08.08.11 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vestas liefert Windräder nach Indien – First Solar kappt Prognose – Geothermie-Spezialistin Ormat schreibt rote Zahlen

Die Zuspitzung der Schuldenkrise in Europa und den USA hat die Börsenkurse im Lauf der vergangenen Woche auf Talfahrt geschickt. So brach der DAX um 12,9 Prozent auf 6.236 Punkte ein. Der US-amerikanische Dow Jones Index verlor 6,1 Prozent auf 11.444 Punkte. Der japanische Nikkei büßte 5,4 Prozent ein und notierte am Freitag bei 9.300 Punkten. Um 6,3 Prozent auf 109,30 Dollar verbilligte sich die Tonne Öl der Sorte „Brent Crude“. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade“ sank um 7,3 Prozent auf 9.126 Dollar. Der Euro verlor 0,7 Prozent an Wert. Er kostete zum Wochenschluss 1,428 Dollar.

Windaktien

Für einen Windpark in Spanien hat das Grünstrom-Unternehmen Eolia Renovables 15 Windräder beim Hamburger Hersteller Nordex SE bestellt. Nordex sei sowohl mit der Lieferung als auch mit dem schlüsselfertigen Bau des 37,5-Megawatt-(MW)-Projektes Sant Antoni in der nordspanischen Region Katalonien betraut worden, teilte der Windradhersteller mit.

Einen neuen Auftrag zur Lieferung von 26 Windrädern für einen Windpark Vandiya Power im  indischen Bundesstaat Gujarat hat die dänische Vestas Wind Systems erhalten. Die Turbinen mit einer Gesamtleistungskapazität von 46,8 MW seien eine Folgeorder des indischen Dieselgenerator-Herstellers Powerica Ltd., teilte der weltweit größte Windturbinenbauer mit.

Solaraktien

Ein Infrastrukturfonds der Deutschen Bank ist zu 49 Prozent bei einem solarthermischen Großkraftwerksprojekt der Solar Millennium AG eingestiegen. Wie das Unternehmen aus Erlangen bekannt gab, hat es die Anteile der Projektgesellschaft des geplanten 50 Megawatt-Kraftwerks Arenales gemeinsam mit dem spanischen Baukonzern Obrascón Huarte Lain, S.A. (OHL) an eine Tochtergesellschaft des RREEF Pan-European Infrastructure Fund L.P. verkauft. Die restlichen 51 Prozent der Projektgesellschaft verbleiben laut Solar Millennium bei ihr (26 Prozent) und bei der OHL (25 Prozent).

Mit zehn Prozent mehr Umsatz und fünf Prozent mehr Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres hat der Solarzulieferer Wacker Chemie AG das zweite Quartal 2011 abgeschlossen. Dem Münchner Unternehmen zufolge kletterte der Quartalsumsatz auf 1,33 Milliarden Euro. Das EBIT belief sich im zweiten Quartal 2010 auf 215,1 Millionen Euro.
 
In der Nähe von Finsterwalde in Brandenburg soll die solarhybrid AG ein Photovoltaik-Großkraftwerk mit 40 Megawatt peak Leistung realisieren. Errichtet werde das 76-Millionen-Euro-Projekt im Auftrag der Altira Renewables Management GmbH für den geschlossenen Photovoltaikfonds Deutscher Solarfonds Stabilität 2010 GmbH & Co. KG, teilte das Solarunternehmen aus Markanstädt mit.

Zwei neue Kooperationsvereinbarungen zur Entwicklung effizienterer und zugleich kostengünstigerer Photovoltaikprodukte ist die Manz Automation AG aus Reutlingen eingegangen. Das erste Verbundprojekt habe Manz mit dem Dünnschicht-Modulhersteller Würth Solar und dem Stuttgarter Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) gestartet. Ziel sei es, die so genannte GIGS-Dünnschichttechnologie für Solarmodule schneller weiterzuentwickeln, so Manz. Die zweite Entwicklungskooperation mit dem Solarmodulhersteller Schott Solar AG und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) widme sich der Entwicklung von Produktionstechnologien für die Herstellung effizienterer kristalliner Silizium-Solarzellen.

Das letzte Hindernis für die Übernahme der deutschen Roth & Rau AG durch die schweizerische Meyer Burger Technology AG ist gefallen. Die in Baar ansässige Meyer Burger AG erklärte, die Kartellfreigabe des chinesischen Wirtschaftsministeriums für die Übernahme und den damit verbundenen Zusammenschluss der beiden Solarausrüster liege nunmehr vor. Die Zahlung des Angebotspreises werde voraussichtlich am 9. August 2011 vorgenommen.

Einen Rückschlag im langjährigen Rechtsstreit um einen umfangreichen Liefervertrag mit der chinesischen China Sunergy hat der norwegische Solarkonzern Renewable Energy Corp. (REC) hinnehmen müssen. Ein norwegisches Berufungsgericht befand, dass REC zu Unrecht 50 Millionen Dollar Banksicherheiten kassiert habe. Scheitert die angestrebte Beschwerde von REC gegen dieses Urteil, müsste REC die 50 Millionen Dollar zurückzahlen.

Eine starke Bilanz für das zweite Quartal und die ersten sechs Monate 2011 hat der US-Solarkonzern MEMC Electronic Materials vorgelegt. Das Unternehmen aus St. Peters in Missouri steigerte den Quartalsumsatz auf Jahressicht um 66 Prozent auf 745,6 Millionen Dollar. Darin seien allerdings 149,4 Millionen Dollar enthalten, die MEMC vom US-Modulhersteller Suntech Power Holdings nach der Auflösung eines unerfüllten langfristigen Liefervertrages erhalten habe, so MEMC. Ohne diese Zahlung verbuchte der Konzern im Vergleich zum zweiten Quartal 2010 noch 33 Prozent Umsatzanstieg. Diese starke Umsatzentwicklung katapultierte MEMC zurück in die Gewinnzone. Nach 13,8 Millionen Dollar Nettoverlust im Vorjahresquartal erwirtschaftete der Konzern 47,3 Millionen Dollar Nettogewinn. Im ersten Halbjahr erzielte MEMC mit 1,48 Milliarden Dollar 40 Prozent mehr Umsatz als im Vergleichszeitraum 2010. Der Nettogewinn der ersten Jahreshälfte vervielfachte sich von 4,2 Millionen Dollar auf 42,8 Millionen Dollar. Allerdings muss MEMC im Zusammenhang mit der Übernahme der US-Tochter des spanischen Solarprojektierers Fotowatio Renewable Ventures bis zu 132,9 Millionen Dollar zahlen. Dies hat MEMC ebenfalls bekannt gegeben.

Mit deutlich mehr Umsatz und Gewinn als im Vergleichszeitraum des Vorjahres hat der US-Solarausrüster GT Solar International Inc. das erste Quartal seines Fiskaljahres 2012 beendet. Der Konzern aus Merrimack in New Hampshire erzielte von April bis Juli 2011 mit 231 Millionen Dollar 71 Prozent mehr Umsatz als in der gleichen Berichtsperiode des Vorjahres. Noch deutlicher fiel der Gewinnsprung aus. Im Vergleich zum Vorjahresquartal kletterte der Nettogewinn von GT Solar um 273 Prozent auf 52,1 Millionen. Außerdem meldete GT Solar einen weiteren Großauftrag aus Asien. Ein neuer Kunde habe Technologiekomponenten für den gesamten Prozess der Siliziumproduktion im Wert von 55,1 Millionen Dollar bestellt, hieß es.

Bei der Vorlage schwacher Geschäftszahlen für das zweite Quartal hat First Solar aus dem US-Bundesstaat Arizona ihre Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Wie die weltweit führende Produzentin von Dünnschichtsolarmodulen bekannt gab, ist der Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 533 Millionen Dollar geschrumpft. Der Nettogewinn brach von 159 Millionen auf 61 Millionen Dollar ein. Im Zuge dessen reduzierte First Solar die Prognose für das Gesamtjahr 2011 deutlich. Als Jahresumsatz stellt der Modulhersteller 3,6 bis 3,7 Milliarden Dollar in Aussicht und damit 100 Millionen Dollar weniger als bisher. Der Betriebsgewinn werde maximal 960 Millionen Dollar betragen statt wie eigentlich angestrebt maximal 970 Millionen Dollar, hieß es weiter.

Bildhinweis: Solarpark mit Modulen von First Solar. / Quelle: Phoenix Solar AG


Für verschiedene Solarprojekte in den indischen Bundesstaaten Punjab, Rajasthan und Gujarat soll der kalifornische Solarkonzern SunPower Corp. bewegliche Solarpanele mit zusammengenommen 15 MW Leistung liefern. Nach seinen Angaben wurden die Produkte von der indischen Mahindra EPC Services Pvt Ltd bestellt.

Der Umsatz des Solarausrüsters STR Holdings ist im zweiten Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,2 Prozent auf 102,4 Millionen Dollar gewachsen. Wie die Gesellschaft aus Enfield im Bundesstaat Connecticut mitteilte, brach der Betriebsgewinn aufgrund stark gesunkener Margen jedoch um 32 Prozent auf 17,5 Millionen Dollar ein. Der Nettogewinn schrumpfte von 15 Millionen auf 9,7 Millionen Dollar.

Der chinesische Solarkonzern LDK Solar aus Xinyu meldete einen Großauftrag aus den USA. Demnach wurden für ein Projekt im Bundesstaat New Jersey bei den Chinesen 58.803 Solarmodule geordert. Auftraggeber sei die Advanced Solar Products aus Flemington, New Jersey. Sie errichte in East Windsor, New Jersey, ein Photovoltaik-Projekt mit einer Gesamtleistung von über 14 MW.

Für ein Photovoltaik-Großprojekt in Griechenland mit zehn MW Spitzenleistung soll die chinesische Yingli Green Energy die Solarmodule liefern. Wie das Unternehmen aus Boading bekannt gab, wurde ein entsprechender Vertrag unterzeichnet. Realisiert werde die Anlage derzeit in Larissa von dem Erneuerbare-Energien-Projektierer Selected Energy S.A.

Die in der chinesischen Provinz Jiangsu ansässige Trina Solar will in Kürze ihre Zahlen für das zweite Quartal veröffentlichen. Im Vorfeld hat sie nun Ihre Prognose für diesen Zeitraum gesenkt. Nach eigenen Angaben wurden voraussichtlich nur Solarprodukte mit einer Gesamtleistung von 395 bis 397 MW ausgeliefert. Anvisiert hatte der Solarkonzern 430 bis 450 MW. Für den Bau zweier großer Freiflächensolarparks in seinem Stammland China soll Trina Solar Photovoltaikmodule mit 30 MW Gesamtleistungskapazität liefern. Dem Unternehmen zufolge stammt diese Bestellung von einer Tochter der China Power Investment Corporation. 20 MW seien für den Solarpark Golmud vorgesehen, weitere zehn MW für das Solarkraftwerk Henan.

Andere Aktien

Die init innovation in traffic systems AG aus Karlsruhe hat nach vorläufigen Berechnungen im ersten Halbjahr 2011 eine leichte Umsatzeinbuße hinnehmen müssen. Der Halbjahresumsatz des Systemhauses für Telematik-, Planungs- und elektronische Zahlungssysteme sank von 32,6 Millionen auf 31,6 Millionen Euro. Klar steigern konnte init dagegen das Konzernergebnis. Es kletterte von 3,7 Millionen auf 4,9 Millionen Euro. Grund für den Gewinnsprung sei ein Zahlungseingang im Zusammenhang mit einem Großauftrag in Dubai, so das Unternehmen.

Trotz deutlich höherer Gewinne im zweiten Quartal als im Vorjahreszeitraum hat Ormat Technologies Inc. im ersten Halbjahr 2011 rote Zahlen geschrieben. Der aktuellen Bilanz der Spezialistin für geothermische Großkraftwerke aus Reno im US-Bundesstaat Nevada zufolge kletterte der Nettoertrag des zweiten Quartals um 81,7 Prozent auf 8,2 Millionen Dollar. Dabei stieg der Umsatz um 7,9 Prozent auf 104,6 Millionen Dollar. Auch bezogen auf das erste Halbjahr steigerte Ormat den Umsatz. Nach 178,9 Millionen Dollar in der Vorjahreshälfte setzte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten 2011 202,4 Millionen Dollar um, was einem Zuwachs von 13,1 Prozent entspricht. Dennoch erhöhte sich der Nettoverlust dieser Berichtsperiode von 300.000 auf 700.000 Dollar. Dies erklärt Ormat mit Schwächen im Produktgeschäft.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat der Fahrradhersteller Derby Cycle AG den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 38 Prozent auf 198,8 Millionen Euro gesteigert. Das gab das Unternehmen aus Cloppenburg auf Basis vorläufiger Zahlen bekannt. Wie Derby Cycle mitteilte, kletterte der Umsatz im dritten Quartal um rund 35 Prozent auf 84,4 Millionen Euro. Zum Gewinn äußerte sich der Fahrradhersteller nicht.

Trotz deutlich gesteigerter Umsätze im zweiten Quartal und den ersten sechs Monaten 2011 schreibt die kanadische Brennstoffzellenspezialistin Ballard Power Systems weiterhin rote Zahlen. Das geht aus der nun vorgelegten Bilanz von Ballard hervor. Für das zweite Quartal verbuchte das Unternehmen aus Vancouver 19,1 Millionen US-Dollar Umsatz, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Anstieg von 23 Prozent entspricht. Der Nettoverlust der Berichtsperiode sank auf Jahressicht um 14 Prozent auf 8,7 Millionen US-Dollar. Nach 27,4 Millionen US-Dollar Halbjahresumsatz in 2010 setzte Ballard Power nunmehr 34,4 Millionen US-Dollar um, ein Anstieg um 26 Prozent. Der Nettoverlust erhöhte sich um rund zehn Prozent auf 18,9 Millionen US-Dollar.

Stark verbesserte Halbjahreszahlen hat die M.A.X. Automation AG aus Düsseldorf vorgelegt. Demnach kletterte der Umsatz der ersten sechs Monate 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 53,7 Prozent auf 121,1 Millionen Euro. Das EBIT des Berichtszeitraums verdreifachte sich auf 5,4 Millionen Euro.

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