Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Vestas kündigt Massenentlassungen an – Conergy AG besetzt Führung neu – CropEnergies AG meldet Gewinnsprung

Der DAX hat sich in der vergangenen Woche um 1,4 Prozent auf 6.143 Punkte verbessert. Der US-amerikanische Dow Jones Index kletterte um 0,5 Prozent auf 422 Punkte. Der japanische Nikkei gewann 1,3 Prozent auf 8.500 Punkte hinzu. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ blieb stabil, er gab lediglich um 0,2 Prozent auf 113,30 Dollar nach. Dagegen stieg der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ um 5,6 Prozent auf  8.013 Dollar. Der Euro verlor 1,3 Prozent an Wert und notierte zum Abschluss der Woche bei 1,268 Dollar.

Windaktien

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2011 ist der Auftragseingang der Nordex SE um etwa ein Drittel auf 400 Millionen Euro angestiegen. Im Gesamtjahr stieg das Neugeschäft des Windturbinenherstellers um 32 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Beim Auftragseingang profitierte Nordex nach eigenen Angaben vor allem von seiner guten Position in den europäischen Absatzmärkten. Hier verzeichnete der Konzern etwa 77 Prozent seiner neuen Aufträge. Weitere 21 Prozent des Neugeschäfts kamen aus den USA, wo Nordex vor allem im Schlussquartal ein deutlich anziehendes Neugeschäft verzeichnete.

Der dänische Windradhersteller Vestas Wind Systems hat Werkschließungen und Massenentlassungen angekündigt. Er plant, alle internen Abläufe und auch die Produktion deutlich zu straffen. Insgesamt sollen bei den Restrukturierungsmaßnahmen 2335 Arbeitsplätze wegfallen, teilte das Unternehmen aus Randers mit. Wo konkret im Laufe des Jahres Werke geschlossen und Mitarbeiter entlassen werden sollen, gab Vestas noch nicht bekannt. Durch die Neuordnung der Kostenstruktur erhofft sich der Windradhersteller, bei den laufenden Kosten 150 Millionen Euro einzusparen.
Mit dem Windkraftprojektierer Lake Turkana Wind Power (LTWP) hat Vestas einen Rahmenvertrag über die Lieferung von Windrädern mit 310 MW Leistungskapazität vereinbart. Bestimmt sind sie für eine Windfarm in Kenia.

Der spanische Windradhersteller Gamesa hat in Indien eine Fabrik zur Fertigung von Windrad-Rotorblättern eröffnet. Das Werk in der Stadt Vadodara, in das Gamesa nach eigenen Angaben 25 Millionen Euro investiert hat, soll ab 2013 jährlich 390 Windrotoren produzieren. Bestimmt seien die Windradkomponenten für Projekte in den Bundesstaaten Gujarat, Rajasthan, Madhya Pradesh und Maharashtra im Norden des Landes. Der Ausbau der Produktionskapazitäten in Indien sei Teil des 60-Millionen-Euro-Investitionsprogramms, das Gamesa 2011 bekannt gegeben hatte, so der Windradhersteller weiter.

Solaraktien

Die Hamburger Conergy AG hat einen neuen Vorstandschef. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Dr. Philip Comberg, wurde mit sofortiger Wirkung als Vorstandsvorsitzender bestellt. Er verantwortet die Bereiche Strategie, Unternehmensentwicklung, Corporate Communications, Personal, Compliance und Recht. Zudem hat der Solarkonzern einen Nachfolger für den scheidenden Finanzvorstand Dr. Sebastian Biedenkopf gefunden. Der hatte bereits vor Monaten angekündigt, das Unternehmen Ende Februar zu verlassen. Für ihn soll nun Jan Vannerum als Chief Financial Officer in den Vorstand aufrücken. Er war bisher für das Rechnungswesen und Controlling von Conergy verantwortlich. Wie weiter mitgeteilt wurde, soll Vorstand Alexander Gorski  weiterhin als Chief Operating Officer das operative Geschäft des Unternehmens verantworten und zudem die Zuständigkeit für die Region Europa tragen. Für Asien-Pazifik, Nordamerika und den Mittleren Osten zeichnet im Vorstand künftig Marc Lohoff verantwortlich.
Ferner meldete der Hamburger Solarkonzern einen Auftrag aus Saudi-Arabien. Demnach soll Conergy die erste Dachsolaranlage in der Stadt Riad errichten. Bei der Installation dieses Photovoltaik-Kraftwerks mit 200 Kilowatt Leistungskapazität werde Conergy von dem lokalen Partner Modern Times Technical Systems unterstützt, hieß es.

Projektrechte zum Bau von Photovoltaikanlagen in Israel hat sich die solarhybrid AG aus Brilon gesichert. Aus der Konkursmasse der insolventen Sunday Energy Ltd. habe solarhybrid die Rechte an Photovoltaikprojekten mit 201 Megawatt (MW) Leistungskapazität gekauft, teilte das Unternehmen mit. Mitgesellschafter dieser Projekte seien die israelischen Unternehmen Ormat Systems Ltd. und Yavne Israel, die im Durchschnitt mit 22 Prozent beteiligt seien. Als Kaufpreis nannte die solarhybrid neun Millionen Neue Schekel (umgerechnet 1,84 Millionen Euro). Zuzüglich dazu sei eine  Erfolgsprämie von 240 Neuen Schekel (49 Euro) pro installiertem Kilowatt Leistungskapazität vereinbart worden. Damit würden bei der Realisierung des gesamten erworbenen Projektportfolios weitere 9,8 Millionen Euro fällig. Für die Geschäfte in Israel hat die Photovoltaik-Spezialistin nach eigenen Angaben eine in Tel Aviv ansässige Tochtergesellschaft gegründet, die solarhybrid Israel Ltd.

Fünf potenzielle Interessen an der Übernahme des insolventen Berliner Solarkonzerns haben mit der Prüfung der Unternehmensunterlagen begonnen. Das teilte der Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg mit. Darunter seien potenzielle Investoren aus dem In- und Ausland. Die Interessenten sollen noch im Januar verbindliche Angebote einreichen. Solon habe zum Jahresende 2011 zahlreiche Solarmodule absetzen können, so Insolvenzverwalter Wienberg. Damit der Verkauf auch in 2012 weiterlaufen könne, habe ein internationaler Solarmodulhersteller die Garantien für Solon-Module gegenüber Endkunden übernommen.

Nach vorläufigen Schätzungen hat die SMA Solar Technology AG im Jahr 2011 das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt. Die Gesellschaft aus Niestetal bei Kassel hat demnach rund 1,7 Milliarden Euro Umsatz und ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von über 240 Millionen Euro erzielt. Damit wurden die im Herbst abgesenkten Prognoseziele des Vorstands erreicht. Er hatte 1,5  bis 1,7 Milliarden Euro Umsatz und 220 bis 300 Millionen  Euro EBIT in Aussicht gestellt. Bis September 2011 war die SMA-Führung noch von bis zu 1,9 Milliarden Euro Umsatz und von einem operative Ergebnis in Höhe von 315 bis 475 Millionen Euro ausgegangen. Im Rekordjahr 2010 hatte SMA noch ein EBIT von 516,8 Millionen Euro erwirtschaftet.
Für das laufende Geschäftsjahr 2012 gab der SMA-Vorstand noch keine Umsatz- und Ergebnisprognose heraus.

Als Kompensation für die Auflösung eines langfristigen Liefervertrages erhält der norwegische Solarkonzern Renewable Energy Corporation (REC) 200 Millionen Norwegischen Kronen (NOK). Das sind umgerechnet knapp 26 Millionen Euro. REC hat auch mit anderen Kunden die Auflösung von Lieferverträgen vereinbart. Für das erste Quartal 2012 werden dem Solarkonzern nach dessen Darstellung insgesamt Ausgleichszahlungen im Umfang von 325 Millionen NOK zufließen. Das sind umgerechnet rund 42 Millionen Euro.

Einen Großauftrag im Wert von 101 Millionen Dollar hat der US-Solarausrüster GT Advanced Technologies Inc. aus Merrimack in New Hampshire erhalten. Ihm zufolge hat eine ungenannte Kundin Maschinen und Technologiekomponenten zur Produktion von Solarsilizium geordert.

Bioaktien

In den ersten neun Monaten ihres Geschäftsjahres 2011/2012 hat die CropEnergies AG aus Mannheim den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 425,8 Millionen Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf 42,8 Millionen Euro. Grund für dieses starke Ergebnis seien gestiegene Preise für Bioethanol sowie eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel, teilte die Spezialistin für Biokraftstoffe mit. Aufgrund von Veränderungen im Rohstoff-Mix sowie Wartungs- und Optimierungsarbeiten habe die Gesamtproduktionsmenge für die ersten  neun Monate dennoch unter der im Vergleichszeitraum des Vorjahres gelegen. Nach 509.000 Kubikmetern im ersten Dreiviertelgeschäftsjahr 2010/2011 waren es aktuell 497.000 Kubikmeter. Für das Gesamtjahr 2011/2012 erwartet CropEnergies ein weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum. Nach 472,8 Millionen Euro Umsatz im Vorjahr prognostiziert das Unternehmen nun zwischen 550 und 570 Millionen Euro Umsatz. Das EBIT soll auf Jahressicht von 45,9 auf 50 bis 53 Millionen Euro ansteigen, so CropEnergies weiter.

Andere Aktien

Zwei Aufträge zur Lieferung von Lokomotiven im Gesamtwert von 70 Millionen Euro hat die Vossloh AG erhalten. Laut der Bahntechnik-Spezialistin aus Werdohl bestellte das britische Güterverkehrsunternehmen Direct Rail Services (DRS) 15 diesel-elektrische Lokomotiven vom Typ Eurolight. Sie würden im spanischen Vossloh-Werk in Valencia gefertigt, so Vossloh. Ihre Auslieferung sei ab Ende 2013 geplant. Ferner habe der französische Eisenbahnbetreiber Voies Ferrées Locales et Industrielles (VFLI) sechs Lokomotiven des Typs EURO 4000 in Auftrag gegeben. Diese würden ab Januar 2013 ausgeliefert, erklärte der Bahntechnikkonzern.

Einen starken Auftragseingang meldet die Helma Eigenheimbau AG aus Lehrte. Demnach hat die Spezialistin für individuelle Massivhäuser und nachhaltige Energiekonzepte 2011 ein Vertriebsplus von 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Dank eines starken Abschlussquartals sei es gelungen, für das Gesamtjahr 2011 Aufträge für Grundstücke und Häuser im Wert von 106,8 Millionen Euro zu verbuchen. Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet Helma beim Netto-Auftragseingang eine Steigerungsrate im zweistelligen Prozentbereich.

Zwei Großaufträge hat die M.A.X. Automation AG aus Düsseldorf erhalten.  Ihre Tochtergesellschaft Vecoplan AG Anlagentechnik soll für German Pellets Texas LLC liefern, die amerikanische Tochter von German Pellets. Diese errichtet im texanischen Woodville eine Anlage zur Pelletproduktion mit einer geplanten Jahreskapazität von 500.000 Tonnen. Der Auftrag hat ein Volumen von rund zehn Millionen Euro.
Weiter gab die Spezialistin für Automationstechnologie bekannt, dass die Konzerngesellschaft IWM Automation GmbH Montageanlagen für zwei große deutsche Fahrzeughersteller liefern wird. Sie soll demnach Anlagen für die Lenksäulen- und Sitzversteller-Montage sowie für die Kapazitätserweiterung einer Anlage zur Getriebemontage errichten. Hierfür beläuft sich das Auftragsvolumen auf rund fünf Millionen Euro.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung  der Opens external link in new windowUmweltBank.


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