie. Ohne Einmaleffekte wäre ein Nettogewinn von 22 Dollarcent je Aktie angefallen. Der Quartalsumsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 494,1 Millionen auf 635,4 Millionen Dollar.

Der Solarzulieferer STR Holdings aus Enfield im US-Bundesstaat Connecticut verharrt in der Verlustzone. Das Unternehmen verzeichnete im 1. Quartal einen Nettoverlust in Höhe von 4,2 Millionen Dollar oder zehn Dollarcent je Aktie. Im 1. Quartal 2012 hatte der Nettoverlust mit 82,1 Millionen Dollar oder 2,00 Dollar je Aktie aber deutlich höher gelegen. Der Umsatz des Unternehmens lag im 1. Quartal 2013 mit 11,2 Millionen Dollar um 64 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Der US-amerikanische Solarausrüster GT Advanced Technologies hat im 1. Quartal erneut rote Zahlen geschrieben. Wie das Unternehmen aus Nashua in New Hampshire mitteilte, betrug der Nettoverlust 18,7 Millionen Dollar. Im Vorquartal war ein Minus von knapp 160 Millionen Dollar angefallen. Im Vorjahreszeitraum hatte GT noch 79,1 Millionen Dollar Gewinn gemacht. Der Umsatz des Solarausrüsters sank auf 57,8 Millionen Dollar zusammengeschrumpft, wovon 38 Millionen Dollar auf das Siliziumgeschäft entfielen und über vier Millionen Dollar auf übrige Solarprodukte. Im Vorjahreszeitraum waren noch 353,9 Millionen Dollar erlöst worden.

Der kriselnde Solarkonzern Suntech Power Holdings hat vorläufige Zahlen für das 4. Quartal und das Geschäftsjahr 2012 veröffentlicht. Demnach hat das Unternehmen mit Hauptsitz im chinesischen Wuxi zwar wie angestrebt im vergangenen Jahr Solarprodukte im Umfang von 1,8 Gigawatt (GW) ausgeliefert. Aufgrund des Preisverfalls bei Solarkomponenten ist es ihm aber erneut nicht gelungen, profitabel zu wirtschaften. Der Jahresumsatz brach von 3,147 Milliarden Dollar in 2011 auf 1,625 Milliarden Dollar ein. Die Marge im Gesamtjahr beziffert Suntech mit minus 1,4 Prozent, was auf einen abermaligen Verlust schließen lässt. Im Vorjahr hatte der Solarkonzern einen Nettoverlust in Höhe von 633 Millionen Dollar verbucht, obwohl mehr als zwei GW ausgeliefert worden waren. Im 4. Quartal belief sich der Umsatz von Suntech auf 358 Millionen Dollar bei einer positiven Marge von 0,4 Prozent. Wie Suntech mitteilt, ist noch offen, wann der Solarkonzern die offizielle Bilanz für 2012 vorlegen kann.

Bioenergieaktien

Die EnviTec Biogas AG aus Lohne hat nach den nun veröffentlichten Zahlen in 2012 einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet. Wie die Spezialistin für Biogasanlagen bekannt gab, schrumpfte der Umsatz im Vergleich zu 2011 von 243,9 Millionen auf 190,5 Millionen Euro. Das Unternehmen verwies bei der Präsentation der Bilanz darauf, dass die des gesamten deutschen Biogasmarktes im Jahr 2012 um rund 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen ist. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank von 10,8 Millionen Euro auf 1,3 Millionen Euro und der Konzernjahresüberschuss von 7,5 Millionen auf 1,2 Millionen Euro.

Bildhinweis: Aufbau einer Biogasanlage. / Quelle: Fotolia

Andere Aktien

Die Tropenholzspezialistin Precious Woods AG aus Zug in der Schweiz hat bei ihren Konsolidierungsbemühungen einen Rückschlag erlitten. Denn im Jahr 2012 hat das Forstwirtschaftsunternehmen deutlich weniger Umsatz und deutlich mehr Verlust vor Steuern und Zinsen (EBIT) erwirtschaftet. Das geht aus dem aktuellen Geschäftsbericht von Precious Woods hervor. Darin weist das Unternehmen mit 43,8 Millionen Dollar rund 36,3 Prozent weniger Umsatz aus als noch 2011. Zugleich kletterte der EBIT-Verlust um 56 Prozent auf 13,2 Millionen Dollar. Zudem ging das Eigenkapital von 71,8 Millionen auf 53,5 Millionen Dollar zurück.

Die auf Brennstoffzellen-Technologie spezialisierte Ballard Power Systems hat im 1. Quartal einen Umsatzsprung erreicht. Die Erlöse des Unternehmens aus dem kanadischen Vancouver lagen mit 12,3 Millionen Dollar um 22 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraumes. Dennoch fiel abermals ein Nettoverlust an. Er lag mit 7,9 Millionen Dollar um acht Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel ebenfalls negativ aus. Hier verringerte sich der Fehlbetrag gegenüber dem 1. Quartal 2012 um 27 Prozent auf 4,6 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet Ballard Power mit einem Umsatzplus von 30 Prozent; das EBITDA wollen die Kanadier um 50 Prozent verbessern.

Asian Bamboo AG aus Hamburg hat eine miserable Bilanz für das Geschäftsjahr 2012 vorgelegt. Dies erklärte die Bambusspezialistin, die Plantagen in China betreibt, mit einer Reihe von Faktoren. Dazu zählten unter anderem „ungünstige Wetterverhältnisse und Problemen bei der Rekrutierung einer ausreichenden Anzahl von landwirtschaftlichen Arbeitskräften“ sowie ein insgesamt schwaches gesamtwirtschaftliches Umfeld im Hauptabsatzmarkt China. Konkret ist der Umsatz von Asian Bamboo in 2012 gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf 72,9 Millionen Euro geschrumpft. Nach einem Konzernjahresüberschuss in Höhe von 16,2 Millionen Euro in 2012 fiel im nun abgelaufenen Geschäftsjahr ein Konzernjahresfehlbetrag von 19,8 Millionen Euro an. Asian Bamboo rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem erneuten Umsatzrückgang auf nur noch 50 Millionen Euro und einen Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von rund 13 Millionen Euro.  

Die auf Bio-Lebensmittel spezialisierte Hain Celestial Group hat ihren Umsatz im 3. Quartal um über 21 Prozent auf 456,1 Millionen Dollar gesteigert. Der Nettogewinn des Unternehmens aus Lake Success aus dem US-Bundesstaat New York sprang um knapp 69 Prozent auf 40,7 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet Hain Celestial mit einem Umsatzsprung auf 1,727 bis 1,734 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahr wäre dies ein Plus von 26 Prozent. Der Gewinn je Aktie wird dem Unternehmen zufolge um etwa ein Drittel auf 2,43 bis 2,47 Dollar je Aktie anwachsen.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer "Aktien: Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

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