Windrotoren-Produktion bei Nordex. Der norddeutsche Windkraftanlagehersteller erhielt einen weiteren Auftrag aus der Türkei. / Foto: Unternehmen

30.06.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vestas im Auftragsregen – Gewinnsprung von 8point3 Energy Partners – Hain Celestial enttäuscht mit schwacher Prognose

Im Wochenverlauf fiel der Dax bis zum Freitagmittag um knapp drei Prozent auf 12.449 Punkte. Der US-amerikanische S&P 500 Index sank um 0,6 Prozent auf 2.420 Punkte. Der japanische Nikkei-Index sackte um 0,5 Prozent auf 20.033 Punkte ab. Der chinesische Hang Seng Index verbesserte sich dagegen um knapp ein Prozent auf 25.777 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent stieg deutlich um fünf Prozent auf  47,6 Dollar. Der Preis für die Feinunze Gold verringerte sich um 0,95 Prozent auf 1.244 Dollar. Der Euro legte um 2,5 Prozent auf 1,141 US-Dollar zu.

Wind-Aktien

Der Windkraftanlagenhersteller Nordex hat einen weiteren Auftrag aus der Türkei erhalten. Er soll zehn Anlagen für den Windpark Eber mit 39 Megawatt (MW) Leistungskapazität liefern. Der Standort liegt 250 Kilometer südwestlich von Ankara nahe der westanatolischen Stadt Afyonkarahisar. Auftraggeber ist die einheimische Erdem Holding A.S. Diese hatte zuvor bereits für drei Windparks die Anlagen bei Nordex bestellt. Die Deutschen sollen die bestellten Anlagen im Frühjahr 2018 errichten. Für Ende 2018 plant Erdem den Netzanschluss. Dann soll Nordex für 15 Jahre den Service für die Windräder übernehmen.

Sehr erfolgreich verlief die Woche für den dänischen Windradbauer Vestas. So erhielt er einen Großauftrag aus China. Der Neukunde Jiangsu Sinojit Wind Energy Technology gab bei Vestas Windräder mit zusammen 50 MW für den Windpark Xuanhuihe im Landkreis Yanshan in Auftrag. Der Standort befindet sich in der Provinz Hebei. Vestas soll die Anlagen im vierten Quartal des laufenden Jahres liefern und wurde auch mit dem Service für die Anlagen beauftragt.
Einen noch größeren Service-Auftrag ergatterte Vestas in Australien. Dort haben die Dänen bereits mehrere Projekte der einheimischen Infigen Energy mit Windkraftanlagen ausgestattet. Nun soll Vestas ab Jahresbeginn mehrere australische Windparks von Infigen Energy betreuen, und das für 7 bis 15 Jahre, je nachdem, auf welche Laufzeit die einzelnen Projekte ausgerichtet sind. Zum größten Teil (368 MW) stammen die Anlagen dieser Windparks von Vestas. Der Auftrag umfasst aber auch den Service für Windräder mit 189 MW, die die indische Suzlon für Infigen Energy aufgestellt hat.
Ebenfalls aus Australien ging bei Vestas von Tilt Renewables eine Großbestellung ein. Diese Kundin gab Anlagen mit zusammen 54 MW für den Windpark Salt Creek in Woorndoo in Auftrag. Dieser Standort befindet sich in Victoria, einem Bundesstaat im Südosten Australiens. Die Dänen sollen die Anlagen im dritten Quartal 2018 liefern, der Netzanschluss ist für das dritte Quartal 2018 geplant. Auch mit Tilt Renewables schloss Vestas einen langjährigen Service-Vertrag ab.
Zwei Großaufträge erhielt Vestas auch aus den Vereinigten Staaten. Der eine stammt von EDF Renewable Energy. Die Grünstromsparte des französischen Energiekonzerns EDF bestellte Windräder mit zusammen 70 MW für ein Projekt im US-Bundesstaat New York. Die Anlagen für den Windpark Copenhagen will Vestas ab dem dritten Quartal 2018 ausliefern. Nach dem Netzanschluss übernimmt Vestas auch für diese Windräder den Service.
Ferner bestellte ein ungenannter Kunde aus den USA bei den Dänen Windkraftanlagen mit zusammen 60 MW. Laut Vestas hat der Kunde darum gebeten, seinen Namen und Projekt-Standort nicht zu veröffentlichen. Man werde die bestellten Windräder bereits im dritten Quartal des laufenden Jahres ausliefern, sie sollen dann noch vor Jahresende ans Netz gehen. Wieder wurde die Order mit einem Service-Auftrag verbunden.
Überdies erzielte Vestas einen Vertriebserfolg in Österreich. Die Energie Burgenland Windkraft GmbH und die ImWind GmbH orderten bei den Dänen zehn Windkraftanlagen mit zusammen 33 MW. Vestas soll sie in der zweiten Jahreshälfte 2017 für den Windpark Parndorf im Osten des Alpenlandes liefern und auch den Service für die Anlagen übernehmen.

Siemens Gamesa hat die Anlagen für den nach Unternehmensangaben bislang größten schwimmenden Windpark weltweit installiert. Wie der Windkraftkonzern mit Hauptsitz in Spanien mitteilt, werden die Anlagen nun von der norwegischen Westküste in schottische Gewässer gezogen, an einen Standort vor Peterhead in Aberdeenshire. Auftraggeber sei der norwegische Ölkonzern Statoil. Vor der schottischen Küste sollen die schwimmenden Fundamente der fünf Windkraftanlagen mit jeweils sechs MW durch Ballast stabilisiert und mit Stahlseilen am Meeresgrund verankert werden, bei Wassertiefen von 90 bis 120 Metern. Der so errichtete Windpark Hywind Scotland werde voraussichtlich im vierten Quartal 2017 ans Netz gehen, hieß es dazu.

Solar-Aktien

Eine starke Zwischenbilanz hat 8point3 Energy Partners LP vorgelegt. Der kalifornische Solarparkbetreiber steigerte den Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 13,5 Millionen auf 16,7 Millionen Dollar, im ersten Halbjahr von 20,6 Millionen auf 26,6 Millionen Dollar. Dazu trug der Ausbau des Projektbestandes auf 945 Megawatt (MW) bei. Im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2016 hatte das Unternehmen noch Nettoverluste von 0,162 Millionen Dollar bzw. 7,2 Millionen Dollar erlitten. Im zweiten Vierteljahr von 2017 erwirtschaftete es dagegen einen Nettogewinn in Höhe von 7,1 Millionen Dollar. Durch diesen Gewinnsprung erreichte 8point3 Energy Partners im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres wieder die Gewinnzone. Der Nettogewinn belief sich auf 1,8 Millionen Dollar. Chief Executive Officer (CEO) Chuck Boynton erwartet auch für das Gesamtjahr eine Verbesserung von Umsatz und Nettogewinn. Er strebt 63,3 Millionen bis 66,7 Millionen Dollar Jahresumsatz an  und einen Nettogewinn von 27,0 Millionen bis 32,6 Millionen Dollar. Für 2016 hatte der Solarparkbetreiber 61,2 Millionen Dollar Umsatz verbucht und einen Nettogewinn in Höhe von 12,9 Millionen Dollar.

Über eine Solar-Anleihe will die niederländische Photon Energy weiteres Kapital von Investoren einsammeln. Das an der Börse notierte Solarunternehmen mit Hauptsitz in Amsterdam strebt die Emission der Schuldverschreibung für das vierte Quartal 2017 an. 2013 hatte Photon Energy eine Anleihe mit 40 Millionen Euro Volumen auf den Markt gebracht. Diese Anleihe ist mit 8,00 Prozent jährlich verzinst. Sie wird im März 2018 zur Rückzahlung fällig. Mit der nun geplanten neuen Anleihe will Photon Energy die Rückzahlung der alten Schuldverschreibung finanzieren. Sie erhofft sich aber von der Emission Einnahmen über die dafür erforderliche Summe hinaus. Diese sollen dem Unternehmen zufolge in den Ausbau der Geschäfte in Australien und Ungarn fließen. Photon Energy baut und betreibt Solaranlagen, für Kunden und auf eigene Rechnung.

JinkoSolar aus China setzt verstärkt auf den Absatz von Solartechnik in Japan. Für den Ausbau seiner Geschäfte in dem Inselstaat hat der Solarkonzern mit Hauptsitz in Shanghai jetzt neue Finanzmittel erhalten. Laut JinkoSolar, stellt ein Bankenkonsortium unter Führung der japanischen Sumitomo Mitsui Banking Corporation (SMBC) dem Solarkonzern für zwei Jahre ein Darlehen über 4,1 Milliarden Yen zur Verfügung. Das sind umgerechnet 3,2 Millionen Euro. Die Laufzeit beziffert der Chief Financial Officer (CFO). JinkoSolar sei schon länger ein Kunde der SMBC.

Bioenergie-Aktien

Die Aktionäre der EnviTec Biogas AG bekommen den Großteil des Bilanzgewinns ausgezahlt. Das hat die Hauptversammlung der Spezialistin für Biogas-Anlagen aus Lohne in Niedersachsen beschlossen. Sie legte die Dividende auf 0,60 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie fest. Aus dem Bilanzgewinn von EnviTec Biogas in Höhe von 9,98 Millionen Euro erfolgt damit eine Ausschüttung an die Aktionäre von rund 8,9 Millionen Euro.
Für das laufende Geschäftsjahr 2017 bestätigte der Vorstand auf der Hauptversammlung seine Prognose, laut der die EnviTec Biogas AG den Umsatz und das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr leicht verbessern dürfte. In 2016 hatte sie mit 22,2 Millionen Euro das höchste Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ihrer Unternehmensgeschichte verbucht.

Bildhinweis: Biogas-Anlagen der EnviTec Biogas AG. / Foto: Unternehmen

Andere Aktien

Die Capital Stage AG verzeichnet ein großes Interesse an ihrem Angebot an die Aktionäre, sich die Dividende in Form von Aktien auszahlen zu lassen. Laut dem Hamburger Solar- und Windparkbetreiber hat sich jeder zweite Aktionär von Capital Stage für die Wahldividende entschieden. Das Unternehmen hatte diese Alternative zur Ausschüttung der Dividende in bar schon zum vierten Mal angeboten und will dies auch in den kommenden fünf Jahren tun. Zugleich soll die Dividende in den kommenden fünf Jahren kontinuierlich von derzeit 0,20 Euro auf mindestens 0,30 Euro ansteigen.

Die auf Bio-Produkte spezialisierte Hain Celestial hat ihre Bilanzierungsprobleme überwunden. Sie muss nach der nun abgeschlossenen Überprüfung ihre alten Geschäftszahlen nicht nennenswert korrigieren. Zudem konnte sie jetzt erstmals seit Mai 2016 wieder offizielle Geschäftszahlen veröffentlichen. Demnach hat Hain Celestial im Geschäftsjahr 2015/2016 den Jahresumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar erhöht und damit die Prognose knapp erfüllt. Ursprünglich hatte Irwin D. Simon, Gründer und Firmenchef von Hain Celestial, allerdings 2,97 Milliarden bis 3,11 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Deutlich verfehlt hat Hain Celestial die Gewinnprognose für Geschäftsjahr 2015/2016. Der Nettogewinn je Aktie belief sich laut der nun veröffentlichten Jahresbilanz auf 1,85 Dollar. Irwin D. Simon hatte zunächst einen Gewinnsprung um 12 bis 20 Prozent auf 2,11 bis 2,26 Dollar angekündigt, diese Prognose dann auf einen Gewinn je Aktie von 1,95 bis 2,10 Dollar verringert.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Firmenchef mit einem Rückgang von Umsatz und Gewinn. Ihm zufolge dürfte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 2,84 Milliarden bis 2,86 Milliarden Dollar erwirtschaften. Der Jahresgewinn je Aktie werde wohl auf 1,19 bis 1,22 Dollar sinken. Irwin D. Simon stellte erst für das folgende Geschäftsjahr 2017/2018 wieder Verbesserungen von Umsatz und Gewinn in Aussicht.

TerraForm Global hat auch im ersten Quartal 2017 ein Minus erwirtschaftet. Das geht aus der Zwischenbilanz hervor, die die Betreiberin von Ökostrom-Kraftwerken aus den USA nun veröffentlicht hat. Demnach erlitt das Unternehmen aus Bethesda im US-Bundesstaat Maryland einen Nettoverlust von zwei Millionen Dollar. Dieser Fehlbetrag liegt aber deutlich unter dem Nettoverlust von sechs Millionen Dollar, den TerraForm Global im Vorjahreszeitraum erlitten hat. Der Quartalsumsatz stieg um 18 Prozent auf 56 Millionen Dollar. TerraForm Global steht vor der Übernahme durch den kanadischen Investor Brookfield Asset Management.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.
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