20.07.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vertriebserfolg für Vestas in China – Q-Cells SE meldet massiven Gewinneinbruch – CropEnergies AG rutscht in Verlustzone – schwache Geschäftszahlen von Tomra Systems

In der vergangenen Woche hat der deutsche Leitindex DAX kräftig zugelegt, er stieg um 8,8 Prozent auf 4.978 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones verbesserte sich um 7,3 Prozent auf 8.744 Punkte. Der japanische Nikkei fiel dagegen um 6,5 Prozent auf 9.395 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent Crude Oil ist um 7,1 Prozent auf 65,10 Dollar gestiegen. Der Kupferpreis kletterte um 8 Prozent auf 5.318,50 Dollar je Tonne der Qualität „Copper Grade A“. Der Euro verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 1,41 Dollar.

Windaktien

Die REpower Systems AG soll 30 Windkraftanlagen mit je fünf Megawatt (MW) Leistung für den Meeres-Windpark Ormonde in der irischen See liefern. Auftraggeber ist der Energiekonzern Vattenfall, dessen Tochter Ormonde Energy Limited das Projekt an der englischen Nordwestküste umsetzt. Die Lieferung der Windräder ist für Anfang 2011 terminiert.

Weniger als ein Viertel der ursprünglich anvisierten 45,3 Millionen Euro konnte die PNE Wind AG durch eine Kapitalerhöhung und die Ausgabe einer Wandelanleihe als Erlös erzielen. Wie das Unternehmen aus Cuxhaven mitteilte, flossen ihm etwas mehr als zehn Millionen Euro als Emissionserlös zu. Von den angebotenen 4,1 Millionen Aktien bezogen Altaktionäre und ausgewählte Investoren 3,25 Millionen Stück zu einem Bezugspreis von 1,90 Euro. Die Wandelanleihe über insgesamt 37,5 Millionen Euro wurde lediglich zu 3,85 Millionen Euro gezeichnet. Das Grundkapital erhöhte sich so auf rund 44,52 Millionen Euro. Die zugeflossenen Mittel sollen Unternehmensangaben zufolge für die Finanzierung weiteren Wachstums verwendet werden.

Zwei neue Aufträge mit insgesamt 75 Megawatt aus China hat die dänische Vestas Wind Systems A/S verbucht. Der dänische Windturbinenbauer soll sieben Windräder mit je 1,8 MW und sechs Windräder mit zwei MW an ein Projekt in der Provinz Shandong liefern. Für einen weiteren Windpark in der Provinz Guandong wurden 25 Windräder mit je zwei MW Leistung bestellt. Bei dem Auftraggeber handele es sich um einen Großkunden, der nicht genannt werden wolle, so Vestas.

Drei Windparkprojekte mit einer Kapazität von 32 MW hat die französische Theolia SA an die deutsche Energiequelle GmbH verkauft. Laut dem Unternehmen aus Aix-en-Provence handelt es sich um den Windpark Baudignecourt, der sich noch in der Konstruktion befinde, und die beiden genehmigten Parks Charmois und Chermisey. Die Parks liegen alle im Nordosten Frankreichs. Theolia will insgesamt Windparkprojekte mit einer Kapazität von 200 MW verkaufen.

Solaraktien

Die Thalheimer Q-Cells SE hat nach vorläufigen Zahlen im 2. Quartal einen Umsatzeinbruch erlitten. Er sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 225 Millionen auf 142 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) des Solarkonzerns verschlechterte sich von 15 Millionen Euro auf negative 62 Millionen Euro. Die für die Monate April bis Juni erhoffte Markterholung habe sich nicht eingestellt, so das Unternehmen. Zudem sei ein Großprojekt ins dritte Quartal verschoben worden. Zum Stichtag 30. Juni 2009 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und kurzfristig verfügbare Kreditlinien in Höhe von 520 Millionen Euro. Der Vorstand von Q-Cells kassierte die bisherigen Jahresprognosen für Umsatz und Produktion. Eine neue Prognose legte er nicht vor. Er kündigte ein umfangreiches Maßnahmenpaket an, mit dem er auf den Ergebniseinbruch reagieren werde. Details hierzu sollen bei der Hauptversammlung am 13. August vorgestellt werden.

Mit einem Halbjahresumsatz von 118 Millionen Euro hat die aleo solar nach vorläufigen Zahlen den Vorjahreswert von 159,4 Millionen Euro deutlich verfehlt. Im 2. Quartal wurde der Umsatz jedoch um 185 Prozent auf 87,5 Millionen Euro gesteigert. Das Solarunternehmen aus Oldenburg und Prenzlau interpretiert dies als Anzeichen für eine “Trendwende” nach der Wirtschaftskrise. Die Nachfrage für ihre Produkte sei ungebrochen hoch.

Das Solarunternehmen systaic AG aus Düsseldorf hat nach vorläufigen Halbjahreszahlen den Konzernumsatz um 73 Prozent auf 121 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT stieg von drei auf vier Millionen Euro. Die Bilanzsumme sank seit dem Jahreswechsel von 226 Millionen Euro auf 150 Millionen Euro zum 30. Juni 2009. Dazu trug wesentlich die Reduzierung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 164 Millionen Euro bei. Das Eigenkapital stieg seit Jahresbeginn von 51 auf 66 Millionen Euro. Das Unternehmen profitiert nach eigenen Angaben von gesunkenen Modulpreisen und kürzeren Genehmigungsverfahren für ihre gebäudeintegrierten Solardächern bei Gewächshäusern, da hier keine Umwidmung von Agrarland notwendig sei. Für das Gesamtjahr rechnet systaic mit einem Umsatz von 300 Millionen Euro und einem analog dazu wachsenden operativen Ergebnis.

Die Colexon Energy AG hat in Brandenburg das  nach ihren Angaben weltgrößte Aufdach-Solarkraftwerk aus First Solar Dünnschichtmodulen eingeweiht. Die Anlage in Haßleben habe eine Leistung von 4,64 Megawatt. Die belegte Modulfläche entspreche einer Größe von mehr als zehn Fußballfeldern. Eine Erweiterung der Anlage durch Colexon um ca. 1,2 Megawatt sei bereits vereinbart.

Das Berliner Solarunternehmen Solon SE hat mit dem größten norwegischen Energieversorger Statkraft AS einen Rahmenvertrag zum Bau von Photovoltaikkraftwerken abgeschlossen. Die Solarkraftwerke im Gesamtumfang von 40 MW sollen in Spanien errichtet werden. Zugleich erhielt Solon die Exklusivrechte für das Spanien-Engagement von Statkraft im Bereich von Photovoltaikkraftwerken. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit bis zum Ende der Projektrealisierung im Jahr 2011. Statkraft ist nach Unternehmensangaben der europaweit größte Produzent Erneuerbarer Energie. Der Konzern baut und betreibt Wasser-, Wind-, Gas- und Fernwärmekraftwerke.

Die Solar Millenium AG hat jeweils 25 Prozent ihrer Anteile an den Solarthermiekraftwerken Andasol 1 und 2 in Spanien an die einheimische ACS/Cobra-Gruppe verkauft. Das ursprünglich anvisierte Fondskonzept wird nach ihren Angaben somit nicht weiter verfolgt. Dem Unternehmen aus Erlangen fließen aus dem Verkauf im laufenden Jahr Sondereffekte von zwölf Millionen Euro beim Ergebnis zu. Über die Details des Kaufvertrags wurde Stillschweigen vereinbart. Die durch den Verkauf verbesserte Liquidität will das Unternehmen unter anderem für neue Kraftwerksprojekte in Spanien, den USA und anderen Ländern nutzen.

Durch eine Obligationenanleihe will die Edisun Power Europe AG 30 Millionen Schweizer Franken (19,81 Millionen Euro) einnehmen. Wie das Schweizer Unternehmen mitteilt, hat die Anleihe eine Laufzeit von fünf Jahren und eine Verzinsung von 4,25 Prozent. Sie wird zu einem Ausgabepreis von 100 Prozent angeboten. Die Zeichnungsfrist endet am 31. August. Edisun plant, die Mittel zur Finanzierung weiterer Solarstromprojekte in Europa einzusetzen.

Die chinesische Waferproduzentin LDK Solar hat 70 Prozent der Aktien der Solar Green Technology S.p.A. aus Mailand übernommen. Wie das Unternehmen aus Yinyu City mitteilt, soll Solar Green LDK in den Bereichen Projektgelegenheiten, technischer Support und Realisierung von schlüsselfertigen Photovoltaikanlagen unterstützen. Solar Green sei auf die Projektierung von Solarparks spezialisiert.

Die chinesische ReneSola Ltd. hofft auf ein 500-Megawatt-Photovoltaik-Projekt in der Provinz Jiangsu. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde mit der Verwaltung der Stadt Yancheng unterzeichnet. Ein weiteres 5-Megawatt-Projekt wurde ReneSola von der Distriktregierung Panzhihua in der Provinz Sichuan in Aussicht gestellt. Beide Projekte können jedoch erst nach Machbarkeitsstudien und verschiedenen Behördengenehmigungen errichtet werden.

Mit sechs verschiedenen chinesischen Regionalregierungen hat der Solarkonzern Suntech Power Holdings strategische Vereinbarungen zur Errichtung von Solarparks abgeschlossen. Demnach plant das Unternehmen aus Wuxi Solarprojekte in einem Gesamtumfang von 1,8 Gigawatt. Beteiligt sind die Provinzregierungen von Shaanxi, Ningxia, Qinghai und Sichuan sowie die Stadtverwaltungen von Shizuishan und Panzhihua.

Neue Darlehensgeber, Anteilseigner oder sogar Käufer stehen auf der Wunschliste der Hoku Materials, einer Tochter der Hoku Scientific aus China, ganz oben. Denn die Siliziumproduzentin hat Schwierigkeiten, das erforderliche Geld für eine Produktionsstätte in Idaho zusammenzubekommen. Ihr fehlen noch 106 Millionen Dollar, um die Fabrik mit einer jährlichen Kapazität von 4000 Tonnen an polykristallinem Silizium fertigstellen zu können.
Bioenergieaktien

Die Mannheimer CropEnergies AG hat im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 ihren Umsatz um 58 Prozent auf 89 Millionen Euro gesteigert. Das operative Ergebnis verschlechterte sich von positiven 5,5 Millionen auf negative 3,2 Millionen Euro. Ausschlaggebend hierfür seien hohe Anlaufkosten für die Produktionsanlage in Belgien und gesunkene Bioethanolpreise. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen einen höheren Umsatz durch Kapazitätserweiterungen und einen höheren Preis für Bioethanol. Auch das Ergebnis werde im Jahresvergleich deutlich steigen, prognostiziert die Gesellschaft.
Weiter gab sie bekannt, dass Theo Spettmann von Eggert Vorscherau das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der CropEnergies AG übernimmt. Das habe die letzte Hauptversammlung bestimmt.

Die Gesamtleistung der Biogas Nord AG ist im Geschäftsjahr 2008 von 25,8 auf 17,7 Millionen Euro geschrumpft. Das Jahresergebnis verschlechterte sich von negativen 3,2 Millionen auf negative 8,3 Millionen Euro. Das EBIT stürzte von minus 3,7 Millionen auf minus 8,0 Millionen Euro ab. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende bei 23,3 Millionen Euro. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, kletterte der Auftragsbestand zum Juni 2009 auf 37,6 Millionen Euro. Die Biogas Nord will mit Kostenreduzierungen und strukturellen Verbesserungen seine Situation stabilisieren. Für das laufende Jahr prognostiziert sie aufgrund aktueller Vertriebserfolge “zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis.”

Andere Aktien

Die norwegische Tomra Systems ASA hat im 2. Quartal und im ersten Halbjahr weniger Umsatz und Gewinn gemacht als jeweils im Vergleichszeitraum. Wie die Herstellerin von Pfand-Rücknahmesystemen mitteilt, sank der Quartalsumsatz von 874 auf 818 Millionen Norwegischer Kronen (von 136 auf 127 Millionen Euro). Der Gewinn aus der betrieblichen Tätigkeit fiel von 122 auf 80 Norwegische Kronen (von 19 auf 12,4 Millionen Euro). Der Halbjahresumsatz verringerte sich von 1,665 Milliarden (259 Millionen Euro) auf 1,572 Milliarden Kronen (245 Millionen Euro). Der Halbjahresgewinn aus betrieblicher Tätigkeit brach von 205 auf 131 Millionen Kronen (von 32 Millionen auf 20,5 Millionen Euro) ein.

Die beiden verwandten Wasserunternehmen Christ Water Technology AG und Best Water Technology AG aus dem österreichischen Mondsee haben die Verschiebung von Geschäftsbereichen vereinbart. Demnach verkauft Christ Water seine Pharmawasser-Aktivitäten für rund 35 Millionen Euro an Best Water. Christ erhöht dadurch seine Eigenkapitalquote auf 25 Prozent. Christ will sich den Angaben zufolge auf das industrielle und kommunale Wassergeschäft konzentrieren. Der Vereinbarung müssen die Hauptversammlungen der beiden Unternehmen sowie die Kartellbehörden zustimmen. Die außerordentlichen Hauptversammlungen sind Anfang August angesetzt. Der Vollzug ist für den 30. September geplant.

Die Masterflex AG aus Gelsenkirchen hat von allen beteiligten Banken die Zustimmung zur Verlängerung der Kreditlaufzeiten bis zum 30. Juni 2010 erhalten. Sie will nach dieser laut eigener Darstellung „liquiditätssichernden Maßnahme“ den Konzernumbau forcieren. Im Fokus stünden dabei „der Ausbau des profitablen Geschäftsfeldes High-Tech-Schlauchsysteme sowie eine tragfähige und auf Langfristigkeit ausgerichtete Neuordnung der Konzernfinanzen“.

Der österreichische Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana Beteiligungs-AG hat im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 den Umsatz um 2,2 Prozent auf 506,2 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit verbesserte sich um 27,4 Prozent auf 20 Millionen Euro, das Vorsteuerergebnis stieg von 11,6 Millionen auf 21 Millionen Euro. Der Konzernperiodenüberschuss stieg von 7,4 auf 16,4 Millionen Euro. Agrana rechnet im Gesamtgeschäftsjahr mit einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau und einer deutlichen Erholung des im Vorjahr außerordentlich belasteten operativen Ergebnisses.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse“.
Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  Opens external link in new windowUmweltBank.



Bildhinweis: Solarprojekt von Edisun. / Quelle: Unternehmen

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