Wartungsarbeiten an einer Windkraftanlage von Vestas. / Foto: Unternehmen

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Wochenrückblick: Vestas auf Wachstumskurs – Verlust von SolarWorld steigt – Elektroautobauer Tesla meldet Absatzrekord

Der Dax hat im Wochenverlauf 1,1 Prozent zugelegt und lag am Freitagmittag bei 12.603 Punkten. Der US-amerikanische S&P 500 Index blieb mit 2.389 Punkten etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Der japanische Nikkei-Index legte um 1,7 Prozent auf 19.554 Punkte zu. Der chinesische Hang Seng Index fiel um 0,5 Prozent auf 24.497 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent sank um 6 Prozent auf 48,53 Dollar. Bis Freitagmittag fiel der Goldpreis um 2,6 Prozent auf 1.234,13 Dollar je Feinunze Gold. Der Euro-Kurs kletterte um 0,2 Prozent auf 1,095 US-Dollar.

Windaktien

Der Windkraftanlagen-Hersteller Vestas ist stark in das Geschäftsjahr 2017 gestartet. Das dänische Unternehmen erhöhte den Umsatz gegenüber dem ersten Quartal 2016 um 29 Prozent auf 1,88 Milliarden Euro. Zudem hat Vestas die Profitabilität weiter gesteigert. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdoppelte sich die Marge von 5,8 auf 11,2 Prozent. Das Quartals-EBIT sprang von 126 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 211 Millionen Euro. Vestas bezifferte den Auftragsbestand zum Quartalsende mit insgesamt 20 Milliarden Euro. Anders Runevad, Präsident und CEO (Chief Executive Officer) von Vestas, rechnet für 2017 mit einem Umsatz von bis zu 10,25 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge soll bis zum Jahresende auf 12 bis 14 Prozent steigen. Auf das Service-Geschäft entfiel mit 11 Milliarden Euro der größte Teil des Auftragsbestands von insgesamt 20 Milliarden Euro.
Zudem hat Vestas mehrere Großaufträge aus China verbucht. Über die Kunden und die Projektstandorte bewahrten die Dänen jedoch Stillschweigen. Wie Vestas mitteilte, handelt es sich um drei Aufträge mit insgesamt 165 Megawatt (MW). Mit der Auslieferung und Inbetriebnahme soll jeweils im zweiten Halbjahr 2017 begonnen werden. Im laufenden Geschäftsjahr 2017 kommt der Hersteller damit bislang auf ein Auftragsvolumen von insgesamt 426 MW in China.
Vestas hat ferner einen Rahmenvertrag mit der juwi-Gruppe aus Wörrstadt bei Mainz unterzeichnet. Damit regeln Dänen und der Projektentwickler ihre weitere Zusammenarbeit bis Ende 2018. Der Rahmenvertrag lege die Kauf- und Servicekonditionen für neu entwickelte Anlagentypen von Vestas fest. Über den Vertragsumfang und die Konditionen vereinbarten beide Parteien Stillschweigen.

Die Nordex SE hat eine Order aus Italien erhalten. Der Windkraftanlagen-Hersteller aus Hamburg soll für seinen Kunden ERG SpA insgesamt 63 bestehende Windräder in drei Windparks optimieren. Mit dem Upgrade der Turbinen-Technik soll der Ertrag der Anlagen um bis zu 2 Prozent steigen.

Der zur Cuxhavener PNE Wind-Gruppe gehörende Projektierer WKN hat einen Windpark an eine Investorengruppe verkauft. Wie die WKN AG aus Husum mitteilte, habe der Bau des Projektes mit einer Gesamtleistung von 9,9 Megawatt (MW) in Thüringen bereits begonnen. Käufer das Windparks Kirchengel seien die Münchner Centraplan GmbH sowie einige private Investoren. Angaben zum Verkaufspreis machte WKN nicht. Alle drei Windkraftanlagen sollen im Sommer 2017 in Betrieb gehen. WKN übernehme dann auch die technische und kaufmännische Betriebsführung.

Solaraktien


Die SolarWorld AG hat abermals rote Zahlen bekannt gegeben. Laut dem Bonner Solarkonzern ist der Verlust im ersten Quartal 2017 deutlich angestiegen: Er verbuchte ein negatives EBIT von 28 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum war der EBIT-Verlust mit 10 Millionen Euro noch deutlich geringer ausgefallen. Der Quartalsumsatz schrumpfte von 213 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 186 Millionen Euro, trotz einer Absatzsteigerung von 340 MW auf 352 MW. SolarWorld verfügte nach eigenen Angaben Ende März 2017 nur noch über 84 Millionen Euro an liquiden Mitteln. Der Vorstand rechnet nicht damit, in 2017 wieder profitabel zu werden.

Die Pfeiffer Vacuum Technology AG hat Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal 2017 verbessert. Der Solarausrüster aus dem hessischen Asslar erzielte von Januar bis März einen Umsatz in Höhe von 136,9 Millionen Euro und liegt damit rund 25 Prozent über dem Vorjahr. Das Unternehmen erreichte zudem ein EBIT von 21,4 Millionen Euro, verbesserte das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr um rund 66 Prozent. Das Periodenergebnis je Aktie betrug 1,50 Euro, ein Plus von rund 65 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2016. Der Auftragseingang lag in den ersten drei Monaten bei 146,5 Millionen Euro und so erheblich über dem Vorjahreswert (2016: 117,4 Millionen). Für das Gesamtjahr 2017 erwartet das Unternehmen einen deutlichen Umsatzanstieg gegenüber 2016. Damit einhergehen soll eine ebensolche Verbesserung des Betriebsergebnisses. Die positive Entwicklung werde sich auch in 2018 fortsetzen, so Pfeiffer Vacuum.

Canadian Solar, einer der größten Solarkonzerne weltweit, hat sich eine wichtige Finanzierung für zwei Photovoltaik-Anlagen in Australien gesichert, deren Bau im Mai starten soll. Das kanadische Unternehmen erhält ein Darlehen in Höhe von 65 Millionen Australische Dollar (umgerechnet 50 Millionen US-Dollar). Damit will es die Projekte mit einer Gesamtleistung von 47 MW realisieren. Der Kredit habe eine Laufzeit von fünf Jahren und sei eine sogenannte Non-Recourse-Finanzierung: Hierbei kann der Kreditgeber nur begrenzt auf die Eigenkapitalanlage der Projektträger zugreifen. Bereit gestellt wurde die Finanzierung von der japanischen Bank of Tokyo-Mitsubishi und der australischen Clean Energy Finance Corporation.

Der US-Solarprojektierer Sunrun hat möglicherweise unvollständige Angaben zu seinen Vertragsabschlüssen gemacht. Diesen Verdacht hegt zumindest die US-Börsenaufsicht: Medienberichten zufolge ermittelt die Behörde gegen Sunrun. Die US Securities and Exchange Commission (SEC) untersucht, ob Sunrun korrekt gemeldet hat, wie viele Kunden ihre Verträge storniert haben. Deshalb erhielt die kalifornische Spezialistin für Dachsolaranlagen eine Vorladung, und es würden ehemalige und derzeitige Mitarbeiter interviewt. Sunrun bietet US-Privathaushalten Dachsolaranlagen im Komplettpaket samt Finanzierung an. Nach eigenen Angaben legte Sunrun 2015 und 2016 seine installierten Anlagen sowie die Prognose für Solarinstallationen offen. Diese Angaben bezifferten auch die stornierten Verträge, so Sunrun-Chairman Edward Fenster.

First Solar hat im ersten Quartal wieder die Gewinnzone erreicht. Zudem erhöhte der US-Solarkonzern aus Tempe im US-Bundesstaat Arizona die Jahresprognose. Entscheidend dafür war der erfolgreiche Verkauf eines großen Solarparks in Nevada. Zudem hat First Solar die Kosten deutlich verringert. Laut Quartalsbilanz stieg der Umsatz auf 892 Millionen Dollar, nach 848 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie lag mit 9 Dollarcents zwar deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,66 Dollar. Im Vorquartal, dem vierten Quartal 2016, hatte First Solar aber noch einen Quartalsverlust von netto 719,9 Millionen Dollar bzw. minus 6,92 Dollar je Aktie erlitten. Der Vorstand hatte schon im Februar die Prognose für 2017 angehoben, von 2,5 bis 2,6 Milliarden Dollar Jahresumsatz auf 2,8 bis 2,9 Milliarden Dollar. Nun erhöhte er das Umsatzziel weiter auf 2,85 bis 2,95 Milliarden Dollar. Bislang rechnete der Vorstand mit einem Jahresverlust je Aktie von 0,05 bis 0,80 Dollar je Aktie. Nun verbesserte er die Ergebnisprognose deutlich. Demnach dürfte das Nettoergebnis zwischen einem Minus von 0,30 Dollar je Aktie und einem Plus von 0,40 Dollar je Aktie liegen.

US-Solarpark von First Solar. / Foto: Unternehmen


Der chinesische Solarkonzern JinkoSolar liefert Photovoltaik-Module in den Südwesten der Türkei: Das Unternehmen aus Shanghai soll zwei Solarprojekte in der Provinz Izmir mit Solarmodulen bestücken und dazu insgesamt 42 MW an die Gesellschaft Asunim liefern. Beide Solaranlagen sollen im Sommer 2017 ans Netz gehen. Neben diesem Auftrag konnte sich JinkoSolar noch eine Kapitalspritze in Höhe von 60 Millionen US-Dollar sichern, um damit die Solarzellen-Produktion in Malaysia zu erweitern.

Der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy hat die vollständige Rückzahlung einer millionenschweren Anleihe aus 2012 gemeldet: Wie das hoch verschuldete Unternehmen aus Baoding mitteilte, wurde die Anleihe am 3. Mai 2017 fällig. Insgesamt zahlte Yinglis Tochterfirma Yingli China rund 318 Millionen chinesische Renminbi (RMB) an die China Government Securities Depository Trust and Clearing, ein Unternehmen, das zentrale Depot- und Abwicklungsdienste anbietet. Umgerechnet lag die Rückzahlung damit bei 46,1 Millionen US-Dollar.

Andere Aktien

Die Osram Licht AG ist weiter auf Wachstumskurs: Die Spezialistin für LED-Beleuchtungsprodukte aus München hat vorläufigen Zahlen zufolge den Umsatz im zweiten Quartal 2017 um knapp 10 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro gesteigert. Im Vorjahreszeitraum hatte das Umsatzplus bei 6 Prozent gelegen. Für das Geschäftsjahr 2017 peilt der Vorstand ein Plus zwischen 7 und 9 Prozent an. Bisher hatte er ein Wachstum von 5 bis 7 Prozent anvisiert. Das Ergebnis von Osram verbesserte sich längst nicht so stark. Das ist jedoch auf die Aufgabe des Lampengeschäftes zurückzuführen. Das Unternehmen verzeichnete im nicht-fortgeführten Geschäft einen Nettoverlust von 56 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA erreichte im zweiten Quartal 183 Millionen Euro und übertraf den Vorjahreswert trotz der Umsatzsteigerung nur um eine Million Euro. Für das Gesamtjahr strebt der Vorstand eine EBITDA-Marge in Höhe von 16,5 bis 17,5 Prozent an und damit mehr als die bisher in Aussicht gestellten 16 Prozent. Zudem erwartet er für das Geschäftsjahr 2017 ein Ergebnis je Aktie von 2,70 bis 2,90 Euro (bisher erwartet: 2,35 bis 2,65 Euro). Im zweiten Quartal belief sich das Ergebnis je Aktie auf 0,81 Euro.

Von Osram installierte Beleuchtung: Das Unternehmen legt beim Umsatz stärker zu als beim Gewinn. / Foto: Osram Licht AG


Die Chorus Clean Energy AG aus Neubiberg bei München hat einen Windpark in Sachsen-Anhalt mit einer Gesamtleistung von 4,6 MW gekauft. Die Betreiberin von Wind- und Solarparks, die 2016 von der Capital Stage AG übernommen wurde, erwarb den Windpark in der Stadt Jerichow im Rahmen des Asset Managements für die institutionellen Investoren des Spezialfonds Chorus Renewables Germany I. Zum Verkaufspreis machte Chorus keine Angaben.

Die Bohrtechnik- und Geothermiespezialistin Daldrup & Söhne AG aus Grünwald hat von den Münchner Stadtwerken einen Großauftrag erhalten. Demnach soll Daldrup vier geothermische Bohrungen vornehmen und damit noch in diesem Jahr beginnen. Der Auftrag habe ein Volumen in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages, teilte das Unternehmen mit. Es sei einer der größten der Unternehmensgeschichte.

Die Beleuchtungsspezialistin Carmanah Technologies aus Kanada hat im ersten Quartal 2017 Einbußen beim Umsatz und Gewinn gegenüber 2016 erlitten. Von Januar bis März erwirtschaftete Carmanah demnach einen Umsatz von 11,1 Millionen US-Dollar, 6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatzrückgang sei auf reduzierte Erträge im Geschäftsbereich Signalanlagen zurückzuführen, die teilweise durch eine Zunahme der Umsatzerlöse im Bereich Beleuchtung kompensiert wurden, so Carmanah. Das bereinigte EBITDA schrumpfte gegenüber der Vorjahresperiode um 16 Prozent, von 1,9 Millionen US-Dollar in 2016 auf 1,6 Millionen im ersten Quartal 2017. Ursache für den Einbruch sei hauptsächlich der gesunkene Umsatz, hieß es.

Der US-Elektroautobauer Tesla hat den Absatz im ersten Quartal 2017 gegenüber dem Vorjahreswert um rund zwei Drittel gesteigert. Er lieferte fast 25.000 Elektro-Limousinen aus, mehr als in jedem Quartal zuvor. Der Quartalsumsatz von Tesla verdoppelte sich, er sprang von 1,15 auf 2,70 Milliarden Dollar. Dazu trug erstmals auch der 2016 von Tesla übernommene Solarprojektierer SolarCity bei. Vor allem durch diese Übernahme wuchs der Umsatz, den Tesla im ersten Quartal mit Energieerzeugung und -speicherung erlöste, von 22,7 Millionen auf 214 Millionen US-Dollar. Trotz des sprunghaft verbesserten Umsatzes erhöhte sich auch der Quartalsverlust deutlich, um rund 17 Prozent auf 330 Millionen Dollar. Firmenchef Elon Musk erklärte dies mit den Aufwendungen für den Ausbau der Produktion.

Auch die kanadische Brennstoffzellen-Expertin Ballard Power Systems hat Quartalszahlen veröffentlicht. Von Januar bis März 2017 stieg der Umsatz demnach um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, auf nun 22,7 Millionen US-Dollar. Ballard Power konnte den Verlust außerdem auf 2,9 Millionen Dollar verringern, wozu auch die Geschäfte in China beitrugen. Dies sei eine Verbesserung um 7,1 Millionen Dollar oder 71 Prozent. Je Aktie belief sich das Minus auf 2 Dollarcents. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug minus 0,7 Millionen Dollar im ersten Quartal, es verbesserte sich um 6,6 Millionen oder 91 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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