19.10.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vestas setzt verstärkt auf asiatische Windmärkte - Canadian Solar übertrifft Umsatzprognose – erneuter Quartalsverlust für Tomra Systems

Der Aufwärtstrend des DAX hat sich in der vergangenen Woche verlangsamt, er gewann 0,6 Prozent auf 5.743 Punkte hinzu. Der US-amerikanische Dow Jones kletterte um 1,3 Prozent auf 9.996 Punkte. Der japanische Nikkei stieg um 2,4 Prozent auf 10.258 Punkte. Öl verteuerte sich um 9,8 Prozent auf 77,10 US-Dollar je Barrel der Sorte Brent Crude Oil. Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ hat sich dagegen um 0,3 Prozent auf 6.249 Dollar je Tonne verbilligt. Der Euro verbesserte sich gegenüber dem US-Dollar um 1,4 Prozent auf 1,49 Dollar.

Windaktien

Der dänische Windturbinenbauer Vestas Wind Systems A/S will die von ihm in Indien installierte Kapazität deutlich erweitern. Laut Medienberichten des Landes hat das Unternehmen in Gujarat im äußerten Nordwesten des Subkontinents Windräder mit zusammen 60 Megawatt (MW) Leistung aufgestellt. An einem Standort unweit davon sollen nun weitere Anlagen mit zusammen 250 MW errichtet werden. Vestas habe in einer Absichtserklärung mit der Provinzregierung von Gujarat den Bau von Windparks mit insgesamt 1.000 MW vereinbart. Diese will den Berichten zufolge die Windkraftkapazitäten der Provinz binnen drei Jahren um 3.000 MW erweitern und hat dafür auch mit anderen Windturbinenbauern wie der einheimischen Suzlon Vereinbarungen getroffen.
Zudem hat Vestas die Produktionskapazitäten in China erweitert und nahm eine weitere Fertigungsstätte in Tianjin in Betrieb. Laut Lars Andersen, Chef von Vestas China, betreibt der Windturbinenbauer damit in der Region den größten Produktionskomplex, den er weltweit errichtet hat. Die Investitionssumme dafür belaufe sich auf 2,5 Milliarden Yuan. Insgesamt habe Vestas für die Fertigung in China rund 3 Milliarden Yuan aufgewendet (etwa 440 Millionen Dollar).

Rund 100 Millionen Dollar hat das indische Windkraftunternehmen Suzlon Energy Limited für den Austausch von angebrochenen und bruchgefährdeten Rotorblättern weltweit ausgegeben. Wie Suzlon mitteilte, waren Ende 2007 an dem Turbinenmodell S88 mit 2,1 MW erste Risse an den 43 Meter langen Rotorblättern festgestellt worden. Daraufhin wurden alle weltweit ausgelieferten Rotorblätter dieses Typs durch neue und verbesserte Rotorblätter ersetzt. Von den rund 1.250 ausgetauschten Rotorblättern zeigten rund 180 Risse. Die Aktion sei nun abgeschlossen, die Kosten seien im Jahresabschluss 2008/2009 bereits berücksichtigt, hieß es.

Solaraktien

In Bulgarien will die Phoenix Solar AG im kommenden Jahr Solarparks mit 20 MW Spitzenleistung errichten. Das Photovoltaik-Systemhaus aus Sulzemoos hat dafür einen Projektentwicklungsvertrag mit einer bulgarischen Tochtergesellschaft der Krass Capital Group AG mit Sitz in Gräfelfing unterzeichnet. Phoenix Solar soll demnach die schlüsselfertige Errichtung sowie die Betriebsführung und Wartung der Solarparks übernehmen und die Projektgesellschaften an Investoren veräußern.

Die italienische Tochtergesellschaft des Hamburger Solarunternehmens Conergy AG hat den Auftrag für den Bau einer 1,7-MW-Photovoltaikanlage auf dem Messegebäude in Parma erhalten. Über den finanziellen Umfang des Auftrags wurde nichts bekannt. „Die Photovoltaikanlage ist eine der größten Dachkonstruktionen in Italien und das bislang größte schlüsselfertige Projekt für Conergy Italia", erklärte dazu Guiseppe Sofia, Geschäftsführer der Gesellschaft.

Die Payom Solar AG aus Merkendorf will den US-Markt durch eine Kooperation mit der Clear Skies Solar Inc. erschließen. Nach ihren Angaben wurde eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Mittelfristig soll Payom der Clear Skies Solar technische Unterstützung bei der Projektierung und beim Bau von Solaranlagen in Nordamerika gewähren. “Wir wollen ohne großes Risiko erste Erfahrungen auf dem aussichtsreichen US-Markt sammeln”, erklärte dazu Payom-Vorstand Jörg Truelsen.

Der Konstanzer Solarkonzern Sunways AG hat zum Endfälligkeitstermin alle noch ausstehenden Teilschuldverschreibungen seiner Wandelschuldverschreibung 2004/2009 zurückgezahlt. Die Tilgung erfolgte aus liquiden Mitteln des Konzerns. Die Laufzeit der Papiere, die mit sieben Prozent jährlich auf den Bezugspreis von 100 Euro verzinst wurden, begann am 15. Oktober 2004. Die Wandelschuldverschreibung hatte ein Gesamtvolumen von zehn Millionen Euro. Während der Laufzeit hat ein Teil der Inhaber vom Wandlungsrecht Gebrauch gemacht. Insgesamt wurde ein Betrag von rund 4,5 Millionen Euro in 927.237 neue Aktien gewandelt. Derzeit befinden sich 11,6 Millionen Aktien der Sunways im Umlauf.

Pasan, eine Tochter des Schweizer Solarkonzerns 3S Industries, hat einen dritten Solarmodultester an den TÜV Rheinland in Asien geliefert. Sonnensimulatoren des Typs 3b von Pasan sind in der Asien-Zentrale des TÜV Rheinland in Yokohama (Japan), beim TÜV Rheinland China in Shanghai und bald auch im TÜV Rheinland-Prüflabor in Taiwan (Taipeh) im Einsatz.

Canadian Solar, Solarunternehmen mit Hauptsitz in Toronto und Produktionsstätten in China, hat nach eigenen Angaben im dritten Quartal die Umsatzprognose übertroffen. Die Gesellschaft rechnet mit 210 bis 215 Millionen US-Dollar Umsatz, während die ursprünglichen Schätzungen von 90 bis 100 Millionen ausgingen. Im November will Canadian Solar die offiziellen Quartalszahlen veröffentlichen.
Im Gesamtjahr steige die Auslieferungsmenge von ursprünglich geplanten 200 bis 220 MW auf 295 bis 305 MW, so das Unternehmen weiter. Es rechnet mit einem Umsatzsprung vom dritten auf das vierte Quartal und will seine Fertigungskapazität ausweiten. Bis Ende 2010 soll sie auf ein Gigawatt bei Solarmodulen, auf 700 MW bei Solarzellen und auf 350 MW bei Wafern steigen.
Gleichzeitig kündigte Canadian Solar die Neuemission von sechs Millionen Aktien an, verbunden mit einer Mehrzuteilungsoption von 900.000 Aktien. Die Nettozuflüsse sollen für die allgemeine Geschäftstätigkeit verwendet werden.

Die kanadische Arise Technologies Corp. übernimmt von dem niederländischen Unternehmen Scheuten eine Solarzellenfabrik in Gelsenkirchen. Wie das Unternehmen aus Waterloo in Ontario mitteilte, will es die Fabrik in ein Forschungs- und Entwicklungslabor für hocheffiziente Solarzellen umwandeln. Mit gegenseitigen Lieferverträgen würden sich die Beziehungen der beiden Unternehmen vertiefen.
Den Angaben zufolge least Arise zunächst die Anlage der Solarzellenfabrik von Scheuten und kauft die Ausstattung für 1,7 Millionen Dollar. 2012 hat Scheuten die Möglichkeit, das Anwesen für 3,24 Millionen Dollar an Arise zu verkaufen. Sollte Scheuten von dieser Option keinen Gebrauch machen, darf Arise den Leasingvertrag um 27 Jahre verlängern. In weiteren nicht bindenden Absichtserklärungen haben die Unternehmen gegenseitige Käufe vereinbart. So soll Arise Solarzellen an Scheuten liefern, die anschließend Solarmodule an Arise zurückliefert. Der Kaufpreis für die Anlage soll durch Preisnachlässe beim Verkauf von Solarzellen an Scheuten gedeckt werden.
Wie Arise weiter bekannt gab, erhält sie für die Übernahme der Fabrik von der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen eine Förderung von 9,54 Millionen Euro. Durch weitere Fördermittel will das Unternehmen bis zu 20 Prozent der entstehenden Kosten decken.

Der US-amerikanische Solarausrüster Spire Corporation soll die Produktionskapazitäten in einem Gefängnis des Bundesstaates Oregon von 25 auf 75 MW verdreifachen. Das hat das Unternehmen aus Bedford im US-Bundesstaat Massachusetts mit der Federal Prison Industries, Inc. (UNICOR) vereinbart. Dieses staatliche Unternehmen betreibt Fabrikationsstätten in US-Gefängnissen, in denen Insassen eine qualifizierte Ausbildung erhalten.

Der chinesische Solarausrüster Solargiga Energy Holdings bereitet die Börsennotiz in Taiwan vor. Medienberichten zufolge hat er in Taipeh den Antrag auf Börsenzulassung gestellt. Geplant sei, bis zu 100 Millionen Taiwan Depositary Receipts (TDR) zu platzieren. Zudem wolle Solargiga in Hongkong neue Aktien ausgeben. Dort hatte sie am 31. März 2008 ihr Börsendebüt gegeben.

Eine Kooperation bei Solarzellen der dritten Generation haben die australische Dyesol Limited und die Darmstädter Merck KGaA vereinbart. Dabei geht es um die Entwicklung farbstoffsensibilisierter Solarzellen (FSZ). Gemeinsam sollen für diese Technologie Elektrolyte entwickelt werden. Die Vereinbarung regelt auch die Kommerzialisierung der neuen Technologie. Merck bringt insbesondere seine Kompetenz bei ionischen Flüssigkeiten in die Kooperation ein. Dyesol gilt als weltweit führend bei der FSZ-Technologie und deren Industrialisierung. Am Ende der Zusammenarbeit soll die Produktion der neuen Solarzellen stehen, so die Partner. FSZ-Zellen könnten zum Beispiel als Fensterglas in Gebäude integriert werden.

Bioaktien

Ron Miller, Präsident und CEO der US-amerikanischen Biotreibstoffproduzentin Aventine Renewable Energy, ist zurückgetreten. Er wolle neue berufliche Ziele verfolgen, teilte die Gesellschaft aus Pekin im Bundesstaat Illinois mit. Sie hat vor einem halben Jahr Gläubigerschutz beantragt. Zum Interimsnachfolge sei George T. Henning, Jr. bestellt worden, seit März auch Finanzvorstand der Aventine Renewable Energy. Im Amt bleibe zudem Chief Operating Officer Daniel R. Trunfio, Jr., der einige der Aufgaben von Miller übernehme.

Andere Aktien

Für weitere Bambusplantagen in China hat die Hamburger Asian Bamboo AG nach eigenen Angaben mehrere Vorverträge unterzeichnet. Gegenstand sei die Pacht von vier erntereifen Plantagen mit einer Gesamtanbaufläche von 7.000 Hektar. Die Verträge hierfür sollen in der ersten Jahreshälfte 2010 unterzeichnet werden. Asian Bamboo rechnet mit einer vereinbarten Pacht von 5.400 Euro je Hektar und einer Laufzeit von 20 Jahren. Durch die Pachtverträge steige die Gesamtanbaufläche von Asian Bamboo im kommenden Jahr auf annähernd 37.000 Hektar.
Ferner übernimmt Asian Bamboo AG nach eigenen Angaben eine Minderheitsbeteiligung zwischen 30 und 49 Prozent an der Sperrholzplattenproduzentin Sang Feng. Das profitabel wirtschaftende Unternehmen erwarte für das laufende Jahr einen Umsatz von 90 Millionen Renminbi (rund neun Millionen Euro), für 2010 150 Millionen Renminbi (15 Millionen Euro). Es stelle Sperrholzplatten aus Bambus her. Mit Hilfe der Beteiligung der Asian Bamboo im Rahmen einer Kapitalerhöhung soll die Fertigungskapazität von 40.000 auf 65.000 Kubikmeter jährlich steigen. Asian Bamboo rechnet mit einem maximalen Investitionsbedarf von fünf Millionen Euro. Das Gesamtmarktvolumen für Bauplatten aus Bambus-Sperrholz in China wird den Angaben zufolge auf zehn Milliarden Renminbi (eine Milliarde Euro) geschätzt.

Aufgrund von Wechselkursverlusten ist der Umsatz von Tomra Systems im dritten Quartal um elf Prozent auf 856 Millionen Norwegische Kronen (NOK) gesunken. Das sind umgerechnet rund 103 Millionen Euro. Wie der norwegische Rücknahmeautomatenhersteller weiter bekannt gab, führten Einmaleffekte zudem dazu, dass das operative Ergebnis von 137 Millionen auf 132 Millionen NOK schrumpfte. Das sind umgerechnet rund 16 Millionen Euro.
Im ersten Halbjahr war der Umsatz der Norweger von 1,665 Milliarden (259 Millionen Euro) auf 1,572 Milliarden Kronen (245 Millionen Euro) gefallen. Der Halbjahresgewinn aus betrieblicher Tätigkeit war von 205 auf 131 Millionen Kronen (von 32 Millionen auf 20,5 Millionen Euro) eingebrochen.

Der österreichische Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana Beteiligungs-AG hat ein positives Halbjahresergebnis für die Periode von März bis September 2009 erwirtschaftet. Der Halbjahresgewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) betrug nach seinen Angaben 43,9 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren noch 7,8 Millionen Euro Verlust entstanden. Der Umsatz sank um 0,11 Milliarden auf 1,03 Milliarden Euro.
Auch das Finanzergebnis war positiv. Nach 8,0 Millionen Euro Verlust im Vorjahreszeitraum stehen nun 2,4 Millionen Euro Gewinn in den Büchern. Das Unternehmen führt die Ergebnisverbesserung auf günstigere Rohstoffpreise bei Stärke und das im Vorjahr eingeleitete Sparprogramm zurück.
Agrana rechnet im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres mit einer Stabilisierung des Umsatzes auf Vorjahresniveau und einer weiterhin positiven Gewinnentwicklung auf dem Niveau des ersten Halbjahres.

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