Senvion soll einen Windpark in Serbien mit Windrädern bestücken. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Vestas setzt auf russischen Windmarkt – CropEnergies erhöht Jahresprognose – Amazon übernimmt Whole Foods Market

Der Dax legte bis zum Freitagmittag 0,8 Prozent zu und erreichte 12.699 Punkte. Der US-amerikanische S&P 500 Index stand mit 2.435 Punkten auf dem Niveau der Vorwoche. Der japanische Nikkei-Index stieg um 1,4 Prozent auf 20.133 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index kletterte um 0,4 Prozent auf 25.679 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent fiel um 4 Prozent auf  45,3 Dollar. Der Preis für die Feinunze Gold stagnierte bei 1.256 Dollar. Der Euro hielt sich stabil bei 1,117 US-Dollar.

Wind-Aktien

Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion meldet einen verbindlichen Auftrag aus Serbien. Das Hamburger Unternehmen vereinbarte mit Elicio NV die Lieferung, Installation und Inbetriebnahme von 21 Anlagen des Typs Senvion MM100. Sie wurden für den Windpark Alibunar geordert. Die Installation soll im ersten Halbjahr erfolgen. Der Standort Alibunar liegt 60 Kilometer nördlich von Belgrad in der Nähe des Windparks Malibunar, wo in der zweiten Hälfte dieses Jahres vier Senvion MM100 im Zuge eines anderen Projektes installiert werden. Für beide Projekte soll Senvion den Service über einen Zeitraum von 15 Jahren übernehmen.

Die dänische Vestas Wind Systems hofft auf Großaufträge aus Russland. Wie der Windradbauer mitteilte, hat der Fortum-Rusnano-Wind-Investmentfonds die Dänen als Zulieferer von Anlagen für russische Windparks ausgewählt. Es handele sich aber noch nicht um verbindliche Aufträge. Vestas rechnet jedoch offenbar mit einem Abschluss und weiteren Bestellungen. Denn der weltweit größte Hersteller von Windkraftanlagen kündigte an, in Russland Produktionskapazitäten aufzubauen. Das finnische Energieunternehmen Fortum und das russische Staatsunternehmen Rusnano kooperieren bei Windkraftprojekten in Russland. Für Fortum hat Vestas bereits skandinavische Windparks mit Anlagen ausgerüstet. Die Finnen wollen nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren in Russland etliche Windkraftprojekte umsetzen, davon die ersten noch 2017. Fortum und Rusnano haben mit Erfolg an der jüngsten großen Windkraft-Auktion teilgenommen. Sie erhielten Zuschläge für Windkraftprojekte mit zusammen 1.000 35 (MW) Leistungskapazität.

Solar-Aktien

Die Projektpipeline der Phoenix Solar AG aus Sulzemoos bei München ist stark gewachsen. Das gab deren Vorstandsvorsitzender Tim P. Ryan auf der Hauptversammlung der Phoenix Solar AG bekannt. Diese plant, projektiert und betreibt Solarparks vor allem in Asien und in den USA. Laut Ryan wuchs das Volumen der Photovoltaikprojekte, die sich aktuell in den Phasen "engere Wahl" und höher befinden, seit Ende März 2017 von 349,7 auf 444 MW. Dies sei gelungen, obwohl in diesem Zeitraum unter anderem ein Großprojekt mit 65 MW fertiggestellt und aus der Pipeline entfernt wurde. Ryan gab sich zuversichtlich, dass Phoenix Solar das Umsatzziel von 160 bis 190 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr erreichen kann.
Die Hauptversammlung wählte Oliver Gosemann erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Phoenix Solar AG, nachdem er ebenso wie Hans-Gerd Füchtenkort als Aufsichtsrat wiedergewählt wurde.

Die Pfeiffer Vacuum Technology AG hat Nor-Cal Product übernommen, einen Hersteller von Vakuumkomponenten, Kammern und Ventilen aus den USA. Der Solarausrüster bezifferte den Kaufpreis mit 68 Millionen Dollar (ohne Barmittel und Schulden). Die Finanzierung erfolgte ihm zufolge überwiegend mittels eines Bankdarlehens. Der Vorstand der Pfeiffer Vacuum Technology AG erhofft sich von der Übernahme eine starke Markstellung in den USA und bessere Vertriebswege nach Asien.

Canadian Solar erzielte einen Geschäftserfolg in Brasilien. Wie der Solarkonzern mit Hauptsitz in der kanadischen Provinz Ontario bekannt gab, hat er die Mehrheit an einem brasilianischen Solarpark veräußert. Käufer sei die lokale Tochter von EDF Energies Nouvelles aus Frankreich, die Grünstromsparte des Energiekonzerns EDF. Laut Canadian Solar übernehmen die Franzosen 80 Prozent des Photovoltaikprojektes Pirapora II, das die Kanadier ab dem Herbst 2017 umsetzen wollen. Der Solarpark soll eine Leistungskapazität von 115 MW erreichen und 2018 ans Netz gehen. Canadian Solar werde die benötigten Module in der eigenen Solarfabrik fertigen, die das Unternehmen in Brasilien gebaut hat, hieß es. Im Oktober 2016 hatte EDF Energies Nouvelles Canadian Solar bereits 80 Prozent des brasilianischen Solarparks Pirapora I abgekauft. Dieser befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem neuen Projekt Pirapora II im Bundesstaat Minas Gerais. Beide erreichen nach Unternehmensangaben zusammen eine Leistungskapazität von rund 307 MW.

Die chinesische JinkoSolar soll eine Solarfarm auf der japanischen Insel Hokkaido mit Modulen ausrüsten. Der einheimische Versorger Fuji Electric orderte dafür bei dem Solarkonzern aus Shanghai Solarmodule mit einer Leistung von zusammen 38 MW. Standort des Solarparks ist Tomakomai. Der Vertrag mit Fuji Electric sieht vor, dass JinkoSolar die Module bis November 2017 liefert. Der Solarpark soll im November 2018 ans Netz gehen.

GCL-Poly Energy aus China will die Produktion von Solar-Silizium deutlich erhöhen. Wie die Silizium- und Solarwaferproduzentin mitteilt, plant sie am Standort Xinjiang eine Produktionsanlage mit einer Kapazität von 60.000 Metrischen Tonnen. Davon soll ein Drittel durch den Umzug der bestehenden Silizium-Fertigung in Xuzhou nach Xinjiang entstehen. Für den Aufbau der Fertigung der übrigen 40.000 Metrischen Tonnen hat GCL-Poly Energy bereits die ersten Aufträge vergeben. Sein neues Werk will das Unternehmen bis 2020 fertigstellen. GCL-Poly Energy kalkuliert mit einer Gesamtinvestition von umgerechnet 826 Millionen US-Dollar. 2016 hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 69.000 Tonnen Solar-Silizium produziert.

Bioenergie-Aktien

Die CropEnergies AG hat vorläufige Zahlen für das erste Quartal ihres Geschäftsjahres 2017/2018 veröffentlicht. Demnach verbesserte die Bioethanol-Herstellerin aus Mannheim den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 38 Prozent auf 231 Millionen Euro. Das operative Ergebnis stieg um 21 Prozent auf 23,5 Millionen Euro. "Maßgeblich für den Ergebnisanstieg war die hohe Auslastung aller Produktionsanlagen", teilte CropEnergies dazu mit. Zudem seien höhere Ethanolpreise erzielt worden. Der vollständige Bericht für das erste Quartal 2017/2018 werde am 12. Juli 2017 veröffentlicht, hieß es.
Der Vorstand von CropEnergies erhöhte die Prognose für das Geschäftsjahr 2017/2018. Der Jahresumsatz soll auf 850 bis 900 Millionen Euro klettern. Bislang hatte das Unternehmen 800 bis 875 Millionen anvisiert, nach 802 Millionen Euro Umsatz im Vorjahr. Beim operativen Ergebnis strebt CropEnergies nun 50 bis 90 Millionen Euro an statt 40 bis 80 Millionen Euro, nach 97,6 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016/17.

Andere Aktien

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon will das Biolebensmittel-Unternehmen Whole Foods Market für rund 13,7 Milliarden Dollar übernehmen. Das sind 42 Dollar je Aktie. In dem Kaufpreis für Whole Foods Market seien auch die Schulden des Lebensmittelhändlers enthalten, hieß es dazu. Whole Foods hatte diese zuletzt mit rund 3,1 Milliarden Dollar beziffert. Die Bioladen-Kette mit Hauptsitz in Texas wird Amazon zufolge als Marke erhalten. Der Mitgründer und Chef von Whole Foods Market, John Mackey, werde auch unter dem Dach von Amazon an der Spitze des Biolebensmittel-Pioniers bleiben, so Amazon. Der Onlinehändler liefert seit 2007 auch Lebensmittel aus, bisher noch in vergleichsweise geringem Umfang. Mit der Übernahme kann er sein Geschäft mit einem Schlag um eine wachstumsträchtige Sparte erweitern. Ein Abschluss der Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2017 erfolgen.

TerraForm Global, Betreiberin von Ökostrom-Kraftwerken aus den USA, hat lange überfällige Geschäftszahlen veröffentlicht. Das Unternehmen aus dem Bundesstaat Maryland litt unter den Bilanzierungsproblemen seines insolventen Mutterkonzerns SunEdison. Laut den nun veröffentlichten Zahlen hat TerraForm Global hohe Verluste erwirtschaftet. Im vierten Quartal verringerte sich der Nettoverlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum immerhin von 254 Millionen auf 60 Millionen Dollar. Im Gesamtjahr belief sich der Nettoverlust auf 78 Millionen Dollar.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

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