Transport von Siemens-Windradrotoren per Bahn. Der DAX-Konzern will die Mehrheit an Gamesa übernehmen. Im neuen Windkraftkonzern sollen die Spanier das Geschäft mit Windkraft an Land leiten und die Deutschen vornehmlich Windparks auf See umsetzen. / Foto: Unternehmen

27.06.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vestas erwartet Großauftrag aus den USA - Tesla will SolarCity schlucken – CropEnergies meldet Gewinnsprung

Der Dax gab in der vergangenen Woche um 0,8 Prozent auf 9.557 Punkte nach. Er wurde am Freitag durch die Entscheidung der Briten die EU zu verlassen, ins Minus gedrückt. Daraufhin erlitt der DAX einen Tagesverlust von fast sieben Prozent. Der US-amerikanische Dow Jones Index verlor auf Wochensicht 1,6 Prozent auf 17.401 Punkte. Der japanische Nikkei sackte um 4,1 Prozent auf 14.952 Punkte ab. Der chinesische Hang Seng Index verbesserte sich um 0,45 Prozent auf 20.259 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ hielt sich stabil bei 48,7 US-Dollar. Der Goldpreis kletterte um 1,3 Prozent auf 1.316 US-Dollar. Der Euro verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 1,1115 Dollar.

Windaktien

Zur Verschmelzung des Windkraftkonzern Gamesa mit der Windsparte von Siemens wurden weitere Einzelheiten bekannt. So sollen die bisherigen Aktionäre von Gamesa eine Sonderzahlung erhalten. Die Alt-Aktionäre des Windkraftkonzerns aus dem Baskenland, dessen Name auch das neue Unternehmen tragen soll, erhalten von Siemens nach Abschluss der Fusion eine Barzahlung in Höhe von 3,75 Euro pro Aktie. Die Barzahlung entsprich einer Gesamtsumme von rund einer Milliarde Euro. Wie mitgeteilt wurde, soll diese Übernahme durch die Ausgabe neuer Gamesa-Aktien erfolgen. Siemens will künftig 59 Prozent am kombinierten Windkraftkonzern halten. Die Beteiligung der Alt-Aktionäre von Gamesa verringert sich auf 41 Prozent der Anteile.

Vestas Wind Systems hat nach eigenen Angaben Aussicht auf einen Großauftrag aus den USA. Es geht um die mögliche Bestellung von Windkraftanlagen mit einer Gesamtkapazität von zwei Gigawatt (GW) bzw. 2.000 Megawatt (MW). Dem dänischen Windkraftkonzern zufolge hat Vestas einen Vorvertrag mit der MidAmerican Energy Company über diese Großbestellung abgeschlossen. Dieser sei aber nicht verbindlich. Der Versorger warte noch auf die Genehmigung des riesigen Windparks durch die zuständige Behörde des US-Bundesstaates Iowa. Dort wolle die MidAmerican Energy Company den Windfarmkomplex Wind XI umsetzen und mit bis zu 1.000 Vestas-Anlagen bestücken. Geplant ist laut Vestas, dass die Windkraftanlagen bis 2019 ans Netz kommen. Die Dänen sollen für mindestens fünf Jahre auch den Service übernehmen.

Solaraktien

SolarWorld muss beim Rechtsstreit mit dem Solarsiliziumhersteller Hemlock in die Verlängerung. Der entscheidende Gerichtstermin wurde abermals verschoben. Am Donnerstag, dem 23. Juni, sollte die letzte mündliche Verhandlung vor einem US-Gericht in Michigan stattfinden, das über den Rechtsstreit des Bonner Solarkonzerns mit seinem Zulieferer Hemlock entscheiden muss. Dieser Termin wurde nun gestrichen, ohne dass ein Ersatztermin angesetzt wurde. Der Grund für die Streichung des Termins ist derzeit noch nicht öffentlich bekannt. Hemlock hat Solarworld auf 770 Millionen US-Dollar verklagt, nachdem die Deutschen Lieferungen des Rohstoffs Silizium nicht mehr abgenommen haben.

Der Solarausrüster Meyer Burger Technology AG hat einen Großauftrag aus China erhalten. Laut dem Unternehmen aus Zug in der Schweiz stammt die neue Order von einem „führenden“ Solarhersteller aus China, den es aber nicht benannte. Sie habe den Zuschlag trotz der Konkurrenz von „namhaften internationalen Mitbewerbern“ erhalten. Der Solarkonzern habe Produktionstechnik für die Bereiche Solarwafering und Solarzelle bestellt und wolle diese ab dem ersten Quartal 2017 einsetzen. Die Auslieferung der Anlagen soll laut Meyer Burger im Oktober 2016 beginnen. Deren Produktionskapazität beziffern die Schweizer mit jeweils rund 700 Megawatt (MW) und das Finanzvolumen des Auftrages mit rund 21 Millionen Schweizer Franken (CHF). Es handelt sich bereits um den dritten großen Vertriebserfolg des Solarausrüsters im laufenden Monat. Zuvor hatte ein Solarhersteller aus Fernost für zehn Millionen CHF Diamantdrahtsägen für die Produktion von Solarwafern bei Meyer Burger bestellt. Ein weiterer Auftrag war Anfang Juni vom russischen Solarunternehmen Hevel LLC bei den Schweizern eingegangen.

Beim Konflikt der britischen PV Crystalox mit einem Kunden über die nicht erfolgte Abnahme von Solarwafern ist noch immer kein Ende in Sicht. Eine Anhörung durch ein Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer wurde nun um mehrere Monate verschoben.

Canadian Solar, Solarkonzern aus der kanadischen Provinz Ontario, baut nun eine erste Solarfabrik in Brasilien. Für rund 23 Millionen US-Dollar will Canadian Solar eine Produktion in Sorocaba im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo errichten. Die Solarfabrik soll eine jährliche Produktionskapazität von 350 Megawatt (MW) erreichen. Eine Produktion vor Ort ermöglicht Canadian Solar nicht nur die zügige Versorgung von Photovoltaikprojekten vor Ort mit Solarmodulen. Der Solarkonzern kann auch an günstige Darlehen kommen, mit denen die brasilianische Regierung den Aufbau einer Erneuerbare-Energien-Branche im eigenen Land unterstützen will. Solarimporte sollen zum Ende dieses Jahrzehnts verboten werden.

Tesla Motors, Hersteller von Elektroautos, will SolarCity übernehmen. Tesla bietet 26,50 bis 28,50 Dollar pro SolarCity-Aktie, also insgesamt bis zu 2,8 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Aktienkurs der Spezialistin für Solaranlagen auf Hausdächern vom Tag vor dem Angebot wäre das ein Aufschlag von bis zu 30 Prozent. Allerdings will Tesla nicht in bar bezahlen, sondern mit eigenen Aktien. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in Kalifornien. Tesla-Chef Elon Musk ist mit rund 23 Prozent bereits ein Großaktionär von SolarCity, deren Verwaltungsrat er als Chairman vorsteht. Auch ist er mit dem CEO von SolarCity und mit deren Finanzchef eng verwandt. Musk plant für Tesla eine Ausweitung des Geschäftsmodells. Er möchte die klimaschonende Produktion von Strom per Photovoltaik verbinden mit dem Energieverbrauch im Straßenverkehr. Tesla hat bereits einen Photovoltaikspeicher für Privathaushalte entwickelt, mit dem Kunden Solarstrom speichern können. Mit der Übernahme des Solarprojektierers würde somit Tesla die drei Bereiche Produktion von Sonnenenergie, deren Speicherung und deren Einsatz zum Antrieb von Elektrofahrzeugen bündeln. Tesla würde zu einem neuartigen Energiekonzern.

Vivint Solar, eine weitere Spezialistin für Aufdachsolaranlagen, soll eine Finanzspritze erhalten, um ihre Wachstumsziele erreichen zu können.  Der Solarprojektierer aus dem US-Bundesstaat will in 2016 neue Photovoltaikprojekt im Umfang von 260 Megawatt (MW) umsetzen, zwölf Prozent mehr als in 2015. Vivint Solar braucht für sein Geschäftsmodell viel flüssiges Kapital. Denn der Solarprojektierer finanziert für seine  Kunden Planung, Bau und Betrieb der Dachsolaranlagen vor. Dafür erhält er von ihnen über einen längeren Zeitraum das Geld plus Aufschlag zurück. Nun haben sich Investmentfonds unter Führung von Investec Plc bereit erklärt, Vivint Solar dafür eine Finanzspritze über 300 Millionen Dollar zu geben.

Bildhinweis: Vivint Solar ist spezialisiert auf Solaranlagen auf Hausdächern. / Foto: Unternehmen

Einen Geschäftserfolg in Nordafrika meldete JA Solar aus China. Der Solarkonzern aus Shanghai hat ein Kraftwerk in Ägypten mit Solarmodulen ausgestattet. JA Solar hat Solarmodule mit elf Megawatt (MW) Leistung für einen Verbund von vier Kraftwerken in Ägypten geliefert. Es handelt sich hierbei um ein Hybrid-Projekt zur Stromerzeugung, bei dem bestehende Dieselgeneratoren mit Solarmodulen kombiniert werden. Das Projekt wird von der Regierung Abu Dhabis finanziert.

Bioaktien

Die Hauptversammlung der Bioenergieproduzentin KTG Energie AG  hat eine Aktiendividende im Verhältnis 11:1 beschlossen. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln werden dafür 652.211 neue Aktien begeben. Die Gewinnausschüttungen an die Aktionäre für das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 umfassen damit laut der KTG Energie AG 2,925 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte sich die Gewinnausschüttung an die Aktionäre auf 2,4 Millionen Euro summiert.

CropEnergies meldete einen Gewinnsprung im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/2017. Der Hersteller von Bio-Ethanol verbesserte nach vorläufigen Berechnungen das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 42 Prozent auf 19 Millionen Euro. Allerdings sank der Umsatz im ersten Quartal gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres von 198 Millionen auf 168 Millionen Euro. Dies sei durch geringere Rohstoffpreise und weniger Aufwendungen für Energie und Instandhaltung gelungen, erklärte der Vorstand dazu. Die offizielle Quartalsbilanz kündigte CropEnergies für den 6. Juli an. der Vorstand von CropEnergies erhöhte die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr von 625 bis 700 Millionen Euro auf 640 bis 700 Millionen Euro. Er hob zudem die Prognose für das operative Jahresergebnis von 30 bis 70 Millionen auf 50 bis 80 Millionen Euro an.

Andere Aktien

Der Druck auf die KTG Agrar SE steigt. Der Hamburger Agrarkonzern musste einräumen, dass er die bereits am 6. Juni fällige Zinszahlung für die Anleihe Biowertpapier II nicht wie angekündigt am 20. Juni nachholen konnte. Die KTG Agrar muss den Anleiheinvestoren Zinsen im Umfang von knapp 18 Millionen Euro zahlen.

Die Chorus Clean Energy AG hat ein französisches Windpark-Portfolio mit einer Gesamtleistung von 62,2 Megawatt (MW) erworben. Dieses besteht laut dem Unternehmen aus Neubiberg bei München aus vier Windparks mit acht Anlagen des Typs V90 und 14 Anlagen vom Typ V117 des Herstellers Vestas. Zwei der Windparks seien seit Juli 2015 am Netz, die beiden anderen Windparks sollen im Spätsommer 2016 in Betrieb gehen. Die Standorte der Windparks liegen laut Chorus jeweils in der Region Poitou-Charentes im Westen Frankreichs. Das Gesamtinvestitionsvolumen für die Windparks, inklusive des Fremdkapitalanteils, beläuft sich nach Angaben des Unternehmens auf rund 120 Millionen Euro. Verkäuferin der Windparks sei die Volkswind GmbH aus Niedersachsen, die 2015 vom Schweizer Energiekonzern Axpo übernommen wurde. Der Betreiber von Ökostromkraftwerken hat mit diesem Einkauf nach eigenen Angaben die Erlöse aus dem Börsengang im Oktober 2015 zum großen Teil investiert. Mit dem Einkauf der vier französischen Windparks sei das Gesamtportfolio von Chorus auf 397 Megawatt (MW) gewachsen. Gemessen an der Nennleistung erhöht sich der Anteil der Windenergieanlagen im Portfolio auf 61 Prozent, von denen sich rund 16 Prozent in Frankreich, 34 Prozent in Deutschland und 11 Prozent in anderen Ländern Europas befinden.

Der Ökostromkonzern SunEdison hat indische Solarkraftwerke zu Geld gemacht. Das insolvente US-Unternehmen verkaufte an die einheimische Amplus Energy Solutions ein Portfolio mit 150 Aufdach-Solaranlagen. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.
Zudem hat Chief Executive Officer (CEO) Ahmad Chatila SunEdison verlassen. Er hatte das US-Unternehmen durch ein Phase mit zahlreichen, kreditfinanzierten Zukäufen geführt, die dann vor zwei Monaten in die Insolvenz mündete. Nachfolger von Chatila als ist John Dubel. Dubel hatte erst Ende April seinen Job als Chefsanierer bei SunEdision angetreten.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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