09.01.12 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vestas kappt Prognose – LDK Solar will Sunways AG übernehmen – Arise Technologies insolvent

Der DAX startete das neue Jahr dynamisch und schloss die erste Januarwoche mit 6.058 Punkten und einem Plus von 2,7 Prozent ab. Der US-amerikanische Dow Jones Index legte 1,2 Prozent auf 12.360 Punkte zu. Dagegen gab der japanische Nikkei 0,8 Prozent auf 8.390 Punkte nach. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verteuerte sich um 5,6 Prozent auf 113,30 Dollar. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ stieg um 0,2 Prozent auf 7.587 Dollar. Der Euro verlor 1,9 Prozent an Wert und beschloss die Woche mit 1,2715 Dollar.

Windaktien

Der dänische Windradhersteller Vestas Wind Systems hat seine Prognose für das Gesamtjahr 2011 erneut gesenkt.  Bislang hatte das Unternehmen aus Randers 255 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Aussicht gestellt. Nun rechnet es mit einem Fehlbetrag in ungenannter Höhe. Die Umsatzerwartung  schraubte der weltgrößte Windradhersteller von 6,4 auf 6 Milliarden Euro zurück. Vestas erklärte dies mit Anlaufkosten für die Entwicklung eines Turbinentyps und mit Verzögerungen im Projektgeschäft, speziell in Europa. Dadurch werde sich ein Teil der anvisierten Umsätze und Gewinne in das erste Quartal des laufenden Jahres verschieben.

Der Hamburger Windkraftanlagenhersteller Nordex SE hat einen Auftrag aus Irland erhalten. Für den Energieversorger Bord Gais Energy soll er 17 Windräder mit zusammengenommen 42,5 Megawatt (MW) Leistungskapazität für die Windfarm Garracummer liefern. Der Energieversorger habe bei Nordex neben der Lieferung auch den Aufbau der Fundamente  und die Inbetriebnahme des Windparks geordert, teilte der Windradhersteller mit. Außerdem werde Nordex 15 Jahre lang Service und Wartungsleistungen für den Windpark erbringen. Errichtet werde das Windkraftwerk nahe der irischen Stadt Tipperary.

Für den Bau eines Windparks im Westen der USA soll der indische Windturbinenbauer Suzlon Energy Ltd. 57 Windturbinen liefern. Die US-Tochter von Suzlon habe einen entsprechenden Auftrag über Windkraftanlagen mit 120 MW Gesamtleistungskapazität erhalten, teilte der Konzern aus Mumbai mit. Die Windräder würden noch im laufenden Jahr errichtet und in Betrieb genommen. Näheres zum Kunden oder dem Windparkprojekt gab Suzlon nicht bekannt.

Das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) hat den Bau des Nordseewindparks Borkum Riffgrund II genehmigt. Mit der Genehmigung erhält die PNE Wind AG nun vom dänischen Besitzer Dong Energy A/S einen „einstelligen Millionenbetrag“, wie der Projektierer aus Cuxhaven mitteilte. Diese nachträgliche Zahlung sei beim Verkauf des Projekts von PNE an Dong Ende 2009 vereinbart worden, hieß es. PNE Wind hatte den Offshore-Windpark mit einer geplanten Leistungskapazität von 231 MW entwickelt und die Projektrechte dann an Dong verkauft. Allerdings sei PNE auch nach der Transaktion als Dienstleister in die weitere Realisierung eingebunden geblieben, so das Unternehmen.

Der französische Windkraftprojektierer Theolia S.A. aus Aix-en-Provance hat einen Windpark an seine 2011 gegründete Investmenttochter Theolia Utilities Investment Company verkauft. Die Windfarm werde derzeit im Departement Somme errichtet und eine Kapazität von 15 MW erreichen, hieß es. Weitere Angaben zu der Transaktion gab Theolia nicht bekannt.

Solaraktien

Der chinesische Solarkonzern LDK Solar strebt die Mehrheit an der Sunways AG aus Konstanz an. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung hat die deutsche Tochter des Unternehmens aus Xinyu, LDK Solar Germany Holding GmbH, rund 33 Prozent der Anteile an Sunways übernommen. Damit flossen dem süddeutschen Solarunternehmen rund 5,8 Millionen Euro an neuem Kapital zu. Bis Ende Januar 2012 will LDK den Sunways-Aktionären ein freiwilliges öffentliches Übernahme-Angebot für 1,90 Euro je Aktie unterbreiten und die von Sunways begrüßte Übernahme noch im ersten Quartal 2012 vollziehen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die deutschen Kartellbehörden müssen den Übernahmeplänen allerdings noch zustimmen. Die Aktie der Sunways AG soll auch im Falle einer Übernahme durch den chinesischen Solarkonzern nicht von der Börse genommen werden. LDK will die Marke Sunways sowie den deutschen Produktionsstandort des Unternehmens erhalten.

Bildhinweis: Solarmodul von Sunways. / Quelle: Unternehmen


Die Freiburger S.A.G. Solarstrom AG hat einen italienischen Solarpark mit einer Kapazität von 48 MW verkauft. Ein von ihr nicht näher benannter institutioneller Investor werde einen dreistelligen Millionenbetrag für das Sonnenstromkraftwerk Serenissima bezahlen, hieß es. Die Transaktion sei laut dem nun geschlossenen Kaufvertrag für das erste Quartal 2011 vorgesehen. Ferner hat der Erneuerbare-Energien-Projektierer wind 7 AG aus Eckernförde von der S.A.G. Solarstrom AG zwei Photovoltaik-Dachanlagen mit einer Kapazität von 2,7 MW gekauft. Es handle sich um eine Photovoltaikanlage in Worms mit 1,8 MW Leistungskapazität und eine Anlage in Giengen in Baden-Württemberg.

Der norwegische Solarkonzern Renewable Energy Corporation (REC) drosselt seine Produktionskapazitäten weiter. Er kündigte an, dass die Waferproduktion am Standort Glomfjord in Norwegen für das gesamte erste Quartal 2012 zur Hälfte stillgelegt wird. Bislang wurden dort jährlich Wafer mit zusammengenommen 300 MW Leistungskapazität hergestellt.

Die chinesische TFG Radiant Group will ihren Anteil an der US-amerikanischen Ascent Solar auf 41 Prozent steigern und damit nahezu verdoppeln. Das Gemeinschaftsunternehmen der Radiant Group und der Tertius Financial Group hatte erst im vergangenen August 20 Prozent der Anteile von Ascent Solar erworben. Nun verständigte es sich mit der Norsk Hydro Produksjon AS darauf, deren Beteiligung an dem US-Solarunternehmen für 4,0 Millionen Dollar bzw. 0,50 Dollar je Aktie zu erwerben.Die TFG Radiant Group hat bereits massive Investitionen in die Solarproduktion mit Lizenzen von Ascent Solar angekündigt. Die ist auf flexible Ultraleicht-Dünnschicht-Solarmodule spezialisiert.

Die kalifornische SunPower Corp. hat in dem US-Bundesstaat an verschiedenen Standorten vier Solaranlagen mit 3,8 MW Gesamtleistung in Betrieb genommen. Der börsennotierte Solarkonzern, der mehrheitlich der französischen Total S.A. gehört, hatte die Anlagen auf Grundstücken der bundesstaatlichen Wasseragentur und auf Dächern einzelner Wasserwerke installiert.

Die kriselnde Satcon Technology hat angekündigt, die Produktion in Kanada zu schließen und 140 Arbeitsplätze zu streichen. Damit fällt über ein Drittel der Stellen im Konzern weg. Das Unternehmen aus Boston im US-Bundesstaat Massachusetts erhofft sich von dieser Maßnahme eine Kostenersparnis von 15 bis 17 Millionen US-Dollar. Satcon produziert unter anderem Wechselrichter für Solaranlagen, schreibt aber trotz des weltweit wachsenden Photovoltaikmarktes seit 2005 rote Zahlen. Allein in den ersten neun Monaten 2011 verbuchte das Unternehmen einen gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 35,4 Millionen Dollar verdreifachten Nettoverlust.Wie weiter mitgeteilt wurde, muss Satcon für das vierte Quartal Abschreibungen auf Lagerbestände im Umfang von 20 bis 26 Millionen Dollar vornehmen. Die Gesellschaft kündigte weitere Umstrukturierungen an. So soll der Vertrieb neu ausgerichtet werden, mit einem Fokus hin zu den stark wachsenden Märkten in Nordamerika und Asien und fort von den geschwächten Absatzmärkten in Europa.

Der US-amerikanische Solarausrüster GT Advanced Technologies hat Aufträge im Gesamtwert von 66,5 Millionen Dollar erhalten. Wie das Unternehmen aus Marrimack in New Hampshire mitteilte, hat ein ungenannter Kunde Technologie für die Produktion von Solarsilizium geordert, so GT Advanced Technologies. Die andere Bestellung sei von SMP Ltd. eingegangen, einem Gemeinschaftsunternehmen von Samsung Fine Chemicals und MEMC Singapore, einer Tochter des US-amerikanischen Solarkonzerns MEMC. Ihm werde Technologie zur Produktion von Silan geliefert.

Das kanadische Solarunternehmen Arise Technologies ist insolvent. PricewaterhouseCoopers ist mit der Insolvenzverwaltung beauftragt worden. Vor wenigen Wochen war die deutsche Tochtergesellschaft Arise Technologies Deutschland GmbH mit Sitz in Bischofswerda ebenfalls in die Insolvenz gegangen. Weil die Insolvenzverwalterin Bettina Breitenbücher bisher noch keine Investor finden konnte, wurde der Betrieb nun stillgelegt. Allerdings dauern die Verhandlungen mit potenziellen Geldgebern weiter an.

Fortschritte bei einem Photovoltaik-Großprojekt in China meldete der Solarkonzern Canadian Solar. Das Unternehmen mit Sitz in der kanadischen Provinz Ontario und Fertigungsstätten in China hat den ersten Bauabschnitt eines Sonnenstrom-Großkraftwerks mit 50 MW geplanter Gesamtleistungskapazität fertiggestellt. Dieser Bauabschnitt der Freiflächenanlage, die in Hongsibao in der Provinz Ningxia errichtet wird, verfüge über zehn MW Leistungskapazität, teilte Canadian Solar mit.

Der Siliziumproduzentin Hoku Corp. droht die Abschaltung der Stromversorgung für ihr US-Siliziumwerk in Pocatello im US-Bundesstaat Idaho. Die Tochtergesellschaft der chinesischen Hoku Scientific Inc. mit Hauptsitz auf Hawaii hat die November-Rechnung des Versorgers Idaho Power Co. über 1,9 Millionen Dollar nicht bezahlt. Die zuständige Dienstleistungskommission des Staates Idaho, die Idaho Public Utilities Commission, hat die Stromabschaltung vorerst untersagt. Der gegenüber hatte Hoku argumentiert, der dadurch drohende Schaden stehe in keinem Verhältnis zu den Ansprüchen des Energieversorgers an die Siliziumproduzentin. Hoku hatte die Produktion in Pocatello im November 2011 ans Stromnetz angeschlossen und ist erst dabei, sie weiter hoch zu fahren. Das Unternehmen ist hoch verschuldet und schreibt seit längerem tiefrote Zahlen.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der Opens external link in new windowUmweltBank.


Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x