21.09.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vestas erhält Großauftrag aus Indien – Technologiesprung von Q-Cells – Geothermiespezialistin Magma Energy meldet Millionenverlust

Der DAX verbesserte sich in der vergangenen Woche um ein 1,4 Prozent auf  5.704 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones stieg um 1,6 Prozent auf 9.820 Punkte. Der japanische Nikkei verlor 0,7 Prozent auf 10.371 Punkte. Öl verteuerte sich um 1,8 Prozent auf 71,20 US-Dollar je Barrel der Sorte Brent Crude Oil. Der Kupferpreis sank dagegen um 2,4 Prozent auf 6.141,50 Dollar je Tonne der Qualität „Copper Grade A“. Der Euro kletterte um ein Prozent auf 1,47 Dollar.

Windaktien

60 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 99 Megawatt (MW) soll der Weltmarktführer Vestas Systems nach Indien liefern. Die Anlagen wurden für ein Projekt in Theni in der südlichen Provinz Tamil Nadu bestellt. Auftraggeber ist mit CLP ein langjähriger Kunde von Vestas. Die Dänen sind nach eigenen Angaben seit zehn Jahren auf dem indischen Windmarkt aktiv und haben dort bisher Windräder mit einer Gesamtleistung von 2.100 MW installiert.
Weiter meldete der weltweit größte Hersteller von Windkraftanlagen, dass er eine neue Turbine für den Einsatz auf See auf den Markt bringt. Die Offshore-Turbine vom Typ V112-3.0 MW soll nicht nur besonders leistungsstark, sondern auch effizienter arbeiten und leichter zu warten sein. Laut Anders Søe-Jensen, Präsident von Vestas Offshore, strebt das Unternehmen an, sich in diesem Segment langfristig zu engagieren.

Mit dem Bau einer weiteren Produktionsstätte in den USA hat der Windanlagenhersteller Nordex AG begonnen. Das Tochterunternehmen Nordex USA werde rund 100 Millionen US-Dollar in das Werk in Jonesboro (Arkansas) investieren und bis zu 700 Mitarbeiter beschäftigen, so Nordex. Neben Windturbinen sollen dort Rotorblätter produziert werden. Das Unternehmen will die stark steigende Nachfrage aus den USA nutzen. Der US-Umsatz der Nordex-Gruppe ist den Angaben zufolge im ersten Halbjahr 2009 auf zwölf Prozent gestiegen. Im Vorjahr habe der Umsatzanteil noch bei rund einem Prozent gelegen. Wenn die neue Fertigung im Jahr 2014 auf Volllast läuft, will Nordex in Jonesboro jährlich 300 Großturbinen und Rotorblätter der Baureihe N90/N100 (2.500 kW) herstellen.

Solaraktien

Die bayrische Phoenix Solar AG hat erneut den Rahmenvertrag mit der KG Allgemeine Leasing GmbH & Co. (KGAL) über Photovoltaik-Kraftwerke erweitert und verlängert. Laut dem börsennotierten Photovoltaik-Systemhaus beläuft sich das Mindestvertragsvolumen für die Jahre 2009 bis 2012 damit auf 525 Millionen Euro. Für den Fondsanbieter aus Grünwald bei München soll Phoenix Solar Photovoltaik-Projekte unter anderem in Deutschland, Süd- und Osteuropa umsetzen. Phoenix Solar und KGAL arbeiten seit dem Jahr 2005 zusammen. Seitdem sind Photovoltaik-Kraftwerke mit rund 40 Megawatt Spitzenleistung entstanden.

Die Thalheimer Q-Cells SE hat mit multikristallinen Zellen der nächsten Generation ein Modul mit einem Wirkungsgrad von 15,9 Prozent realisiert und damit nach eigenen Angaben einen Weltrekord aufgestellt. Das Modul mit einer Leistung von 249 Watt wurde von Fraunhofer ISE in Freiburg getestet und zertifiziert. Nach Abschluss der Entwicklungsarbeiten soll die Markteinführung der neuen Hochleistungszelle im Jahr 2010 erfolgen.

Die Bonner SolarWorld AG erwägt, am Persischen Golf Silizium zu produzieren. Grund für die Überlegungen seien die niedrigen Energiekosten, erklärte der Vorstandsvorsitzende von SolarWorld, Frank Asbeck, laut einem Medienbericht. Das in Arabien produzierte Silizium solle dann in Deutschland weiterverarbeitet werden. Verhandelt werde mit halbstaatlichen Gesellschaften aus Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi Arabien. Eine Entscheidung solle bis zum Jahresende fallen.

Die Oldenburger aleo solar AG liefert 174 Solarmodule für ein Photovoltaikprojekt in der Provence. Die Anlage auf einer Schule in Belcaire in der Region Languedoc-Roussillon kommt nach ihren Angaben auf eine Gesamtleistung von 31 Kilowatt und wird vom aleo-Partner Terra Solaire installiert.

Die Düsseldorfer systaic AG hat eine Wandelanleihe platziert. Dem Solarunternehmen flossen aus der Emission vor Transaktionskosten 19,74 Millionen Euro zu. Die Mittel will systaic für weiteres Wachstum und mögliche strategische Investitionen einsetzen.

Die Meyer Burger Technology AG, Ausrüster für die Solarbranche, hat die Übernahme der US-amerikanischen Diamond Wire Technology LLC abgeschlossen. Wie das Unternehmen aus dem schweizerischen Baar berichtet, wurden in diesem Zusammenhang 163.000 Namensaktien der Meyer Burger aus dem genehmigten Kapital ausgegeben. Die Notierung dieser Aktien an der SIX Swiss Exchange sei von der Börse bereits bewilligt worden.

Der weltweit führende Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen, First Solar, hat einen Auftrag von der US-Tochter des deutschen Grünstromprojektierers juwi Gruppe erhalten. Laut dem Unternehmen aus Tempe in Arizone orderte dessen US-Tochter juwi solar Inc. Module für zwei Projekte. Es handle sich um eine Anlage mit 15 MW für die Jacksonville Electric Authority (JEA) und eine mit 12 MW für American Electric Power in Ohio. Der Baubeginn sei für das 4. Quartal terminiert, bis Ende 2010 sollen die Projekte ans Netz gehen.

Die Lehman Brothers Derivatives Inc. hat vom Solarzellenhersteller Evergreen Solar Zahlungen in Höhe von rund drei Millionen Dollar eingefordert. Die Forderung steht im Zusammenhang mit der Ausgabe von Wandelanleihen im Wert von rund 374 Millionen Dollar, die von der Pleite gegangenen Muttergesellschaft Lehman Brothers im Juli 2008 begleitet worden war. Das Solarunternehmen aus Marlboro im Bundesstaat Massachusetts bestreitet den Anspruch von Lehman Brothers Derivatives. Man werde sich mit allen verfügbaren Mitteln gegen die Ansprüche zur Wehr setzen.

Das chinesische Solarunternehmen Solarfun Power Holdings hat seine Prognose für das 3. Quartal bekräftigt. Demnach will es Solarmodule mit einer Gesamtleistung von über 100 Megawatt ausliefern. Der Umsatz soll 91,3 bis 97,8 Millionen Euro erreichen. Dabei strebt Solarfun eine Rohmarge von 17 Prozent an.

Bioenergieaktien

Die Hauptversammlung des Bielefelder Biogasanlagenherstellers Biogas Nord AG hat den Vorstand ermächtigt, Schuldverschreibungen im Umfang von bis zu zwei Millionen Euro auszugeben. Es dürfen demnach Options- oder Wandlungsrechte mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu 1,3 Millionen Euro gewährt werden. Der Beschluss reicht bis zum 30. August 2014.

Andere Aktien

Die Hamburger Asian Bamboo AG bekommt Mittel in Höhe von 15 Millionen US-Dollar von der DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH. Dabei handelt es sich um ein Darlehen an eine Tochtergesellschaft der börsennotierten Bambusspezialistin. Der Darlehensvertrag mit der hundertprozentigen Tochter Fujian Xinrixian Group Co Ltd. hat eine Laufzeit von sieben Jahren. Die DEG mit Sitz in Köln ist ein Unternehmen der KfW Bankengruppe und einer der größten europäischen Entwicklungsfinanzierer für langfristige Projekt- und Unternehmensfinanzierungen. Es fördert ausschließlich Projekte, die entwicklungspolitisch sinnvoll und umwelt- und sozialverträglich sind.

Das kanadische Geothermie-Unternehmen Magma Energy hat in seinem ersten vollständigen Geschäftjahr einen Nettoverlust von 4,5 Millionen Dollar oder 0,03 Dollar je Aktie verbucht. Chairman und CEO Ross Beaty verwies darauf, dass in dem am 30. Juni beendeten Geschäftsjahr viele Sondereffekte angefallen und daher die Zahlen nur begrenzt aussagekräftig seien. Das seit Juli börsennotierte Unternehmen hatte zwar 130 Millionen Dollar über die Aktienemission im Sommer eingenommen, aber auch hohe Ausgaben gehabt. So wurde eine Produktionsstätte in Nevada erworben und kaufte sich Magma bei einem Geothermie-Unternehmen in Island ein.

Die britische Climate Exchange plc (CLE), Betreiberin von Klimabörsen, ist im 1. Halbjahr 2009 kräftig gewachsen. Laut den nun veröffentlichten Zahlen ist ihr Halbjahresumsatz um 80 Prozent auf 18,8 Millionen britische Pfund gestiegen. Der Nettoverlust wurde deutlich verringert, von 1,4 Millionen auf 174.000 Pfund. Das Unternehmen profitierte vor allem vom stark belebten Handel an der von ihr betriebenen European Climate Exchange (ECX). Die europäische Klimabörse in Amsterdam schlug in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres Emissionsrechte für Äquivalente von 2,7 Milliarden Tonnen CO2 um. Im Vorjahreszeitraum war es nur wenig mehr als eine Milliarde Tonnen gewesen.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der Opens external link in new windowUmweltBank.



Bildhinweis: Solarprojekt von juwi. / Quelle: Unternehmen
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