Windräder von Vestas drehen sich auch bei Frost und Winter. / Quelle: Unternehmen

26.01.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vertriebserfolge für Windradhersteller Vestas – Übernahmeangebot für REC Solar akzeptiert – Rekordzahlen der KTG Energie AG

Der DAX bewegte sich in der vergangenen Woche auf Rekordkurs und stieg um weitere 4,8 Prozent auf 10.650 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones Index legte 0,9 Prozent auf 17.673 Punkte zu. Der japanischen Nikkei sprang um 3,8 Prozent auf 17.512 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index legte 3,1 Prozent auf 24.850 Punkte zu. Der Ölpreis setzte seinen Sinkflug fort. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verbilligte sich um 2,7 Prozent auf 48,63 Dollar. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ sank um 4,9 Prozent auf 5.520,50 Dollar. Die Ankündigung der massiven Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Euro stark unter Druck gebracht. Er verlor 2,5 Prozent auf 1,1206 US-Dollar an Wert. So tief notierte die europäische Währung zuletzt Mitte 2003.

Windaktien

Der dänische Windturbinenbauer Vestas soll den Windpark Kingfisher im US-Bundesstaat Oklahoma mit Anlagen bestücken. Wie das Unternehmen aus Århus meldete, wurden dafür Windkraftanlagen mit einer Kapazität von 298 Megawatt (MW) bestellt. Auftraggeber sei die Investmentgesellschaft First Reserve, die sich auf Energieprojekte spezialisiert habe. Die Windfarm in Oklahoma soll noch im laufenden Jahr umgesetzt werden. Vestas wurde auch für zehn Jahre mit der Betreuung des Windparks Kingfisher beauftragt.
Ferner haben die Dänen mit dem norwegischen Energiekonzern Statkraft eine Ansichtserklärung unterzeichnet, die vorsieht, dass Vestas Windfarmen in Norwegen beliefert. Der Windradhersteller betonte jedoch in einer Erklärung, dass hierfür noch kein offizieller Auftrag vorliege. Dem Vernehmen nach plant Statkraft sechs Windkraftprojekte mit einer Gesamtkapazität von einem Gigawatt (GW) bzw. 1.000 MW. Eine Entscheidung über die Order soll bis zur Jahresmitte 2015 fallen.
Zudem schloss MHI Vestas Offshore Wind, ein Gemeinschaftsunternehmen von Vestas und der japanischen Mitsubishi, einen Vorvertrag mit der belgischen Nobelwind. Dieser sieht vor, dass das auf Offshore-Windräder spezialisierte Gemeinschaftsunternehmen ein Projekt in der Nordsee mit Anlagen ausstattet. Die Rede ist von einer Bestellung von 50 Windkraftanlagen mit einer Gesamtkapazität von 165 MW. Auch hier steht die endgültige Entscheidung laut Vestas aber noch aus.

Einen Vertriebserfolg in Indien hat der spanische Windradhersteller Gamesa Corp. Tecnologica erzielt. Zum Bau einer großen Windfarm im Bundesstaat Maharashtra soll der Konzern für das indische Energieunternehmen Orange Windkraftanlagen mit 50 MW Gesamtkapazität liefern. Gamesa werde die Anlagen errichten und danach Service und Wartung dafür übernehmen, erklärte der Windradhersteller aus Zamudio im Baskenland. Die Lieferungen seien in zwei Tranchen vereinbart worden: eine werde im März 2015 beginnen, die zweite im Juni.
Auch für einen Windpark auf der Karibikinsel Jamaika soll der spanische Hersteller die benötigten Windräder liefern. Gamesa wurde mit der Lieferung und dem Aufbau von zwölf Anlagen mit 24 MW Gesamtleistungskapazität für das Bauvorhaben Wigton III beauftragt. Diese Order stammt von Wigton Windfarm Ltd., einer Tochtergesellschaft der Petroleum Corporation of Jamaica. Der Netzanschluss ist für Februar 2016 geplant.

Aus den Gerüchten um den milliardenschweren Verkauf des Hamburger Windradherstellers Senvion SE durch seine indische Muttergesellschaft Suzlon Energy wird Realität. Der New Yorker Investmentfonds Centerbridge Partners hat eine entsprechende Kaufvereinbarung unterzeichnet. Für umgerechnet rund eine Milliarde Euro übernimmt er demnach den Windradhersteller komplett. Allerdings steht die Zustimmung der Kartellbehörden noch aus. Mit dem Abschluss der Transaktion rechnet Suzlon bis Ende 2015.

Solaraktien

Für die angestrebte Übernahme des norwegischen Photovoltaikherstellers REC Solar AS hat Bluestar Elkem Investment eine entscheidende Hürde genommen: Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten die REC-Aktionäre den Plänen zu. Damit sei der Weg frei, die Transaktion voraussichtlich bis Ende März 2015 abzuschließen, teilten die Norweger mit. Das bedeutet, dass REC Solar Teil einer chinesischen Unternehmensgruppe wird. Denn der Käufer gehört zum chinesischen Konzern Bluestar. REC-Solar-Führung hatte sich im Vorfeld für die Transaktion ausgesprochen und den Anteilseignern für die Versammlung eine entsprechende Empfehlung gegeben. Für die Übernahme will Elkem 485 Millionen Euro aufwenden.

Canadian Solar hat ein großes Photovoltaikprojekt verkauft. Nach deren Angaben übernahm eine Beteiligung des niederländischen Investmentfonds DIF Infrastructure III die im November 2014 ans Netz gebrachte Solarfarm Glenarm. Den Kaufpreis beziffert der Solarkonzern aus Ontario, der das Projekt mit eigenen Modulen bestückt hat, mit 49 Millionen US-Dollar. Der Solarpark erreicht den Angaben zufolge eine Kapazität von zehn MW. Der erzeugte Solarstrom werde von der Ontario Power Authority abgenommen. Mit ihr sei darüber ein Vertrag mit 20 Jahren Laufzeit abgeschlossen worden. Der DIF Infrastructure III hat mit Canadian Solar die Übernahme von insgesamt vier großen Solarparks vereinbart. Das Projekt Glenarm ist das erste davon, das übergeben wurde. Die Abnahme der Solarparks Illumination, Beamlight und GoldLight steht noch aus.
 
Der US-Solarkonzern SunEdison Inc. erhält eine Kapitalspritze für Photovoltaikprojekte in Großbritannien. Wie das Unternehmen aus St. Peters in Missouri mitteilte, stellen ihm die spanische Bank Santander und die Bayerische Landesbank dafür zu gleichen Teilen insgesamt 70 Millionen Britische Pfund zur Verfügung, also umgerechnet 91 Millionen Euro oder 106 Millionen US-Dollar. Laut SunEdison ist damit die Finanzierung von fünf großen Solarfarmen in Großbritannien gesichert, die der Konzern im laufenden Quartal ans Netz bringen will. Die seit vergangenem Jahr börsennotierte Tochtergesellschaft TerraForm Power soll die Anlagen betreiben, deren Gesamtkapazität SunEdison mit 85,2 MW beziffert. Die Amerikaner haben nach eigenen Angaben in Großbritannien bislang Photovoltaikprojekte mit zusammen 250 MW umgesetzt.
Durch die Einnahmen aus einer abgeschlossenen Kapitalerhöhung und neue Kreditlinien hat sich SunEdison überdies die finanzielle Grundlage geschaffen, um den geplanten Eintritt ins Windkraftgeschäft voranzubringen. Die Kapitalmaßnahmen brachten dem Solarkonzern einen dreistelligen Millionenbetrag ein. Das Kapital werde die laufende Übernahme des Bostoner Windkraftprojektierers First Wind Inc. finanzieren, hieß es dazu. Die Finanzierung steht demnach auf zwei Beinen: Zum einen hatte SunEdison Semiconductor Inc., die Hableitersparte des Konzerns, 12,9 Millionen neue Aktien auf den Markt gebracht. Diese Kapitalerhöhung habe 190 Millionen Dollar eingebracht, teilte der Konzern mit. Zum anderen werde SunEdison weitere 400 Millionen Dollar in Form von Krediten mit zweijähriger Laufzeit erhalten, so das Unternehmen weiter. Kreditgeber sei ein Konsortium von Banken, die schon jetzt zu den Geldgebern der Amerikaner gehören, erklärte der Vorstand. Besichert seien diese Kredite mit Anteilen an der eigenständig börsennotierten Kraftwerkssparte TerraForm Power, so der Vorstand weiter.

In Malaysia hat der US-Konzern First Solar eine neue Produktionslinie für Module in Betrieb genommen. Die neue Fabrik werde speziell beschichtete Solarmodule herstellen, die vorrangig für den japanischen Dachanlagenmarkt gedacht seien, so das Unternehmen mit Hauptsitz in Arizona. Die Produktionskapazität der  Anlage belaufe sich auf 100 MW. Die Eröffnung geht auf eine Übernahme aus 2013 zurück. Damals kaufte FirstSolar das Start-up Tetra Sun. Das Werk basiert auf Technologie von Tetra Sun.

Bioaktien

Nach vorläufigen Zahlen war das Geschäftsjahr 2013/2014 für die KTG Energie AG aus Hamburg das beste Jahr ihrer Unternehmensgeschichte. Wie die börsennotierte Tochter des Agrarkonzerns KTG Agrar AG bekannt gab, hat sie die Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahr um 43 Prozent auf rund 73 Millionen Euro verbessert. Der Anlagen-Umsatz sprang um 55 Prozent auf rund 65 Millionen Euro und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 50 Prozent auf rund zwölf Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) wurde um rund 59 Prozent auf rund 21 Millionen Euro verbessert. Die Führung der KTG Energie AG erwartet, dass sich das Wachstum auch im Geschäftsjahr 2014/2015 fortsetzt. Sie hat dafür die EBITDA-Prognose auf 25 Millionen Euro angehoben.

Die 2G Energy AG aus Heek im Münsterland hat im Geschäftsjahr 2014 voraussichtlich einen Rekordumsatz erzielt. Der Vorstand der Produzentin von Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlagen rechnet aufgrund der ihm vorliegenden vorläufigen Zahlen mit einem Umsatzanstieg gegenüber 2013 von 126,1 Millionen auf 165 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei von 3,2 Millionen Euro im Vorjahr auf über zehn Millionen Euro gestiegen. Damit habe die 2G die Ergebnisprognose einer EBIT-Marge von sechs bis acht Prozent erfüllt. Das Unternehmen betonte bei der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen, dass es im Geschäftsjahr 2014 zudem die Darlehensverbindlichkeiten um eine weitere Million auf 6,2 Millionen Euro abgebaut habe.
Eine detaillierte Prognose für 2015 will die Gesellschaft im April veröffentlichen. Das Neugeschäft für 2015 im Orderbuch lag nach ihren Angaben Ende 2014 bei 17,4 Millionen Euro und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 18,1 Millionen Euro. Auch beim Auftragsbestand wurde der Vorjahreswert von 46 Millionen Euro mit 42,3 Millionen Euro zum 31.12.2014 unterschritten. Doch nicht zuletzt aufgrund der steigenden Erlöse aus laufenden Serviceverträgen, die sich in 2014 auf rund 40 Millionen Euro summierten, und den Ersatzteilgeschäften geht der Vorstand auch für das laufende Geschäftsjahr 2015 von einem soliden Geschäftsverlauf aus.

Bildhinweis: KWK-Anlage der 2G. / Quelle: Unternehmen

Andere Aktien

Die finanziell schwer angeschlagene Edelholzspezialistin Teak Holz International AG (THI) erwägt den Verkauf ihrer Plantagen in Costa Rica. Damit reagiert das Unternehmen auf seine finanzielle Krise. Die Aktionäre sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Februar über die Maßnahme entscheiden. Zudem prüft das Unternehmen alternative Lösungen seiner finanziellen Misere. So stünde man „in Gesprächen mit bestehenden und potenziellen Investoren“, teilte es mit. Die THI AG hatte bei der Inventur im Dezember 2014 einen Fehlbestand an Teakbäumen auf den Plantagen in Costa Rica festgestellt und überdies gewarnt, dass offenbar das Eigenkapital den Wert des halben Grundkapitals unterschritten habe.

Heinz-Hermann Thiele, der größte Einzelaktionär der Vossloh AG, will die Mehrheit am Bahntechnikkonzern aus Werdohl übernehmen. Seine KB Holding GmbH gab bekannt, dass sie ein öffentliches Übernahmeangebot für das Unternehmen abgeben werde. Thiele ist Geschäftsführer und mittelbarer Gesellschafter der KB Holding GmbH. Diese rechnet nach eigenen Angaben mit einem Preis in der Größenordnung von 48 bis 49 Euro je Vossloh-Aktie. Das entspreche dem gewichteten Durchschnitt des Börsenkurses während der letzten drei Monate, wie ihn das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz bei einem Pflichtangebot vorschreibe, das bei Überschreiten der Beteiligungsschwelle von 30 Prozent fällig wird. Die KB Holding GmbH verfügt bislang über rund 29 Prozent der Anteile.

Das Emissionshandelsunternehmen Advantag AG hat nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2014 ein Umsatzwachstum von 51,5 Millionen auf 234,0 Millionen Euro erzielt. Die Gesellschaft aus Geldern will die testierten Zahlen am 30. April 2015 veröffentlichen. Der Vorstand geht davon aus, dass auch beim Ergebnis die Prognose übertroffen wurde.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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