10.10.11 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vestas schnürt großes Auftragspaket – Solar-Millennium-Vorstand wirft hin – Carsten Maschmeyer steigt bei Fahrradhersteller Mifa ein

Der DAX legte 3,1 Prozent zu und schloss am vergangenen Freitag bei 5.676 Punkten. Um 3,2 Prozent auf 11.097 Punkte verbesserte sich der US-amerikanische Dow Jones Index. Einen Verlust von 0,3 Prozent verbuchte der japanische Nikkei; er fiel auf 8.579 Punkte. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 104 Dollar. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade“ kletterte um 4,2 Prozent auf 7.310 Dollar. 0,8 Prozent verlor der Euro. Er kostete 1,337 Dollar.

Windaktien

Mehrere Aufträge aus Skandinavien und Deutschland meldete der Windradhersteller Vestas Wind Systems. Demnach erhielt das Unternehmen aus Randers in Dänemark zwei Bestellungen zur Lieferung von Windrädern für Windparks in Schweden und eine Order für eine Windfarm, die in Brandenburg errichtet werden soll. An die schwedische Eolus Vind AB soll Vestas zunächst 18 Windräder der Zwei-Megawatt (MW)-Klasse mit 36 MW Leistungskapazität liefern. Dieser Vertrag beinhalte eine Option auf weitere Lieferungen von Windrädern mit bis zu 180 MW. 43 Turbinen mit insgesamt 129 MW Leistungskapazität haben die beiden Unternehmen Arise Windpower AB und Platina Partners Ltd. bei Vestas in Auftrag gegeben. Damit solle der schwedische Windpark Jädraås realisiert werden, hieß es. Der Auftrag für das Windstromkraftwerk in Brandenburg stamme vom Versorger Thüga-Gruppe und umfasse 14 Windkraftanlagen mit 28 MW Leistung.

Einen Großauftrag zur Lieferung von 36 Windrädern mit zusammengenommen 122 MW Leistungskapazität meldete der Hamburger Turbinenhersteller REpower Systems SE. Die Anlagen der Drei-MW-Klasse seien für einen Windpark nahe Zeewolde in der Provinz Flevoland bestimmt. Auftraggeberin sei Nuon, eine Tochter des Energiekonzerns Vattenfall, so REpower.

Die Aktie des US-Windkraftzulieferers American Superconductor (AMSC) aus Devens in Massachusetts bleibt bei der US-Technologiebörse Nasdaq notiert. Das hat die US-Börsenaufsicht dem Unternehmen mitgeteilt. Die AMSC-Aktie hatte vor dem Ausschluss gestanden, weil das Unternehmen mit der Veröffentlichung seiner Bilanzen in Verzug geraten war. Nachdem die Berichte nachgereicht wurden, verbleibt die Aktie im Index. Hintergrund der Schwierigkeiten war ein laufender Rechtsstreit um unbezahlte Rechnungen des chinesischen Windradherstellers Sinovel.

Solaraktien

Mit dem Verkauf ihres gesamten US-Projektgeschäftes hat die Solar Millennium AG die Trennung von einem Herzstück ihrer Geschäftstätigkeit eingeleitet. Die Spezialistin für solarthermische Kraftwerkstechnologie gab bekannt, alle laufenden und geplanten Grünstrom-Kraftwerksvorhaben in den USA, ein Projektportfolio von 2250 MW, an die Photovoltaik-Spezialistin solarhybrid AG aus Brilon zu verkaufen. Zum Kaufpreis wurden keine Details veröffentlicht. Unmittelbar nachdem diese Nachricht bekannt wurde, erklärte der Vorstandschef Dr. Christian Wolff seinen sofortigen Rücktritt. Als Nachfolger wurde der bisherige Personal- und Marketingchef Jan Withag berufen. Zudem hat die Solar Millennium AG den seit dem Abgang von Unternehmensgründer Hannes Kuhn vakanten Platz im Aufsichtsrat der Firma mit Marc Van Herreweghe neu besetzt. Der belgische Ingenieur und Rechtswissenschaftler arbeitet laut Solar Millennium weiter in einer Führungsposition beim Tabakkonzern British American Tobacco (BAT).

Unterdessen hat die solarhybrid AG zwei neue Aufträge zur Errichtung von großen Photovoltaik-Parks in Deutschland erhalten. Auf zwei ehemaligen Militärflugplätzen in Werneuchen und Allstedt in Brandenburg beziehungsweise Sachsen Anhalt errichte das Unternehmen derzeit zwei Solarparks mit jeweils knapp 19 MW Leistungskapazität, teilte solarhybrid mit. Beide Grünstromprojekte im Wert von jeweils 36 Millionen Euro seien für das Portfolio des geschlossenen Solarfonds Deutscher Solarfonds Stabilität 2010 GmbH & Co. KG des Initiators Altira AG bestimmt.

Den Umbau seiner Konzernstruktur hat der Solarwechselrichter-Hersteller SMA Solar Technology AG angekündigt. So plane der Wechselrichterhersteller eigene Konzernabteilungen für Großkunden wie Energieversorger, das Segment Dachanlagen und die speziellen Begebenheiten in Schwellenländern. Damit wolle SMA kundenorientierter agieren und sich auf die erschwerte Marktlage aufgrund der Euroschuldenkrise einstellen, hieß es.

Die Projektrechte für ein Photovoltaik-Großkraftwerk mit 50 MW Leistungskapazität in Bulgarien hat sich die Phoenix Solar AG gesichert. Wie das Unternehmen aus Sulzemoos bei München erklärte, soll das Grünstromkraftwerk auf einer Fläche von 114 Hektar Land der Gemeinde Kazanlak errichtet werden.

Der Sanierungsexperte Walter Bickel ist zum neuen Vorstand des angeschlagenen Solarkonzerns Solon SE aus Berlin berufen worden. Als Chief Restructuring Officer (CRO) soll er die Restrukturierungsmaßnahmen leiten, die er bislang für die Unternehmensberatung Alvarez & Marsal Deutschland begleitet hatte. Zugleich gab der Solarkonzern bekannt, dass mit Andreas Amelang, Vorstand in Sicherheitsfragen (Chief Security Officer, kurz CSO), und Dr. Martin Detje bisher Leiter des operativen Geschäfts (Chief Operation Officer, COO), zwei Vorstandsmitglieder das Unternehmen verlassen. Zu einer möglichen Nachfolge für die beiden scheidenden Vorstände äußerte sich Solon nicht. Einen 15 MW-Solarpark hat Solon in Zusammenarbeit mit Pacific Gas & Electric Company (PG&E) in Kalifornien in Betrieb genommen. Das Projekt ist Teil eines 250 MW Programms für Versorgungsunternehmen von PG&E mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Die Anlage besteht aus 75.000 Solon-Solarmodulen und liegt bei Fresno in Zentral-Kalifornien.

Für drei Freiflächensolaranlagen in Großbritannien liefert der Solarkonzern Canadian Solar Inc. die Photovoltaikmodule. Auftraggeber ist der Projektpartner Isolux Corsan. Investiert werden 40 Millionen Euro für 15 MW Gesamtleistung. Standort ist Cornwall im Südwesten von England. Außerdem sieht sich Canadian Solar einer Beschwerde wegen mutmaßlicher Verletzung von Patentrechten ausgesetzt. Der US-Mitbewerber Westinghouse Solar bezichtigt den Solarkonzern mit Sitz im kanadischen Kitchener und Fertigung in Asien und dessen Zulieferer Zep Solar bei der Produktion von Photovoltaik-Modulen auf patentrechtlich geschützte Elektronik von Westinghouse gesetzt zu haben. Deshalb hat Westinghouse Beschwerde bei der internationalen Handelskommission eingelegt und fordert ein US-Importverbot für einzelne Produkte von Canadian Solar.

Dem US-Solarprojektierer Westinghouse Solar aus Monroeville in Pennsylvania droht der Rauswurf aus der Nasdaq. Die Technologiebörse hat das Unternehmen darauf hingewiesen, dass dessen Aktie seit über einem Monat unter dem Mindestwert von einem US-Dollar notiert. Wenn die Aktie nicht innerhalb von sechs Monaten diesen Mindestwert wieder überschreite, sei die Entfernung der Aktie laut den Statuten der Börse unvermeidlich, hieß es.

Für zwei seiner im Bau befindlichen Großprojekte in Kalifornien hat der US-Solarkonzern First Solar Inc. Käufer gefunden. Insgesamt verkaufe das Unternehmen aus Tempe in Arizona Solarparks mit 780 MW Gesamtleistungskapazität, hieß es. Die Exolon Corporation erwirbt demnach das 230 MW-Projekt Antelope Valley Ranch im Norden von Los Angeles. Die ebenfalls in Kalifornien gelegene Desert Sunlight Solar Farm mit 550 MW sei von einer gemeinsamen Tochter von NextEra Energy Resources LLC und GE Energy Financial Services erstanden worden, so First Solar weiter. Zudem beendete der US-Solarkonzern einen Rechtsstreit mit zwei US-Umweltschutzorganisationen, der sich um den Bau des 550-MW-Solarkraftweks Topaz in San Luis, Obispo County drehte. Die ausführende Projektgesellschaft habe sich verpflichtet, das Großkraftwerk nach 35 Jahren Betrieb stillzulegen und danach umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen einzuleiten.

Bildnachweis: Solarprojekt mit Modulen von First Solar Inc. / Quelle: Unternehmen


Der US-amerikanische Solarprojektierer SunEdison, ein Tochterunternehmen von MEMC Electronic Materials, bekommt nicht die erhofften staatlichen Kreditgarantien für ein Photovoltaik-Kraftwerk in Nevada. Das hat Mark Mendenhall, Präsident von SunEdison, erklärt. Das betroffene 20-MW-Projekt hatte MEMC von seiner Tochter Fotowatio Renewable Ventures Inc. übernommen. Weil die Bauarbeiten daran nicht wie von der US-Energiebehörde Department of Energy (DOE) gefordert, bis zum 30. September begonnen worden seien, müsse SunEdison auf Garantien für Staatskredite im Wert von bis zu 45,6 Millionen US-Dollar verzichten, so Mendenhall.

Ein Stromausfall hat die Siliziumproduktion des Solarkonzerns Renewable Energy Corporation ASA (REC) im US-amerikanischen Moses Lake lahmgelegt. Wie das norwegische Unternehmen mitteilte, war die gesamte Ortschaft im Bundesstaat Washington vorübergehend lahmgelegt. Die Verantwortung dafür liege beim Versorger Grant County Public Utility District (Grant County PUD). Dem Solarkonzern zufolge dauert es mehrere Wochen, die Siliziumproduktion der Konzerntochter REC Silicon wieder auf die volle Leistungsstärke hochzufahren. Damit werde die für das Gesamtjahr anvisierte Siliziumproduktion von 19.000 Metrischen Tonnen (MT) um 5.000 MT verfehlt.

Wechselrichter für eine Photovoltaikanlage mit 40 MW Leistung soll der Bostoner Hersteller Satcon an Q-Cells North America liefern. Wie Satcon meldete, plant die US-Tochter von Q-Cells damit einen Solarpark in der kanadischen Provinz Ontario auszurüsten.

Bioaktien

Trotz eines deutlichen Umsatzanstiegs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Biogas Nord AG im ersten Halbjahr 2011 in die Verlustzone gerutscht. Das geht aus der ungeprüften Halbjahresbilanz des Unternehmens mit Sitz in Bielefeld hervor. Demnach kletterte der Halbjahresumsatz um knapp ein Drittel von 13,4 auf 20 Millionen Euro. Nach 538.700 Euro Ertrag aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in der ersten Vorjahreshälfte verbucht Biogas Nord aktuell 332.000 Euro Defizit.

Die Erweiterung seiner Biogas-Produktionskapazitäten im In- und hat der Biokraftstoffhersteller Verbio Vereinigte BioEnergie AG bekannt gegeben. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Biogas für Kraftfahrzeuge arbeite das Unternehmen aus Leipzig daran, seine Produktionskapazitäten in Schwedt auf 80 MW und Zörbig auf 50 MW jährlich zu steigern. Darüber hinaus plane Verbio eine Biogasanlage mit 25 MW im ungarischen Pápa. Insgesamt werde Verbio in Ungarn dazu 40 Millionen Euro investieren. Zudem sollen in Ostdeutschland und Bulgarien weitere Anlagen mit jeweils 25 MW entstehen, hieß es.

Andere Aktien

Die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG (Mifa) hat einen neuen Großaktionär. Wie das Unternehmen aus Sangershausen bekannt gab, hat der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer 28,65 Prozent  aller Unternehmensanteile erworben. Der langjährige Co-Vorsitzende des Finanzvertriebs AWD Holding plane ein langfristiges Engagement, so die Mifa AG. Größter Mifa-Aktionär bleibt weiterhin Unternehmensgründer und Firmenchef Peter Wicht. Er hat der Mifa zufolge seinen Anteil am Unternehmen auf 29,1 Prozent gesteigert.

Bildnachweis: Produktion der Mifa. / Quelle: Unternehmen


Die Teak Holz International AG (THI) aus Linz in Österreich soll in Costa Rica umfangreiche Teakholz-Plantagen anlegen und als Dienstleister bewirtschaften. Dazu sei mit einem nicht näher benannten Kunden ein Rahmenvertrag über mehr als 20 Jahre im Wert von 50 Millionen Euro abgeschlossen worden, teilte THI mit.

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